Manfred Rehor - Der Brief der Königin

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Berlin im Jahre 1887: Benjamin ist ein Waisenjunge deutsch-afrikanischer Herkunft. Er wird als Kuriosität auf einem Jahrmarkt präsentiert, bis er eines Tages ausreißt. Durch einen gestohlenen Brief der englischen Königin Viktoria, der in seinen Besitz gelangt, gerät Benjamin in höchste Gefahr. Verbrecher, ausländische Agenten und deutsche Behörden sind hinter ihm her. Doch Benjamin trickst alle aus. Er verhindert nicht nur einen Anschlag auf Fürst Bismarck, sondern findet sogar seinen totgeglaubten Vater wieder.

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Der Mann, der die Vorstellung gestört hatte, fiel Benjamin wieder ein. Der hatte bemerkenswert echt gewirkt, sogar die Waffe, die zu sehen gewesen war. „Haben wir einen Neuen auf dem Platz, der einen Türken darstellt?“, fragte er seinen Standnachbarn, der gebrannte Mandeln verkaufte.

„Ne, nichts gesehen. Hier, sind noch warm.“

Benjamin nahm die Tüte mit den Mandeln und sah sich um, während er sie knabberte. Die Geschäfte auf dem Rummelplatz gingen schlecht in diesem Frühjahr 1887, die Menschen hatten nicht viel Geld in der Tasche. Zwar spazierten viele Neugierige über das Gelände, aber sie kauften nichts. Mit einem Speer in der Hand stellte sich Benjamin in Kriegerpose vor den Eingang des Zelts und hoffte auf Kundschaft für die erste Abendvorstellung. Ob Grabow mitmachen würde, hing wie immer davon ab, wie betrunken er war. Noch war er nicht von seinem Nachmittagsschoppen zurückgekehrt.

Ein junger Mann und seine Begleiterin, eine dickliche Dienstmagd, blieben vor dem Zelt stehen und lasen das Schild. Benjamin lächelte die Frau an und hielt ihr eine Eintrittskarte entgegen. Sie wich erschrocken zurück. Ihr Freund spuckte verächtlich auf den Boden und zog sie mit sich davon. Benjamin zuckte nur mit den Schultern. Bei Kleinstädtern, die zum ersten Mal einen Menschen mit dunkler Haut sahen, war das keine ungewöhnliche Reaktion.

Als der Regen stärker wurde, ging er ins Zelt, stellte die Stühle wieder richtig hin und sammelte den Abfall ein. Diese täglichen Arbeiten blieben immer an ihm hängen. Grabow kümmerte sich um nichts, sein Lebenszweck waren das Trinken und das Anzetteln von Ärger.

Einige Bonbons lagen zwischen den Stühlen. Als sich Benjamin danach bückte, wurde er von hinten angesprochen. Erschrocken fuhr er herum und starrte das Paar an, das geräuschlos das Zelt betreten hatte: Der Mann trug einen einfachen Anzug und hielt sich sehr gerade. Sein schütteres Haar war ergraut und seine Gesichtszüge zeigten die schlaffe Weichheit des beginnenden Alters. Er mochte Mitte fünfzig sein. Die Frau neben ihm war jünger und adrett gekleidet.

Es hätte ein gutbürgerliches Ehepaar sein können, wäre nicht dieser Hauch von Stolz und Duckmäuserei von ihnen ausgegangen, den Benjamin sofort zuordnen konnte: Dienerschaft aus einem vornehmen Haus! Solche Kunden sah man selten auf dem Rummelplatz.

„Geschlossen, bitte besuchen Sie unsere nächste Vorstellung“, sagte Benjamin und begann, die übliche Anpreisung der Darbietung herunterzurasseln.

„Ich wünsche Herrn von Grabow zu sprechen“, unterbrach ihn der Mann mit leiser, präziser Stimme. Er sah Benjamin nicht an, sondern drehte wie eine Schildkröte den Kopf weg, um einen Blick zurück zum Eingang zu werfen. „Es eilt!“

„Von Grabow?“ Benjamin konnte es nicht fassen. Den Namen seines Ziehvaters mit einem Adelstitel zu versehen, war lächerlich.

Aber der Mann machte nicht den Eindruck, als wolle er scherzen. Er war blass, sein rechtes Augenlid zuckte nervös. Die Hände der Frau zitterten. Der Mann bemerkte es und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Alles ist in Ordnung, Liebste.“

„Grabow ist nicht da“, sagte Benjamin. „Was wollen Sie denn von ihm?“

„Es ist vertraulich. Wann ist er wieder zu sprechen?“

„Vertraulich? Ich bin sein Pflegesohn. Sie können Vertrauliches auch mit mir besprechen.“

Der Mann zögerte. Die junge Frau schob sich energisch vor ihn: „Man hat uns gesagt, er kaufe manchmal gewisse Gegenstände an. Schmuck, zum Beispiel.“

Benjamin wusste, dass Grabow auch durch Hehlerei versuchte, an Geld zu kommen, das er dann vertrinken und verspielen konnte. Vermutlich hatten die beiden ihre Herrschaft beklaut und suchten nun einen Abnehmer für das Diebesgut. Am liebsten hätte Benjamin das Paar weggeschickt. Aber illegale Einnahmen bedeuteten immer auch, dass Grabows Druck auf ihn nachließ. „Da kommen Sie am besten morgen wieder“, empfahl er daher. „Solche Angelegenheiten verhandelt er nur persönlich.“

Der Mann senkte den Kopf und unterhielt sich flüsternd mit der Frau. „Ja, wir verstehen“, sagte er dann. „Wir werden am Vormittag noch einmal vorsprechen.“ Er deutete zum Abschied eine Verbeugung vor Benjamin an, was der noch nie erlebt hatte.

