Christoph Kessel - Zu Gast

Здесь есть возможность читать онлайн «Christoph Kessel - Zu Gast» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Zu Gast: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Zu Gast»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Die Welt zu Gast bei Freunden" lautete das Motto des Fußball-Sommermärchens 2006 in Deutschland. Menschen aus vielen Ländern besuchten ein weltoffenes, tolerantes Deutschland. Als WM-Volunteer wollte der Autor damals mit dafür sorgen, dass die Fans eine gute Zeit in seiner Heimat hatten. Schließlich reist er seit Jahrzehnten um die Erde, wo ihm in den meisten Regionen eine große Gastfreundschaft entgegengebracht wird.
In elf Kapiteln erzählt er von seinen Reisen auf sechs Kontinenten: Mit dem Mietwagen durch Armenien und Argentinien, mit dem Fahrrad von Helsinki ans Nordkap und durch Berge Nordvietnams und an der Küste Südvietnams entlang, zu Fuß durch Nepal und die Teeplantagen von Sri Lanka, inselhüpfend die Kleinen Antillen bis nach Südamerika und von Feuerland in die Antarktis und zu den Falklandinseln, auf Schimpansenadoption in Sierra Leone und Elefantenadaption in Kenia und zum Besuch eines Fußballspiels nach Magdeburg. Die unterschiedlichen Arten des Reisens sollen den Leserinnen und Lesern Lust machen, selbst die Koffer zu packen: Denn trotz der turbulenten Zeiten bietet unsere Welt viele wundervolle Ecken, Gast zu sein.

Zu Gast — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Zu Gast», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Das Positivste an St. Lucia waren die Einheimischen, die miteinander sehr rücksichtsvoll umgingen. Im Straßenverkehr ließen die Autofahrer andere an sich vorbei oder gewährten unerwartet Vorfahrt. Auf Straßen, auf denen kaum Busse fuhren, wurde ich immer gefragt, ob ich mitfahren wollte. Nie wollte jemand von mir Geld dafür sehen. Die Menschen und ihre Lebensweise erinnerten mich sehr stark an meine Erfahrungen in Afrika, und die afroamerikanischen Bewohner waren sehr stolz auf ihre Wurzeln. Überall sah ich die Farben des Kontinents(Grün, Gelb, Rot), und sein Umriss war auf den Autos als Aufkleber omnipräsent. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel erinnerten mich, je weiter ich den kleinen Antillenbogen nach Süden bereiste, immer mehr an Afrika, vor allem was die Auslastung betraf. Gingen in St. Kitts in den Bus zwölf Passagiere, passten nun bis zu zwanzig in das gleiche Modell hinein. Außerdem nahm die Lautstärke der überall zu hörenden Musik deutlich zu. Südlich von Martinique rate ich zu Oropax: Erstens wegen der Lautstärke und zweitens wegen Brittney Spears und den Backstreet Boys, die den Reggae mittlerweile eindeutig auf Platz drei, noch hinter Gangsta-Rap, verdrängten.

Zwischen St. Lucia und meinem nächsten Ziel, St. Vincent und den Grenadinen liegen nur 30 Meilen. Trotzdem gab es keinen Direktflug, weshalb ich einen Umweg von 250 Meilen via Barbados einlegen musste. Diese Insel hat nach dem, was ich las, hörte und sah, außer Fish, Chips, Rum und Abhängen nichts wirklich Besonderes zu bieten. Deshalb wechselte ich dort nur das Flugzeug, um in St. Vincent den Höhepunkt meiner Karibikreise zu erleben: Den Cross-Island-Track mit Besteigung des aktiven Vulkans La Souffrière. Der Name kommt Euch bekannt vor? Richtig, hier wurde jeder zweite Vulkan auf diesen Namen getauft. Aber in Deutschland gibt es ja auch ein Dutzend „Neustadt“. Mangelende Kreativität bei Ortsangaben ist sicherlich global verbreitet.

