Sigurd Marx - Der Schrei des Maikäfers

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Der Gesellschaftsroman spielt vordergründig im 20. Jahrhundert in Deutschland und hintergründig im Europa des 18. Und 19. Jahrhunderts und verknüpft die dramatischen politischen Ereignisse jener Zeit mit der Lebensgeschichte des preußisch geprägten «Untertan Sigurd Adolf Kröger».
Der Hauptprotagonist erzählt die Geschichte einer stets missbrauchten Jugend sowie das Leben eines Einsamen, den die
Angst vor seinem eigenen Alter quält. Es ist auch die Geschichte über das Zusammenspiel unterschiedlicher Charaktere insbesondere im heutigen öffentlichen Dienst deren Berührungspunkte zu Reibungsflächen werden, die einen der Protagonisten zur Selbstverbrennung treiben. Ein Roman erzählt mit humorvollem Augenzwinkern, den Blick zurück im Zorn und die vage Hoffnung, dass der Mensch aus der Geschichte gelernt hat.

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Es lag von nun an eine hektische, unheilvolle Aufbruchsstimmung in der Luft. Die Soldaten im Amtsgericht packten bald danach ihre Utensilien zusammen und im Gefängnishof wurden stapelweise Dokumente verbrannt. Zeitgleich dazu sind im Innenhof sämtliche inhaftierten Deserteure standrechtlich erschossen worden. Gnade ist diesen armen vom Krieg gepeinigten kriegsmüden Männern nie gewährt worden.

Danach wurde im Amtsgericht eine Abschiedsparty von den restlichen Soldaten des Stabes für die noch im Hause verbliebenen Flüchtlingsfrauen zelebriert. Es wurde übermäßig viel getrunken, gegessen und getanzt. Aus dem Herrenzimmer, dem »Gralsheiligtum« meines Vaters, er war zwischenzeitlich zum Volkssturm eingezogen worden, das wir Kinder niemals betreten durften, tönte vom Grammofon zum wiederholten Male das Lied:

»Davon geht die Welt nicht unter«…

von der seinerzeit weltberühmten Sängerin Zarah Leander mit ihrer so herrlichen, für mich unvergesslichen rauchigen Stimme gesungen. Die verbliebenen Frauen, mit den in ihren Armen liegenden trunkenen Soldaten, sangen immer wieder den Refrain mit und suhlten sich dabei in der extra für meinen Vater vom königlich preußischen Sattler & Polsterer Ramtun angefertigten englischen Polstergarnitur.

Einigen Soldaten hingen die Hosenträger ihrer Uniformhose lose herunter und nicht nur der Zugang zu ihrem »Johannes« stand bei einigen Männern im wahrsten Sinne des Wortes offen. Auch bei den sich an ihnen anschmusenden Frauen waren die Blusen weit geöffnet und der HJ-Pimpf hat sich sehr gewundert, erwachsene Soldaten nuckelnd an den Brüsten einiger Frauen liegen zu sehen. Glaubte er doch bis dato, dass die Brüste der Frauen nur für die neu geborenen Babys da waren, um daran ihren Hunger zu stillen.

Und ich dachte an meinen strengen Herrn Vater, wenn der noch zu Hause gewesen wäre. Er hätte, so wie Jesus die Pharisäer aus dem Tempel, die ganze lüsterne Gesellschaft aus dem Amtsgericht hinaus gejagt.

Die perverse Aufforderung eines trunkenen Offiziers an die Frauen: „Heiliger Strohsack, die Russen sind da! Mädels lasst uns die letzten Stunden dieses Krieges feiern, denn der Friede wird grausam sein“, hat der Knabe Sigurd Adolf verständlicher Weise erst später als Erwachsener so richtig verstanden.

Und trotzdem, das Geschehen wirkte auf mich belustigend. Zugleich aber schämte ich mich ob meiner jugendlichen Neugier. Das, was ich sah, war keine Abschiedsparty, es war eine »Weltuntergangsorgie«, die stattfand als Tanz auf dem Vulkan, weil ein russischer Stoßtrupp unmittelbar vor der Stadt gestellt worden war, der erst nach Einsatz der drei Tigerpanzer zurückgeschlagen werden konnte. Unsere kleine pommersche Stadt wurde zur Festung erklärt.

Früh am Morgen kam der Befehl, alle Einwohner haben sofort die Stadt zu verlassen und die restlichen Soldaten ihre vorgegebenen Stellungen einzunehmen. Danach war die ganze Stadt in Aufruhr.

2

Im Amtsgericht spielten sich an diesem Morgen der Räumung der Stadt dramatische Szenen ab. Viele Mütter standen mit ihren Kindern zu Fuß zur Flucht bereit und wussten nicht wohin mit sich und den Kindern. Meine Schwester Hilde behielt die Nerven und verhandelte geschickt mit dem Vorgesetzten der im Amtsgericht noch anwesenden Stabssoldaten, dass zumindest die kleineren Kinder mit den Kraftfahrzeugen der abziehenden Soldaten mitfahren dürfen, um wenigstens sie vor den zu erwartenden Fronteinwirkungen zu retten.

