Christian Friedrich Schultze - Weißer Stein

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Der renommierte Richter am Bundesgerichtshof, Dr. Ralf Eschenbach, schätzt in einem von ihm zur deutschen Strafjustiz verfassten Essay, dass rund 25 Prozent strafrechtlicher Urteile Unschuldige treffen. Niemand weiß, ob diese Aussage stimmt!
Der ehemalige Rechtsanwalt Christian F. Schultze schildert in seinem Kriminalreport «Weißer Stein» einen Fall, in welchem er nicht das Urteil, sondern die Arbeit der Ermittlungsorgane und das Verhalten der Medien als skandalös beurteilt. Noch nie hatte es in seiner Heimat, der Oberlausitz, einen derartigen Mordprozess ohne Leiche gegeben!
Wer wissen will, wie es kurz nach der so genannten Wende mit Kriminalität, Korruption und Karrieren in Sachsen aufwärts ging, der lese dieses Buch!

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Wie tausende junger Ostsachsen, die in der Heimat keine, oder keine vernünftig bezahlte, Arbeit finden konnten, reihte Peter sich mit seinem PKW „Trabant“ jeden zweiten Sonntagnachmittag in die endlos scheinende Karawane der Arbeitspendler ein, um wie sie, über die bald renovierte Autobahn zur fernen Arbeitsstelle in die „alten“ Bundesländer zu kutschieren und um freitagabends mit derselben rollenden Heerschar für das Wochenende wieder heim zu seiner Familie zu fahren. Eine Weile nahm er dann den Weg über die noch kurze Zeit bestehende Tschechoslowakei, die Grenzübergänge Seifhennersdorf und Česka Kubice benutzend. Dann, als er eine noch besser bezahlte Arbeit als Monteur gefunden hatte, arbeitete er für eine Firma in Spanien und der Heimkehrrhythmus änderte sich. Er kam nur noch unregelmäßig und oft völlig unangemeldet nach Hause; bald allerdings mit einem neuen „AUDI 80 Turbodiesel“.

Im April desselben Jahres zog in das nun allein von Sonnhild bewachte Haus der Hutungswiese ein Feriengast ein, welcher aus der schönen Welt- und Hansestadt Hamburg ebenfalls als Aufbauhelfer nach Ostsachsen gekommen war. Ich hatte den großen, hageren Mann in meiner Volontärszeit in Hamburg kennengelernt, als ich ein paar Wochen in einer Rechtsanwaltskanzlei am Mittelweg mitarbeitete, weil ich mich mit dem Gedanken trug, selber eine solche in Zittau oder Görlitz zu eröffnen.

Im Rahmen einer abendlichen Veranstaltung der Hamburger Sozialdemokraten hatte mich Rudi J. angesprochen, ob ich nicht kleine oder mittelständische Unternehmen in der Region kennen würde, die Hilfe in Buchhaltung, Computerwesen und Betriebswirtschaft gebrauchen könnten. Er hätte Zeit, kenne sich außerdem auf dem umfangreichen Gebiet der Fördergelder aus, die der westdeutsche Staat im Milliardenumfang für den „Aufschwung-Ost“ auf den Weg brachte und würde außerdem gerne die ihm bisher unbekannten Gebiete Ostdeutschlands, besonders den neuen Freistaat Sachsen, kennenlernen.

Rudolf J. war offensichtlich ein interessierter Mann, dem der übliche überlegene Siegesdünkel, den man bei vielen aus dem Westen Zugereisten beobachten konnte, vollkommen abging. Ich sagte entsprechende Vermittlungsversuche zu, zumal dies, wie er schnell und richtig erkannt hatte, gut in den Rahmen meiner eigenen neuen Tätigkeit hineinpasste. Und als es dann darum ging, wo er wohl in dieser Zeit in der Oberlausitz wohnen könnte, fielen mir natürlich sogleich die brachliegende Zimmervermietungs-Branche im Zittauer Gebirge und meine Nachbarn Peter und Sonnhild I. ein.

So kam es, dass Rudolf J. im Sommer 1991 einer der ersten Sommergäste nach der so genannten Wende im ansonsten ziemlich besucherleeren Kurort Jonsdorf wurde. Mit weitreichenden Folgen, wie sich wenig später herausstellte.

7. Gefühlswelten

Die Anklageschrift des Zittauer Staatsanwaltes Sebastian Matthieu vom 20. November 2000 führt zur Beurteilung des damaligen Ehelebens des Oberlausitzer Paares im Jahre 1992/92 folgendes aus:

...Am 21.04.1982 kauften die Eheleute I. das Grundstück Hutungswiese in Jonsdorf vom Vorbesitzer Herbert T., der seinerseits in die damalige BRD übersiedelte...