Da ich nicht wusste, ob es überhaupt einen vernünftigen Weg auf den Vulkan gab, war dieser Tagesausflug ein kleines Abenteuer. Auch auf St. Vincent bekam ich wieder eine Mitfahrgelegenheit, diesmal auf der Ladefläche eines Pick-ups. Meine Mitfahrer waren Arbeiter auf einer der vielen kleinen Bananenplantagen, die es auf den Kleinen Antillen gibt. Dass die EU-Agrarpolitik auch Sinnvolles leisten kann, zeigte sich auf dieser Reise: Es werden in erster Linie Bananen aus den CARICOM-Staaten und den tropischen Departements Frankreichs (also den Karibik-Inseln) importiert. Dadurch erhalten die Plantagenbesitzer eine garantierte Abnahme zu fixen Preisen. Und die Plantagenbesitzer waren hier noch die kleinen Bauern, anders als in Mittelamerika, wo Großkonzerne beispielsweise aus den USA, dominierten.

Der Bergweg führte anfangs durch tropischen Regenwald, den ich aber relativ schnell hinter mir ließ. Der Bereich oberhalb dieser Baumgrenze war vom letzten Ausbruch des Vulkans 1979 mit Lava zugedeckt worden, so dass hier nur noch krautartiger Bewuchs zu sehen war. Bisher hatte es nur dieses Kraut geschafft, auf diesen Berghängen zu gedeihen. Mit zunehmender Höhe wurde es für hiesige Verhältnisse sehr kalt. Es waren nur noch 14 Grad, der Wind blies mir um die Ohren, und plötzlich befand ich mich mitten in den Wolken. Diese Szenerie erinnerte mich an das schottische Hochland. Ich kletterte weiter hinauf und schien mich auf einmal vor einem riesigen Tal-Einschnitt zu befinden. Die gegenüberliegende „Talseite“ war der 150 Meter hoch aufgetürmte Lava-Rest, der im Krater verblieben war. Als der Weg an dem Grad bergab statt bergauf führte, begriff ich langsam, dass ich den Krater erreicht hatte. Wenig später riss die Wolkendecke auf, und ich sah die riesigen Dimensionen des Kraters. Er hatte einen Durchmesser von etwa einem Kilometer und war etwa 200 bis 300 Meter tief. In der Mitte befand sich der besagte Lava-Haufen, der natürlich mittlerweile erkaltet war. Dieses Panorama mit der Karibik im Hintergrund würde ich sicher nicht vergessen.

Nach einer kurzen Mittagspause setzte ich meine Wanderung nach Westen fort. Schließlich wollte ich die Insel von der Atlantik-Seite bis zur Karibik-Seite durchqueren. Auf dem Weg hinunter begegnete ich im Regenwald glücklichen Kühen auf Weiden mit bunten Blumen mit Blüten von einem halben Meter Durchmesser, unbekannten Vogelarten und einem einzigen Einheimischen, der sich freute, mal wieder einem Menschen zu begegnen. An der Karibikküste angekommen lag vor mir ein zwei Kilometer langer, menschenleerer Strand. Aufgrund des vulkanischen Ursprungs der Insel war der Sand grau bis schwarz. Dies entsprach so gar nicht dem Klischee des typischen Karibikstrands, doch diese Abgeschiedenheit war traumhaft schön. Muss etwas unbedingt weiß sein, um als schön zu gelten? Ich denke nicht.

Um wieder in die Zivilisation zurückzukehren, hatte ich noch einen Fluss von 20 Metern Breite zu überqueren. Das Wasser reichte mir nur bis zu den Knien. Aber es war wegen der starken Strömung gar nicht so einfach, das andere Ufer zu erreichen. Dort empfingen mich Einheimische, die mir sofort eine Mitfahrgelegenheit ins nächste Dorf mit Busanschluss anboten. So landete ich zum zweiten Mal an diesem Tag auf der Ladefläche eines LKW. Dieser war mit Sand befüllt und ich blieb nicht lange der einzige „Fahrgast“ auf der Ladefläche. Am Ende waren wir ein Dutzend „Passagiere“, die die Fahrt in drei Metern Höhe genossen. Das einzige, worauf wir aufpassen mussten, waren die Telefonleitungen, unter denen wir hindurchfuhren, da sie ziemlich knapp über unseren Köpfen hingen.