Glücklicherweise gab der Kommandeur sodann Befehl, die restlichen im Amtsgericht noch anwesenden Frauen und Kinder auf die noch verbliebenen Fahrzeuge zu verladen und sofort die militärisch nicht zu haltende Stadt zu verlassen. Bei Vollzugsmeldung der Verlegungsbereitschaft der Einheit an den Kommandeur wurde ihm gemeldet, dass zwei meiner älteren Brüder, Gerhard und Otto, fehlten. Gerhard 15 Jahre alt und strammer Pimpf, Otto bereits 17, aber nicht wehrdiensttauglich. Höchstwahrscheinlich hatten sie sich entgegen der Weisung unserer Mutter auf die Straße begeben und wurden dort von Feldgendarmen, die im Volksmund auch die »Kettenhunde« genannt wurden, aufgegriffen und zum Volkssturm eingeteilt, um die Stadt vor den einfallenden Russen zu verteidigen.

Mutter drehte regelrecht durch und bekam einen Nervenzusammenbruch, denn sie wollte verständlicher Weise ohne die beiden nicht aus Massow abreisen. Ich weiß es heute noch wie damals: Es war der Stabsoffizier Hans Rabauer, der meine Mutter, mit welchen Worten auch immer, beruhigte und sie in den PKW des Kommandeurs komplimentierte und der Konvoi sich endlich stadtauswärts in Bewegung setzen konnte.

Schon nach kurzer Zeit musste der Konvoi auf der verstopften und durch Panzersperren verengten Straßenkreuzung in Fahrtrichtung Naugard halten. Plötzlich wurde die Tür des Fahrzeuges, in dem ich mit weiteren Geschwistern saß, aufgerissen und mein Bruder Gerhard sprang atemlos und keuchend in das Auto. »Mensch Junge, wo kommst du denn her«? fragte ihn einer der Soldaten. Wie bereits vermutet wurde, sollten meine Brüder mit anderen jungen Pimpfen und alten Volkssturmmännern auf Weisung der Feldjäger unsere Stadt mit einem Arm voll Panzerfäusten und eingesammelten Jagdgewehren vor den anstürmenden Russen verteidigen. Ältere Volkssturmmänner hatten den Pimpfen jedoch geraten: »Jungens, nehmt eure Beine in die Hand und haut ab, bevor die Russen euch massakrieren«.

Bruder Gerhard befolgte diesen Rat und konnte sich im letzten Augenblick zu uns flüchten und so sein Leben retten. Andere sowie mein Bruder Otto leider nicht. Dreizehn Pimpfe aus Massow haben an diesem Tage ihr junges Leben für Führer, Volk und Vaterland gelassen, wie wir Jahre später von unserem Frisör, Kalli Weidemann, erfahren haben. Sie fanden Ihre letzte Ruhe im kühlen Wiesengrunde hinter dem Mühlenrad der Massower Mühle direkt gegenüber dem Massower See; heute polnisch Maszewo.

Er und seine Familie haben die Flucht aus Massow 1945 vor den anstürmenden russischen Soldaten nicht mehr geschafft. Sie haben bei den Kämpfen um unsere Stadt und nach ihrer Besetzung durch die Russen Grauenhaftes erlebt und gesehen, worüber seine liebe Mutter verrückt geworden ist.

Kalli Weidemann berichtete meinen Eltern auch, er habe versucht, die jungen Mädchen und Frauen von Massow vor der russischen Soldateska dadurch zu schützen, indem er ihnen einen Herrenhaarschnitt frisierte und sie sich sodann wie Jungen kleideten. Aber einige Tage später wussten die Russen, von wem auch immer, welche »Jungen« sie sich greifen mussten, um ihre sexuellen Gelüste an diesen gewaltsam auszuleben. Und die Gewaltorgien der russischen Soldateska wirken bis heute nach wie man von einem missbrauchten, zwischenzeitlich dreiundsiebzigjährigen »weißhaarigen Mädchen« anlässlich der TV-Diskussion bei Reinhard Beckmann am 18. Mai 2009 erfahren hat; missbrauchte Kriegskinder bleiben traumatisiert.

Die Familie Weidemann sowie alle restlichen Einwohner von Massow, die im Frühjahr 1945 von der russischen Front überrollt und in Massow das Kriegsende erlebt hatten, wurden 1946 von den neuen Machthabern, den Polen vertrieben.

Mein Bruder Otto wird seit unserer Flucht und ein weiterer meiner Brüder, Alfred, er meldete sich 1944 freiwillig zur Front, werden bis heute vermisst. Ein Schicksal, das hunderttausende deutscher Männer und Frauen während und nach den Kriegswirren getroffen hat. Tausende Frauen, Mädchen und Jungen wurden von der russischen Siegermacht nach der Kapitulation 1945 nach Sibirien deportiert.

Die Flucht ging weiter und es klingt verrückt, aber der Militärkonvoi fuhr mit uns auf Schleichwegen direkt durch die Hauptkampflinie in Richtung Naugard, Stettin, Berlin. Ringsherum brennende Dörfer und fliehende Menschen. Das reinste Inferno.

Abends erreichten wir ein brennendes Dorf, in dem wir in einem der wenigen unbeschädigten Häuser übernachteten. Mit dem ersten Tageslicht setzte sich der Fahrzeugkonvoi wieder in Richtung Stettin/Berlin in Bewegung. Irgendwann erreichte der Militärkonvoi im Laufe des frühen Vormittags die Autobahn auf der sich an diesem Tage noch grausame Dramen abspielen sollten, die bis heute unauslöschlich in meinem Gedächtnis geblieben sind. Auf der rechten Fahrbahnspur, so weit das Auge sehen konnte, ein langer Flüchtlingstreck, der kurz vor Eintreffen unseres Militärkonvois von russischen Tieffliegern mit Bomben beworfen und danach im Tiefflug zusammengeschossen worden war.

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