An dieser Stelle versuchen wir, die Dinge zu kontrollieren – obwohl das weder mit unserer Wesensart harmoniert, noch unseren Einflussmöglichkeiten entspricht. Wir machen uns vielleicht insgeheim Gedanken, wie wir eine übergeordnete Person oder Instanz manipulieren könnten, um uns ungerechtfertigte Anerkennung zu verschaffen. Auf jeden Fall steht das, was wir anstreben und beabsichtigen, im eklatanten Widerspruch zu den natürlichen Prozessen, sodass unser rivalisierendes Verhalten in heftige Konflikte und Verletzungen mündet.
Halt inne und mach dir die Lage klar. Du befindest dich im Sog abwertender, gehässiger oder morbider Gedanken. Du machst Druck - und rufst dabei automatisch Gegendruck hervor. Dabei solltest du es keinesfalls zum Kampf in dir selbst kommen lassen - du würdest zum Opfer deiner eigenen Gewalt. Jetzt gilt es einzulenken und die Situation auszubalancieren.
Tiefendynamik
Unser von Gegensätzen beherrschtes Denken stellt uns oft vor zwei konkurrierende Alternativen, zwischen denen wir meinen, wählen zu müssen. Oft stehen dabei hehre Ideale, Überzeugungen und Ansprüche gegen vitale emotionale Bedürfnisse. In uns wird ein heftiger Kampf ausgetragen - mit den Waffen von „richtig“ und „falsch“. Doch gerade in diesem kranken Dualismus liegt das Problem, das überwunden werden muss. Wenn wir einen Teil unseres Wesens für wertvoller und andere für minderwertiger halten, hat das zwangsläufig Auswirkungen auf unsere Lebensenergie. Dann werden sich helle und dunkle Komponenten bekämpfen statt zu kooperieren. Diese Machtkämpfe haben ihre Ursache in besonders destruktiven Glaubenssätzen wie: Im Kosmos gibt es einen ewigen Kampf von Gut und Böse / Nur der Stärkere überlebt / Wir wissen, wie die Dinge sein sollen …
Alle Linien als Wandellinien
Es erscheint eine Schar von Drachen ohne Haupt. Heil!
Zurzeit gibt es weder Fortschritt noch Rückschritt. Dennoch ist die Gesamtrichtung positiv. Ausdauer und Zielstrebigkeit sind der Gewinn dieser Phase.Wenn wir eine langfristige Anstrengung durchhalten, wird uns das helfen, unsere Anliegen zu verwirklichen.

Die Anfangsschwierigkeit
Schwere Geburt
Schlüsselbegriffe
Orientierungsprobleme / Komplikationen / umdenken / Verwirrung / Aufregung und Gefahr / innerer Aufruhr / Grenzen erweitern / Beginn mit Hindernissen / unsicher / Bewährungsprobe / sich den Hürden eines neuen Weges stellen / unerprobt / Pannen / Abtreibung / anstrengend / undurchschaubar / problematische Entfaltung / ein neues Ziel ansteuern (müssen) …
Wir stehen hier am Beginn eines Weges, der uns vor völlig neue Aufgaben stellt, was uns erst einmal verwirrt und überfordert. In so einem Moment macht es weder Sinn, sich draufgängerisch ins Unbekannte hineinzustürzen, noch darf man zu schnell die Flinte ins Korn werfen. Da noch so Vieles im Nebel liegt, müssen wir den neuen Kurs erst einmal kritisch prüfen und dann neu konzipieren. Obwohl wir die Verantwortung nicht aus der Hand geben dürfen, braucht es die Unterstützung kundiger Ratgeber und Hilfskräfte, die es aber erst einmal zu finden gilt. Wenn wir jetzt unsere Vorstellungen präzisieren und dann mutig die Initiative ergreifen, wird sich nach einigen Pannen eine Lösung zeigen. Solange wir nicht aufgeben, aber doch bereit sind, umzudenken, besteht die Chance, mit der Zeit das Chaos zu lichten und neue Kompetenzen zu erwerben.
Naturbild

Wolken und Donner:
Das Bild der Anfangsschwierigkeit.
So wirkt der Edle entwirrend und ordnend.