Wie der Name schon sagt, besteht das Land St. Vincent und die Grenadinen ja nicht nur aus der Hauptinsel St. Vincent. Meine Reise durch die Grenadinen nach Süden setzte ich mit dem Frachtschiff fort und tuckerte so gemächlich von Inselchen zu Inselchen. Manches Eiland hatte keinen Hafen, so dass die Fracht dann auf kleinere Boote umgeladen und an Land transportiert wurde. Etwas bizarr war diese „Kreuzfahrt“ schon. Denn während es auf dem einen Inselchen überhaupt keine Infrastruktur gab, lagen direkt daneben Privatinseln mit Jachtanleger oder Heliport, die Promis wie Mick Jagger gehörten. Diese Inseln wurden nicht angefahren, da ein Rolling Stone natürlich nicht das Frachtschiff nimmt.

Auf Union Island, der südlichsten Grenadinen-Insel, angekommen, hatte ich gar keine Zeit, über Reich und Arm, die da so direkt aufeinanderprallen, zu philosophieren. Schließlich hatte ich ein großes Problem zu lösen. Ich wusste dank meines etwas oberflächlich verfassten Reiseführers nicht, wie ich von dort weiterkommen sollte. Die in dem Buch angegebenen Flugverbindungen gab es nicht mehr. Es bestand zwar zweimal die Woche eine Bootsverbindung auf die grenadische Insel Carriacou. Dummerweise war das Boot am Tag meiner Ankunft, einem Donnerstag, aber gerade abgefahren. Also musste ich mal wieder Glück haben: Die „No-Problem“-Leute halfen mir wie so oft auf dieser Reise aus der Patsche. Irgendjemand wusste, dass freitags irgendeine andere Person meistens mit dem Boot nach Carriacou fuhr, um Gasflaschen aufzufüllen. Es war die einhellige Meinung der Leute, dass ich sicherlich mitfahren könnte. Schnell wurde jemand losgeschickt, um den Kapitän ausfindig zu machen, und nach noch nicht einmal zehn Minuten kam die Person zurück und meinte, ich sollte mich am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang im Nachbardorf am Hafen einfinden.

Das frühe Aufstehen war ich mittlerweile gewohnt. Die Menschen standen hier so gegen halb sechs Uhr morgens mit der Sonne auf, während nach Sonnenuntergang in diesem Teil der Welt nicht mehr viel passierte. Am nächsten Morgen erschien ich also bei Sonnenaufgang an der Mole, wo zwei kleine hölzerne Segelboote, etwa so lang wie ein VW-Bus, ankerten. Tatsächlich tauchte plötzlich ein alter Mann mit grauen Rastahaaren auf, stieg auf das Boot und setzte die Segel. Zusammen luden wir Cola-Kästen und Gasflaschen ein. Nachdem er mit dem zweiten Matrosen noch schnell einen Joint geraucht hatte, wurde der Kapitän in den nahen Mangroven aufgegabelt. Er watete durchs Wasser, kletterte ins Boot und meine Reise in Richtung Grenada, mein nächstes Land, begann. Union Island erinnerte mich ein wenig an das Deutschland vor 1990: Überall wimmelte es von US-Soldaten. Ihre Aufgabe bestand darin, den Drogenschmuggel von Süd- nach Nordamerika zu unterbinden. Diese militärische Präsenz hielt die Besatzung meines Bootes allerdings nicht davon ab, einen weiteren Joint zu drehen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Zu Gast»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Zu Gast» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Zu Gast»

Обсуждение, отзывы о книге «Zu Gast» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x