Ludwig Witzani - Der Mullah und das Paradies

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Der Iran und seine zentralasiatischen Grenzregionen am Amur Darja und Syr Darja gehören zu den großen Kulturräumen der Erde. Städte wie Isfahan und Samarkand erinnern an den Zauber von Tausendundeiner Nacht, die Ruinen von Persepolis und Ayaz Qala führen zurück in eine längst vergessene, vorislamische Geschichte. Und am Grab des Naqschbandi in Buchara oder im Mausoleum Ayatollah Chomeinis begegnet dem Reisenden eine religiöse Inbrunst, die die Welt aus den Angeln heben will. Eine Reise durch den iranischen Kulturraum erlaubt deswegen nicht nur die Begegnung mit erstrangigen Zeugnissen der Geschichte, sondern auch einen Einblick in eine religiös und ästhetisch vollkommen andersartige Gegenwart. Der Islam, der in der Phase seiner derzeitigen religiösen und demografischen Expansion dabei ist, den Ordnungsentwurf der westlichen Welt herauszufordern, erweist sich in der Nahbetrachtung als eine hochdifferenzierte und widersprüchliches Phänomen – anders von Epoche zu Epoche, von Stadt zum Land und völlig unterschiedlich etwa im schiitischen Teheran oder dem sunnitischen Taschkent. Ludwig Witzani ist dieser Vielfalt auf zwei Reisen nachgegangen und traf auf Märtyrerkult und Toleranz – aber immer wieder auch noch auf den traditionllen Islam, den einstmals so friedlcihen Bruder des Westens, in dessen Moscheen es sich so weltabgewandt vom Göttlichen träumen lässt wie nirgendwo sonst auf der Welt…

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Mein nächstes Ziel war der große Bazar von Teheran, der vermeintlich größte überdachte Bazar der Welt, in dem sich auf einem etwa zweihundert Hektar großen Gelände nicht weniger als 25.000 Geschäfte befinden sollen. Eindringlich warnte mich Anatol vor Neppern und Schleppern, vom denen es im Bazar angeblich nur so wimmeln sollte. Sein Angebot mich durch den Bazar zu begleiten, lehnte ich ab, denn ich hatte kein Interesse daran, in einem Teppichladen seines Cousins oder Bruders zu landen.

So bunt und farbenfroh wie die orientalischen Bazare, die ich bereits besucht hatte, war der Bazar von Teheran nicht, allein schon deswegen, weil er überdacht war und nur ein funzeliges Licht an den Ständen das Warenangebot beleuchtete. Jede Produktgruppe besaß ihre eigenen Straßen und Bezirke, es gab eine Gasse der Teppichhändler, der Fleischer, der Parfümeure, der Lederhändler oder der Holzverkäufer, die im Halbdunkel allesamt durcheinander wuselten, als sei jede Sekunde kostbarer als Gold. Manche Bazargassen waren so voll, dass kein Durchkommen war, andere präsentierten sich in friedlicher Abgeschiedenheit, in der die Inhaber der Geschäfte bei einem Tschai vor ihren Läden saßen. Ich musterte die einzelnen Bazaris und suchte nach äußerlich erkennbaren Gemeinsamkeiten, konnte aber keine feststellen. Es gab dicke und dünne, große und kleine Bazaris, und noch nicht einmal der Bart war bei allen anzutreffen. Das einzige gemeinsame Merkmal, das allerdings nicht sichtbar war, soll in ihrem Konservatismus bestehen, denn im Unterschied zum westlichen Händler, der immer auf der Suche nach Neuem ist, liebt der Bazari die Beständigkeit. Zwei Dinge hasst er besonders: Steuern und Konkurrenz. Dass der Schah in den stürmischen Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts den iranischen Inlandsmarkt für ausländische Waren geöffnet und damit die Bazari-Kartelle ausgehebelt hatte, dass er immer entschiedener daran ging, Wucher zu bekämpfen und ausstehende Steuern einzutreiben, hatte die Bazaris n die Arme der radikalen religiösen Opposition getrieben. Nicht zuletzt ihre Finanzkraft hatte es den Mullahs unter der Führung des damals noch exilierten Ayatollah Chomeini ermöglicht, weitgehend unbemerkt von der Geheimpolizei des Schah ein effektives Widerstandsnetz aufzubauen, das im entscheidenden Moment der Revolution zur Stelle war. Kein Wunder, dass die Moschee, die sich mitten im Bazarviertel befand, nach dem Revolutionsführer und Staatsgründer Ayatollah Chomeini benannt war.

