Christoph Kessel - Zu Gast

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"Die Welt zu Gast bei Freunden" lautete das Motto des Fußball-Sommermärchens 2006 in Deutschland. Menschen aus vielen Ländern besuchten ein weltoffenes, tolerantes Deutschland. Als WM-Volunteer wollte der Autor damals mit dafür sorgen, dass die Fans eine gute Zeit in seiner Heimat hatten. Schließlich reist er seit Jahrzehnten um die Erde, wo ihm in den meisten Regionen eine große Gastfreundschaft entgegengebracht wird.
In elf Kapiteln erzählt er von seinen Reisen auf sechs Kontinenten: Mit dem Mietwagen durch Armenien und Argentinien, mit dem Fahrrad von Helsinki ans Nordkap und durch Berge Nordvietnams und an der Küste Südvietnams entlang, zu Fuß durch Nepal und die Teeplantagen von Sri Lanka, inselhüpfend die Kleinen Antillen bis nach Südamerika und von Feuerland in die Antarktis und zu den Falklandinseln, auf Schimpansenadoption in Sierra Leone und Elefantenadaption in Kenia und zum Besuch eines Fußballspiels nach Magdeburg. Die unterschiedlichen Arten des Reisens sollen den Leserinnen und Lesern Lust machen, selbst die Koffer zu packen: Denn trotz der turbulenten Zeiten bietet unsere Welt viele wundervolle Ecken, Gast zu sein.

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Nach insgesamt 1.248 Kilometern im Sattel erreichte ich an einem Sonntagmorgen den Polarkreis. Von nun an bewegte ich mich, geographisch gesehen, in der Arktis, doch so hatte ich mir arktische Temperaturen nicht vorgestellt: 30 Grad plus und Sonnenschein. Am Polarkreis geht am 21. Juni die Sonne nicht unter und am 21. Dezember nicht auf. In nördlicheren Gefilden dauern beide Zeiträume wesentlich länger als 24 Stunden an. So geht die Sonne am Inari-See im Juli um Viertel vor eins am Morgen unter und 30 Minuten später wieder auf. Diesen kurzen Nächten tragen die Kneipen Rechnung: Selbst im kleinsten Kaff waren sie bis mindestens drei Uhr morgens geöffnet, und sie veranstalteten häufig Karaoke. In Finnland war dies fast so beliebt wie in Korea. Ob es an der entfernten Verwandtschaft beider Sprachen lag?

In Norden Finnlands befand ich mich öfters im Stau. Das lag nicht an den Autos, sondern an den Rentieren, die ich in ganz Nordfinnland traf. Sie nahmen auf den hupenden Autofahrer keine Rücksicht und blockierten die Straße, so lange sie Lust hatten. Lediglich vor mir als Radler hatten sie Angst, wahrscheinlich weil ich keinen Lärm machte.

Die meiste Zeit fuhr ich auch in Nordfinnland durch Wald. Lediglich kurz vor dem riesigen Inari-See lichtete er sich, und Moore prägten die Landschaft. Sie erinnerten mich an die auf meiner Weltreise im Jahr zuvor bereisten schottischen Highlands. Die Region nördlich des Polarkreises ist der Lebensraum der Sami, die früher Lappen genannt wurden. Sie sind die eigentlichen Ureinwohner Finnlands. Sie zogen es, als die Finnen aus dem Süden kamen, vor, ihr Nomadenleben im Norden weiterzuführen. Sie wurden lange Zeit wie so viele Minderheiten weltweit unterdrückt. Im 17. Jahrhundert wurden sie zwangschristianisiert und ihre Naturreligion verboten. Im zweiten Weltkrieg mussten die Deutschen 1944 nach der Niederlage gegen die Sowjets das Land verlassen und brannten alles nieder, so dass es heute kaum noch ein Gebäude in Lappland gibt, das aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stammt. Dank der EU und dem finnischen Staat haben die Sami mittlerweile ein vergleichsweise gutes Leben, das sie hauptsächlich mit Rentierzucht bestreiten. Ihre Sprache ist als gleichberechtigt anerkannt, und sie haben ein eigenes Parlament.

Die Fahrt vom Inari-See in Richtung Nordwesten zur norwegischen Grenze brachte eine Neuerung mit: Wind! Da ich bisher ja eigentlich nur durch Wald gefahren war, hatte es keinen Gegen- oder Rückenwind gegeben, der einen Einfluss auf meine Geschwindigkeit hatte. Auf der Hochlandfläche von Sapmi (Lappland) hatte ich zum ersten Mal mit Gegenwind und Böen zu kämpfen. Gerade Seitenwindböen waren nicht gerade die angenehmsten Naturphänomene, da ich durch sie oft zur Straßenmitte „geweht“ wurde. Glücklicherweise verhielten sich die Autofahrer gegenüber Radlern im Großen und Ganzen sehr rücksichtsvoll, wenn ich mal die Spezies auf den Schnellstraßen am Flughafen Helsinki außen vor lasse: Ich wurde als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und respektiert und daher wurde im großen Sicherheitsabstand überholt und trotz Böen wurde ich nie geschnitten.

Die Fahrt über die Hochlandebene erweiterte mit einem Mal auch meinen Blickwinkel, der in den letzten Wochen lediglich drei Meter nach links und nach rechts bis an den Straßen- bzw. Waldrand gereicht hatte. Statt durch Wald radelte ich nun an Sümpfen und Mooren vorbei, die das Landschaftsbild bis zum kilometerweit entfernten Horizont dominierten. Endlich wurde der finnische Name für Finnland „Suomi“ Realität, denn es bedeutete nichts anderes als Sumpf. Finnland selbst kommt wahrscheinlich vom lateinischen „Fenia“ und bedeutet ebenfalls Sumpf.