So vornehm und doch Gauner, dachte Benjamin; denen Grabow wiederum morgen für wenig Geld alles abluchsen würde, was sie hatten.

Nachdem er das Zelt in Ordnung gebracht hatte, ging er mit der Kassenschatulle unter dem Arm in den abgesperrten Bereich hinter dem Rummelplatz. Das Kleingeld in der Schatulle deckte kaum den Lebensunterhalt und die laufenden Kosten für einen Tag. Doch Benjamin liebte die Nachmittagsvorstellungen, bei denen er alleine vor Kindern auftreten konnte. Ohne Grabow im Nacken machte alles viel mehr Spaß.

Er gelangte auf den Abstellplatz, wo die bunt lackierten Wohnwagen nebeneinanderstanden. Pferde wieherten, Schaustellerkinder spielten Fangen, der Geruch von aufgewärmtem Essen wehte herüber. Diese Wagen und der Stall für die Zugpferde waren Benjamins Zuhause – egal, in welcher Stadt er sich gerade befand. Ob Hannover oder Hamburg, Leipzig oder Berlin: Jahrmarkt war Jahrmarkt.

Zurückhaltend grüßte er Breitmann, den Wurfbudenbesitzer, der in Geld schwamm und immer noch mehr haben wollte. Mamschka winkte Benjamin im Vorbeigehen zu. Sie war eine der wenigen eigenständigen Frauen im Schaustellergewerbe. Mamschka sah schlecht aus, letzte Nacht hatte sie sich ein blaues Auge eingefangen. Sie trank zu viel und oft mit den falschen Leuten. Zum Beispiel mit Grabow.

Sein Ziehvater war noch nicht im Wohnwagen. Benjamin nutzte die Zeit, um im Spiegel seine Verkleidung zu prüfen. Die abgewetzte Hose, auf die Federn und Fellstücke aufgenäht waren, sah noch ganz gut aus. Das mit Tiermotiven bedruckte, ärmellose Hemd dagegen wurde fadenscheinig. Aber das war kein Problem, von einem Wilden erwarteten die Zuschauer, dass er mit zivilisierter Kleidung nicht zurechtkam.

Im Gegensatz zu anderen Darstellern von Afrikanern, denen Benjamin auf Rummelplätzen begegnet war, brauchte er seine Haut mit Schminke nur ein wenig dunkler zu färben. Sie hatte von Natur einen hellbraunen Ton, ein Erbe seiner Mutter, die bei seiner Geburt gestorben war. Benjamin stellte sie sich als afrikanische Häuptlingstochter vor, wunderschön und reich und liebevoll. Er dachte oft an sie, wenn er sich beim Schminken im Spiegel sah. Seine breite Nase und die krausen Haare hatte er ebenfalls von ihr, die blauen Augen dagegen von seinem unbekannten deutschen Vater.

Da Benjamin nicht wollte, dass man ihm seine fünfzehn Jahre anmerkte, schminkte er sich außerdem vor den Vorstellungen einen Bartschatten ins Gesicht. Die Bilder von echten Afrikanern, die er in illustrierten Blättern und auf Plakaten gesehen hatte, zeigten zwar nie einen mit Bart, trotzdem war Grabow mit dieser Zutat einverstanden.

„Es muss nicht echt sein, es muss echt wirken“, sagte Grabow immer. „Du musst nicht aussehen wie ein junger afrikanischer Häuptling, sondern so, wie sich das verehrte Publikum einen vorstellt. Verstanden, Dummkopf?“

Grabow war heute mürrischer als sonst gewesen und schon mittags ausgegangen. An solchen Tagen kehrte er meist mit noch schlechterer Laune zurück. Benjamin war daran gewöhnt, deshalb erschrak er nicht, als er hörte, wie Grabows Stimme in der Ferne ein unanständiges Lied grölte.

Andere Stimmen fielen in den Gesang ein. Der Chor der Betrunkenen näherte sich dem Wohnwagen. Benjamin öffnete die Tür, obwohl er ahnte, was kommen würde.

Grabow stand mit einigen Kumpanen vor dem Wagen. Sein Anzug war schmutzig, die Jacke eingerissen. Er hatte sich wieder einmal geprügelt – und sicherlich gewonnen. Er überragte nicht nur die meisten Menschen um einen Kopf, sondern hatte auch Muskeln wie Stahlstränge.

„Merkt es euch: Niemand besiegt Friedrich Grabow!“, prahlte er gerade. „Benjamin, zu mir!“ Er zeigte auf Benjamin und sagte zu seinen Begleitern: „Das ist er, der afrikanische Häuptlingssohn.“

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