Mit dem ihm eigenen Geschick führte der Angeklagte umfangreiche Baumaßnahmen an dem genannten Grundstück durch, wobei seine Ehefrau jeweils tatkräftig zur Hand gehen mußte. Zeugen beschreiben, dass Sonnhild I. mitgearbeitet habe ´wie ein ´Vieh´, und dass sie durch ihren Ehemann während des Baugeschehens regelmäßig angeschrieen und traktiert worden sei [...] Das Verhältnis der Eheleute I. untereinander darf als ´unterkühlt´ charakterisiert werden. Für den Angeklagten war es offensichtlich wichtig, dass eine Frau im Hause ist, die den Haushalt bewältigt und für die Betreuung der Kinder da ist. Somit hatte der Angeklagte dann die Freiheiten, seinen Interessen, nämlich Bau- und Handwerkerarbeiten, nachzugehen. Auf familiäre Belange nahm er dabei wenig Rücksicht. Als der Angeklagte 1991 auf Montage nach Spanien ging, war seine Ehefrau nur spärlich darüber informiert, wo er sich aufhält. Auch war ihr weder bekannt, wie sie persönliche Kontakte zum Angeklagten in Spanien unterhalten konnte, noch wusste sie, zu welchen Zeiten der Angeklagte von Montage nach Hause zurückkehrt. Eine Verständigung der Eheleute zu diesen Zeiten war lediglich dadurch möglich, dass sich Sonnhild I. regelmäßig an den Wochenenden bei ihren Schwiegereltern, Elfriede und Joachim I., in Bertsdorf einfand, die wussten, wie Peter I. zu erreichen war. Die dann geführten Telefonate waren von wenig Herzlichkeit geprägt. Der Zeuge J. berichtet dazu, das Sonnhild ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht habe, dass die telefonischen Kontakte mit dem Ehemann nur eine Art ´Befehlsempfang´ seien.

Während der Zeit der Abwesenheit des Angeklagten mietete der Zeuge Rudolf J., der als Unternehmensberater den Aufbau verschiedener Firmen in Ostsachsen fördern wollte, eine Ferienwohnung im Hause I. an. In der weiteren Folge kam es zu vertrauensvollen Gesprächen, wobei Sonnhild I. über Probleme in der Ehe berichtete. Sonnhilds Unzufriedenheit und die Zuwendungen des Zeugen J. führten dazu, dass sich ein intensives Verhältnis einschließlich sexueller Kontakte zwischen den beiden entwickelte...“

Der damals noch junge Görlitzer Staatsanwalt war einer von den etwa 45 Prozent vormals im Staatsdienst der DDR tätigen Justizangestellten, die in den neuen sächsischen Justizapparat übernommen wurden. In seiner Anklageschrift hat er die Gefühlswelten im Hause I. in nüchternen, allerdings deutlich gegen den Angeklagten voreingenommenen Worten, geschildert. Ob diese Ehe tatsächlich so zerrüttet war, erschließt sich besser aus den Niederschriften der Ermittler aus dem Jahre 1992.

Bevor dies alles geschah, hatte ich Rudolf J. während meiner kurzen Zeit als Abgeordneter im 16. Deutschen Bundestag in Bonn für eine Weile in unsere Wohnung in Berlin, die nahe am ehemaligen Stasigefängnisses von Hohenschönhausen lag, einquartiert. J. war ein ruhiger, großer, drahtiger Typ und ehemaliger Boxer, mit dunklen, grauen Augen, hoher Stirn und schütterem Haar. Er stand in seinem fünfzigsten Lebensjahr, was arbeitslos, gab sich aber als typischer, weltgewandter, westdeutscher Großstädter. Während er arbeitete, rauchte er ununterbrochen starke Zigaretten und trank literweise Kaffee. Um ihn herum, besonders in seinem kleinen roten Peugeot, sah es stets liederlich bis chaotisch und verdreckt aus. Alsbald natürlich auch unsere Berliner Wohnung, was zu einigen Auseinandersetzungen zwischen uns führte. Wenn Rudolf irgendwo residierte, vereinnahmte er ohne jede Zurückhaltung seine Umgebung und errichtete um sich herum umgehend seine spezielle „Ordnung“. Schließlich zog er auf meine Vermittlung erst in das ehemalige Haus unserer Großmutter zu Lydia W. auf der „Hutchwiese“ und wegen baldiger Auseinandersetzungen mit dieser etwas schwierigen Vermieterin in das Haus I.

Wann er mir gestand, dass er sich unsterblich in Sonnhild verliebt habe, weiß ich nicht mehr genau. Es kann in der Vorweihnachtszeit im Jahre 1991 gewesen sein. Schließlich ist die dunkle Adventszeit bei den meisten Menschen eine gefühlsanfällige Periode. Mord- und Selbstmordstatistiken steigen in diesen Wochen in allen christlichen Ländern dieser Welt drastisch an. Beiden stand nicht nur das Weihnachtsfest bevor, sondern außerdem ihre Geburtstage. Und beide waren im Grunde einsame Menschen.

J. erzählte mir, dass Sonnhild in unglaublicher Weise seiner ersten, an Krebs verstorbenen, Frau ähnele und er große Gefühle zu dieser Oberlausitzerin hege. Er wolle die innig Geliebte aus ihrer Eheknechtschaft und provinziellen Abgeschiedenheit und Verkümmertheit unbedingt herausholen. Ein großes Problem seien allerdings die Kinder, die sich vehement gegen eine Trennung ihrer Eltern stellen würden.

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