Ludwig Witzani - Der Mullah und das Paradies

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Der Iran und seine zentralasiatischen Grenzregionen am Amur Darja und Syr Darja gehören zu den großen Kulturräumen der Erde. Städte wie Isfahan und Samarkand erinnern an den Zauber von Tausendundeiner Nacht, die Ruinen von Persepolis und Ayaz Qala führen zurück in eine längst vergessene, vorislamische Geschichte. Und am Grab des Naqschbandi in Buchara oder im Mausoleum Ayatollah Chomeinis begegnet dem Reisenden eine religiöse Inbrunst, die die Welt aus den Angeln heben will. Eine Reise durch den iranischen Kulturraum erlaubt deswegen nicht nur die Begegnung mit erstrangigen Zeugnissen der Geschichte, sondern auch einen Einblick in eine religiös und ästhetisch vollkommen andersartige Gegenwart. Der Islam, der in der Phase seiner derzeitigen religiösen und demografischen Expansion dabei ist, den Ordnungsentwurf der westlichen Welt herauszufordern, erweist sich in der Nahbetrachtung als eine hochdifferenzierte und widersprüchliches Phänomen – anders von Epoche zu Epoche, von Stadt zum Land und völlig unterschiedlich etwa im schiitischen Teheran oder dem sunnitischen Taschkent. Ludwig Witzani ist dieser Vielfalt auf zwei Reisen nachgegangen und traf auf Märtyrerkult und Toleranz – aber immer wieder auch noch auf den traditionllen Islam, den einstmals so friedlcihen Bruder des Westens, in dessen Moscheen es sich so weltabgewandt vom Göttlichen träumen lässt wie nirgendwo sonst auf der Welt…

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Als die revolutionäre Aktivisten schließlich die amerikanische Botschaft stürmten und unter Bruch sämtlicher Regeln des Völkerrechts die Diplomaten als Geiseln nahmen, hetzten die Amerikaner die Armeen des Irak gegen den Iran. Ein Riss brach auf, der bis heute nicht verheilt ist, denn der Blutzoll, den der Iran zur Abwehr der irakischen Aggression entrichten musste, war ungeheuer. Eine ganze Generation junger Iraner wurde geopfert, um die technologische Unterlegenheit gegenüber dem Irak auszugleichen. Am Ende waren im sogenannten Ersten Golfkrieg (1981-1988) eine Million Menschen umgekommen, ohne dass eine Seite den Sieg hätte erringen können. Aber die iranische Revolution hatte sich behauptet, auch um den Preis, dass sie zur Diktatur erstarrt war. Die linken Studentinnen, die dereinst in einem Akt szenischen Protests den Tschador angelegt und gegen den Schah demonstriert hatten, waren längst von der Universität verwiesen worden. Die politischen Gegner saßen in den Gefängnissen, und wer konnte, war längst außer Landes geflohen.

Im Jahre 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer, war Chomeini im Alter von 87 Jahren gestorben, von einer Million Menschen bei dem größten Begräbnis der Weltgeschichte betrauert. Zwei Jahrzehnte nach seinem Tod war seine Gestalt zur politischen Ikone geworden, zu einer nachwirkenden Inspiration eines neuen globalen Dschihad, der die gottlose Welt des Westens in die Schranken fordert.

Als ich am Abend ins Hotel zurückkehrte, traf ich in der Lobby die beiden Europäerinnen wieder, die ich schon beim Frühstück gesehen hatte. In ihrem Zimmer war der Strom ausgefallen, und sie warteten in der Rezeption, während der Schaden behoben wurde. Ihre Namen waren Jackie und Sue, sie mochten Ende zwanzig, Anfang dreißig Jahre alt sein und trugen ihre Kopftücher noch immer wie einen Kopfschmuck über ihren Haaren. So gut sie aussahen, so schlecht war die Stimmung. Sue erzählte, dass sie sich auf einer Eisenbahnreise von London nach Delhi befanden, für die sie ein halbes Jahr veranschlagt hatten und dass sie wegen unvorhergesehener Probleme in Türkisch-Kurdistan enorm viel Zeit verloren hätten. Außerdem hätten sie gehört, dass die Route vom Ostiran nach Pakistan zur Zeit geschlossen sei, weil Banditen das Land unsicher machten. Ich besorgte uns Tee, den wir zusammen in der Lobby tranken, was dem Rezeptionisten mit der langen Hakennase überhaupt nicht zu gefallen schien. Erkennbar ungehalten blickte er in unsere Richtung, als vollzöge sich vor seinen Augen eine moralische Ungehörigkeit ungeheuren Ausmaßes. Weil sie so viel Zeit verloren hatten, würden sie schon morgen weiterfliegen, erklärte Jackie, was schade sei, sonst hätte man sich gemeinsam die Stadt ansehen können. Jackie gefiel mir gut, sie hatte eine kleine, freche Nase, runde Kinderaugen mit langen Wimpern und ein herzhaftes Lachen. Sue war zurückhaltender, aber nicht unfreundlich, so dass die Idee aufkam, wenigstens gemeinsam zu Abend zu essen.

„Komm uns doch abholen“, schlug Jackie vor und zwinkerte mir zu. „Wir haben noch eine Flasche Whisky in Petto und könnten zur Feier des Tages ja ein Glas trinken.“

Eine Insel der Gottlosigkeit und Libertinage im hyperfrommen Iran, das hörte sich gut an. Der Rezeptionist trat heran und verkündete, dass der Schaden im Zimmer behoben sei, die beiden Damen könnten nun heraufgehen. Mich blickte er unfreundlich an, vor allem, als er hörte, wie mir Jackie ihre Zimmernummer im achten Stock des Hotels mitteilte.

