Janina Hoffmann - Ingas Verbrechen
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Neben dem Wohnzimmer befindet sich das Elternschlafzimmer, das ich mir als mein Zimmer ausgesucht habe. Obwohl ich in dem Ehebett viel Platz habe, nutze ich nur die linke, dem Fenster zugewandte Seite. Auf dem Nachttisch an der rechten Bettseite stand anfangs ein Hochzeitsfoto. Es zeigte einen braunhaarigen jungen Mann im dunklen Anzug und eine wunderschöne Braut mit goldblonden langen Haaren in einem weißen Kleid mit einem Strauß roter Rosen im Arm. Beide kamen anscheinend gerade aus der Kirche und sahen sich lächelnd an. Ich habe das Foto in den Nachttisch gelegt, weil ich den Anblick nicht ertrage. In dem Nachttisch befindet sich auch noch eine Bibel. Ich habe zwischendurch immer wieder darin gelesen, doch bietet sie mir weder Trost noch eine Erklärung für unsere Situation.
Inga hat zum Schlafen das Gästezimmer am Ende des Flurs mit Blick in den hinteren Garten gewählt. Das Zimmer ist sehr einfach eingerichtet, nur ein schmales Bett an der Wand, ein Kleiderschrank und ein kleiner Tisch mit einem Stuhl. Doch gibt es etwas in diesem Zimmer, das Inga fasziniert, und auch ich muss zugeben, dass ich mich davon angezogen fühle. Es ist ein etwa vierzig mal fünfzig Zentimeter großer Kunstdruck hinter Glas, der an der Wand neben dem Kleiderschrank hängt. Ich kenne mich mit Kunstrichtungen nicht gut aus, doch ich würde sagen, dass es sich um naive Landschaftsmalerei handelt. Das Bild zeigt grüne Hügel, auf denen kleine rote Häuser mit braunen Dächern stehen, dazwischen winzige Bäume. Einige tragen rote Früchte. Die Häuser sind durch Wege miteinander verbunden, auf denen kleine bunte Autos fahren. Die Sonne scheint, und der Himmel ist nur von ein paar weißen Wolken durchzogen. In so einer Welt muss einfach jeder glücklich sein. In so einer Welt kann nichts Schlimmes geschehen, da sind Inga und ich uns sicher. Niemand wird dort jahrelang eingeschlossen. Deshalb sieht sich insbesondere Inga das Bild immer wieder lange an.
An das Gästezimmer grenzen die beiden Kinderzimmer. Das Zimmer des Mädchens ist hauptsächlich in Rosa eingerichtet und beherbergt neben anderem Spielzeug viele Puppen und ein Puppenhaus. Inzwischen verblichene Kinderzeichnungen hängen an den Wänden.
Inga war schon immer ein Wildfang und hat nie gern mit Puppen gespielt. Die paar, die sie besaß, verloren schnell ihre Köpfe und Gliedmaßen, und ein Puppenhaus hätte sie wahrscheinlich auch innerhalb kürzester Zeit in alle Einzelteile zerlegt.
Der Junge scheint wie ich Flugzeuge zu lieben. Einige Modelle stehen im Wandregal seines Zimmers, und die Zimmerwände sind mit selbstgemalten Flugzeugbildern dekoriert.
Inga und ich haben uns immer wieder vorgenommen, die Kinderzimmer zu durchsuchen, um Hinweise oder nützliche Gegenstände zu finden. Wir können es nicht. Es ist, als würden wir in den Sachen toter Kinder herumwühlen. Wir haben die Zimmer lange nicht mehr betreten.
Ebenfalls meiden wir das Esszimmer, das zwischen den Kinderzimmern und der Küche liegt. Es ist anscheinend für besondere Anlässe gedacht, denn in der gemütlichen Küche gibt es einen Esstisch mit sechs Stühlen, von denen ich einen durch meine Ausbruchsversuche unbenutzbar gemacht habe. Das Esszimmer beherbergt einen langen massiven Tisch mit glatter rotbrauner Tischplatte und acht Stühle mit weinrotem Stoffpolster. Mit dem schweren Tisch haben Inga und ich anfangs zu zweit versucht, das Esszimmerfenster zu zerstören, bis unsere Arme und Schultern schmerzten. Der Tisch hat an dem einen Ende nun einige kleine Dellen und Kratzer. Das Fensterglas ist unversehrt. An der Wand steht eine Holzanrichte. In ihr befinden sich allerhand weiße und bunte Tischdecken. Bestimmt wurden in der Anrichte auch feine Gläser, Geschirr und Besteck aufbewahrt, doch sind diese Sachen alle verschwunden.
Dass Inga und ich uns nur ungern in dem Esszimmer aufhalten, liegt an dem großen Familienporträt an der Wand, das uns zu beobachten scheint. Es zeigt die vier Menschen, die vor uns in diesem Haus gelebt haben. Die schöne Frau mit den großen blauen Augen, deren goldblondes langes Haar in der Mitte gescheitelt ist, lächelt in die Kamera, als würde sie für ein Shampoo werben.
