Janina Hoffmann - Ingas Verbrechen
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„Lass doch bloß die Klopperei! Du bist doch kein Jung‘!“, schimpfte mein Vater, während meine Mutter vor Scham weinte und inständig hoffte, dass die Nachbarn nichts von Ingas Auseinandersetzungen in der Schule erfuhren.
„Nun sieh dir doch mal Terri an. Die ist so ruhig und lieb. Wieso kannst du denn nicht so sein?“, schluchzte meine Mutter verzweifelt und erntete dafür von Inga nur einen verächtlichen Blick.
Terri, eigentlich Theresa, Gruber, wohnte wie wir in Sandburg und ging seit der Grundschule in dieselbe Klasse wie Inga. Aus mir unerklärlichen Gründen versuchte Terri von Anfang an, sich mit Inga anzufreunden, und erhielt dafür von meiner Schwester mehr als einmal eine Abfuhr. Dennoch hielt Terri treu zu Inga und kam immer wieder zu uns nach Hause, um sie zu besuchen. Inga brachte Terri jedoch nicht das Mindeste an Respekt entgegen und verließ meistens erst gar nicht ihr Zimmer, um sie zu begrüßen. Terri stand dann wie ein begossener Pudel in unserem Flur und blickte traurig mit ihren großen braunen Augen zu Boden. Ich mochte Terri Gruber, und sie tat mir leid, aber das konnte und wollte ich ihr nicht zeigen. Als Terri mit fast sechzehn mit ihrer Mutter nach Österreich zog, traf mich das mehr, als ich mir eingestehen wollte, und ich bereute, ihr gegenüber so gleichgültig gewesen zu sein.
Wie ich hatte Inga im Sommer Geburtstag und war eine der Jüngsten in ihrer Klasse. In ihren ersten Schuljahren machten sich meine Eltern Vorwürfe, weil sie sie zu früh eingeschult hatten. Später machten sie sich Vorwürfe, weil sie wegen der Arbeit in ihrer Gärtnerei zu wenig Zeit für uns Kinder und insbesondere für Inga hatten.
Als feststand, dass Ingas Versetzung gefährdet war, schrie sie meine Eltern weinend an, sie hasse die Schule und werde nie mehr dorthin gehen. Sie beendete die neunte Klasse nur, weil sie meinen Eltern das Versprechen abgenommen hatte, nach den Sommerferien das Gymnasium wechseln zu dürfen. Von da an brauchte sie für den einfachen Schulweg fast eine Stunde. Doch sie beklagte sich nicht, und obwohl auch an der anderen Schule das Verhältnis zu ihren Mitschülern nicht immer friedlich war, stabilisierten sich zumindest ihre Schulnoten wieder.
Über den Grund, weshalb Ingas schulische Leistungen, als sie vierzehn war, so radikal absackten, dass sie nicht versetzt wurde, redeten wir in unserer Familie nur ein einziges Mal und dann nie wieder. Wir kehrten alles unter den Teppich und taten nach Ingas Schulwechsel so, als wäre nie etwas geschehen. Britta war damals schon für ihr Jurastudium nach Hamburg gezogen. Sie erfuhr erst später von dem, was Inga getan hatte, und wendete sich danach noch mehr von unserer Familie ab. Auch jetzt während unserer Gefangenschaft spreche ich Inga, obwohl wir mehr Zeit als genug haben, nie darauf an. Ich fürchte mich vor ihrer Reaktion, und ich möchte diese schreckliche Geschichte am liebsten für immer vergessen, obwohl ich weiß, dass das nie möglich sein wird.
Die Abiturprüfung in Mathematik würde ein Selbstläufer werden, da war ich mir ziemlich sicher. Ich hatte bisher nur wenig dafür gelernt. Anders sah es in Deutsch aus. Britta hatte mir während eines ihrer seltenen Besuche ans Herz gelegt, Deutsch bei Fräulein Hagert als Prüfungsfach zu wählen. Sie selbst war mit Fräulein Hagert wunderbar zurechtgekommen und hatte die Deutschprüfung als Jahrgangsbeste bestanden. Ich selbst hatte Fräulein Hagert zuvor nie als Lehrerin gehabt. Sie war eine dünne unattraktive Frau Ende vierzig, die ihre bereits teilweise ergrauten Haare stets als strengen Knoten in einem altmodischen Haarnetz trug und dazu Altfrauenkleider anzog.
Dass es ein Fehler gewesen war, Brittas Rat zu befolgen, bemerkte ich schnell, denn Fräulein Hagert bevorzugte eindeutig die Mädchen in unserer Klasse. Ein besonderes Vergnügen bereitete es ihr offensichtlich, die Jungen vor der gesamten Klasse bloßzustellen.
