Michael Blaschke - Abgefahren - Leben an der Abbruchkante

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Abgefahren - Leben an der Abbruchkante: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein junger Mann wird nach zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen. Er lebt auf der Straße und im Obdachlosenheim. Dort lernt er das Leben kennen. Durch sein aufbrausendes und jähzorniges Wesen gerät er immer wieder in Schwierigkeiten. Kurze Frauenbekanntschaften scheitern. Nach Raub und Banküberfall gerät Karl ins Visier der Polizei. Er flüchtet nach Spanien und kommt dort in Kontakt mit faschistischen Kreisen. Äußerst brutal erlebt er eine Odyssee. Abgebrannt und mittellos flieht er zurück nach Deutschland…

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„Haben Sie denn nichts, was Sie ausweisen könnte, Führerschein, Kreditkarte?“

„Ich kann Ihnen nur meinen Entlassungsschein geben.“

Das Gesicht des Beamten verfinsterte sich. Er nahm das Papier und verschwand damit im Nebenraum. Es dauerte eine Weile bis er wiederkam und Karl den Schein zurückgab.

„Sie müssen da, wo Sie zuletzt gemeldet waren, einen neuen Personalausweis beantragen. Was ihren Freund betrifft, werden wir das örtliche Krankenhaus und umliegende Kliniken anrufen. Sie wohnen beide im Männerheim hier in der Nähe?“

Karl bejahte das.

„Setzen Sie sich auf die Bank und warten Sie.“

Karl beobachtete das Treiben. Die laute, ja schreiend geführte, Auseinandersetzung war beendet. Es war nun ruhig, denn der Grund, ein betrunkener älterer Mann, war kurzerhand in eine Ausnüchterungszelle gesperrt worden. Es war ein Familienstreit. Zwei schwarze Zeitgenossen in Handschellen wurden an Karl vorbei in die hinteren Räume geführt. Sie protestierten in englischer Sprache, was ihre Situation nicht veränderte. Es war ein Kommen und Gehen. Karl langweilte sich nicht. Nach einer guten Stunde kam der Polizist und teilte ihm mit, dass ein Otto Krämer gestern in das örtliche Krankenhaus eingeliefert worden sei. Er müsste stationär behandelt werden. Über den Grund könne und dürfe er keine Auskunft geben.

Karl fuhr mit der Straßenbahn zum Krankenhaus. Durch den abendlichen Berufsverkehr war es schwierig, voran zukommen. Am Krankenhaus suchte er eine Telefonzelle, um in der Herberge Bescheid zu geben, dass er später käme. Er suchte die Station, auf der Otto lag. Im Schwesternzimmer saßen ein Arzt und zwei Schwestern. Die Tür war offen und Karl trat ein.

„Ich bin ein Freund von Otto Krämer und möchte Ihn besuchen.“

Der Arzt, ein großer Mensch, wirkte in seinem weißen Kittel schlaksig und unfertig.

„Ich weiß nicht, ob ich Ihnen Auskunft geben darf“, meinte er und schaute etwas verunsichert.

„Herr Krämer hat keinen Menschen, der sich um Ihn kümmert, seine Familie hat sich von ihm losgesagt. Ich kenne ihn auch erst seit einiger Zeit. Ich glaube, er wird sich über meinen Besuch freuen.“

„Nun gut, dann werde ich Sie kurz informieren. Herr Krämer hat eine chronische Leberentzündung, die mit einer Schrumpfung des Organs einhergeht. Er muss einige Zeit hier bleiben, zur Entgiftung, kann dann aber wieder entlassen werden. Wir wissen, dass Herr Krämer weiter Alkohol trinkt und über kurz oder lang an dieser Krankheit stirbt. Er kennt seinen Zustand und weiß, wie es um Ihn steht.“

Otto lag im Einzelzimmer. Eine Seite des Bettes stand an der Wand, die andere Seite war mit einem Gitter gesichert. Als Karl ins Zimmer kam, saß Otto im Bett und schaute erwartungsvoll auf seinen Besuch. Er hatte einen Kopfverband und ein weißes OP Hemdchen an. Das ganze wirkte einfach komisch. Karl konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Bruder, was für eine Überraschung.“

Otto nahm nicht Karls Hand, sondern den ganzen Arm, um ihn zu begrüßen. Er konnte seine Freude nicht verbergen.

„Es gab Zeiten, da wollte ich keinen Besuch, aber jetzt freue ich mich.“

Karl holte sich einen Stuhl und setzte sich ans Bett.

„Mensch Otto, was machst du für einen Scheiß, einfach zu verschwinden?“

„Es ist nicht das erste Mal, dass ich im Krankenhaus liege, es ist der Alkohol und er wird mich umbringen. Komm mir nicht mit Ratschlägen, die habe ich zur Genüge gehört.“

Otto hatte sich zurückgelegt und starrte zur Decke.