Unvermittelt stand ich vor dem Eingang zur Ayatollah Chomeini-Moschee. Das Gebäude besaß keinen freien Vorplatz, von dem aus man die Moschee in aller Ruhe hätte betrachten können, sondern war regelrecht in das Gewirr der Bazargassen eingeklemmt. In ihrem Innenhof wirkte sie weniger imposant als die Motahhari-Mochee, doch das Fieberthermometer der Gläubigkeit erreichte in der Ayatollah Chomeini Moschee erheblich höhere Werte. Pausenlos betraten Männer und Frauen das Gotteshaus, wuschen sich an separaten Plätzen und verrichteten ihre Gebete. Obwohl die Moschee voller Menschen war, gab es keinen Lärm. Jeder schien eine inwendige Zwiesprache mit Allah zu halten und sich wenig um das zu kümmern, was um ihn herum geschah. Von sich selbst geißelnden schiitischen Glaubensfanatikern, wie man sie in manchen Gegenden des Libanon oder Pakistans antrifft, war im Innenhof der Ayatollah Chomeini-Moschee nichts zu sehen, doch die Intensität des Glaubens war fast körperlich zu spüren. „Islam“, die Hingebung an Gott, war in dieser Moschee nicht nur Programm, sondern Wirklichkeit. Jedem dieser Männer und Frauen bedeutete ihre Religion etwas ganz Anderes, Existentielleres als den Kirchenbesuchern im modernen Westen. Einen Moment lang erfüllte mich ein kurioser Gedanke: Würden religiös ergriffene Menschen leuchten, dann wäre der Iran eine gleißende, funkelnde Gesellschaft im Vergleich zu den westlichen Gesellschaften, in denen die stockdunkle Finsternis von Gräbern herrschte. war fast körperlich zu spüren. „Islam“, die Hingebung an Gott, war in dieser Moschee nicht nur Programm, sondern Wirklichkeit. Jedem dieser Männer und Frauen bedeutete ihre Religion etwas ganz Anderes, Existentielleres als den Kirchenbesuchern im modernen Westen. Einen Moment lang erfüllte mich ein kurioser Gedanke: Würden religiös ergriffene Menschen leuchten, dann wäre der Iran eine gleißende, funkelnde Gesellschaft im Vergleich zu den westlichen Gesellschaften, in denen die stockdunkle Finsternis von Gräbern herrschte.

Ayatollah Chomeini Moschee in Teheran Diesmal gab es bei meinem Eintritt - фото 10