Auch auf mich hatte sie es anfangs abgesehen. Erst nachdem ich durchblicken ließ, dass ich Britta Kleins Bruder war, worauf Fräulein Hagert mit einem erstaunten „Kaum zu glauben“ reagierte, behandelte sie mich freundlicher.
Eines von Fräulein Hagerts Lieblingsopfern war Bernd Fliege, der sich selbst als meinen besten Freund bezeichnete und sämtliche Kurse wie ich belegt hatte. Bernd verließ sich stets darauf, dass er meine Hausaufgaben abschreiben und selbst während Klausuren von meinem Wissen profitieren konnte. Tatsächlich half ich ihm, denn er tat mir leid. Bernds Mutter hatte die Familie wegen eines anderen Mannes verlassen, als Bernd fünf Jahre alt war. Weder Bernd noch sein Vater hörten je wieder von ihr. Bernds Vater verlor daraufhin die Kontrolle über sein Leben. Er begann zu trinken und wurde schließlich von der Versicherung, bei der er tätig war, wegen Alkoholkonsums während der Arbeit entlassen. Von da an versuchte er, sich und seinen Sohn mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Den größten Teil des Geldes gab er jedoch weiterhin für Alkohol aus und war meistens in der Kneipe statt bei der Arbeit zu finden.
Bernd freundete sich schon in der ersten Klasse mit mir an. Oft trug er ungewaschene Kleidung, aus der er schon herausgewachsen war, und seine rotblonden Haare schnitt ihm sein Vater offenbar selbst. Die meisten Kinder lachten ihn daher aus und wollten nichts mit ihm zu tun haben, doch mir war das egal. Bernd freute sich so sehr, einen Freund gefunden zu haben, dass er sehr anhänglich wurde und seine Freizeit am liebsten bei mir zu Hause verbrachte. Sein Vater vergaß gewöhnlich Bernds Geburtstag, und auch an Weihnachten ging Bernd meistens leer aus, weshalb er an meinem Geburtstag und am ersten Weihnachtstag schon früh morgens an unserer Haustür klingelte, um meine Geschenke zu bewundern.
Immer wieder mussten meine Eltern Bernd abends freundlich darauf hinweisen, dass es an der Zeit sei, nach Hause zu gehen. Sie duldeten ihn zwar bei uns, fanden aber, dass er einen schlechten Einfluss auf mich hatte. Tatsächlich zeigte Bernd nur wenig Interesse an der Schule und verbrachte nachmittags die meiste Zeit, in der ich meine Hausaufgaben machte, damit, mit meinen Spielsachen zu spielen oder in unserem Wohnzimmer fernzusehen, wenn Britta ihn nicht vertrieb. Als wir älter wurden, hörte er auf, nach dem Unterricht mit zu mir nach Hause zu kommen, doch ich wusste, dass er sich weiterhin kaum Schularbeiten widmete, noch sich großartig auf Klausuren vorbereitete. Stattdessen versuchte er eine Zeitlang, durch Zeitungsaustragen oder als Handlanger auf Baustellen sein Taschengeld aufzubessern, doch keine seiner Tätigkeiten war von langer Dauer. Früher oder später verlor Bernd seine Jobs wegen seiner Unzuverlässigkeit, da er nachmittags lieber zu Hause fernsah. Manchmal begleitete er seinen Vater auch in die Kneipe, wo dieser sich betrank. Und irgendwann stand Bernd dann erneut vor unserer Haustür. Wie selbstverständlich ließ ich ihn immer wieder meine Hausaufgaben abschreiben und half ihm in unbeobachteten Momenten sogar in Klausuren. Anfangs hatte das auch recht gut funktioniert. Bernd hatte es wider Erwarten sogar mit mir auf das Gymnasium geschafft, wo er sich mehr schlecht als recht von Klasse zu Klasse hangelte, doch je näher wir dem Abitur kamen, desto mehr drohte er zu scheitern. Dass Fräulein Hagert ihn nicht mochte, war noch ein eher geringeres Problem, doch das sah Bernd anders.
„Nein, Herr Fliege, so kommen wir nicht ins Gespräch“, tadelte Fräulein Hagert ihn in der zwölften Klasse wieder einmal streng, als dieser sich mit der Interpretation einer Textstelle eines deutschen Klassikers, in dem es um Ehebruch ging, schwertat. „Sie haben das Buch anscheinend überhaupt nicht gelesen. Zumindest haben Sie es nicht verstanden. Vielleicht war es auch ein Fehler, das Werk in dieser Klasse zu lesen. Zu viele Jungen. Jungen haben zu dieser Thematik überhaupt keinen Zugang.“
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