Janina Hoffmann - Ingas Verbrechen

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Mitte der 1980er Jahre. Der zweiundzwanzigjährige Wolf wird seit Langem mit seiner Schwester Inga in einem mysteriösen Haus gefangen gehalten. Eines Tages gelingt ihm die Flucht, doch Inga muss er zurücklassen. Wolf setzt alles daran, seine Schwester zu befreien. Damit fängt für beide der schlimmste Alptraum erst an. Oder hat Inga es gar nicht verdient, frei zu sein?

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‚Das wird die Deern sein‘, rief Mama. ‚Bestimmt kommt ihr Zug nicht aus Hamburg weg, bei dem ganzen Schnee.‘“ Inga ahmt den breiten norddeutschen Akzent unserer Eltern perfekt nach. „Mama ist dann schnell in den Flur, um den Hörer abzunehmen. ‚Na Bridda, hat dein Zug wohl Verspätung?‘, hörten wir sie fragen. ‚Ach so. Na dann ... viel Spaß und schöne Weihnachten, Deern.‘ Als Mama wieder in die Küche kam, war sie blass.

‚Was ist los, Renate?, fragte Papa. ‚Hat die Deern den Zug verpasst?‘

‚Sie will gar keinen Zug nehmen, Egon. Ist ihr zu voll an Weihnachten. Sie feiert lieber mit ein paar Freunden und hat ganz vergessen, uns Bescheid zu sagen.‘“

Ich sehe die enttäuschten Gesichter meiner Eltern wieder genau vor mir. Weshalb will Inga unbedingt über dieses Weihnachtsfest sprechen? Es gab so viele andere.

Während ich nach tröstenden Worten für meine Eltern suchte, platzte es aus Inga heraus. „Das ist doch wieder typisch Britta! Die egoistische Kuh versaut uns das ganze Fest! ‚Vergessen, Bescheid zu sagen‘, dass ich nicht lache! Britta vergisst nichts. Wir sind ihr einfach scheißegal! Mir ist die Lust auf Weihnachten vergangen!“ Mit diesen Worten verließ Inga die Küche und knallte die Tür hinter sich zu. Meine Mutter ging ihr nach, um sie zu beruhigen. Danach aßen wir vier schweigend das verkochte Essen. Nach Feiern war niemandem mehr zumute.

Das zweite Thema, das Inga immer wieder anschneidet, ist die Frage nach dem Grund, weshalb wir hier sind. Ich höre ihr dann zu, ohne viel dazu zu sagen.

„Wir werden hier zu Beobachtungszwecken festgehalten“, ist Ingas überzeugte Meinung. „Es geht nicht um Geld oder Rache, oder glaubst du, die Idioten an meiner Schule würden so etwas fertigbringen? Jemand will herausfinden, was eine jahrelange Isolation mit Menschen macht.“

Inga meint zu wissen, dass wir von Außerirdischen entführt wurden. Schon als Kind hat sie immer wieder nächtliche Entführungen in ein Raumschiff geschildert und mit erstaunlicher Genauigkeit von ihren Begegnungen mit diesen Wesen berichtet.

„So‘n Tüdelkram“, pflegte unser Vater dann zu sagen. „Das kommt bloß vom ganzen Fernsehen.“

Ingas stärkstes Argument für ihre Theorie ist das Haus, in dem wir gefangen sind. „Du musst doch zugeben, dass das kein normales Haus ist, Wolf. Es ist nicht von dieser Welt“, hat sie schon oft gesagt.

Inga hat Recht, das Haus ist seltsam, und doch hat hier allem Anschein nach vor uns eine Familie gelebt.

Ungewöhnlich sind zunächst die absolut bruchsicheren Fenster, die sich nicht öffnen lassen. Die Glasscheiben befinden sich nicht einmal in einem Rahmen, sondern sind direkt im Mauerwerk verankert. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. In den ersten Tagen unserer Gefangenschaft habe ich mit aller Kraft mit einem Küchenstuhl auf jedes einzelne Fenster eingeschlagen. Die metallenen Stuhlbeine waren schließlich schief und krumm und die Stuhllehne verbogen, doch die Fenster hatten nicht einmal einen Kratzer.

Dann sind da die schallisolierten Außenwände. Sie scheinen sehr dick zu sein und halten selbst beim stärksten Gewitter das Donnerkrachen von uns fern. Gleichzeitig müssen die Wände über so etwas wie Poren verfügen, denn die Luft ist fast im ganzen Haus immer frisch. Obwohl das Haus nicht geheizt wird, wird es im Winter nie kalt, während es im Sommer in allen Räumen, außer im Gäste-WC, angenehm kühl ist. Ich habe mir die Wände im ganzen Haus immer wieder genau angesehen, doch ich kann ihr Geheimnis nicht entschlüsseln.

Wir wissen nicht, ob wir in einer Stadt oder am Ende der Welt gefangen gehalten werden. Dass wir an Silvester das Leuchten von Feuerwerkskörpern sehen, ist unser einziger Hinweis, dass es in unserer Nähe Menschen gibt. Der Blick aus den Fenstern verrät nichts über unsere Umgebung, denn um das ganze Haus herum stehen sehr hohe, dichte Zypressen. Sie sehen alle gleich aus. Genau gleich.