Ayatollah Chomeini Moschee in Teheran

Diesmal gab es bei meinem Eintritt auch keinerlei Probleme, ungehindert durchschritt ich das Eingangstor und setzte mich in der Nähe der Waschvorrichtungen in den Schatten. Ein großes Plakat mit einem Ayatollah Chomeini in seiner Gestalt als Weltenrichter prangte über dem rückwärtigen Eingang der Moschee. Herb, voller Bitterkeit und bereits vom Tod gezeichnet, blickte der große Mann auf die Besucher nieder. Eine biblische Gestalt von erratischer Selbstgewissheit und erschütternder Intoleranz blickte mich an, aber wer wollte ihm das ankreiden? Einem Religionsführer Intoleranz vorzuwerfen ist das gleiche, als klage man darüber, dass ein Vogel fliegt. Für die meisten Iraner war Chomeini ein von Gott gesandter Imam, dessen Auftrag es gewesen war, die Epoche des Unglaubens zu beenden und einen Gottesstaat zu gründen. Für die westliche Welt aber wurde er spätestens nach seiner Todesfatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie zum Inbegriff des religiösen Fanatikers. Über seine Jugend ist wenig bekannt. Ruhollah Chomeini wurde im Jahre 1902 als Sohn eines schiitischen Geistlichen geboren, der nur wenige Monate nach seiner Geburt bei Auseinandersetzungen mit Großgrundbesitzern ermordet wurde. Der junge Ruhollah erhielt eine Ausbildung zum Mullah und erwies sich schnell als Rechtgläubiger der allerhärtesten Sorte, als ein verbissener Beter, der an seinem Glauben nagte wie ein Verhungernder an einem Knochen. Landesweit bekannt wurde er erstmals, als er in den Neunzehnhundertsechziger Jahren den Modernisierungskurs des Schahs als unislamisch anprangerte. In aller Öffentlichkeit bekämpfte er die Landreform, die die Enteignung geistlicher Latifundien zugunsten armer Bauern vorsah. Auch die Vergabe des Wahlrechts an Frauen und das Verbot der Kinderheirat wurden von ihm als unislamisches Teufelswerk gebrandmarkt. Hatte denn der Prophet nicht höchst selbst ein neunjähriges Kind geheiratet? Chomeinis Protest fand jedoch nur wenig Widerhall, er wurde verhaftet, entging mit knapper Not der Todesstrafe und wurde des Landes verwiesen. Im Nachbarstaat Irak, im Umkreis des schiitischen Heiligtums von Kerbela, ließ er sich als Lehrer nieder und entwickelte die Lehre vom islamischen Staat. Nach dieser Lehre sollten Staat und Gesellschaft auf nichts anderes ausgerichtet sein, als auf die Wiederkehr des Erlösers, des letzten Imams, der am Ende aller Zeiten erscheinen und die Welt aus Sünde und Elend erretten wird. Gegenüber dieser endzeitlichen Heilserwartung kam der Staat nur ein abgeleitetes Existenzrecht zu, schlimmstenfalls war er die große Peitsche in der Hand eines Tyrannen und die Geißel der Gläubigen. Gegen solche Herrscher, mit anderen Worten: gegen den Schah, waren Widerstand und Märtyrertum die Pflicht jedes Gottesfürchtigen - mehr noch: alle Mittel bis hin zu Mord, Totschlag und Verstellung (Taqiya) waren zur Erreichung des guten Zweckes erlaubt.

Doch über ein Jahrzehnt lang nahm die Welt vom großen Lehrer keine Notiz. Erst als der Iran in eine wirtschaftliche Krise geriet und sich die Bazaris gegen die Modernisierungspolitik des Schah wandten, schlug seine Stunde. Eine weitverzweigte und kompliziert zusammengesetzte Oppositionsbewegung trat plötzlich in das Licht der Öffentlichkeit und rief unter der Führung des exilierten Ayatollah Chomeini die Revolution aus. Das ganze Jahr 1978 stand im Zeichen eines eskalierenden Bürgerkrieges, der in den westlichen Medien so dargestellt wurde, als kämpfe in Gestalt Chomeinis ein iranischer Gandhi gegen einen gnadenlosen Despoten. Der amerikanische Präsident Jimmy Carter, von der Idee der Menschenrechte durchdrungen, hinderte den Schah an der vollen Entfaltung seiner Machtmittel - und ließ ihn schließlich, als die Revolution immer mehr an Boden gewann, einfach fallen. Schah Muhammed Reza Pahlavi musste das Land verlassen, und von Millionen bejubelt kehrte der Ayatollah im Februar 1979 aus seinem Exil nach Teheran zurück. Der „Honeymoon der Revolution“ schien ausgebrochen zu sein, die Sehnsucht nach Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit ließ unzählige neue politische Gruppierungen entstehen, und selbst verweltlichte Exiliraner wie Azilas Vater Farid wurden vom revolutionären Rausch ergriffen. Doch innerhalb kürzester Zeit fegten die von den Mullahs straff geführten revolutionären Garden alle Institutionen des alten Regimes ebenso zur Seite wie überall aufkeimenden Ansätze einer Demokratisierung und Parlamentarisierung. Die scharfe Sense des revolutionären Terrors fegte über den Acker der Revolution, und innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich der Iran in einen schiitischen Gottesstaat, regiert von einer steinzeitkonservativen Theokratie, die mit ihren Gegnern kurzen Prozess machte.

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