Otto W Bringer - Weil wir anders sind

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Kein Ereignis, kein Gedanke in diesem Buch, der nicht fesselt, erkennen lässt: Enis Rôm ist einer, der anders ist, als Sohn von Zigeunern, die die Gesellschaft verachtet und diskriminiert. Anders, weil er nicht darunter leidet. Als Sechsjähriger spielt er perfekt die Geige. Mit achtzehn ist er überzeugt, dass Musik die Menschen toleranter macht. Das Studium am Mozarteum in Salzburg besteht er mit Summa cum Laude.
Immer schon reizte ihn Neues, machte er sich Gedanken; über alles, was er täglich erlebte, in Büchern las. Zweifel an Gott und Religion, Liebe und Eifersucht treiben ihn um. Er schreibt alles auf, um sich selbst zu vergewissern: die Grundlage dieses Buches.
Leser die Musik lieben. vom hilosophischen, religiösen Fragen bewegt werden, von Gewissenkonflikten gequält sind, kommen voll auf ihre Kosten. Es geht um die Beziehung zwischen Mann und Frau, Sehnsucht, endlich ein Zuhause zu haben. Und um die Angst eingesperrt und getötet zu werden – von den Nazis. Weil Anderssein für sie ein Grund ist, ganze Völker umzubringen. Er hat den Vater im KZ sterben sehen und weiß, er kann der Nächste sein.
Wer kann, rette sich selber.

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In Deutschland, Österreich und Tirol blieben die meisten Roma und Sinti. Beide Zigeuner genannt. In Frankreich nennt man sie Gitan, Gitano in Spanien und Italien. Bezeichnungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet. Aus Indisch und anderen europäischen Sprachen.

Anfangs erhielten sie von Papst, Bischöfen, Herzögen und Grafen einen Schutzbrief. Der erlaubte ihnen, in deren Staatsgebiet umherzuziehen. Sich betätigen, mit was auch immer. Als Kaufmann, Handwerker oder Musikant. Nach dem 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert blühten Land und Städte langsam wieder auf. Häuser modernisiert und neue gebaut, Felder beackert. Neue Straßen angelegt. Verwaltungen modernisiert. Herzöge und Könige erließen Gesetze, die allen gerecht würden, hieß es. Kirchen mit eigenen Spitälern pflegten auch kostenlos. Europa ein Paradies, das auch für uns Roma Heimat werden könnte.“

„Dann plötzlich alles anders als erwartet. Auf dem Reichstag in Freiburg 1698 wurden Roma und Sinti für vogelfrei erklärt. Unsere Vorvorfahren hofften, in Deutschland eine endgültige Bleibe zu finden. Jetzt wollte sie niemand mehr haben. Fremde seien sie und so anders. Mit ihrer dunklen Haut, den schwarzen Haaren, Sprache und seltsamen Gebräuchen, dass sie um den Frieden fürchteten. Einen Frieden, den sie endlich wieder hatten. Nach einem Krieg, der Jahrzehnte dauerte und kein Ende zu nehmen schien. In dem Millionen Menschen ums Leben kamen. Ermordet, verhungert oder Opfer von Pest und Cholera.

Roma und jeder, der anders aussah, sich anders benahm, war unerwünscht. Man wollte unter sich bleiben. Keine fremde Sprache lernen, um zu verstehen. Fremden nicht erlauben, ein Haus zu bauen. Mit ihnen Fußball zu spielen oder im Kirchenchor zu singen. Im selben Unternehmen arbeiten zu lassen, wie alle anderen gegen Lohn. Damit sie sich die neueste Mode kaufen können oder eine Kiste mit Wein. Nicht gesellschaftsfähig erschienen wir ihnen. Niemals wird es für uns eine Heimat geben.“

Großpapa schweigt. Ich neugierig geworden. Hätte ihn noch so vieles fragen können. Er aber stopft sich die Pfeife, pafft und es qualmt mächtig. Als könnte Tabakrauch die Welt verbessern. Aus Egoisten Menschen machen, die ihren Nächsten tolerieren. Meine Eltern hatten mir nie so viel erzählt. Als schämten sie sich, Roma zu sein. Großvater jetzt auch zum ersten Mal. Vielleicht, weil ich bald volljährig bin und wissen sollte, wer wir Roma sind, woher wir kommen. Wie andere uns sehen. Seit ich denken kann, ziehen wir weiter, wenn wir nicht bleiben dürfen. Für mich war das normal. Kein Grund, darüber zu klagen. Jetzt aber will ich wenigstens noch wissen, worin sich die Gruppen unseres Volkes unterscheiden.

„Roma sind die kleinste Gruppe in Europa,“ sagte er. „Ziehen wie immer schon von Ort zu Ort. In der Hoffnung, irgendwo das ideale Zuhause zu finden. Das ihnen Sicherheit verspricht. Raum und die Freiheit lässt, zu sein, die sie sind. Als Menschen nicht nur geduldet, sondern als Mitbürger akzeptiert. Die Mehrheit der Sinti aber war mit der Zeit das ständige Umherziehen leid. Ließen sich in verschiedenen Ländern Europas nieder. Vorwiegend im Balkan. Auch nur außerhalb der Stadtzentren. Auf Brachland in selbst zusammen gezimmerten Unterkünften. Aus dem, was sie in der Umgebung fanden. Bäume mit starken Ästen, die sie zu Balken sägten fürs Fachwerk. Lehm zum Füllen der Zwischenräume. Stroh für ʼs Dach von liegen geblieben Getreidegarben oder Wellblech vom Schrottplatz. Häuser kann man sie nicht nennen. In Italien heißen solche Siedlungen «Campi nomadi». Nomaden sind sie nach wie vor. Also Zigeuner, die irgendwann wieder weiterziehen.

