Simone Philipp - Novembergrab

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Novembergrab ist ein Entwicklungsroman, der im historischen Kontext des Hochmittelalters angesiedelt ist. Der Leser/die Leserin begleitet die junge Anna, die sich auf eine folgenreiche Beziehung zum Mörder ihres Bruders einlässt.
"Der Junge mit dem weißen Haar stieg die Stufen hinab. Doch jeder Schritt, den er mit dem Kind auf dem Arm zurücklegte, ließ ihn altern. Machte ihn verschlossener, härter und kälter. Wortlos nahm er im Hof der Burg sein Pferd entgegen und ließ sich das Kind hinaufreichen. Und als er letztendlich das Tor der äußeren Ringmauer passierte, da war von Jugendlichkeit auf seinen Zügen keine Spur mehr zu finden."

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Sehr tief im Wald, jedoch nicht allzu weit von Bernadette entfernt, beugten sich im Keller einer kleinen Burgruine zwei Soldaten über einen Mann, der regungslos auf dem Boden lag. Er trug Spuren von Schlägen im Gesicht und an der rechten Seite seiner Stirn rann unter dem Haaransatz Blut aus einer offenen Wunde.

„Er hat schon wieder das Bewusstsein verloren“, stellte einer der Soldaten fest. Dann wandte er sich um. „Was nun, Herr?“

Sein Herr winkte ab. „Lassen wir das!“, erwiderte er. „Hier kommen wir nicht weiter.“

Die drei Männer verließen den Raum und schritten wortlos durch die halbdunklen Kellergänge. Vermutlich hatten die kühlen Räume zu beiden Seiten einmal vor langer Zeit dazu gedient, Wein oder Vorräte in ihnen zu lagern. Jetzt waren sie allesamt in einem schlechten Zustand mit abgebröckeltem Putz oder brüchigem Mauerwerk.

Schließlich hielten die Männer an und auf Befehl seines Herrn brachte einer der Soldaten einen weiteren Gefangenen herbei, dessen Hände hinter dem Rücken zusammen gebunden waren.

„Ich werde dir ein paar Fragen stellen“, sagte der Herr ruhig.

Die Lippen des Gefangenen zitterten, als er entgegnete: „Ich werde aber keine Antworten für Euch haben.“

Der erste Schlag traf ihn unvorbereitet mitten ins Gesicht. Er unterdrückte den Aufschrei und biss die Zähne zusammen und wenn ihn nicht einer der Soldaten gehalten hätte, wäre er wohl zu Boden gestürzt.

„Gut.“ Der Herr nickte. „Fangen wir an.“

Die Soldaten stießen den Gefangenen in einen der Räume hinein. Und der Herr stellte seine erste Frage. Der Gefangene blickte nicht einmal auf, doch dieses Mal war er darauf gefasst, dass ihn der Eisenhandschuh des Soldaten erneut ins Gesicht treffen würde. Seine Oberlippe platzte auf und das Blut lief ihm über den Mund. Doch er blieb stumm, während der Herr seine Fragen stellte und die Soldaten weiter auf ihn einschlugen.

„Deine Verstocktheit wird dir hier nichts nützen“, sagte der Herr, nachdem er seine Männer zurückgerufen hatte. „Wir verstehen uns nämlich darauf, auch die Schweigsamsten zum Reden zu bringen. Allerdings sehen wir uns auch gerne an, wie lange du durchhältst.“

Der Gefangene starrte weiter auf den Boden. Auf Geheiß seines Herrn trat einer der Soldaten hinter ihn und riss ihm die gebundenen Arme nach oben, so dass der Gefangene laut aufschrie und seinen Kopf zur Erde neigen musste, um dem Schmerz auszuweichen. Dann fühlte er, wie die Männer ein raues Seil um seine Handgelenke schlangen, das über einen Balken an der Decke auf der anderen Seite wieder nach unten verlief. Nur wenig später straffte sich das Seil und der Gefangene wurde vom Boden hochgezogen. Als er etwa einen Fuß weit über der Erde schwebte, verhakten die Soldaten das andere Ende des Seils an der hinteren Wand und ließen ihn hängen. Das volle Gewicht seines Körpers lastete an den nach hinten verdrehten Armen und brachte die Haut an Handgelenken und unter den Achseln zum Aufreißen. Der Gefangene war sicher, ersticken zu müssen und er schrie wie von Sinnen, als seine Oberarme dem Druck nachgaben und aus den Schultergelenken heraus sprangen. Der Schmerz umgab ihn wie ein dichter Nebel, so dass er nichts anderes mehr sehen oder wahrnehmen konnte und voller Verzweiflung betete er um die erlösende Ohnmacht, bis es endlich Nacht um ihn wurde.

Als die Männer das Seil ruckartig von der Wand losrissen und den Gefangenen auf den Boden prallen ließen, erlangte er sein Bewusstsein zurück. Kurz darauf traf ihn die Spitze eines Stiefels mitten ins Gesicht und noch während dem Gefangenen das Blut in den Hals lief, er würgte und hustete, zerrten die Soldaten ihn hoch auf die Knie. Und der Herr stellte eine weitere Frage.

