Ole R. Börgdahl - Ströme meines Ozeans

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Die junge Yvette folgt ihrem Mann Victor vom aufstrebenden Paris der Belle Époque ins koloniale Tahiti. Glückliche Jahre unter südlicher Sonne münden in einer Katastrophe, die das weitere Schicksal von Yvette und ihren Töchtern bestimmt.
Die Lebensgeschichte der Familie Jasoline spielt eine zentrale Rolle in dem Roman «Fälschung», dennoch erfährt der Leser nur wenig davon, was sich im Leben der Protagonisten ereignet hat. In diesem Roman begegnen dem Leser alle noch offenen Fragen, die im historischen Umfeld der noch nicht allzu fernen Vergangenheit beantwortet werden. Es wird die Geschichte der Familie Jasoline in den Jahren zwischen 1890 bis 1961 erzählt.

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Papeete, 23. Oktober 1898

Ein bedrohlicher Vorfall, der sich in Afrika zwischen französischem und britischem Militär ereignet hat, rückt jetzt gegenüber allen anderen Meldungen in den Vordergrund. Ein französisches Expeditionsunternehmen ist in den südlichen Sudan bis an den Nil-Fluss vorgedrungen und hat ein verlassenes Fort besetzt. Dies ist schon vor ein paar Monaten geschehen und unsere Landsleute haben sich dementsprechend eingerichtet und als Zeichen der Eroberung auch die Trikolore gehisst. Nun gehört der Sudan zu Ägypten und Ägypten steht unter dem Schutze des Empires. Folgerichtig kam somit auch im September ein britisches Kanonenboot den Nil heruntergefahren. Franzosen und Briten stehen sich also gegenüber, so ist die Lage. Es ist wohl noch kein Schuss gefallen, aber es könnte sein, dass wir vor einem Krieg stehen. Es wird jetzt zwischen den Regierungen verhandelt. Das Ergebnis ist uns noch nicht bekannt. Ich muss sofort an Mutter und Vater denken. Was passiert mit ihnen im Falle eines Krieges, werden sie ausgewiesen, werden sie schikaniert, weil sie Franzosen sind, wird Vater sein Vermögen und seinen Beruf verlieren? Was gibt es so Wichtiges im Sudan, dass wir es erobern müssen. Ich möchte über die Sache gar nicht mehr nachdenken.

Papeete, 31. Oktober 1898

Wir sind heute auf der Jérôme bis nach Tautira auf Tahiti iti gesegelt. Es war eine Dienstfahrt der Jérôme, doch Victor hat heute und morgen frei. Wir durften aber dennoch mitfahren, es passte gerade. Wir werden meinen Geburtstag auf einem Grillfest feiern, das von der Gemeinde Tautira veranstaltet wird. Victor musste die Einladung annehmen und so sind auch Fanaa und die Kinder mitgekommen. Ich hoffe nur, es erfährt keiner, dass ich morgen Geburtstag habe. Ich mag keine Laudatio.

Papeete, 5. November 1898

Es gibt Neues zur Dreyfus-Affäre. Lucie Dreyfus hat etwas unternommen, um ihren Mann zu retten. Der Figaro bestätigt uns jetzt, dass sie mehrere Petitionen gestellt hat, um nach langen Mühen endlich Erfolg zu haben. Sie hat eine Revision des Falles erreicht. Es wird vermutet, dass Alfred Dreyfus wegen dieser Revision sehr wahrscheinlich nach Frankreich zurückgebracht wird. Ein großer Erfolg für Lucie, so sieht sie ihren Mann doch zumindest wieder, unabhängig davon, wie der Prozess ausgeht. Es liegt uns auch eine alte Ausgabe des Petit Journals vom 27. Februar vor, in der einige Akteure des Falles abgebildet sind. Ich kenne nicht jeden darauf und kann auch nicht die Rolle eines jeden in der Affäre erklären. Lucie Dreyfus ist ebenfalls mit einem Bild vertreten. Es ist keine Fotografie, aber ich erkenne sie gut darauf. Ihr Blick scheint mir sorgenvoll zu sein. Als ich sie vor etlichen Jahren traf, war alles viel fröhlicher an ihr. Insgesamt bin ich jetzt etwas traurig, nicht auch in Frankreich zu sein und alle Fortschritte des Falles unmittelbar zu erfahren. Diese Verzögerungen, dieses abgeschnitten sein ist im Moment einfach nur sehr schade. Victor sieht es gelassen. Er meinte, dass wir gegenüber den Zeiten von vor zehn oder fünfzehn Jahren, wohl erstaunlich schnell erfahren, was sich im Rest der Welt ereignet.

