Olaf Zeidler - Michaela. Erzählungen & Gedichte

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Wie gestaltet sich die Partnersuche, wenn man die Hälfte des Lebens hinter sich gebracht hat? Scheidung auf deutsch oder wie teuer ist der Satz: «Ich liebe dich nicht». Liebe, Sex und Segelflug … Geschichten aus dem Knast. Geld ist nicht alles, oder doch? Das und vieles andere mehr erwartet den Leser, wenn er dieses Buch aufschlägt.

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Nun fragt sich vielleicht jeder, warum mich so was bedrückt. Stimmt. Aber es gibt tatsächlich einen Zusammenhang: Als halbglücklich geschiedener Mann (der inzwischen eine neue Partnerin hat und jeden Monat fast fünfhundert Euro für den Sohn und die Ex aufbringen muss) wundert es mich schon, warum bei der Ehegattenunterhaltsberechnung das Kindergeld überhaupt nicht berücksichtigt wurde. Zumindest die Hälfte des Betrages hätte der Ex als Einkommen zugerechnet werden müssen. So viel zum Thema Gleichbehandlung.

Zum Schluss möchte ich noch einen Vorschlag machen: Man könnte doch jeden Hartz IV-Empfänger dazu verpflichten, sich in der Öffentlichkeit als Bedürftiger zu outen. Wie wäre es zum Beispiel damit: Diese Menschen tragen ab sofort einen rosafarbenen Stern auf der linken Brust? Einen Stern? Die Älteren von uns können sich bestimmt noch erinnern. So was gab es schon mal in Deutschland. Das hätte mehrere Vorteile. Man würde sofort die „Schmarotzer im Nadelstreifenanzug“ erkennen und jeder berufstätige Alleinstehende, der auf Partnersuche ist, wüsste gleich Bescheid.

Drei Tage nach der Veröffentlichung stellte mir ein Vertreter meines Dienstherren zwei Fragen, die ich so schnell wie möglich schriftlich beantworten sollte:

1. Wie kommen Sie dazu bzw. aus welchen Beweggründen stellen Sie die Situation im Strafvollzug so negativ dar.

Meine Antwort darauf lautete:

Allgemein ist bekannt, dass das Berufsbeamtentum in Deutschland derzeitig nicht das Ansehen genießt, dass es eigentlich haben sollte. Dazu trägt selbstverständlich bei, dass Presse und Rundfunk jede Gelegenheit nutzen, den Beamten als dumm und faul darzustellen. Möglicherweise liegt das auch daran, dass es im Lande immer noch wirtschaftlich bergab geht. So kommt bei denen, die schon lange arbeitslos sind oder ihr weniges Geld schwer verdienen müssen auch Neid auf: „Die liegen den ganzen Tag auf der faulen Haut und kriegen am Monatsanfang jede Menge Kohle für’s Nichtstun ...“

Doch nicht jeder Beamte verdient sein Geld tatsächlich im Schlaf. Deshalb machte ich in dem Artikel den Vorschlag, doch einfach mal eine Woche mit mir zu tauschen, Natürlich sind nicht alle Gefangenen äußerst aggressiv oder kommen völlig verdreckt im Gefängnis an und liegen dann im Delirium in ihren Zellen. Aber so was passiert. Ab und zu haben wir Gefangene, die randalieren oder so eingeliefert werden, wie es im Artikel beschrieben worden ist. Und wer mit mir tauscht, muss damit rechnen, dass er auch mit solchen Insassen zu tun haben könnte. Deshalb erfolgte die Aufzählung und es ist für mich nicht erkennbar, inwiefern der Vollzug als Behörde allein durch diese kurze Darstellung herabgewürdigt worden sein könnte. Außerdem geht es in dem Schreiben nicht um die Zustände im Gefängnis, sondern darum, wie Hartz IV-Empfänger behandelt werden.

Und:

2. Wie ist der von Ihnen gemachte Vorschlag zur Kennzeichnung von Hartz IV Empfängern zu verstehen?

Es gibt in Deutschland inzwischen wieder eine Bevölkerungsschicht, die mehr und mehr gesellschaftlich völlig ausgegrenzt wird. Hierbei handelt es sich um tatsächlich bedürftige Hartz IV Empfänger, die auf dem Arbeitsmarkt aufgrund ihres Alters einfach chancenlos sind. Die-

sen Menschen wird — und das ist in dem Brief beschrieben — das Einkommen gekürzt, wo es (entsprechend den geltenden Gesetzen) nur geht, während andere Leute Unterstützung erhalten, obwohl sie gar nicht bedürftig sind. Wie sonst kann man sich erklären, dass Hartz IV dem Staat viel mehr kostet, als vorher errechnet worden ist. Der Vorschlag, diese Leute zu kennzeichnen, ist natürlich nicht ernst gemeint. Mirgeht es darum, die Öffentlichkeit wachzurütteln. Deshalb habe ich den satirisch gemeinten Vergleich gewählt. Ein rosafarbener Stern ist nicht gelb und die „Kennzeichnungspflicht“ würde mit einem Schlag auch diejenigen entlarven, die trotz fehlender Bedürftigkeit Stütze kassieren. Inwiefern ich als Angehöriger des öffentlichen Dienstes mich aus dem politischen Geschehen herauszuhalten habe, ist mir nicht bekannt. Mich beschäftigt nur die Frage, ob wirklich der Ruf des Vollzugsbeamten beschädigt wird, wenn man sich für Leute einsetzt, die nicht zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören.

