Winfried Wolf - Der andere Mann

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Der Gymnasiallehrer Rudolf Prager soll seine Frau umgebracht haben. Angeblich wurde er von zwei Zeugen in der Nähe des Tatorts gesehen. Bald stellt sich jedoch heraus, dass er es nicht gewesen sein kann. Prager verbeißt sich in die Idee, dass ein Doppelgänger sein übles Spiel mit ihm treibt. Die Vorstellung, dass feindliche Mächte hinter seinem Rücken einen geheimen Plan ausführen, nimmt bald obsessive Züge an.

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Christoph Fuchs wandte sich um. Die beiden Herren am Tisch schräg gegenüber sprachen miteinander. So weit man es von außen beurteilen konnte, waren beide in bestem Einvernehmen. Jetzt werden sie die Gläser erheben und auf ihre gerade getroffene Abmachung trinken, dachte Fuchs und genau das trat ein.

Fuchs erhob sich und ging auf den Nachbartisch zu. Als er dicht vor den beiden Herren stehen blieb, hoben beide gleichzeitig den Kopf und schauten ihn fragend an. In Pragers Gesicht zeigte sich kein Wiedererkennen. Grüß‘ Sie, Herr Prager, sagte Christoph Fuchs betont freundlich. Kennen Sie mich noch? Ich bin Dr. Fuchs, wir hatten vor einiger Zeit das Vergnügen. Ach, Herr Doktor, entschuldigen Sie, ich habe Sie nicht gleich erkannt. Ein gutes Zeichen, lachte Fuchs, und dachte gleichzeitig an das Gegenteil. Wie geht es Ihnen, Herr Prager? Ja, danke der Nachfrage. Ich bin nur kurze Zeit in Freiburg. Er wandte den Kopf zu seinem Tischnachbarn; der Immobilienhändler nickte bestätigend. Herr Feininger hilft mir, das Haus zu verkaufen. Sind Sie vielleicht interessiert? Was für eine Frage, Herr Prager, natürlich würde ich es kaufen, mir fehlt nur leider das nötige Kleingeld. Die beiden Herren am Tisch lachten. Nun, dann wünsche ich Ihnen einen potenten Kunden und Ihnen, Herr Prager, persönlich alles Gute und entschuldigen Sie, dass ich Sie hier einfach angesprochen habe. Nachdem ich Sie eben erst gesehen habe, wollte ich nur mal guten Tag sagen. Das ist sehr nett, Herr Doktor, vielleicht sieht man sich noch einmal, ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau einen guten Abend. Ja dann, Fuchs verabschiedete sich und kehrte an seinen Tisch zurück.

Eine ungute Situation war das, er hatte den Fall Prager nicht zu Ende gebracht. Prager war freiwillig zu ihm in die ambulante Praxis gekommen und Prager hatte die Therapie abgebrochen, zu einem Zeitpunkt, als Dr. Fuchs noch gar kein Ende im Terminkalender vermerkt hatte. Er hatte bei seinem Patienten einen systematisierten Wahn diagnostiziert. Was ihm Prager vorlegte, war ein bizarres aber ein irgendwie in sich schlüssiges System. Aber es waren längst nicht alle relevanten Daten erhoben worden. Aus den Gesprächen mit seinem Patienten hatte ihm dieser einiges aus seinem Leben erzählt, aber Psychosen werden heutzutage nicht mehr analytisch erklärt. Neben der Biographie haben auch biologische und soziale Lebensumstände ihren Anteil an einer Psychose.

Das hat ja nicht lange gedauert, sagte Esther Fuchs zu ihrem Mann, als der an ihren Tisch zurückkehrte. Ja, wir haben uns eigentlich nur begrüßt. Prager will sein Haus verkaufen. Ich hatte den Eindruck, dass er nicht mit mir reden wollte und ich wollte nichts ansprechen, was den Makler nichts angeht. Irgendwie eine blöde Situation, ich hätte gern mehr erfahren wollen, aber nun ist es so, wie es ist. Wir sollten das Essen nicht kalt werden lassen. Wie schmeckts dir? Das Brot zum Salat war nicht mehr warm und die Salatsoße, naja. Bei mir waren die Rösti zu lange in der Pfanne, sagte Fuchs, aber es ist nicht das Essen, irgendwie hat mir die Begegnung mit dem Prager die Stimmung verdorben. Lass uns anstoßen und jetzt raus mit der Sprache, warum liebste Esther, sitzen wir heute Abend am Waldsee und nicht zuhause in unserem Wohnzimmer? Esther Fuchs lehnte sich zurück und maß ihren Mann mit einem langen Blick, den man durchaus als liebevoll bezeichnen konnte. Das sage ich dir später, im Bett.