Papeete, 11. November 1898

Nach diesen beschaulichen Monaten kündigt sich wieder eine Veränderung an. Victor wird in die Kommandantur nach Atuona berufen. Atuona liegt auf Hiva Oa, einer der Marquesas-Inseln. Egal wie lange sein Aufenthalt dauern wird, seine Familie soll ihn dieses Mal begleiten. Wir haben auch Fanaa gefragt. Sie hat zugesagt, sich weiterhin um Thérèse und Julie zu kümmern. Ich muss mir so wenigstens nicht jemanden Neues suchen. Ich überlege auch, wie ich mit unserem Hausstand umgehen soll. Das Haus hier auf Tahiti will ich unbedingt halten und die meisten Sachen darin auch so belassen, damit die Rückkehr später einfacher wird. Victor erhält ohnehin eine Dienstwohnung, die für die Zeit auf Hiva Oa reichen sollte. Ich habe jetzt auch wieder das Buch »Rarahu« von Monsieur Viaud hervorgeholt, denn ich erinnere mich, dass er etwas über die Insel Hiva Oa geschrieben hat. Ich habe es auch gefunden und es verheißt nichts Gutes. Monsieur Viaud behauptet nämlich, dass Hiva Oa die wildeste der Marquesas-Inseln sei. Victor kann dies nicht bestätigen. Ich werde bald selber sehen, wer recht hat.

Papeete, 23. November 1898

Ich habe heute noch einmal den schönen weißen Sand in unserer Sandkiste bewundert und ich habe Victor gefragt, wo er ihn herhat. Ich konnte es dann kaum glauben, dieser Aufwand. Victor hat ihn aus Moorea holen lassen. Er hat einem Fischer genug bezahlt, dass dieser ein paar Kubikmeter Sand von einem der Strände auf Moorea in sein Boot lädt und nach Tahiti herüberbringt.

Papeete, 1. Dezember 1898

In den letzten Tagen habe ich mir einige Gedanken zur Kultur der Menschen hier auf Tahiti oder auch auf den Marquesas-Inseln gemacht. Ich habe einen Bericht über ein Ehepaar gelesen, das in irgendeinem asiatischen Staat als Missionare unterwegs war. Es kam zu einem Vorfall, bei dem der Ehemann und das Kind des Paares ums Leben kamen. Die Frau überlebte, wurde aber des Landes verwiesen. Es ist niemals zu dulden, wenn Menschen getötet werden, aber Missionare sind keine Vergnügungsreisenden, sie wollen eine Botschaft übermitteln, eine Religion, ihre Religion. Was ist, wenn der Platz für die Religion in einem Land schon besetzt ist, dann muss es doch zum Konflikt kommen. Ich weiß nicht, was richtig ist. Natürlich muss ich unseren Gott für den einzig wahren halten, aber haben wir dennoch das Recht, unseren Glauben anderen zu bringen, ihn vielleicht sogar anderen aufzuzwingen. Ich fühle mich auch deswegen wohl auf Tahiti, weil die Kirche hier ist, weil meine Kultur hier ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kirche diese Kultur auch den Menschen hier aufzwingen muss, denn es ist ein Aufzwingen, dies kann keiner verleugnen und das hat auch nichts mit meinem eigenen Glauben zu tun. Es ist doch vermessen anzunehmen, dass die Menschen, die schon immer auf Tahiti gelebt haben, keine eigene Religion, keine eigenen Mythen besitzen oder besaßen. Auf der Insel ist es noch heute überall zu sehen. Es sind die großen Steinskulpturen, Bilder von Göttern und die behauenen Steinplateaus, die mir Victor erst vor ein paar Monaten im Wald gezeigt hat und die früher wohl als Altäre Verwendung fanden. Unsere französischen Missionare jedoch, von denen wir annehmen, dass sie den rechten Glauben vermitteln, verbieten das für uns Fremde, das hier doch wohl über Jahrhunderte Gültigkeit hatte. Es gibt zwar den Vorwurf des mystischen, der Zauberei oder gar des Kannibalismus, so wie es auch Melville beschrieben hat, aber diese Berichte sind schon ein halbes Jahrhundert alt und entsprechen bestimmt nicht mehr der Wahrheit. Es gibt diese Verteufelung der alten Sitten, aber ich finde diese Sitten harmlos und keineswegs bedrohlich. Vielleicht mussten der Missionar und sein Kind sterben, weil sich die andere Seite gegen das ihr Fremde gewehrt hat. Dieses Recht hätten die Menschen auf Tahiti sicherlich auch, aber ich danke Gott, dass sie es nicht in Anspruch nehmen.

Papeete, 11. Dezember 1898

Ich erfahre erst jetzt in einem Brief, dass Bernhard auf Madagaskar gestorben ist. Es macht mich zutiefst traurig. Mutter schreibt, dass Bernhard zunächst nur vermisst wurde, dann hat sich eine ganz andere Begebenheit herausgestellt. Bernhard hat Anfang des Jahres in einem Krankenhaus unter Verwechselung seines Namens am Fieber gelitten und ist dort auch gestorben, es war schon im Februar. Tante Danielle und Onkel Eugène haben nichts gewusst, sich nur gewundert, dass keine Post mehr kam. Roger ist dann nach Madagaskar gereist und erst vor wenigen Wochen zurückgekehrt. Er hat seinen Bruder gefunden und seinem Grab den richtigen Namen gegeben. Tante Danielle hofft aber immer noch, dass ein anderer in diesem Grab auf Madagaskar ruht und dass Bernhard irgendwann nach Frankreich zurückkehrt. Mutter schreibt aber, dass man Roger die Sachen von Bernhard übergeben hat. Es waren eindeutig Bernhards Sachen und man hatte auch ein Foto von dem Toten gemacht. Roger hat es Tante Danielle natürlich nicht gezeigt, er hat es auf Madagaskar gelassen.

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