Der ebenfalls lächelnde Mann an ihrer Seite hat dunkle Augen, dunkelbraunes glattes, seitlich gescheiteltes Haar, das seine Ohren halb bedeckt, und trägt Koteletten. Er erinnert mich an einen deutschen Schlagersänger. Mir fällt der Name gerade nicht ein.
Der etwa achtjährige Junge vor ihm sieht seinem Vater sehr ähnlich. Er trägt sein dunkles Haar als Rundschnitt. Selbstbewusst wie der Junge auf einer Schokoladenschachtel lächelt er den Betrachter an.
Das Haar des etwa fünfjährigen Mädchens ist heller als das seiner Mutter. Etwas schüchtern blickt es mit großen blauen Augen in die Kamera. Vielleicht ist ihm die Situation nicht ganz geheuer. Vielleicht wurde es von dem Fotografen auch ermahnt, nicht so frech zu grinsen.
Wir wissen nicht, was mit dieser so glücklich aussehenden Familie geschehen ist. Vielleicht ist es besser, es nicht zu wissen.
Weitere Fotos der Familie gibt es in den vier Fotoalben im Wohnzimmerschrank. Inga und ich sehen sie uns immer wieder widerwillig und gleichzeitig neugierig auf der Suche nach Hinweisen, die unsere Situation erklären, an.
Ein rosa und ein hellblaues Kunstlederfotoalbum sind auf dem Deckel jeweils in goldener Gravur mit „Unser Baby“ beschriftet. Bilder zeigen den Jungen und das Mädchen als Babys und Kleinkinder und die stolzen Eltern. Auf einigen im Garten aufgenommenen Fotos des Jungen ist auch noch ein junger verspielter Bernhardiner zu sehen. Auf späteren Bildern ist er ausgewachsen und wirkt ruhiger. Aus handschriftlichen Notizen in den Fotoalben geht hervor, dass der Junge Anton, das Mädchen Anita und der Hund Arthur heißt.
Auf dem weißen Fotoalbum steht in Silberprägung „Unsere Hochzeit“. Darin gibt es zahlreiche Bilder des glücklichen Paars mit den Hochzeitsgästen nach der Trauung vor der Kirche und auf der anschließenden Feier. Die beiden haben anscheinend viele Freunde, denn es war ein großes Fest. Wie sich wohl die Freunde das Verschwinden der Familie erklären?
Das vierte Fotoalbum ist mit gelbroten Blumen auf hellgrünem Untergrund bedruckt. Auf dem Buchdeckel steht in dunkelgrüner Schnörkelschrift „Unsere Familie“. Hier sehen wir das Paar und die Kinder an Weihnachten vor dem geschmückten Tannenbaum, im Urlaub am Meer sowie die jährlichen Geburtstagsfeiern der Kinder und Feste der Eltern mit Freunden. In manchen erkennen wir die Gäste von der Hochzeitsfeier wieder. Die älteren Herrschaften sind wahrscheinlich die Großeltern. Wissen sie, was mit ihren Kindern und Enkeln geschehen ist?
Zwischen der schweren schwarzen Eingangstür – sie ist vielleicht aus demselben Material wie die Gartenpforte - und dem Wohnzimmer gibt es ein Gäste-WC, das wir nie benutzen, weil die Luft in dem kleinen Raum, warum auch immer, unerträglich warm und feucht ist und sich große schwarze Schimmelheere über die Zimmerdecke und an den Wänden ausbreiten.
Auf der anderen Seite der Haustür, vor der Küche, befindet sich das Badezimmer. Die Fensterscheiben des Badezimmers sind wie die des WCs aus milchigem, aber nicht weniger unnachgiebigem Glas. Wir haben kein Warmwasser, doch daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Es gibt eine Badewanne, keine Dusche. Vielleicht härtet uns das kalte Wasser sogar ab. Können wir uns in dieser Isolation überhaupt mit irgendeiner Krankheit anstecken? Aber was sollen wir nur tun, wenn sich einer unserer Zähne oder unser Blinddarm entzünden sollte?
2. Der letzte Tag in Freiheit
Etwas mehr als eine Woche vor den Abiturprüfungen begann ich, nervös zu werden. Das war eigentlich nicht nötig, denn ich war immer gut in der Schule gewesen. Nicht so brillant wie Britta, für die schon eine Zwei eine Katastrophe war, aber weitaus besser als Inga, die die neunte Klasse sogar wiederholen musste. Dabei war Inga nicht dumm, nur ständig mit ihren Gedanken woanders. Es fiel ihr schwer, sich auf etwas zu konzentrieren. Immer wieder dachte sie sich die ungeheuerlichsten Geschichten aus und behauptete, sie seien wahr. Die Entführung durch Außerirdische war nur ein Beispiel für die blühende Fantasie meiner Schwester. Ihr aufbrausendes Temperament bereitete ihr in der Schule kontinuierlich Schwierigkeiten. Nicht wenige Mitschüler fürchteten Inga sogar, denn wenn sie sich wegen ihrer schlechten Schulleistungen kritisiert oder wegen ihrer unglaublichen Erzählungen ausgelacht fühlte, wurde sie aggressiv und schreckte auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Mehr als einmal wurden meine Eltern von Ingas Lehrern und sogar dem Schulleiter um ein Gespräch gebeten.
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