Michael Blaschke - Abgefahren - Leben an der Abbruchkante

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Abgefahren - Leben an der Abbruchkante: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein junger Mann wird nach zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen. Er lebt auf der Straße und im Obdachlosenheim. Dort lernt er das Leben kennen. Durch sein aufbrausendes und jähzorniges Wesen gerät er immer wieder in Schwierigkeiten. Kurze Frauenbekanntschaften scheitern. Nach Raub und Banküberfall gerät Karl ins Visier der Polizei. Er flüchtet nach Spanien und kommt dort in Kontakt mit faschistischen Kreisen. Äußerst brutal erlebt er eine Odyssee. Abgebrannt und mittellos flieht er zurück nach Deutschland…

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Karl war so in Gedanken, dass er die junge Frau, die direkt auf ihn zukam, erst bemerkte, als sie vor ihm stand. Karl war überrascht. Er kannte sie aus dem Büro der Streetworker.

„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“

„Ja klar dürfen Sie.“ und machte ihr Platz.

„Ich habe hier einen Freund im Krankenhaus besucht.“

Hübsch sah sie aus, in ihrem Sommerkleid. Sie sagte: „Ich gehe bei schönem Wetter nach der Arbeit oft durch den Park nach Hause. Zu jeder Jahreszeit zeigt sich der Park in einem anderen Kleid und das ganz uneigennützig.“

Sie lachte, ihr Lachen war Ausdruck ihrer Lebensfreude.

„Na, Herr Hent, wie geht es Ihnen?“

„Meine Situation ist nicht die Beste, aber ich bemühe mich, das zu ändern. Das Wohnen ist das Problem. Ich muss da raus, diese Unterbringung kann kein positiver Anfang sein.“

„Das glaube ich, aber ich weiß auch, wie schwer es ist, eine Wohnung oder ein Zimmer zu finden. Ich habe auch sehr lange gesucht, dazu noch die zweifache Mietvorauszahlung. Mein Chef war mir behilflich.“

„Der Typ mit der Nickelbrille von den Streetworkern?“

„Er ist wohl nicht Ihre Kragenweite, oder liege ich da falsch? Wissen Sie, er hat, was seine Arbeit angeht, einige Federn lassen müssen, wie viele in seinem Beruf.“

Karl war etwas verlegen und steckte sich eine Zigarette an.

„Wenn man aus dem Knast kommt, denkt man in anderen Kategorien, dazu gehört auch eine gute Portion Misstrauen.“

Er sah auf die Uhr und sagte: „Ich muss los, sonst bleibt mir nur die Parkbank für die Nacht.“

„Ich gehe ein Stück mit Ihnen, es gehört zu meinem Heimweg.“

Der Park hatte sich geleert, die Menschen gingen nach Hause. Als sie sich trennten, sagte Karl: „Wollen wir uns wieder hier im Park treffen, um die gleiche Zeit?“

„Bevor ich ja sage, ich heiße Lena Don, Ihren Namen kenne ich ja, meinen Beruf kennen Sie. Eigentlich bin ich Krankenschwester, aber ich wollte den dauernden Wechseldienst nicht mehr machen und habe mich bei der Stadt um eine Stelle im Sozialdienst bemüht.“

„Nennen Sie mich doch einfach Karl.“

„Okay, dann bis morgen.“

Als sie ging, drehte er sich noch mal um und konnte gerade noch einen bunten Fleck erkennen.

Im Männerheim wollte man Karl nicht herein lassen. Er wäre zu spät. Die Sozialarbeiterin, die zufällig das Heim verließ, fragte den Pförtner, ob es ein Problem gäbe.

„Wir dürfen Niemanden nach der Einlasszeit aufnehmen.“

Karl erwiderte, dass er sich telefonisch gemeldet habe, da er einen kranken Heimbewohner im Krankenhaus besucht habe und es später werden könnte.

„Lassen Sie den Mann herein, Sie hören doch, er hatte sich gemeldet.“

Mit einem Lächeln ging sie an Karl vorbei und stieg in ihr Auto.

„Zukünftig gibt es keine Sonderbehandlung“, knurrte der Pförtner und ließ ihn herein. Im Flur gab es eine Prügelei wegen der Plätze im Aufenthaltsraum. Zwei bullige Ordner sorgten für Ruhe. Die beiden Streithähne mussten samt Plastiktüten das Heim verlassen. Als Karl sein Zimmer betrat, schlug ihm ein fürchterlicher Gestank entgegen. Das obere Bett war neu belegt, der Mann war total besoffen. Er hatte ins Bett uriniert und lag zusätzlich in seinem Erbrochenen, das auf den Boden tropfte. Karl meldete den Sachverhalt an der Pforte. Der Typ machte kein aufhebens und gab Karl ein anderes Zimmer.

„Das ist ein Dreibettzimmer, aber die Männer sind okay. Wer nicht pünktlich ist bekommt das, was noch übrig ist.“

Er sagte das mit Schadenfreude.

„Was ist mit dem Volltrunkenen auf dem Zimmer?“

„Der macht morgen früh die Bude sauber, ansonsten übernimmt das die Putzkolonne. Was ist mit deinem Zimmergenossen, den du im Krankenhaus besucht hast?“

„Du meinst Otto Krämer, so heißt der Genosse.“

„Ja, ja, ist schon gut.“

„Der will wahrscheinlich in sein Bett, das der Neue bepinkelt hat.“

Karl sagte das voller Häme.

