1 ...6 7 8 10 11 12 ...17 •GELB regt die Drüsenfunktion an, aktiviert die Schleimhäute und die Leberfunktion, stärkt das Vegetativum, steht für den wachen Verstand und den praktischen Lebenssinn und für die Hoffnung;
•GRÜN besänftigt, gleicht aus, baut Schwächen ab und bringt Erholung. Seine Wirkung ist die Hoffnung und die Liebe;
•BLAU zersetzt und absorbiert Krankheitserreger, bringt Schlaf, setzt den Blutdruck herab, ist organisch und seelisch dämpfend und die Farbe der geistigen Entwicklung und Freude;
•VIOLETT beeinflusst das Zentrale Nervensystem, ist das „Morphium“ unter den Farben, aber auch die Farbe für das spirituelle Wachstum.
Das Licht kommt von der Sonne in kleinen Energiepaketen, den Photonen. Sie kommen in den Farben von Rot bis Violett. Jedes Photon besitzt eine bestimmte Menge von Energie – je nach Farbe am höchsten bei Violett, am niedrigsten bei Rot. Die Reihenfolge der Farben ist die des Regenbogens, und dieses Phänomen wird dir noch öfter begegnen, mein Lieber, sie hat also mit der Energiemenge zu tun und einem übergeordneten Ordnungssystem.
Wenn dann ein Photon auf ein Molekül trifft (sagen wir Spirituelle), verschmilzt es mit Hilfe der Naturgeister mit den Elektronen des Moleküls und übergibt ihm seine Energie und damit seine Farbe. Jedes lichtabsorbierende Molekül ist mit bestimmten Proteinen gekoppelt und bildet wiederum mit Hilfe der Naturgeister – Enzyme und Pigmente – farbliche Strukturen, welche die eingefangene Energie zusammenhalten. Das Ganze nennen wir dann Rose, Blumenkohl, Blattsalat oder Apfelbaum und Eiche.
Newton definierte das Licht, indem er es mithilfe eines Prismas untersuchte und in sieben Farben „brach“.
Johann Wolfgang von Goethe dagegen beobachtete, direkt durch das Prisma sehend, Formen und bestimmte Grenzen an den Formen, insbesondere Grenzen zwischen Schwarz und Weiß. Während Newton mit der Analyse des klaren Lichts den Weg für quantitative Bestimmungen freilegte, kam es Goethe entscheidend auf die qualitative Seite der Phänomene an, auf das konkret „Sinnhafte“ der „farbigen“ Farbe18).
18Goethe Farbenlehre :Johannes Pawlik „Goethes Farbenlehre“, S.11
Er stellte in einer minutiös ausgearbeiteten „Farbenlehre“ fest, dass es weitaus mehr als sieben, nämlich zwölf(!) Farben gibt. Denn Licht müsse mit dem Dunklen gemischt werden, um Farbe hervorzubringen. Die Verdunkelung geschehe durch Medien, so erscheine eine wasserdunsthaltige (trübe) Luft gelb, bei noch stärkerer Trübung rot (Morgen-Abendröte). Die blaue Farbe des Himmels rühre daher, dass die Dunkelheit des unendlichen Raums durch atmosphärisch vom Tageslicht erleuchtete Dünste hindurch blau gesehen werde. Wenn wir seinen Argumenten folgen, ist Farbe unter anderem eine Frage der Sättigung des Lichts mit Wasser, und je mehr Wasser vom violetten Licht aufgenommen werde, desto schwerer werde es und desto näher komme es dem roten Licht.
Goethe gehörte zu den „Eingeweihten“, d.h., er hatte viele Freimaurer-Kontakte bis nach Sizilien hinunter und experimentierte seinen eigenen Worten nach fast lieber, als dass er Gedichte schrieb. Sein Ringen um die Beweise zu seiner Farbtheorie machte ihn zum erbitterten Feind von Isaac Newton. Sein Farbkreis zeigt zwölf Farben – eine ergibt sich aus der anderen – die Basis seiner Variationen ist die Mischung der Farben untereinander, mit Dunst, also Wasser, und damit mit der Dunkelheit. Wie wichtig das Wasser in der Welt unserer Naturgesetze ist, wirst du später erfahren.