Doch aus diesen Plänen wurde nichts. Als ich eine Stunde später frisch geduscht mein Zimmer verließ und in den achten Stock gehen wollte, traf ich im Treppenhaus auf einen rustikalen alten Kerl, der mir mit einem großen Knüppel den Zugang zum Zimmerkorridor verwehrte. Er hatte kein Gramm Fett auf den Rippen, besaß aber so kräftige Knochen, als hätte er sein Leben lang steinige Felder beackert. Seine Unterarme wiesen so kräftige Adern auf, dass es für jede Krankenschwester eine Freude sein müsste, ihm Blut abzuzapfen. Groß und knochig wie alles an ihm war auch sein Kopf, auf dem ihm die Haare wie alter Ginster nach allen Seiten abstanden. Ohne die Miene zu verziehen, hob er die Hand und verwehrte mir den Durchgang. Ich konnte es erst gar nicht glauben und wollte ihn beiseite schieben, doch der Alte griff mich mit erstaunlicher Behändigkeit am Hemdkragen und hob so überzeugend seinen Knüppel über meinem Kopf, dass ich ein Einsehen hatte und kehrt machte. Als ich mich nach der Telefonnummer der beiden an der Rezeption erkundigte, wurde mir die Auskunft verweigert.

Da aus dem Drink und dem Abendessen mit Ines und Sue nichts wurde und ich keine Lust hatte, alleine in die Stadt zu gehen, besorgte ich mir einen Snack in der Hotelbar und las auf meinem Zimmer den ganzen Abend über Teheran. Lektüre statt Liebe, das hatte ich schon oft erlebt und mittlerweile kam ich damit zurecht. Außerdem hätten die beiden auch bei mir vorbeischauen oder wenigstens anrufen können. Oder wurden sie ebenso daran gehindert wie ich?

Was ich an diesem Abend über Teheran erfuhr, war aber auch nicht zu verachten. Kein Isfahan, kein Delhi, kein Xian, sondern eine junge Frucht der Geschichte, die der Wille der Herrscher zum Zentrum des Landes gemacht hatte. Jahrhundertelang war Teheran nichts weiter als eine ärmliche Siedlung gewesen, in deren Umkreis die Bauern wie die Wilden in Höhen lebten. . Erst als die Mongolen im 13. Jahrhundert die benachbarte Metropole Ray in Schutt und Asche gelegt hatten, entwickelte sich Teheran zu einer prosperierenden Siedlung am Schnittpunkt der Handelswege zwischen Anatolien und der Seidenstraße. Die schiitischen Safaviden, die im 16. Jahrhundert von Anatolien aus den Iran eroberten, befestigten die Stadt als einen ihrer wichtigsten Stützpunkte. Im 18. Jahrhundert, als die die türkischstämmige Khadscharendynastie über den Iran herrschte, wurde Teheran schließlich zur Hauptstadt des Landes erhoben, nicht zuletzt, weil sie in der Nähe der Siedlungsgebiete der Khadscharen lag. Und für Reza Pahlawi (1921-1955) und seinen Sohn Muhammed Reza Pahlawi (1953-1979), die wie Kemal Atatürk in der Türkei das Land modernisieren wollten, war Teheran als Experimentierfeld weit besser geeignet als Isfahan, Schiras oder Maschad. Ich las solange, bis mir die Bücher aus der Hand fielen und zwischen Schlaf und Wachen Erinnerungen aus meiner Kindheit einstellten, als sich persische Männer und Frauen, wohlbeleibt und reich, im komplett assimilierten West-Look wie selbstverständlich in meiner Verwandtschaft bewegten. Zeitweise war meine Schwester mit einem Mann verheiratet gewesen, dessen Schwester einen Iraner geheiratet hatte und die sich sofort nach der Hochzeit genauso so dick schminkte wie ihre neue iranische Verwandtschaft. Ich hatte keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Auch wie es Azilas Verwandten in den Umwälzungen der islamischen Revolution ergangen ist, wusste ich nicht. Dann erschien Azilas Bild vor meinem inneren Auge, und ich schlief ein.

*

Am nächsten Morgen waren Jackie und Sue abgereist. Die Frage, ob sie eine Nachricht für mich hinterlassen hatten, wurde verneint. Auch die beiden Lehrer waren nicht mehr da, ich war der einzige Tourist im Frühstücksraum.

Über Nacht hatten die Temperaturen in Teheran einen rasanten Sprung nach oben gemacht. Plötzlich war es in den Straßen drückend heiß, die Luft schien zwischen den Hochhäusern regelrecht zu stehen, und die komplettverhüllten Iranerinnen taten mir von Herzen leid, denn sie würden schwitzen wie in einer Sauna, und niemand würde ihre Schweißperlen sehen. Anatol, der mich im kurzen Khaki Hemd und einer luftigen Sporthose vor dem Hotel mit seinem Pferdecken-Taxi erwarte, tröstete mich. Das ist noch gar nichts, sagte er in seinem gutturalen Englisch. „In the Summertime it is so hot, that the Water is cooking in your underware.“ Zur Begrüßung hatte Anatol neben der geöffneten Wagentüre seines Taxis einen kleinen Campingkocher in Schwung gebracht, mit dessen Hilfe er einen Instant-Kaffee aufbrühte. Als ich einen Becher annahm, hielt er die Hand auf und wollte Bargeld sehen. Auch das sollte ich auf diese Reise noch lernen. Armenier wissen ihr Schäfchen immer ins Trocken zu bringen.

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