Am 09. Juni 2006 erhielt meine gute Bekannte einen sogenannten Abhilfebescheid. In diesem teilte man ihr mit, dass das Kind natürlich keinen Unterhalt entrichten muss. Das deshalb zu wenig gezahlte Geld überwies man rückwirkend für fünfzehn Monate. Sieben Tage später informierte mich ein Vertreter meines Dienstherren darüber, dass das (wegen dem Artikel) gegen mich eingeleitete Vorermittlungsverfahren eingestellt worden sei ...

01.20 Uhr. Berlin Ostbahnhof. Es ist faszinierend, wenn man mit ausgeschalteter Innenbeleuchtung durch die Nacht rast. Ab und zu blitzt es blau von der Fahrleitung herunter und so taucht die schnell vorbeihuschende Landschaft wie bei Fotoaufnahmen für Sekundenbruchteile vor den Augen auf und verschwindet auch sofort wieder im tiefdunklen Brei der pechschwarzen Nacht. Totale Finsternis um einem herum. Nur ein paar rote Pünktchen leuchten mehrere Sitzreihen vor mir und signalisieren, dass irgendwelche Geräte arbeiten oder betriebsbereit sind.

Das leise Sirren der Räder. Ab und zu ächzt der Waggon und wird mit kurzen, ruckartigen Bewegungen auf den stählernen Schienenstrang zurückgezwungen. Da muss man entweder tief schlafen oder gelassen nach draußen schauen, um keine Panik zu bekommen ... Rings um mich herum schnarchen die Leute (mit polnischem Akzent), doch mir macht es nichts aus, um diese Zeit wach zu sein. Als Schichtarbeiter bin ich Nachtdienste gewohnt ...

Gerade eben „fliegt“ der Bahnhof „Potsdam-Babelsberg“ am Fenster vorbei und sofort ist die Erinnerung da — an meine Zeit als Angehöriger des Grenzregiment 44 von 1979 bis 82: „Kompanie stillgestanden! Achtung, präsentiert das Gewehr! Ich befehle den Einsatz der zweiten Grenzkompanie zur Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik zu Westberlin am 28. April von sechs Uhr bis zur Ablösung mit folgender Aufgabe: Grenzdurchbrüche in beiden Richtungen nicht zuzulassen; Grenzverletzer festzunehmen oder notwendigen Falls zu vernichten; die Ausdehnungen von Provokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR zu verhindern sowie die Ordnung und Sicherheit im Grenzgebiet unter allen Lagebedingungen zu gewährleisten. Rührt euch! Militärkraftfahrer/Nutzer vortreten zur Belehrung!“ Gott sei Dank — unser Abschnitt Kleinmachnow-Zehlendorf; Dreilinden und Babelsberger Park am Ufer des Grieb-nitzsee lag ziemlich weit abseits vom Brennpunkt des Geschehens in Berlin Mitte. Hier gab es kaum Vorkommnisse und es kam nie dazu, dass ich auf irgendjemand oder irgendetwas schießen musste (außer beim regelmäßigen Training mit weißen Pappzielscheiben, die oft arg durchlöchert und notdürftig abgeklebt waren). Meine Gedanken schweifen ab:

Nach der Sterilisation:

Schmeckt das Sperma (ist es eigentlich noch SPERMA, wenn keine Samenzellen mehr darin rumschwimmen?) dann irgendwie anders oder genauso wie vorher? Um ehrlich zu sein: Gibt es Frauen, die das tatsächlich beurteilen können? Ist es vielleicht egal oder nicht?

Manche weiblichen Mitbürger schrecken vor der Flüssigkeit des Mannes zurück, weil sie befürchten, etwas Lebendiges zu verschlucken (wenn sie wüssten, wie viele Bakterien sich in einem einzigen Bio-Joghurt tummeln, würden sie vielleicht anders darüber denken) ... Außerdem: In der Belehrung über mögliche Folgen, die ich vor der Operation unterschreiben musste, stand nichts davon drin, dass mein „Saft“ danach besser oder schlechter schmecken könnte ...

03.55 Uhr. Hannover. Die „Stunde der toten Augen“ ist fast vorbei. Das Licht im Waggon geht wieder aus, als wir weiterfahren. Anfang September schrieb ich einen Artikel für Ina, der bis zum heutigen Tag von der Lokalpresse nicht veröffentlicht wurde. Warum?

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