Ulrich Wessinger - Da!

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"Da! Ein kleines Mädchen in Shanghai" liest sich spannend wie ein Roman, ein Abenteuer des täglichen Lebens in einer verrückten Stadt. Er behandelt das Aufwachsen eines kleinen deutsch-chinesischen Mädchens von der Geburt bis fasst zum Alter von zwei Jahren, als die Eltern beschlossen, Shanghai zu verlassen, weil die Luftverschmutzung immer schlimmer wurde.
Es ist eine Art intimer autobiografischer Bericht, der in die Eingeweide der Beziehung zwischen dem Autoren und seiner chinesischen Frau geht, der aus nächster Nähe das Dasein eines kleinen Kindes beschreibt, sein allmähliches Aufwachsen und Erwachen, aber auch das Umfeld mit einbezieht, die wahnsinnig tosende Stadt um die Kleinfamilie herum, die Menschen, die Verwandten, die Nachbarn, das Wetter, die Luft, die Universität als Arbeitsplatz, die Studenten, auch die Politik, die chinesische, die internationale…
Ulrich Wessinger hat sieben Jahre in China verbracht als Lehrer an Schulen und Universitäten, als Liebhaber und Ehemann einer chinesischen Frau und schliesslich Vater eines chinesischen Kindes, das erst dann deutsch wurde, als er vor drei Jahren wieder mit Frau und Kind nach Deutschland zog.

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Ein älterer Herr mir rundlichem Gesicht, der eine Baskenmütze trägt und in der Reihe hinter mir sitzt, fängt meinen Blick auf, lächelt freundlich: „Are you English Teacher?“

„No, German Teacher“

„You must get out at the next stop“

Er sei Englischlehrer, er könne mich begleiten und mir den Weg zeigen. Die Deutschabteilung sei zusammen mit dem Englisch- und Japanisch-Department im selben Gebäude untergebracht. Draußen regnet es und ein hohes massives qaudratisches Gebäude blaugrau verglast steht rechts von der Haltestelle. Ich ducke mich unter meinen Schirm. Das sei die Bibliothek, wir gehen links, ein modernes frischgebautes Gebäude in weiß und rot empfängt uns. Wir sind in einem Tross von mehreren Lehrern, die Frauen schwätzen laut. Fahrstuhl…wir stehen eng zusammen, neugierige Blicke der Frauen, er unterrichte Literatur, zur Zeit sei das Thema der Nihilismus, alles sei nichts, alles sei ein Spiel….ich muss lachen. Er heisst Wang Qin Jin, wenn ich eine Frage habe oder ein Problem, er sei für mich da. Ich solle zu seinem Zimmer kommen, das sei da vorne. Ich verabschiede mich.

Raum 526, mein Büro, außen das Schild, „Foreign Teachers“, vier Tische aus dunkelrotem Holz, vier Sessel, zwei Computer. Außer mir niemand im Raum. Keine Gegenstände von niemand auf den Tischen, ist hier jemand außer mir? Ich wähle einen Tisch, lasse mich in den Sessel fallen, fühlt sich gut an, bequem und weich.

Viertel vor acht, ich muss los. Am ersten Tag sollen wir mindestens zehn Minuten vor Beginn in unserem Klassenzimmer sein, sagte Li. Das werde kontrolliert und es gebe Ärger, wenn wir nicht rechtzeitig da seien. In meiner früheren Uni gingen Kontrolleure mit roten Armbinden durch die Gebäude jeden Tag. Zuerst ein Gang zur Toilette. Wie sehe ich aus? Alles in Ordnung? Ich werfe mir Wasser ins Gesicht, kühle meinen leicht erhitzten Kopf. Cool bleiben, Baby, wird schon werden… Wo ist denn jetzt Raum 410? Das Haus ist hufeisenförmig gebaut und hat zwei Flügel, in welchem ist jetzt Raum 410?