„Ich bin nicht gekommen, um dir Ratschläge zu erteilen. Ich wollte sehen wo der Typ geblieben ist, der im Bett über mir so furchtbar schnarcht. Was hältst du davon, aus diesem Männerheim raus zu kommen?“

Otto sagte lange nichts, dann meinte er: „Wie oft habe ich versucht, aus dem Dreckloch heraus zu kommen. Meine Versuche sind alle gescheitert und das war eindeutig meine Schuld. Karl, glaube mir, ich bin am Ende, ich habe keine Zukunft mehr.“

Er glaubte ihm und es tat ihm furchtbar leid, zumal das Häufchen Mensch, dass da im Bett lag, die Wahrheit sprach.

„Was ist denn mit deinem Kopf passiert, Otto?“

„Auf dem Weg ins Heim bin ich derart auf die Schnauze gefallen, dass ich mein Bewusstsein verloren habe. Als ich wieder zu mir kam, habe ich erst mal randaliert. Meine Blutwerte waren derart im Keller, dass ich hier bleiben musste. Erzähl, du warst bei deiner Mutter?“

„Ja, ich war da und es war recht nett.“

Otto schaute Karl prüfend an und sagte: „Überzeugend kommt die Nettigkeit bei mir nicht an.“

„Nun ja, was soll ich sagen. Ich bin ein erwachsener Mann und meine Mutter eine alte Frau. In der Vergangenheit zu kramen endet meist in Sentimentalität.“

Otto sagte: „Ich habe auch lange an die Vergangenheit gedacht. Habe mir meine Frau, meine Kinder, zurück gewünscht, doch es blieb bei frommen Wünschen. Meine Eltern lebten nicht mehr und bei den Schwiegereltern konnte ich natürlich kein Verständnis erwarten.“

„Was hat dich denn zur Unperson gemacht?“

„Seit zwanzig Jahren war ich im Bankgeschäft tätig, kannte das tägliche Einerlei in und auswendig. Dieses dezente Getue von Höflichkeit und vornehmer Betriebsamkeit. Der Druck, gewinnbringende Produkte zu verkaufen, wurde immer stärker. Es war eine kleine Bank und die Kunden kleine Leute, hin und wieder ein örtlicher Geschäftsmann. Für meine Familie war die Welt in Ordnung. Ich hatte mir angewöhnt eine Pulle Cognac im Schreibtisch zu deponieren und mir ab und an ein Schlückchen zu gönnen. Wie das so geht, der Abstand zwischen den Schlückchen wurde immer kürzer und die Flasche musste immer öfter durch eine neue ersetzt werden. Es dauerte lange, bis man dahinter kam, ich sollte ja stellvertretender Direktor werden, was unter diesen Umständen unmöglich war. Meine Frau fiel aus allen Wolken. Sie konnte nicht verstehen, dass ich alles aufs Spiel setzte. Sie hatte kein Verständnis dafür, was mich über Jahre quälte. Als dann der Alkohol dazu kam, war für sie das Fass voll. Ich habe zwei Töchter, die in einem Alter waren, wo man Verständnis oder Mitgefühl erwarten konnte. Na ja, außer Spesen nichts gewesen. Um es kurz zu machen, meine Frau ließ sich scheiden und ich wurde schuldig geschieden. Ich verlor meine Arbeit und dann ging es nur noch abwärts. Danach bin ich durch den Scheuersack gegangen und der hat mir den Rest gegeben, den Rest, der vor dir liegt.“

Otto hatte sich in Rage geredet, erschöpft legte er sich zurück. Dann sagte er, etwas ruhiger geworden: „Natürlich war das ein langer Prozess. Ich hätte eine Alternative haben müssen. Dann, Schritt für Schritt, einen anderen, besseren Weg für mich finden. Aber der Suff hatte mich fest im Griff. Wenn du nicht mehr kannst, sucht er sich ein neues Opfer. Wer aus dieser verfluchten Tretmühle raus will, wird bestraft, es sei denn, er ist finanziell unabhängig.“

Eine Schwester kam. Sie brachte das Abendbrot für Otto. Für Karl war die Besuchszeit zu Ende. Er versprach, wieder zu kommen. Draußen spürte er die Wärme eines schönen Sommerabends. Es gab einen Park mit bunten Blumen und weißen Bänken, die unter großen, ausladenden Bäumen standen. Karl setzte sich und beobachtete das bunte Treiben. Der Park war für die Tageszeit gut besucht. Viele Kinder, Familien und Patienten, die von ihren Angehörigen begleitet wurden, nutzten den Park.

Er dachte an Otto, der mit dem Teufel Alkohol kämpfte und wohl verlieren würde. Zum Glück spielte Alkohol bei ihm und auch in seiner Familie keine Rolle. Sinnloses Saufen kannte er nicht, er hatte auch nie irgendwelche Ausfälle. Am meisten beschäftigen ihn die Gründe für Ottos Absturz. Es war schon mutig, alles hinzuschmeißen und bereit sein, die Folgen zu tragen. Es gab Aussteiger, die einen besseren Weg gefunden haben. Fremdbestimmung und Ausbeutung konnte man bisher nicht verhindern. Wer vermochte das zu ändern?

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