Michael Blaschke - Abgefahren - Leben an der Abbruchkante

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Ein junger Mann wird nach zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen. Er lebt auf der Straße und im Obdachlosenheim. Dort lernt er das Leben kennen. Durch sein aufbrausendes und jähzorniges Wesen gerät er immer wieder in Schwierigkeiten. Kurze Frauenbekanntschaften scheitern. Nach Raub und Banküberfall gerät Karl ins Visier der Polizei. Er flüchtet nach Spanien und kommt dort in Kontakt mit faschistischen Kreisen. Äußerst brutal erlebt er eine Odyssee. Abgebrannt und mittellos flieht er zurück nach Deutschland…

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Karl ging zum Essen. Als er zurück kam saß Otto am Tisch, mit einem Flachmann, den er eingeschmuggelt hatte. Er sah kurz auf und meinte: „Na Bruder, was hast du erreicht?“

Er sagte das mit ironischem Unterton, als sei alles vergebliche Liebesmüh.

„Ich habe immerhin 150 DM abgestaubt.“

„Ja, ja, lange wird das nicht reichen.“

„Ich weiß“, sagte Karl und steckte sich eine Zigarette an.

„Morgen fahre ich zu meiner Mutter und zu meiner alten Firma. Und wie hast du den Tag verbracht?“

„Um neun Uhr raus, ich habe im Park ein ruhiges Plätzchen gefunden und wenn es regnet gehe ich in den Bahnhof. Von was lebst du? Ich bekomme ja Sozialhilfe, das ist nicht viel aber ich komme damit aus.“

Karl wusste von seinem Zimmergenossen so gut wie nichts. Der war auch nicht sehr gesprächig. Warum sollte er auch, dachte Karl und wollte auf keinen Fall aufdringlich nachfragen. Irgendwann würde er selbst davon reden. Er war klein von Statur, mit schütterem Haar und breitem Gesicht. Besser gesagt, aufgequollenem Gesicht. Der Alkohol hatte ihm schon beträchtlich zugesetzt. Er sah das Leben von seiner ironisch humorigen Seite. Wollte Otto überhaupt aus dieser Scheiße heraus kommen? Armut stinkt, sieht auch nicht gut aus. Karl wollte so nicht leben. Vielleicht konnte er Otto aus seiner Lethargie holen.

Am nächsten Morgen fuhr Karl mit dem Zug zu seinem alten Arbeitgeber und dabei wollte er seine Mutter besuchen. Das Verhältnis war nicht das Beste, aber er hoffte, nach all den Jahren, einen Weg zu ihr zu finden. Der Tag war schön, die Bahn schaukelte durch die Landschaft und hielt buchstäblich an jedem Baum.

Der Personalchef der Großhandelsfirma war ziemlich kurz ab.

„Herr Hent, Sie können nicht auf Ihre Papiere warten. Sie werden von uns ausgefüllt und gehen den postalischen Weg. Sie können sich darauf verlassen, wir sind dazu verpflichtet Ihre Angelegenheit zügig zu bearbeiten.“

Karl musste sich damit zufrieden geben. Der Besuch bei seiner Mutter lag ihm im Magen. Vor der Tür, in einem großen Wohnblock, hatte er Angst zu klingeln. Wie würde sie auf ihn reagieren? Nachdem er geklingelt hatte dauerte es eine Weile, er hörte schlurfende Schritte und die Tür wurde langsam geöffnet. Es war eine ältere Frau mit schmalem Gesicht und ergrautem Haar. Als sie Karl erkannte, sagte sie nichts und ließ ihn in die Wohnung. Sie saßen im Wohnzimmer und seine Mutter sah ihn lange an und sagte: „Du bist schmal geworden, nahezu dünn.“

„Ja, ja Mama, mir fehlt dein zu Hause.“

Sie faltete ihre Hände, als wollte sie beten und sagte dann: „Du bist ein Mann von fast dreißig Jahren, du könntest längst dein eigenes Zuhause haben. Im Augenblick muss ich sehen, wie ich für mich allein zu recht komme, was nicht einfach ist.“

Die Mutter dachte an die Zeit, als die Familie noch komplett war. Ihr Mann, ein höherer Beamter, war vor zwanzig Jahren bei einem Verkehrsunfall verstorben. Karl ging noch zur Realschule, die er mit guten Noten verließ. Auch die Lehre zum Kaufmann hatte er gut beendet und entsprechende Arbeit gefunden. Dann merkte sie, dass Karl seine politischen Ansichten radikalisierte. Schon früh interessierte er sich für die allgemeinen Geschehnisse. Dann fand sie in seinem Zimmer linksorientierte Literatur, auch billige Agitationspropaganda. Anfangs konnte sie sich das nicht erklären und fand es nicht so tragisch. Als er das erste Mal ein Mädchen mit nach Hause brachte, wurde ihr klar, dass diese junge Frau, die einige Jahre älter war, ihn entsprechend beeinflusste. Das war kein Umgang für Karl und sie fragte sich, was der tatsächliche Grund für diese Beziehung war. Es war und blieb der einzige Besuch, denn beide Frauen mochten sich nicht.

