Christian Friedrich Schultze - Nachtmahre

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Schultze, geboren 1944, schildert in seinem Debütroman aus dem Jahre 1982 das Leben der Nachkriegsgeneration ganz anders, als viele Autoren der «sozialistischen» DDR. Schon früh hatte er begriffen, dass das Regime der Ostzone ebenso wenig souverän wie das der Westzonen war und dass die kommunistischen Machthaber von Stalins und Chruschtschows Gnaden eher «Nachtmahren», als hehren Führern einer sozialistischen Gesellschaft, glichen. Mit suggestiver Kraft beschreibt der Autor die Desillusionierung einer antifaschistisch eingestellten Generation, die in der sowjetischen Besatzungszone nichts weiter will, als aus den Trümmerwüsten, die ihnen ihre Väter hinterlassen hatten, ein freies und friedliches Leben aufzubauen. Dieser Tatsachenroman ist keine Autobiografie, wenngleich viele Kapitel auch autobiografische Züge enthalten.
Vor «Das Leben der Anderen» und «Der Turm» ist «Nachtmahre» ein Muss für jeden, der wissen will, wie es in den vierzig Jahren «DDR» wirklich gewesen ist.
Inzwischen sind der zweite Teil dieser Trilogie über das Leben der ostdeutschen Nachkriegsgeneration unter dem Titel «Morgenrosa» und der dritte Teil «Westdämmerung» ebenfalls erhältlich.

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Der Alte denkt, dass es innerhalb der ersten zehn Tage des April hier losgehen wird. Allzulange kann der Russe nämlich nicht mehr warten, sonst ist der Ami eher in Berlin als er. Wenn wir uns fünf Tage hier halten und dann nochmal fünf Tage brauchen, um südlich an Berlin vorbei in Richtung Elbe zu kommen, kannst du uns um den fünfzehnten herum in der Nähe Torgaus erwarten. Du hast also allerhand Zeit.“

„Warum machst du das alles?“

„Menschenskind, weil auch ich wider alle Vernunft auf ein DANACH hoffe! Ich will mir alle Mühe geben, um das hier zu überleben. Aber wenn das nicht klappen sollte, sind für diesen Fall noch ein paar Dinge zu regeln, und dazu brauche ich deine Hilfe ebenfalls.

Was du nämlich noch nicht weißt, ist, dass meine Frau jetzt in Zittau im Haus meiner Eltern wohnt. Und die Mutter deiner Frau lebt doch in Oybin, stimmt`s?“

„Ja, woher weißt du das?“

„Hast du mal erwähnt, als du über deinen letzten Urlaub sprachst, und ich hab`s mir gemerkt. Deshalb kam mir vor ein paar Tagen die Idee, dass deine Frau, wenn da Kind erst da ist, doch mal zu ihrer Mutter nach Oybin fahren wird. Ich gebe dir auf deine Reise ein paar persönliche Dinge von mir und einen Brief mit. Was hältst du davon?“

„Das ist gut, das lässt sich machen. Du weißt, dass du dich auf mich verlassen kannst.“

„Weiß ich, Karl.“

Der Major hatte Wauer das erste Mal beim Vornamen genannt.

Die Männer sahen sich schweigend an.

„Hoffentlich kann ich alles schleppen, und es geht nichts verloren“, sagte der Oberleutnant.

„Na, so viel ist es nicht. Ist ja schon genug verlorengegangen auf dem Rückzug. Genaugenommen kommt`s darauf auch gar nicht mehr an. Mach dir übrigens nichts draus, dass du hier nicht dabeisein wirst. Auch wenn einige Kameraden sauer sein werden. Denk an das Kind und ein bisschen an die Zukunft! So, und jetzt nehmen wir noch einen Letzten auf die hoffentlich glückliche Geburt deines Nachwuchses. Auf dass es ein Junge werde!

Warte mal, wann hast du ihn überhaupt gemacht?“

„Na, wann schon: Vorigen Sommer, nach meiner letzten Verwundung, als ich auf Genesung in Berchtesgaden war“, erwiderte Wauer.

„Also gut. Hau jetzt ab!“

Die beiden Männer standen auf. Einen Moment verharrten sie, sich in die Augen sehend. Plötzlich umarmte der Major den Oberleutnant und schlug ihm mehrmals kräftig auf den Rücken. Wauer spürte Mosigs Bartstoppeln auf seiner tadellos rasierten Wange. Als er sein Gesicht zurückzog, schienen ihm die Ringe unter den Augen des Alten noch dunkler, fast schwarz.

Der Abschied war schwer, aber sie weinten nicht. Tränen hatten sie nach alledem längst nicht mehr.

Wauer machte kurz kehrt und verließ schnell den Unterstand, um in seine Stellung zu gehen. Die frische, kühle Abendluft schlug ihm entgegen. Es war nun ganz dunkel. Auf dem Weg begegnete er Leutnant Kunze, dessen mürrischer Blick ihn traf.

Der Himmel war sternklar. Es war sehr stell ringsum. Nur von ganz weit, jenseits der Oder, drang undeutliches Motorengebrumm herauf. Die Russen führten im Schutz der Nacht weiteres Material heran. So ging das nun seit Wochen.

Wie lange noch...

