Volker Schmitz - Der Finanzmarkt sind wir

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Warum noch ein Buch über den Finanzmarkt? Weil in der bisherigen Diskussion ein Beteiligter völlig zu kurz gekommen ist: der private Anleger. Zwar ist sein Schutz Thema jeder politischen Debatte und Ziel jeder Gesetzesänderung. Faktisch passiert wenig, um seine Position zu stärken. So haben die meisten privaten Anlegern seit der Finanzkrise das Gefühl, einem politisch-finanziellen Komplex gegenüberzustehen, der manchmal für sie, meist aber ohne sie über sie entscheidet. Das Buch zeigt die unterschiedlichen Interessen der Akteure auf dem Kapitalmarkt auf – am Beispiel der langfristigen Anlage im Aktienmarkt. Es bietet Ansatzpunkte für eigenverantwortliches Handeln, beschreibt, welche Bedingungen dafür notwendig sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Vor allem plädiert es für eine stärkere Beteiligung der privaten Anleger an der Kontrolle ihres Kapitals. Weil in einem demokratischen Kapitalmarkt die Kontrollrechte den Bürgern zustehen sollten, die an diesem Markt teilnehmen. In einer Zeit, die durch zunehmende Vermögensungleichheit geprägt ist, können wir die Entwicklung auf den Aktienmärkten nicht einer kleinen Gruppe von Vorständen und Finanzmanagern überlassen. Um soziale Konflikte zu vermeiden, braucht es einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Die privaten Anleger mehr an der Kontrolle ihrer Kapitalanlagen zu beteiligen, kann eine demokratische Marktwirtschaft nur stärken.

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Die Konsequenz: Wir sind der Finanzmarkt. Er betrifft uns alle. Die meisten von uns sind als Sparer, Versicherte oder Kapitalanleger direkt und indirekt in diesem Markt aktiv. Das Geld der großen institutionellen Anleger ist meistens unser Geld. So wie sie im Großen von den Bewegungen an den Finanzmärkten betroffen sind, sind wir es im Kleinen. Was am Finanzmarkt passiert, schlägt auf unseren kleinen Anteil durch. Letztendlich sind wir die Eigentümer, die überall beteiligt sind. Fast alles, was am Finanzmarkt passiert, hat in irgendeiner Form Auswirkungen auf uns selbst, unsere Familien und unsere Umwelt.

Wir kümmern uns nicht genug um unser Geld

Obwohl der Finanzmarkt für unser tägliches Leben und unsere Zukunft so wichtig ist, stehen wir ihm meist hilflos und passiv gegenüber. Das steht in völligem Kontrast zu unserer sonstigen Beteiligung am Wirtschaftsleben. Denn die besteht, vereinfacht gesagt, aus Geldverdienen, Geld ausgeben und Geld sparen. Einkommen, Konsum und Ersparnis sind die zentralen Bestimmungsfaktoren einer Volkswirtschaft.

Im Mittelpunkt unseres Interesses steht das Geldverdienen. Wir sind fast täglich damit beschäftigt. Für die meisten von uns ist es mit Arbeit verbunden. Wir machen Karriere innerhalb unseres Unternehmens, wechseln unseren Job oder machen uns selbstständig. Wir versuchen unser Einkommen zu verbessern, unsere Arbeitsbedingungen und unsere Arbeitsinhalte. Dazu organisieren wir uns in Gewerkschaften, Berufsverbänden oder Arbeitgebervereinigungen. Unsere berufliche Tätigkeit verschafft uns nicht nur ein Einkommen, sondern auch einen sozialen Status. Die meisten von uns engagieren sich für ihren beruflichen Erfolg, bilden sich fort oder qualifizieren sich für ihre Tätigkeit weiter.

Das Geld, das wir mit so viel Einsatz verdienen, geben wir weitgehend wieder aus. Dabei handeln wir meist planvoll. Vor größeren Anschaffungen informieren wir uns und vergleichen. Wenn wir uns informiert haben, kaufen wir selbst. Wir treten persönlich als Käufer am Markt auf und beauftragen nicht eine Firma, die unsere Einkäufe für uns erledigt. Obwohl wir das bei manchen Routinekäufen aus Zeitgründen vielleicht ganz praktisch fänden. Bei allen wichtigen Geldausgaben wollen wir selbst prüfen, selbst verhandeln, selbst entscheiden und das Kauferlebnis genießen. Viele Konsumentscheidungen dienen dazu, uns und unserer Umwelt unsere soziale Stellung zu zeigen.

In puncto Ersparnis verhalten wir uns völlig anders. Viele Menschen zeigen wenig Interesse daran, sich um ihre Ersparnisse zu kümmern. Während sie engagiert arbeiten und Geld ausgeben, sich informieren und kontrollieren, was in ihrem Umfeld passiert, reicht es dafür bei der Ersparnis meist nicht. Das Thema Geldanlage erscheint zu komplex: Man muss rechnen, sehr langfristig planen und aufpassen, dass man nichts falsch macht.