………Das war der falsche Flügel. Weiter suchen….Studenten gehen aufgeregt durch die Gänge, kleine Gruppen plappernd unterwegs, durch offene Türen kann ich gefüllte Bankreihen sehen, auch die Studenten kommen früh. In China ist es an Hochschulen ein schlimmes Vergehen, zu spät zu kommen, Studenten entschuldigen sich eigens dafür beim Dozenten. An-und Abwesenheit wird von Dozenten kontrolliert. Die Unis sind von der Organisation und der Art und Weise der Wissensvermittlung her und noch viel stärker autoritäre Schulen als die Unis im Westen. 410…

Ich trete ein, wie sehe ich aus? Sind sie geschockt oder enttäusch, dass ich so alt bin, sehe ich sympathisch aus? Ich lächle, während ich an den Studenten in der ersten Sitzreihe vorbeigehe, überwiegend Frauen im Raum, ich steure meinen Lehrerpult an. Der ist eher so eine Art Technikzentrum, ein grauer Blechkasten, in dem Computer, Beamer-und Leinwandkontrolle untergebracht sind. Statt einer guten alten Tafel gibt es weisse Plastiktafeln, man schreibt mit schwarzen Stiften darauf. Die Tische sind nicht beweglich, schade. Ich hatte gehofft, ich könnte die Tische oder die Stühle in einem Oval aufstellen, Sprechklassen funktionieren besser im Kreis. Aber alle Tische sind unten in den Boden geschraubt. Wieso?

„Ist das hier überall so?“ frag ich einen Studenten, der ganz vorne sitzt. „Ja, das ist überall so“ „Wieso?“ „Ich weiß nicht“ Er lächelt, hat eine Brille auf, breite Wangenknochen, ein bisschen dick, ein Mund wie ein Frosch, leicht vorstehende Augen. Es gibt zehn Elite-Universitäten in China. Danach kommen dreißig Schlüssel-Unis, im zweiten Rang sozusagen, dazu gehört diese Uni hier. Danach kommen zweihundert besonders geförderte Unis, dann der Rest, um die zweitausend Hochschulen gibt es in China.

Ich lege mir alles zurecht, was ich brauche für den Unterricht, Buch, Heft mit Stundenplanung, kleiner Stift für das Heft, großer für die Tafel, Handy wegen der Uhrzeit, eine Flasche Wasser, weil ich viel zu sprechen habe und dann unbedingt ab und zu einen Schluck Wasser brauche, prüfe die Tafel, wische sauber. Das ist meine Bühne, mein Auftritt beginnt. Während ich in meine Aufzeichnungen schaue, mustere ich ab und zu kurz die Klasse. Besonders die Mädchen sind aufgeregt, besonders aufgetakelt, haben schicke Sachen an, vielleicht bin ich der erste Deutsche, den sie jemals mit eigenen Augen gesehen haben, der erste deutsche Deutschlehrer in ihrem Studium...Ich kenne das schon von der anderen Uni her, am Anfang ist es wie bei Verliebten, man will sich gefallen, zeigt sich von seiner besten Seite, hört gut zu, lacht laut, strengt sich an beim Lernen, im Laufe der Zeit aber erlahmt das Interesse, der erste verklärte Blick weicht einem nüchternen, man kennt sich, man schlafft ab, am Ende findet man sein Handy wieder interessanter als alles was der Lehrer zu sagen hat. Und da sind sie auch schon die Schönen, diese eine mit dieser hohen schlanken Gestalt und dem süßen Lächeln, ihre blanken Zähne blitzen diamanten wie ihre Augen, was für ein edles Gesicht, ihre Bewegungen elegant und gleichzeitig ganz natürlich, unaffektiert, mädchenhaft unschuldig. Eine Prinzessin zum Verlieben. Und diese andere da vorne mit den roten teuren Schuhen, die sie unter dem Tisch hervorstreckt mir entgegen, oder sind die vielleicht gar nicht so teuer, jedenfalls ziemlich hohe Absätze, ein Material wie weiches samtenes Leder, ab und zu wirft sie mir einen Blick zu, der unter ihren großen sanft geschwungenen Lidern hervordringt wie eine Verheißung...auf was? Naja, weit weg, vergiss es, ich bin sechzig, verheiratet, Lehrer... vergiss es..... aber trotzdem, die Glocken der Jugend schwingen noch nach in meinem alten Gebälk. Es dröhnt..... ein bisschen und dann das Glockenzeichen, das an die Glocken des Big Ben in London erinnert, und los gehts. Ich stoße mich ab von der festen Insel meines Lehrerpults, gehe zur Tür, schließe sie und auf dem Rückweg bleibe ich in der Mitte stehen, sage laut und hoffe, dass ich dabei lächle:

„Guten Morgen!“

Vielstimming, laut und freudig tönt es zurück: „Guten Morgen!“

Ich stelle mich vor, sage ein paar Worte zu meinem bisherigen Leben und erfahre dann, dass sie alle noch keine deutschen Namen haben. Das hole ich sofort nach, indem ich aus dem Blauen heraus an alle deutsche Namen verteile. Jedenfalls an die, die jetzt selbst keinen deutschen Namen für sich finden, das sind die meisten. Ich sage ihnen, dass sie mir nächste Woche sagen sollen, ob sie einen neuen Namen wünschen. Rundum großes Gelächter. Die schöne Schlanke mit dem edlen Gesicht will Lili heißen und die Frau mit den roten Schuhen taufe ich Lena.

Erschöpft sinke ich nach vier Stunden Unterricht zur Mittagspause in meinen weichen Sessel und vertiefe mich dösig in die neuesten Nachrichten aus der deutschen Online- Presse. Sauereien in Syrien, die Amerikaner wieder.... Es ist gut gelaufen. Die Studenten sind erstaunlich eifrig, motiviert, voll aufmerksam dabei, alle, bis auf wenige Ausnahmen. Ein ganz anderes Bild als an meiner früheren Uni, wo ich ständig das Problem hatte, dass die meisten am Unterricht überhaupt nicht interessiert waren, schwätzten, schliefen, an ihren Handys spielten. Okay, das ist der erste Tag, das kann sich noch ändern, aber insgesamt hab ich jetzt schon den Eindruck, dass ich hier eine andere Art von Studenten vor mir habe. Ehrgeizige, Arbeitsorientierte, optimistische, fröhliche, die an sich glauben, die den Glanz der hoffnungsfrohen Jugend in den Augen haben, weil sie glauben, die Welt liegt offen, voller Möglichkeiten vor ihnen.

Oh mein Gott, sie werden bald erfahren, dass sie mit Deutsch nicht viel anfangen können, es sei denn sie sind wirklich spitze, schaffen es zum Dolmetscher, Übersetzer oder Kulturjournalisten, Auslandskorrespondenten oder Professor. Vielleicht, vielleicht schaffen sie es ja…. In meiner früheren Uni hatten sie nicht solche Ambitionen, sie waren nach ihrem Bachelor froh, wenn sie irgendwo unterkamen, egal wo… Die meisten hatten dann Jobs, die mit ihrem Studium gar nichts zu tun hatten, als Verkäufer, Makler, Assistenten für irgendwas. Alle hatten sie die Hoffnung, in einer deutschen Firma zu arbeiten, aber sie wussten nicht, dass dort Chinesisch gesprochen wird, weil nur die wenigen Führungskräfte deutsch sind, meistens kommt auf 100 Chinesen ein Deutscher und wenn eine Fremdsprache gebraucht wird, etwa für den Export oder in der Kommunikation mit den Chefs, dann wird Englisch gesprochen oder geschrieben. Also waren und sind in deutschen Firmen Fachkenntnisse gefragt, eine solide Ausbildung im technischen oder kaufmännischen Bereich und ja, die Chefs freuen sich natürlich, wenn ein Bewerber auch deutsch sprechen kann, aber notwendig ist es nicht.

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