Die vordere Hauswand trennt nur eine schmale, seit Jahren ungemähte Rasenfläche von dieser dunkelgrünen Armee und der schwarzen massiven Pforte, von der aus von Unkraut und Moos überwucherte Betonplatten zur Haustür führen. Es ist schwer zu sagen, aus welchem Material die Pforte besteht. Ich vermute, dass es Metall ist. Die Pforte ist in etwa so hoch wie eine Tür, doch die schwarze Wand darüber ragt hinauf bis zu den Zypressenspitzen. Ich habe noch nie so eine Gartenpforte gesehen. Sie gleicht dem Eingang einer Festung. Eine Garage scheint es nicht zu geben, jedenfalls ist sie oder eine Auffahrt nicht in unserem Blickfeld. Das Sonnenlicht erreicht den nach Norden ausgerichteten Vorgarten nie.

Der hintere Garten ist größer, wenn auch nicht riesig. Hier wächst ebenfalls nur ungepflegter Rasen. Es gibt im gesamten Garten keine anderen Pflanzen. In der Rasenmitte steht ein Gerüst mit zwei Schaukeln und Turnstangen an den Seiten. Hinten an den Zypressen hat eine große Hundehütte einem Vierbeiner als Behausung gedient. Wir haben inzwischen herausgefunden, dass es ein Bernhardiner war.

Hinter der Küche befindet sich eine Terrasse. Ein Tisch und vier Gartenstühle aus Holz stehen noch darauf. Zwei weitere Stühle sind umgekippt. Ich stelle mir manchmal die Familie vor, wie sie an einem warmen Sommertag draußen gefrühstückt hat. Duftender Kaffee und frische Brötchen mit Butter und Erdbeermarmelade. Wir vermuten, dass es einmal eine Tür von der Küche zur Terrasse gegeben hat. Jedoch sind davon keine Spuren mehr sichtbar.

Das Haus ist eingeschossig. Wir haben nicht einmal eine Luke zu einem Dachboden oder eine Tür zu einem Keller gefunden.

Fast den ganzen Tag halten wir uns im geräumigen Wohnzimmer auf, da man von dort – im Gegensatz zur ebenfalls großen, mit orangebraunen Schränken eingerichteten Küche – in den Vorgarten sieht.

Die Sitzgarnitur im Wohnzimmer ist mit dunkelbraunem Cord bezogen. Der Wohnzimmerschrank und das große Bücherregal scheinen aus massiver Eiche zu sein. An den mit einer gelbbraun gemusterten Tapete verkleideten Wänden hängen Bilder mit Blumenmotiven. Ein Fernseher steht im Wohnzimmerschrank, doch können wir ihn nicht nutzen, da sämtliche Kabel entfernt wurden und es außerdem im gesamten Haus keinen Strom gibt. So enden die Wintertage mangels Licht für uns früh, wenn es zu dunkel zum Spielen und Lesen wird.

Es ist wichtig, immer die schwarze Pforte im Blick zu behalten. Sollte ein Besucher das Grundstück betreten, was in den letzten Jahren nicht geschehen ist, werden wir sofort das auf der Fensterbank bereitliegende Blatt Papier, das ich aus einem Schreibblock herausgerissen und mit dem Wort HILFE beschrieben habe, an die Fensterscheibe des Wohnzimmers halten. Wir trauen uns nicht, das Blatt dauerhaft an der Fensterscheibe zu befestigen oder mit Zahnpasta Botschaften auf das Glas zu schreiben, denn, obwohl ich es ungern zugebe, habe ich wie Inga das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Außerdem könnte der Mann, der uns die Lebensmittel bringt, einmal unerwartet an einem anderen Wochentag zu uns kommen, obwohl das bisher nicht vorkam.

Schreibmaterial haben wir genug. In der ersten Zeit habe ich eine Strichliste geführt, um jeden Tag in Gefangenschaft zu dokumentieren. Dann bin ich dazu übergegangen, für jeden Monat einen Kalender aufzuzeichnen. Obwohl es unwichtig scheint, will ich unbedingt den Überblick über das aktuelle Datum behalten.

Es gibt in diesem Haus nur zwei funktionierende Uhren: einen Wecker auf dem Nachttisch neben meinem Bett und meine Armbanduhr. Ich achte peinlich genau darauf, diese beiden Uhren täglich aufzuziehen. Alle anderen Uhren – auch Ingas Armbanduhr – sind stehen geblieben. Ich weiß, dass es seit wenigen Jahren eine Sommerzeit gibt, doch ist mir nicht klar, an welchem Tag die Uhren in welche Richtung verstellt werden müssen. Glücklicherweise werden wir jeden Sonntagmittag um Punkt 12:00 Uhr mit Lebensmitteln beliefert. Wenn der Mann an einem Tag im März um 11:00 Uhr zu uns kommt, weiß ich, dass die Sommerzeit begonnen hat. Beliefert er uns, wenn die Tage kürzer werden, um 13:00 Uhr, müssen die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt werden.

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