Die Fahrt vom Waldsee nach Zähringen führte durch Freiburgs beste Wohnlage. Vorbei an schmucken Häusern am Hang ging es bergauf, bergab bis sie nach etwa zehn Minuten ihre Wohnung Am Wiesenhang erreicht hatten. Während der Fahrt hatten sie kaum miteinander gesprochen, das „kaum“ beschränkte sich bei Dr. Fuchs auf einen einzigen Satz: Das war nicht Prager, das war sein Doppelgänger . Das war eher vor sich hingemurmelt und Frau Fuchs war zu müde, um es zu verstehen. Als Herr und Frau Fuchs später nebeneinander im Bett lagen und sich an den Händen haltend über den vergangenen Tag nachsannen und der Herbstwind ums Haus strich und einzelne Blätter gegen das Fenster trieb, fragte Herr Fuchs in die Stille hinein seine Frau: Wolltest du mir noch etwas sagen? Wir bekommen ein Kind, sagte sie. Fuchs drehte sich auf ihre Seite, fuhr mit dem Zeigefinger die Linien ihres Gesichtes nach, beugte sich über den Kopf seiner Frau, küsste sie auf Stirn und Mund und flüsterte ihr den Satz ins Ohr, zu dem es keine Alternative gibt: Ich liebe dich.

2. Kapitel: Pragers Villa

Als er den Mann das erste Mal sah, wusste er sofort, das ist die Lösung. Wenn ich er bin und er ich, dann bin ich aus dem Schneider, dachte er. Aber bis es soweit ist, ist noch eine Menge zu tun und es blieb ihm nicht so viel Zeit. Er war dem Mann bis zur Buchhandlung Rombach gefolgt, dort lag in der Abholung ein Buch für ihn bereit. Er hörte, wie ihn die Buchhändlerin am Tresen begrüßte. Wir hätten Ihnen das Buch auch zugeschickt, Herr Prager. Die Adresse Gärtnerstraße 5 stimmt noch? Er konnte es kaum fassen. So schnell war er selten an brauchbare Informationen herangekommen. Das war ein Geschenk des Himmels. Ach so ja, er glaubte nicht an himmlische Mächte, das war ihm von den Genossen in der Spezialabteilung der NVA gründlich ausgetrieben worden. Nun musste er die Gunst der Stunde nutzen.

Herr Prager verließ mit seinem Buch, ohne sich weiter umzusehen, die Buchhandlung. Er sah ihn durch die Scheibe in Richtung Bertolsbrunnen davoneilen. Er lief hinter ihm her, machte es genau so, wie man das vom Fernsehen kennt und wie er es einmal gelernt hatte. Er hielt immer genügend Abstand, war aber stets darauf gefasst, dass unvermutet ein anderer Weg eingeschlagen werden musste. Er war etwas aus der Übung, aber der Mann, den man in der Buchhandlung mit Prager angesprochen hatte, war kein Gegner für ihn. Trotzdem verlor er ihn am Augustinerplatz kurz aus den Augen. Er war nur einen Augenblick unaufmerksam gewesen, hatte sich von einer Passantin, die im Wege stand, ablenken lassen.

Beim Naturkundemuseums bog Prager, so konnte er ihn ja jetzt nennen, nach links ab, querte die Straße und steuerte den Biergarten der Hausbrauerei Feierling an. Im Biergarten wurde er von einer Frau angesprochen, sie hatte hier offenbar auf ihn gewartet. So wie sie sich begrüßten, war es wohl die Ehefrau, eine hübsche Frau Mitte vierzig, halb langes, blondes Haar, hinten mit einer Spange gebändigt. Das geblümte Sommerkleid stand ihr gut. Er liebte es, wenn schöne Frauen die runden Oberarme zeigten. Er verzog den Mund zu einem leichten Grinsen, die Frau gefiel ihm, aber ohne Frau wäre es ihm lieber gewesen.

Das Paar suchte sich einen Tisch am Zaun. Der Biergarten bot um diese frühe Nachmittagsstunde noch reichlich Platz und so konnte er einen geeigneten Beobachtungsposten am Nebentisch beziehen. Er verstand nur wenig von dem, was die beiden miteinander besprachen, aber er wusste die Sprache der Gesten zu deuten. Sie zeigte ihrem Mann, was sie gekauft hatte, zog jedoch das Kleidungsstück nicht aus der Tasche, welche die Aufschrift eines Freiburger Modehauses mit dem Namen „Adèle“ trug. Sie ließ ihn nur einen Blick hineinwerfen. Herr Prager nickte anerkennend, schmunzelte, schien aber nicht wirklich interessiert zu sein. Er bestellte ein Bier, seine Frau bevorzugte eine Weinschorle. Frau Prager war, wie man unschwer erkennen konnte, eine lebhafte Person. Sie strich ihrem Mann mehrmals mit der Hand über den Unterarm, sah ihn zwischendurch forschend an, sprach eindringlich auf ihn ein, lachte über seine Erwiderungen und warf immer wieder neugierige Blicke auf die anderen Gäste des Biergartens. Das ist eine Frau, die sich nichts entgehen lässt und sie gibt den Ton an, dachte er. Wenn sie den Kopf hob und herübersah, senkte er den Blick oder drehte den Kopf in eine andere Richtung. Das Modehaus, dessen Logo die geschwungenen Buchstaben eines französischen Mädchennamens zeigte, war sicher eine gute Adresse, vielleicht war sie dort Stammkundin, das könnte ihm evtl. helfen, wenn sich das mit der Buchhandlung als ein Flop erweisen sollte. Er zahlte, blieb aber auf seinem Platz, bis das Paar den Biergarten verließ. Mit seinem Handy hatte er schnell herausgefunden, dass die Gärtnerstraße in Littenweiler lag, einem Freiburger Vorort im Südosten der Stadt.

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