Im Gegensatz zu anderen Anschaffungen ist das Kauferlebnis meist unangenehm. Es bietet keine sinnliche oder menschliche Befriedigung, ein konkreter kurzfristiger Nutzen ist nicht spürbar. Sozialen Status kann man mit Finanzprodukten in der Regel nicht zeigen, es sei denn, man ist sehr reich und erwähnt nebenbei im Gespräch, in welchen Hedgefonds man investiert hat oder von welcher Privatbank das Vermögen verwaltet wird. Meist ist die Entscheidung für eine Finanzanlage einfach nur mit einer gewissen Erleichterung darüber verbunden, dass wir ein meist lange aufgeschobenes Problem gelöst haben. Je länger die Anlageentscheidung zurück liegt, desto mehr gerät sie in Vergessenheit. Wir werden erst wieder schmerzhaft an sie erinnert, wenn wir das Geld dringend benötigen, beispielsweise um unsere Rente aufzubessern und die erhoffte Rendite nicht erzielt ist.

Und so verhalten wir uns bei der Ersparnis völlig anders als bei unseren anderen Konsumentscheidungen: Weil wir uns durch die komplexen Informationen überfordert fühlen, vertrauen wir bei der Kaufentscheidung häufig auf Dritte, überlassen anderen die laufende Kontrolle und halten es nicht für notwendig uns für unser Kapital zu engagieren.

Finanzunternehmen nutzen unsere Schwäche

Genau an dieser Schwäche setzen die meisten Finanzunternehmen an. Sie bieten uns einen Ausweg aus unserer Entscheidungsschwäche. Damit erfüllen sie eine wichtige wirtschaftliche Aufgabe: Sie verwandeln unsere Ersparnisse in Investitionen. Nicht ausgegebenes Geld, zunächst nur eine Restgröße, kann so einer sinnvollen gesellschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Sowie es nicht im Sparstrumpf oder unter der Matratze aufbewahrt wird, sondern auf irgendein Konto wandert, fließt es in den Finanzmarkt. Volkswirte setzen in ihren Rechnungen daher auch die Gesamtersparnis in der Wirtschaft mit der Summe an Investitionen gleich. Ersparnis und Investition sind wie die zwei Seiten einer Münze. Wir müssen uns immer darüber im Klaren sein, dass unsere Ersparnisse irgendwo im Wirtschaftssystem verwendet werden. Da wir dafür eine Rendite erhalten möchten, geht es nicht anders. Nur wenn jemand mit unserem Geld arbeiten kann, ist er bereit, dafür einen Zins oder eine Gewinnbeteiligung zu bezahlen.

Die Investition unserer Ersparnisse ist der Teil der wirtschaftlichen Tätigkeit, um die wir uns meist nicht mehr selber kümmern. Dabei ist das, was mit unseren Ersparnissen passiert, von entscheidender Bedeutung für unser weiteres Wohlergehen. Es bestimmt unseren zukünftigen wirtschaftlichen Wohlstand und den unserer Kinder. Es beeinflusst die Aufteilung der Erträge zwischen Arbeitnehmern und Investoren und schafft die Voraussetzungen für die zukünftige Vermögensverteilung. Investitionen entscheiden, ob und wo neue Arbeitsplätze entstehen. Auch die Höhe und Sicherheit unserer Altersversorgung hängt von den Investitionen ab. Wem das zu abstrakt erscheint, der muss nur einmal Bilder von Detroit, dem Silicon Valley, dem Ruhrgebiet oder Shanghai vor 50 Jahren mit denen von heute vergleichen. Aufstieg und Fall durch Investitionen und fehlende Investitionen lassen sich an der Größe und dem Erscheinungsbild dieser Städte und Regionen ablesen. Im Grunde kann man sagen: Was wir heute verdienen, bestimmt unseren Konsum und unsere Ersparnisse. Was wir zukünftig verdienen und ausgeben können, hängt von der klugen Verwendung der Ersparnisse ab. Angesichts dieser ungeheuren Wichtigkeit ist es erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit wir auf unsere Ersparnisse verwenden. In anderen Bereichen sehen wir genauer hin.

Über einige unserer Konsumausgaben können wir nicht selbst entscheiden. So holt sich der Staat jedes Jahr einen Teil unseres Einkommens in Form von Steuern und gibt das Geld für uns aus. Was er damit macht, unterliegt in demokratischen Gesellschaften der permanenten öffentlichen Kontrolle. Es wird laufend in der Presse diskutiert. Die Rechnungshöfe versuchen, die korrekte Verwendung zu überprüfen, und die von uns gewählten Abgeordneten stimmen über die Verwendung des Geldes ab. Wir entscheiden in öffentlichen Wahlen unter anderem darüber, ob die Regierung unser Geld in unserem Sinne gut verwendet hat.

Mit unseren Ersparnissen sind wir nachlässiger. Wir verzichten weitgehend auf die Rechte von Mitbestimmung und Kontrolle, die uns in einer Demokratie selbstverständlich erscheinen. Trotz der immensen gesellschaftlichen Bedeutung der Investitionen kümmern wir uns kaum um sie. Alles was uns bei der Investition unserer Ersparnisse interessiert, sind Rendite und Risiko. Dabei ist beides nicht wirklich vorhersehbar. Viel wichtiger ist, was mit unseren Ersparnissen gemacht wird. Wenn wir uns für diesen Prozess interessieren und engagieren, ergibt sich der Rest von selbst. Rendite und Risiko können wir nicht beeinflussen. Sie sind Begleiterscheinung und Resultat des Investitionsprozesses. Bestimmen können wir, was mit unserem Geld passiert und seine Verwendung können wir kontrollieren. Für unser zukünftiges Wohlergehen ist das viel wichtiger als weiten Teilen der Finanzindustrie dabei zuzusehen, wie sie mit unserem Geld eine teure Lotterie um die höchste Rendite veranstalten.

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