Der Gefangene schwieg und der Stiefel traf ihn erneut mit voller Wucht auf die bereits geschundene Nase. Vor Schmerz sank er vornüber und das Blut rann aus seinem Mund und tropfte auf den Boden unter ihm.

Der Herr jedoch stand ungerührt über dem Knienden und warf einen abschätzenden Blick auf ihn. „Er ist noch nicht am Ende“, stellte er dann fest. „Brecht ihm die Rippen! Eine nach der anderen.“

Zwei der geladenen Lehnsherrngattinnen in Annas Nähe sprachen leise miteinander. „Es ist einfach nicht zu begreifen, weshalb sie sich immer zurecht machen muss wie ein billiges Straßenmädchen!“, ereiferte sich die eine von ihnen und wies dabei verächtlich quer durch den Raum.

Wenige Augenblicke zuvor hatte ein stattlicher Mann mit bereits ergrautem Haar die Große Halle des Herrenhauses betreten. An seiner Seite ging eingehakt eine etwas jüngere Frau, offensichtlich seine Gattin, deren Aufmachung allen gebotenen Konventionen zuwider lief, so dass ihre Erscheinung unmittelbar ins Auge stach.

Anna aber lief freudestrahlend auf die beiden zu. „Heinrich, Isabel“, rief sie glücklich. Dann blickte sich das Mädchen allerdings suchend um. „Wo ist denn Judith?“, fragte sie verwirrt.

„Ach, Anna, meine Liebe.“ Isabel küsste das Mädchen auf beide Wangen und zog sie anschließend ein wenig zur Seite. „Judith lässt dich grüßen. Sie fühlte sich heute nicht. Sie hat ihr Frauenleiden, du weißt schon. Aber ansonsten steht auf Florentina alles zum Besten.“

Isabels Ehemann Heinrich gehörte in weiterer Verwandtschaft zur Fürstenfamilie und weil er selbst mittellos war, hatte ihm bereits Richards Vater vor einigen Jahrzehnten Florentina anvertraut, ein kleines Lehen unweit von Bernadette. Dort lebte Heinrich immer noch, gemeinsam mit seiner Gattin Isabel und den mittlerweile erwachsenen Kindern, obwohl Florentina längst zu klein für die siebenköpfige Familie geworden war.

Isabels und Heinrichs Tochter Judith war eine der wenigen Gäste gewesen, auf die sich Anna ganz besonders gefreut hatte, denn obwohl ihr Bruder Markus derzeit nicht auf Bernadette weilte, war seine Verlobte in den vergangenen Monaten doch sehr häufig von Florentina herüber gekommen und Anna verband mit ihrer zukünftigen Schwägerin mittlerweile eine innige Freundschaft. Doch anstatt plaudernd und tuschelnd mit Judith Arm in Arm umherzuspazieren, musste das Mädchen nun deren Mutter ertragen. Und während sie sich bemühte, ihre Enttäuschung zu verbergen, ließ sie Isabels Redeschwall ohne Erwiderung über sich ergehen.

Auf Dauer war kaum jemand in der Lage, Isabels Mundwerk auszuhalten, dafür aber war sie eine echte Augenweide. Jede der fünf Schwangerschaften hatte ihren Körper mehr und mehr in die Breite gehen lassen, doch sie gab sich nicht einmal die Mühe es zu verbergen. Ganz im Gegenteil. Isabel trug trotz ihrer Fülle und ihres bereits fortgeschrittenen Alters immer sehr freizügige und tiefe Einblicke gewährende Kleider und bedeckte ihr ehemals blauschwarzes, mittlerweile gefärbtes Haar niemals mit einem Schleier, sondern ließ die Strähnen offen wie ein junges Mädchen bis auf ihre Hüften hinab hängen. Durch und durch war sie Südländerin geblieben, ihre Haut immer noch dunkel, selbst im Winter, und auch in Isabels Augen war das Feuer Andalusiens trotz des kalten Nordens, wohin man sie vor vielen, vielen Jahren gebracht hatte, niemals erloschen.

So war es kein Wunder, dass Isabels Erscheinung stets die Blicke sämtlicher anwesender Männer auf sich zog, was so manche Gattin zu einem Schwall hasserfüllter Worte reizte. Und daher wurde auch Anna Zeuge verschiedener Gespräche, als sie Isabel verlassen hatte, um sich einen Becher Wasser zu holen.

„Es ist eine Zumutung für uns alle“, sprach eine der Damen ohne Zurückhaltung und deutete unverhohlen auf Isabels unverschleiertes Haar. „Schließlich ist das hier keine Versammlung von Straßendirnen.“ Sie zupfte bestätigend an dem dichten Tuch über ihrem eigenen Haupt.

„Aus Andalusien soll sie stammen“, erwiderte eine zweite. „Ob das wohl gewiss ist?“

„Und wenn schon!“, winkte eine dritte ab. „Die Sarazenen tummeln sich auch in Andalusien wie die Fische im Meer.“ Sie hob ihre Augenbrauen mit deutlicher Überheblichkeit. „Wenn Ihr mich fragt, hatte da mit Sicherheit einer von ihnen seine Finger im Spiel.“

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