Die Atmosphäre dieses Bildes ist hoch aufgeladen: Donner und Regen erfüllen die Luft, Wolken türmen sich… Offenbar gestaltet sich gerade vieles neu. Die gewitterartige Situation steht kurz vor der erlösenden Entladung, doch noch ist ungewiss, was sie uns bescheren wird.
In der chinesischen Symbolik spricht der Donner von Tatkraft, das Regenwasser von Gefahr – wir begeben uns also aktiv in Gefahr. Die in uns neu aufkeimende Energie muss sich erst noch den Weg ins Unbekannte bahnen. In dieser aufwühlenden aber lebendigen Lebensphase müssen wir eine ganze Menge Hürden überwinden. Wir stehen vor einer unübersichtlichen Fülle von Alternativen, die uns zuerst einmal sehr verunsichert. Doch diese Konfusion muss uns keine Sorgen machen: sie ist völlig natürlich und im Einklang mit dem Sinn der Zeit.
Momentan drängt etwas Neues ans Licht – und diesen Prozess dürfen wir weder verschleppen noch künstlich beschleunigen. Wir müssen seine Eigendynamik akzeptieren, auch wenn sie uns mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert und an manche gefährliche Grenze bringt. Um die Entwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken, müssen wir erst einmal möglichst unvoreingenommen die Ausgangslage sichten und entwirren. Nur so können wir erkennen, welches Muster sich da entfalten will. Wenn wir uns um Struktur bemühen und auf ein gesundes Tempo achten, werden die Dinge allmählich reifen und Form annehmen. Vor Aktionismus und Euphorie kann man jetzt nur warnen: jede Leichtfertigkeit könnte uns wichtige Zeichen übersehen lassen, jede Voreiligkeit könnte einen Misserfolg einleiten!
In dieser Phase der Neuorientierung verbietet es sich von selbst, schon nach einem Ergebnis Ausschau zu halten. Auch wenn es noch gar nicht so aussieht, wird sich mit der Zeit von selbst das Chaos lichten und einer organischen Ordnung Platz machen.
Geburtsschmerzen
Die Anfangsschwierigkeit wirkt erhabenes Gelingen.
Fördernd durch Beharrlichkeit. Man soll nichts unternehmen.
Fördernd ist es, Gehilfen einzusetzen.
Wir befinden uns in einer Zeit des Aufbruchs, in der etwas ganz Neues „geboren“ werden will. Solche Werdezeiten sind schwierig, sie erscheinen dunkel und wirr, da wir uns ja ins Reich des Unbekannten aufmachen, um unsere Grenzen zu erweitern.
Immer wenn wir etwas Neues beginnen, stellt sich fast zwangsläufig die unsichere Frage, ob wir es auch schaffen werden, ob wir das Zeug dazu haben. Tatsächlich scheint zunächst erst einmal gar nichts zu gelingen. Das ist kein Wunder, denn noch werden unsere kreativen Impulse von alten Ängsten in Schach gehalten. Längst unsinnig gewordene Tabus und ein Mangel an Urvertrauen lähmen unsere Handlungsfähigkeit. Diese verkrusteten alten Strukturen wollen uns einreden, wir sollten uns lieber verstecken und der neuen Aufgabe aus dem Weg gehen, weil wir ohnehin nur scheitern können – was sich im Augenblick ja auch zu bestätigen scheint…
Dabei dürfen die gegenwärtigen Widerstände eben nicht so gedeutet werden, dass wir etwas falsch machen – im Gegenteil, sie sind völlig im Einklang mit dem Gesetz des Tao. Wenn wir etwas Neues anfangen, können wir ja nicht erwarten, sofort ein Meister darin zu sein. Wir müssen uns erst einmal orientieren, hineinfinden, manches ausprobieren und verwerfen, wieder umdenken - und bei all dem immer wieder unsere Selbstzweifel überwinden! Die Schwierigkeiten, mit denen wir kämpfen, sind die logische und natürliche Folge der noch unstrukturierten Fülle dessen, was da in Bewegung ist und nach Gestaltung ringt. - Ja, es gibt zweifellos Risiken, und trotzdem haben wir eine ernsthafte Aussicht auf Erfolg, solange wir uns nicht unterkriegen lassen und vor allem beharrlich bleiben. Wenn wir jetzt mit ganzem Herzen hinter unserem Anliegen stehen, wird sich unsere Verwirrung irgendwann auflösen und Platz machen für ein neues, weiteres Verständnis.
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