Zwei Beamte vom Verfassungsschutz tauchten bei ihr auf, um einige Fragen zu stellen und teilten ihr mit, dass ihr Sohn einer kommunistisch, stalinistischen Gruppe angehörte. Die hatten die gewaltsame Demonstration organisiert, mit dem Ziel, der Polizei einen Denkzettel zu verpassen. Karl hatte sich besonders aktiv gezeigt und einen jungen Beamten krankenhausreif geschlagen. Die Schlapphüte vom Verfassungsschutz meinten, die Gruppe sei zwar klein, doch straff geführt und äußerst brutal. Die Mutter konnte sich diese Entwicklung nicht erklären und suchte nach Gründen in der Erziehung und Kindheit. Karl war nicht bereit seine Einstellung zum Staat und seiner Gesellschaft zu ändern.

„Ich habe keine Chance mit dieser Vorstrafe in meinem Beruf je wieder Fuß zu fassen. Ist das gerecht? Meine Strafe habe ich abgesessen, auf vorzeitige Entlassung verzichtet, nun soll ich auch noch kleine Brötchen backen? Nein Mama, das kannst du nicht erwarten, dass ich dem politischen Klüngel in den Hintern krieche.“

Wenn er sich so ereiferte, sah sie seinen Vater vor sich. Auch er war selten von seinen Vorstellungen abzubringen.

„Nun lassen wir das Thema und freuen uns auf dieses Zusammensein“, sagte seine Mutter. „Ich bin eine alte Frau, will keinen Ärger und will auch keinen Besuch von der Polizei.“

Sie ging in die Küche und kam mit einem Tablett mit Kaffee, Tassen und Gebäck zurück.

„Wo bist du untergekommen?“

Sie stellte die Sachen auf den Tisch.

„Ich habe ein nettes Zimmer in einem christlichen Wohnheim“, log er.

Der abschätzende Blick seiner Mutter sagte ihm, dass sie nicht so recht an das nette Zimmer glaubte.

„Was willst du nun beruflich machen?“, fragte sie weiter und er sprach von Außendienstarbeit für eine Versicherung.

Warum belog er seine Mutter, das hatte sie nicht verdient. Er wollte nicht mit Fragen behelligt werden. Wer gibt schon gerne zu, dass er bis zum Hals in der Scheiße sitzt. Es wurde dann doch noch ein gemütlicher Nachmittag. Kindheitserinnerungen wurden ausgetauscht, besondere Ereignisse aufgewärmt, es gab Dinge, an die man sich besser nicht erinnerte. Als er sich verabschiedete, hatte die Mutter Tränen in den Augen und der Groll vergangener Jahre schien vergessen.

Auf der Rückfahrt hatte Karl Zeit, über seine Zukunft nachzudenken. Das Wiedersehen mit seiner Mutter machte ihn nachdenklich. Seine Kindheit verlief ohne Blessuren und seine Mutter hatte getan, was Mütter allgemein tun, für den Sohn das Beste. Er hatte auch Fragen gestellt, auf die sie keine Antwort hatte. Widersprüche, die sich im Alltag bemerkbar machten, waren nicht zu übersehen.

Ein Klima von Misstrauen und Wut, dumme Sprüche von Erfolg und Anerkennung haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Leute, die die Fäden ziehen und den, der nach oben will, nicht dulden, weil er nicht zu ihnen gehört. Streikende Arbeiter mit roten Fahnen sind Vergangenheit. Spontane, doch wirkungsvolle, Demos waren angesagt.

Karl schaute gelangweilt aus dem Zug. Er brauchte keine Diskussionen, er brauchte eine Wohnung oder ein Zimmer, um aus dem Männerheim zu kommen. Da angekommen stand er wieder mal in der Schlange. Es kotzte ihn an, jeden Abend diese traurigen Gestalten zu sehen, leere Gesichter, vom Alkohol gezeichnet. Er hoffte Otto vorzufinden, doch der war nicht da. Auch in der Schlange hatte er ihn nicht gesehen. Vielleicht wusste die Pforte etwas, doch der Mann hinter der Scheibe schüttelte den Kopf. Er konnte sich nicht mal an den Namen erinnern. Wer war schon Otto Krämer, ein Nichts und wäre er in ein Loch gefallen, keiner hätte ihn vermisst. Am Morgen wollte Karl nach ihm suchen. Er ging zur Polizei, für ihn war das die Höhle des Löwen. Etliche Leute standen an einem langen Tresen, die heftig und laut mit den Beamten debattierten. Karl wartete, bis er dran kam. Ein älterer Polizist fragte ihn, ob er helfen könne.

„Ich vermisse einen guten Freund, vielleicht können Sie mir helfen?“

„Nun ja, ich brauche Namen, Anschrift und Familienstand.“

Er griff unter den Tresen, reichte Karl ein Formular zum Ausfüllen. Karl konnte die Fragen nur unzureichend beantworten. Der Polizist verlangte seinen Ausweis, den er nicht hatte.

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