Janina Hoffmann - Ingas Verbrechen

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Mitte der 1980er Jahre. Der zweiundzwanzigjährige Wolf wird seit Langem mit seiner Schwester Inga in einem mysteriösen Haus gefangen gehalten. Eines Tages gelingt ihm die Flucht, doch Inga muss er zurücklassen. Wolf setzt alles daran, seine Schwester zu befreien. Damit fängt für beide der schlimmste Alptraum erst an. Oder hat Inga es gar nicht verdient, frei zu sein?

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Mit den Spiegeln, von denen es im Haus einige gibt, unter anderem im Badezimmer und in meinem Schlafzimmer, verhält es sich merkwürdig. Natürlich sind wir am Anfang unserer Gefangenschaft schnell auf die Idee gekommen, einen Spiegel zu zerbrechen, um die Scherben als Waffe gegen den Mann oder, so verzweifelt es klingen mag, als Fluchtwerkzeug zu benutzen. Doch es stellte sich heraus, dass die Spiegel, obwohl sie gewöhnlich scheinen, gar nicht aus Glas, sondern aus einem stabilen Kunststoff gefertigt sind.

Der Mann geht nach draußen vor die Tür und schiebt den stets bis oben hin gefüllten, offenen Karton mit den Füßen in den Flur. Dann schließt er die Tür. Dabei dreht er dem Flur nie den Rücken zu und richtet die Pistole die ganze Zeit über in das Haus auf Inga und mich. Der Karton enthält unsere Lebensmittel, saubere Kleidung und Vitamintabletten, laut Verpackung mit Mineralstoffen und extra viel Vitamin D. Anfangs wussten Inga und ich nicht, was wir von den Tabletten halten sollten. Wir kannten Vitamin D nicht und dachten, wir sollten vergiftet oder durch Drogen gefügig gemacht werden. Das Bücherregal im Wohnzimmerschrank beherbergt jedoch auch ein dickes Lexikon, und dort habe ich nachgelesen, dass Vitamin D für die Verwertung von Kalzium benötigt und normalerweise vom Körper durch Sonnenlicht gebildet wird. Offenbar wollen unsere Entführer einem Vitamin- und Mineralstoffmangel, hervorgerufen durch die einseitige Ernährung und das fehlende Sonnenlicht, vorbeugen. Zunächst haben Inga und ich uns eine Tablette geteilt, um mögliche Nebenwirkungen zu testen. Als diese ausblieben, fingen wir beide an, täglich, wie auf der Verpackung vorgeschlagen, jeweils eine Vitamintablette zu schlucken. Geht eine Packung zur Neige, bringt uns der Mann automatisch Nachschub.

Obwohl die gelieferten Konservengerichte jede Woche variieren, scheint doch alles gleich zu schmecken, und immer handelt es sich um eine nicht gerade appetitlich aussehende Pampe. Zu Hause haben wir immer nur frisches Brot vom Bäcker gegessen, das teilweise noch warm war, wenn wir es kauften. Jetzt essen wir abgepacktes Industriebrot, und egal, welche Sorte es ist, im Mund fühlt es sich an wie Pappe. Es gibt nur wenig Gemüse, das sich roh mit einem Plastikmesser bearbeiten lässt, und so besteht der Salat, den Inga zubereitet, aus Tomaten, Gurken und Blattsalat. Manchmal ist auch Paprika dabei. Beim Obst, das uns geliefert wird, handelt es sich meistens um abgezählte Äpfel und Bananen. Ein Stück Obst erhalten Inga und ich jeweils pro Tag. In der kälteren Jahreszeit bekommen wir manchmal auch Orangen. Inga ritzt dann die Schale mit der Bastelschere sternförmig ein, wie sie es schon im Kindergarten gelernt hat, und löst vorsichtig zwei gezackte Schalenhälften vom Fruchtfleisch.

Nach den ersten Wochen unserer Gefangenschaft hatte Inga das eintönige Essen bereits satt und schimpfte fortwährend darüber, während ich froh war, dass wir überhaupt etwas bekamen. Als dann eines Sonntags der Mann das Haus betrat, ging Inga schnurstracks auf ihn zu. „Sie können vielleicht nichts dafür, aber das Essen, das Sie uns bringen, ist eine Zumutung“, sagte sie dem Mann ins Gesicht. „Können Sie uns nicht einmal etwas Schönes mitbringen, zum Beispiel Schokolade? Am liebsten die mit dem Jungen auf der Verpackung.“

Der Mann ließ nicht erkennen, ob er Ingas Worte überhaupt verstanden hatte. Ohne eine Miene zu verziehen, prüfte er wie immer die leeren Konservendosen, die ich sodann in den Müllbeutel steckte, und gab uns unsere Lebensmittel. Als er gegangen war, fuhr ich Inga an: „Bist du verrückt geworden, dich über das Essen zu beschweren und Schokolade zu verlangen? Vielleicht hast du den Mann jetzt verärgert, und wir bekommen überhaupt nichts mehr! Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie abhängig wir von ihm sind?“

Wütend schrie Inga zurück: „Natürlich weiß ich das! Hältst du mich für blöd? Aber ich kann diesen Fraß einfach nicht mehr sehen!“ Ihr Mund verzog sich zu einem spitzbübischen Grinsen. „Aber wer weiß, vielleicht bringt er uns ja wirklich Schokolade.“

Ich sah davon ab, darauf etwas zu erwidern, um einen Streit zu vermeiden. Zu meiner Erleichterung erschien der Mann auch am nächsten Sonntag und brachte uns wie gewohnt unsere Lebensmittel. Der Karton enthielt tatsächlich eine Packung von Ingas Lieblingsschokolade. Von da an wagten Inga und ich ab und zu, dem Mann gegenüber kleine Wünsche zu äußern, die meistens erfüllt wurden. Meine Bitte um Rasierklingen wurde jedoch ignoriert.