Die Hügelkette der Endmoränen bei Reitwein hob sich schwarz gegen den dunkelblauen Nichthimmel. Dahinter begann das Tal der Oder, dem letzten Strom, der die bereits tief eingedrungen sowjetischen Völker vom Herzen Deutschlands trennte.

2.

Was Karl Wauer an jenem Abend im März 1945 nicht ahnen konnte, war die Tatsache, dass von eben diesen Erhebungen bei Reitwein zur gleichen Zeit ein Russe namens Shukow von seinem Befehlsstand der hinter den Seelower Hügeln versinkenden Sonne jenseits des Stromes nachgeblickt hatte. Auch er war von Sorgen erfüllt, weil er wusste, was seine Männer nicht wissen durften: Die verdammten Deutschen hatten eine starke Barriere errichtet, um ihnen den Weg nach Berlin zu versperren. Ihm, Shukow, war klar, warum. Er fühlte, dass er bereits auch gegen Amerikaner kämpfte. Er musste also dort über die Hügel, und zwar bald! Aber noch reichten seine Kräfte nicht aus, um massiv genug durchbrechen zu können und danach schnell weiter vorwärtszukommen. Viel Blut würde noch fließen müssen, bis dieses wahnwitzige Volk endlich in die Knie gezwungen sein würde.

Warum wurden die einfach nicht vernünftig und gaben endlich auf?

3.

Karl Wauer lieferte den Koffer des Obersten pünktlich zum vorgegebenen Treff am vierten April 1945 auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin ab. Er sah dort viel Schreckliches. Er benötigte weitere fünf Tage, um seine Kurierpost loszuwerden und sich anschließend von Teupitz aus nach Süden durchzuschlagen. Am 9. April nachts traf er endlich von Chemnitz kommend in Lugau ein. Die Amerikaner saßen bereits in Hohenstein-Ernstthal, und es war nicht ungefährlich für ihn in seiner deutschen Offiziersuniform. Er musste ständig damit rechnen, von einem amerikanischen Vorauskommando aufgegriffen zu werden, denn es gab kaum noch deutsche Verbände in dieser Gegend. Es wäre sein Glück gewesen, aber damals sah er das ganz anders.

Er schlich sich deshalb auf Umwegen in sein Haus. Zur Geburt seines Sohnes kam er einen Tag zu spät, und natürlich ärgerte er sich darüber, denn mit einem Quäntchen mehr Glück hätte er es schaffen können. Die junge Mutter empfand es nach dem überwundenen Wiedersehensschock dagegen als ein Wunder Gottes, das ihr ungeheure Kraft verlieh. Für Jahre, wie sich bald herausstellte.

Karl Wauer nahm sich aber lediglich die Zeit, sich mit seiner Frau Helene auf den Namen Martin für seinen Erstgeborenen zu einigen. Nach ein paar flüchtigen und unbeholfenen Küssen auf das schrumpelige Menschenbündel floh er in der darauffolgenden Nacht mit dem geliehenen Fahrrad seines Stammtischbruders und Lugauer Hilfskantors Böhler in Richtung Chemnitz, wo er es pflichtbewusst bei der Frau eines sich ebenfalls im Endkampf befindlichen Arbeitskollegen unterstellte.

Das Fahrrad wurde später zurückgegeben.

Karl Wauer schlug sich weiter erfolgreich bis Torgau durch, wo er am 15. April abends eintraf. Hier wartete er gemä seines Marschbefehls auf seine Einheit, die nicht kommen konnte, weil sie in den Kämpfen um die Seelower Höhen fast völlig aufgerieben worden war. Die spärlichen Reste, die es geschafft hatten, sich bis nach Teupitz zu retten, wurden in der dortigen Waldschlacht vernichtet oder in alle Winde verstreut.

Wauer schloss sich in Torgau einem Oberst der Artillerie an, der die Brücke über die Elbe mit einigen seiner Leute und einem Kommando der Militärpolizei für die Flüchtlingsströme freizuhalten suchte. Übrigens gelang es nicht, alle zurückflutenden Truppenteile, die ihrerseits so schnell wie möglich zu den Amerikanern wollten, davon abzuhalten. Wauer selbst spielte mehrmals mit dem Gedanken, sich auch abzusetzen.

Aber es waren Gerüchte durchgedrungen, dass die Russen bei der Schlacht um Berlin ungeheure Verluste erlitten hatten. So beschloss er, lieber noch einige Tage zu warten, um von Mosig vielleicht doch noch irgendein Lebenszeichen zu erhalten.

Er wartete vergeblich.

Denn Russen und Amerikaner einigten sich inzwischen über den vorläufigen Verlauf der Demarkationslinie. Am 1. Mai nachts war plötzlich die Brücke zu. Die Amis hatten sie dicht gemacht. Viele versuchten es noch über den Strom hinweg, überwiegend erfolglos. Die meisten ertranken.

Am 2. Mai kam der Russe, und Karl Wauer wurde als Kriegsfangener der Roten Armee interniert. Dadurch erhielt er die Möglichkeit, den Weg des deutschen Rückzuges, der vordem ein siegreicher Vormarsch gewesen war, in einer Art doppelter Negation wieder zu seinem ehemaligen Zielpunkt zurückzuverfolgen.

Es sollten fast fünf Jahre vergehen, bis er, als einer der Überlebenden heimkehrend, die Oder abermals in Richtung Deutschland überschritt.

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