„Er bekommt eine neue Matratze, dafür sorge ich.“

Das Dreibettzimmer lag im zweiten Stock. Karl betrat den Raum und suchte im Halbdunkel nach dem freien Bett. Es roch nach kaltem Rauch und Schweißfüßen. Seltsam, dachte er, es sind ja noch zwei Betten frei. Als er genauer hinsah bemerkte er, dass in einem Bett zwei Männer lagen. Sie hatten sich umarmt und schnarchten um die Wette. Auch das noch, dachte Karl und packte seine Sachen mit dem Stoffbeutel unter sein Kopfkissen. Für ihn war das die letzte Nacht in diesem Elend. Selbst im Knast hatte er eine Zelle für sich, ohne Dreck und Unrat und ohne Schwulen.

Morgen wollte er zu Lena ins Büro der Streetworker und sich einen Schlafsack geben lassen. Bei der Witterung schlief er lieber im Freien. Sein größtes Problem war eine vernünftige Bleibe. Die Schwulen schnarchten was das Zeug hielt. Wusste man was für Exoten unter diesem Dach schliefen? Karl hatte nichts gegen Schwule, er konnte sich nicht vorstellen wie diese Menschen ihre Sexualität und ihre Psyche in den Griff bekamen. Für ihn waren es arme Schweine. Es stank, Karl wollte ein Fenster öffnen was aber nicht ging. Vermutlich wollte man vermeiden, dass Möbel aus dem Fenster geworfen wurden. Auch an mögliche Selbstmörder hatte man wohl gedacht. Im ganzen Haus, ausgenommen Büro und Essensausgabe, stank es zum Himmel.

Als Karl wach wurde, hatten die schwulen Männer das Zimmer schon verlassen. Die Toiletten waren eklig und für Karl war es empörend, dass man gegen diese Schweinerei nichts unternahm. Jetzt holte er sich erst einen Schlafsack und hoffte Lena Don anzutreffen. Zu seiner Enttäuschung war sie nicht da. Er fragte einen Praktikanten nach ihr. Sie habe sich krank gemeldet, war die Antwort. Er bekam den Schlafsack und machte sich auf den Weg, um Otto Krämer zu besuchen.

Bei dem herrlichen Sommerwetter war der Park wieder gut besucht. Otto lag noch im Einzelzimmer. Es ging ihm schon recht gut. Er strahlte über sein rundes Gesicht, als er Karl sah. Der Kopfverband und das Gitter am Bett waren entfernt.

„Bruder, welch Glanz in meiner bescheidenen Hütte.“

Otto saß im Bett und gab Karl die Hand.

„Also, wenn ich dich so sehe, glaube ich nicht, dass du krank warst.“

„Ja, manchmal staune ich schon, wie der Organismus sich selbst regeneriert. Ich habe einige Infusionen bekommen und dem Doktor versprochen weniger zu trinken.“

Karl glaubte nicht daran, aber das wollte er ihm nicht sagen, warum auch.

„Es wäre schön, wenn du es schaffen würdest.“

Er sah sich um.

„Was für ein unfreundlicher Raum, gab es denn nichts Anderes?“

„Ich soll morgen entlassen werden und bin heilfroh. Die regelmäßigen Mahlzeiten vermisse ich jetzt schon.“

Er sagte das mit Bedauern und schaute betrübt in die Runde.

„Ach Otto, es gibt doch bessere Wohneinrichtungen von Wohlfahrtsverbänden, die mit der Stadt nichts zu tun haben.“

„Ja, du sagst mir nichts Neues. Ich habe es versucht, doch der Alkohol stand mir immer im Weg. Die strenge Hausordnung und die beschissene Bevormundung wäre der Preis für geregelte Mahlzeiten. Mein Geld vom Sozi müsste ich auch abgeben und für ein bescheidenes Taschengeld eintauschen. Eine kleine Rücklage würde man mir lassen, der Rest in die große Wundertüte. Nein, lass man. Wer Geld hat muss zahlen, wer nichts hat lebt von der Gemeinschaft.“

Oft waren es Landstreicher, die ein oder zwei Tage bleiben durften, auf Kosten der Allgemeinheit.

Karl mochte diesen kleinen Mann, der ihn immer Bruder nannte und der in seiner Hilfslosigkeit und Vereinsamung mit Sarkasmus und Spott seine Wunden verbarg. Zurück ins Heim wollte Karl nicht mehr. Wenn Otto entlassen sei, wollten sie sich im Park treffen.

„Wir sehen uns morgen!“ und Karl ging.

Draußen auf den Stufen blieb er stehen, nutzte seine Hand als Sonnenblende, um nach Lena zu schauen. Er freute sich auf ein Wiedersehen und war ganz aufgeregt. Er wunderte sich über den Zustand. Da war sie! Sie saß wieder unter dem großen Baum auf der weißen Bank. Ihr Haar flatterte im Wind, in Gedanken versunken schaute sie den Kindern zu. Sie sah Karl kommen und wollte aufstehen, doch er setzte sich umgehend zu ihr.

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