Nach vielen, meist wunderschönen und oft sonnigen Radel-Tagen hatte ich den 1.720 Kilometer langen „Sumpf“ durchquert und mit Norwegen wieder „festen Boden“ unter den Füßen. Kaum im Land der Fjorde angekommen, ging es auch schon steil bergan auf eine karge Hochfläche. In kleinen Senken wuchsen die letzten Kiefern und Birken. Da es sagenhafte 25 Grad im Schatten waren und die Sonne mittlerweile 24 Stunden am Tag schien, kam ich mir eher wie am Mittelmeer vor. Diese warmen Tage in der Polarregion waren im Landesinneren von Nordnorwegen im Sommer durchaus normal. Allerdings wird es im Winter auch minus 45 Grad kalt. Durch die klare Luft waren die Berge des Eismeeres zu sehen, obwohl sie noch fast 100 Kilometer entfernt waren. Je weiter ich nach Norden fuhr, desto weniger Bäumchen säumten den Weg.

Neben Fjorden ist Lachs etwas, wofür Norwegen sicherlich bekannt ist. Lakselv (norwegisch Lachsfluss) war der erste Ort, den ich nach 74 Kilometern passierte, seit ich den Grenzort Karasjok auf meinem Weg zum Eismeer verlassen hatte. Das Dorf machte seinem Namen alle Ehre. Auf dem Dorffest räucherten die Fischer den frisch gefangenen Lachs direkt auf der Gasse, und für 3,50 Euro gab es eine Riesenportion Filet auf den Teller.

Bisher war diese Radtour recht reibungslos verlaufen, doch kurz vor meinem Ziel wurde ich vor ein besonderes Problem gestellt: Da Norweger in Sachen Straßenbau sicherlich die fortschrittlichsten Zeitgenossen auf unserem Planeten sind, bauten sie in diesem inselreichen Land zuhauf Brücken, steile Straßen und leider auch Tunnels. Ein paar hundert Meter durch einen abgasverseuchten Tunnel zu radeln war ja noch in Ordnung, aber wie sah es mit einem fast sieben Kilometer langen Tunnel aus, der 212 Meter unter der Meeresoberfläche verlief und extrem eng war? Offiziell war die Durchfahrt durch den so genannten „Nordkapptunnellen“ für Radler ohnehin verboten – doch das hieß in Norwegen nicht sonderlich viel. Da ich niemanden getroffen hatte, der dieses stinkende Abenteuer per Velo durchgestanden hat, musste ich eine Alternative finden. Diese bestand, nach meiner ersten mobilen Internet-Recherche überhaupt, darin, eine kleine Nebenstraße für 100 Kilometer zu nehmen und dann mit dem Postschiff auf die Nordkapinsel Magerøya zu fahren.

Leider legte das Schiff nur einmal täglich ab, und dies morgens um Viertel vor zehn. Als ich die Recherche beendet hatte, war es bereits Abend geworden. Da ich irgendwann einmal wieder zu Hause ankommen musste, blieb mir nicht viel anderes übrig, als nach 128 gefahrenen Kilometern abends noch schnell die fehlenden 100 Kilometer zum Fährhafen zurückzulegen. Aber gibt es etwas Schöneres, als freitags um Mitternacht bei Sonnenschein eine kurvenreiche kleine Straße auf der kein Auto fuhr von Fjord zu Fjord entlang zu radeln? Fünf Kilometer vor dem Dorf, es gab auf den 100 Kilometern sonst keines dazwischen, stellte ich mein Zelt neben der Straße auf. Es störte ja ohnehin niemanden, dank des „Jedermansrechts“ in Skandinavien. Dieses besagt, dass sich jeder auf öffentlichem Land zu jeder Zeit aufhalten darf – dies schloss das Zelten glücklicherweise ein. Mit 228 Kilometern in den Beinen und einem aus Finnland importierten Dosenbier im Kopf schlummerte ich sofort ein.

Die Fahrt mit dem Postschiff, das zwischen Bergen im Südwesten Norwegens und Kirkenes an der Grenze zu Russland im Nordosten des Landes pendelt, war äußerst angenehm. Das Rad wurde im Frachtraum deponiert, und ich hielt mich im Bordrestaurant am Kaffee fest, während an mir die Felsenkulisse der Eismeerküste vorüberzog. Nach zwei Stunden Fahrt war ich in Honningsvåg, dem Hauptort der Nordkap-insel, angekommen. Nach weiteren 34 Kilometern extrem bergiger Straße hatte ich das Ziel meiner Reise erreicht: Vom Nordkapfelsen aus blickte ich bei strahlendem Sonnenschein auf das ruhig daliegende Eismeer hinaus. Ich hatte jetzt den nördlichsten mit dem Rad anfahrbaren Punkt Europas erreicht – allerdings endet Europa nicht am Nordkap, wenn man Spitzbergen, das 1.200 Kilometer weiter nördlich liegt, zum europäischen Kontinent dazuzählt. 2.016 Kilometer lagen seit meiner Abfahrt zwei Wochen zuvor hinter mir und ich dachte, das Ganze war ja bis auf den einen Regentag in Mittelfinnland ganz einfach gewesen...doch man sollte nie den Tag vor dem Abend loben.

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