Seltsame Vorstellung von Nächstenliebe, fällt mir ein. Die Welt ist doch groß genug. Habe ich in meinen fast achtzehn Jahren erfahren. In Kroatien und Italien gelebt und jetzt in Österreich angekommen. Im Umkreis von Städten wild wuchernde Wiesen, Brachland gesehen. Platz genug für mehr als das Volk der Roma, dem ich angehöre. Ich liebe dieses Volk, seit ich denken kann. Liebe wie die meisten Roma diese Art zu leben. Von der Gesellschaft zwar abgelehnt. Aber selbstbewusst und optimistisch.

Stets unterwegs zu neuen Zielen. Alles Neue, jedes Erlebnis vergrößert unser Wissen. Erkennen Chancen, uns anzupassen und trotzdem Roma zu bleiben. Wir pflegen die Gemeinschaft, lieben Sprache und Kultur. Feiern unsere Tradition auf fröhlichen Festen. Wallfahren, wenn irgend möglich, einmal im Jahr zu unserer Heiligen Sara nach «Saintes-Maries-de-la-Mer» in Südfrankreich. Ein Ort, der uns als Gemeinschaft stärkt. Die Vision wach hält, es kommt der Tag, an dem wir Teil einer weltumspannenden Gemeinschaft sind. Ein Volk unter vielen und anerkannt.

Bis dahin sprechen wir darüber, die Sehnsucht wach zu halten. Spielen und singen unsere alten Lieder. Variieren sie auf neue Art, um beweglich zu bleiben. Angeregt von dem, was wir sehen und erleben. In Ländern, die uns bleiben lassen eine Zeit.

Tanzen bei jeder Gelegenheit, die sich bietet. Von Gitarre und Kastagnetten befeuert. Auch auf Veranstaltungen, zu denen uns Einheimische einladen. Sie lieben den Kontrast, das Exotische. Die aufs Minimum reduzierten Bewegungen des Mannes. Der sich biegende Körper der tanzenden Frau. Kastagnette in einer Hand, in der anderen den äußersten Zipfel ihres weit schwingenden Rockes.

Selbst geschneidert aus Resten von Stoffen. Mit farbigen Garnen und Pailletten bestickt. Immer wieder neue Muster erfunden. Um Einheimische daran zu gewöhnen, dass wir etwas mit ihnen gemeinsam haben: Wir lieben die Abwechslung wie sie. Sie folgen einer stets wechselnden Mode. Wir wechseln den Zierrat ebenso oft, nicht aber den Schnitt, weil wir die Tradition lieben.

Reiten in freien Stunden auf unseren Pferden im Galopp. Um sie nach Stunden im Geschirr Freiheit spüren zu lassen. Füttern sie mit frisch gemähtem Gras. Ein süßer Apfel zwischendurch. Damit sie gestärkt sind und gut gelaunt die schweren Wagen ziehen ohne zu mucken. Mit Mensch und Gepäck. Ohne unsere Vierbeiner wären wir verloren.

Da fällt mir ein, in einem Buch über die Pferdezucht las ich, was mich sehr beeindruckte. Diese Vierbeiner kamen vor ca. 8000 Jahren nach Europa. Mit Reiterheeren aus den Steppen Ostasiens. Bis dahin kannte man nur Hunde mit vier Beinen, das Haus zu bewachen. Kühe und Ziegen, gemolken und geschlachtet zu werden. Von Schafen und Kaninchen das Fleisch zum Braten und Grillen. Ihr Fell als Ganzes für Wintermäntel. Oder die Wolle zu Garn versponnen, um Stoffe zu weben. Keines von diesen Tieren kam dem Menschen so nahe wie später das Pferd. Vom Hund mal abgesehen.

Es ist schon große Kunst, wilde Pferde zu zähmen, weil sie Fluchttiere sind. Davon stieben, sobald sich ein Fremder nähert. Ein Wolf z. B., der es fressen will. Auf seinen Rücken springen und ihm mit seinen scharfen Zähnen das Fleisch von den Knochen reißen.

Alles Fremde ist für Pferde zunächst ein Feind. Männer, die Pferde zähmen, gewöhnen sie langsam an das, was ihnen Angst macht. Werfen ein Tuch, das sie nicht kennen, über ihren Rücken. Wiederholen es so oft, bis sie sich daran gewöhnt haben. Nicht mehr wegrennen, sondern stehen bleiben. Den Mann ansehen mit ihren großen Augen. Als sähen sie mehr als wir. Freundschaften, echte Beziehungen entstanden. Und bleiben, solange sie leben.

Wie meine zwischen mir und dem Wallach, der unseren Wagen zieht. Jakob habe ich ihn getauft. Streichle seine Nüstern, seine Kruppe, das Hinterteil. Kämme seine Mähne, den Schweif. Bürste das Fell. Lasse ihn Zucker von meiner Hand schlecken. Jakob bedankt sich und wiehert. Galoppiert davon, sobald ich auf seinem Rücken sitze. Mein Leichtgewicht erlaubt ihm große Sprünge. Kein Geschirr an Hals und Brust, wenn er den schweren Wagen ziehen muss. Habe mich rasch ans Reiten gewöhnt, auch ohne Zügel in den Händen. Jakob läuft, wohin es ihn treibt. Und ich finde es richtig toll so. Kann von oben herab die Gegend erkunden. Stundenlang das Gefühl haben, zwischen Wolken und Erde zu schweben. Zu träumen von einem Himmel voller Geigen.

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