Während die Pistole auf mich gerichtet ist, hebe ich den Karton auf und trage ihn in die Küche, wobei mir Inga und der Mann folgen. Dort packe ich den gesamten Inhalt aus. Anschließend gehe ich mit dem leeren Karton, Inga hinter mir, zurück in den Flur, die Pistole in unserem Rücken. Der Mann öffnet die Haustür und zieht den Müllbeutel sowie den Stoffsack nach draußen. Zuletzt nimmt er mir den leeren Karton ab. Dabei behält er Inga und mich die ganze Zeit im Blick. Ohne eine Geste des Abschieds geht auch der Mann schließlich nach draußen. Die schwere Tür fällt hinter ihm ins Schloss. Dann verriegelt er wieder sorgfältig die Schlösser und geht mit dem Müll- und Stoffbeutel sowie dem leeren Karton Richtung Pforte. Bevor er das Grundstück verlässt, macht er nach links und rechts eine verneigende Bewegung, als würde er die Zypressen verehren.

Auch heute ist Sonntag. Inzwischen ist es Anfang Oktober. Frühling und Sommer sind auch in diesem Jahr ungenutzt vergangen. Der Himmel, den wir aus dem Fenster sehen können, ist heute strahlend blau. Wie gern wäre ich jetzt draußen und würde die Oktobersonne im Gesicht spüren. Es ist kurz vor 12:00 Uhr. Gleich wird der Mann die Pforte öffnen. Inga geht es heute nicht gut. Ich habe es gleich gemerkt, als ich sie am Morgen geweckt habe. Es gibt Tage, an denen Inga nicht aufstehen will, weil, wie sie sagt, sowieso alles sinnlos sei. An diesen Tagen kann ich sie drängen, soviel ich will, sie bleibt im Bett. Manchmal steht sie dann erst am Nachmittag auf und leistet mir am Wohnzimmerfenster schweigend Gesellschaft, manchmal verlässt sie das Gästezimmer gar nicht. Ich klopfe an und frage durch die geschlossene Zimmertür, ob alles in Ordnung ist. Als Inga nicht antwortet, betrete ich das Zimmer. Inga steht vor dem Kunstdruck, der die idealisierte Bilderbuchlandschaft zeigt. Sie sieht mich nicht einmal an, als ich die Tür öffne. Schweigend gehe ich wieder hinaus. Es hat jetzt keinen Sinn, mit Inga zu reden. Ich gehe ins Wohnzimmer und sehe aus dem Fenster. Um Punkt 12:00 Uhr wird wie gewöhnlich die schwarze Pforte geöffnet, und der Mann betritt in seiner üblichen Kleidung, den Karton in den Händen, das Grundstück. Ich erwarte ihn bereits im Flur, als er das Haus betritt und den Karton hineinschiebt. Fragend sieht mich der Mann an.

„Meiner Schwester geht es nicht gut. Sie ist in ihrem Zimmer“, sage ich.

Das scheint ihm als Erklärung zu genügen. Der Mann begutachtet die leeren Konservendosen, die ich anschließend in den Müllbeutel werfe. Natürlich ist dabei die Pistole auf mich gerichtet. Ich greife wie jeden Sonntag den bis oben hin gefüllten Karton, um ihn in die Küche zu tragen. Ganz oben im Karton, auf der sauberen Wäsche, liegt heute eine Packung von Ingas Lieblingsschokolade. Ich weiß nicht, wie es passiert, aber als ich den Karton schwungvoll anhebe, rutscht die Schokolade von der Kleidung und fällt auf den gefliesten Boden im Flur. Ich stelle den schweren Karton langsam wieder ab und bücke mich, um die Schokoladenpackung aufzuheben. Der Mann steht mit der Waffe hinter mir. Und auf einmal erkenne ich die einzigartige Chance, die sich jetzt bietet.

Blitzschnell fahre ich herum und ziehe mit aller Kraft am rechten Unterschenkel des Mannes. Er verliert das Gleichgewicht und schlägt mit einem dumpfen Geräusch mit dem Hinterkopf auf den Fliesen auf. Der Mann bleibt stumm. Er schreit weder vor Schmerzen noch vor Verblüffung. Seine Cordmütze hat er im Fall verloren, doch seine rechte Hand hält die Pistole nach wie vor fest umklammert, als er jetzt wie ein verwundeter Käfer auf dem Rücken liegt. Schwach bewegt der Mann seinen linken Arm und versucht aufzustehen. Ich habe keine Zeit nachzudenken, keine Zeit, Inga zu rufen. An dem Mann vorbei renne ich zur Haustür und reiße sie auf. Ich bin mir sicher, noch nie so eine schwere Tür geöffnet zu haben. Jeden Moment rechne ich damit, einen tödlichen Schuss in den Kopf oder in den Rücken zu bekommen. Doch anscheinend ist der Mann nicht schnell genug oder ernsthaft verletzt, denn nichts geschieht. Ich renne auf den Betonplatten zur schwarzen Pforte und spüre nichts von dem überraschend kalten Herbstwind, der mir entgegenschlägt. Ich habe das Gefühl, die Pforte aus den Angeln zu nehmen, als ich sie mit aller Kraft öffne. Dann bin ich tatsächlich frei und sehe zum ersten Mal die Welt hinter den Zypressen.

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