Die Welt ist Klang
Die Frage nach den Zahlen, Gesetzen und Analogien beschäftigte über Jahrhunderte die Alchimisten, Mediziner, Naturforscher und schließlich auch Musikwissenschaftler wie Joachim E. Behrendt19, der in einem gewaltigen Ritt durch die Welt des Wissens von Pythagoras über Laotse bis Einstein und Heisenberg zusammenstellte, was die Welt zusammenhält. Das ist eine ganz besondere Art von Naturwissenschaft, die dir wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen lassen würde, lieber Alex, aber sie zeigt dir sehr deutlich, was ganzheitliches Denken bedeutet:
19Joachim E.Behrendt „Nada Brahma, die Welt ist Klang“, S. 106 f
„Es ist der Klang.“ Genauer gesagt, sind es „harmonikale Proportionen“, beispielsweise die totalen Übereinstimmungen zwischen Sauerstoff, dem Grundelement, und der Dur-, also Grundtonleiter. „Noch überraschender wird die Übereinstimmung, wenn man bemerkt, dass das Sauerstoffatomkern-Protonen-Modell zwölf Stufen hat, so viele, wie die Tonleiter, die es ja tatsächlich bildet, Halbtöne besitzt.“20
20Behrend ebda S. 129f
Er schreibt weiter: „In den Schalen der Atomkerne findet man diese Parallelitäten zu den Planetenbahnen im Sonnensystem. Diese Schalen füllen sich mit Elektronen auf, und diese Auffüllungszustände stehen in Beziehung zur Ordnungszahl der Atome im periodischen System der Elemente; die Ordnungszahl entspricht der Größe der Kernladung. Hier – in den Schalen, den Auffüllungszuständen, in Ordnungszahl, Kernladung, Anzahl von Elektronen und Protonen und in den sogenannten „Spin“-Zuständen liegen die harmonikalen Proportionen.“
Behrendt zitiert Lama Govinda: „Jedes Atom singt ständig ein Lied, und es ist dieser Ton, der in jedem Augenblick dichte und feine Formen von größerer oder kleinerer Materialität erschafft.“21 Und in Hans Kaysers „Lehrbuch der Harmonik“ finden wir den Hinweis: „Zeichnet man sämtliche Töne innerhalb einer Oktave mit ihren Winkeln graphisch auf, so erhält man die Form eines Ur-Blatts“. Er stellt außerdem fest, dass das gesamte Periodensystem der Elemente auf den „höheren Oktaven des Grundtons C schwingt“.22
21ebda Behrendt
22Hans Kayser „Lehrbuch der Harmonik“ S.128
Der Musikwissenschaftler Wilfried Krüger toppt das Ganze (in: „Das Universum singt“) und stellt fest, dass, je wichtiger die Atome für die Entstehung organischen Lebens sind, ihre Klänge immer „magischer“ werden. Im Kohlenstoff etwa erkennt er „die Tonleiter c-d-e-f-a, das ist der Hexachord der Gregorianischen Musik“.23
23Wilfried Krüger siehe Behrend S.107ff
Behrendt erklärt sogar die Gesetze des Goldenen Schnitts mithilfe der harmonischen Klangregeln, die sich in den Proportionen im menschlichen Körper wiederfinden. Die Abmessungen des menschlichen Körperbaus haben Entsprechungen in den mathematischen Beziehungen der Planetenumläufe. „Die Verbindungsglieder zwischen Mensch und Kosmos sind dabei die musikalischen Verhältnisse, die daher im wahrsten Sinne des Wortes ein universales Ordnungsprinzip darstellen.“ Im Umkehrschluss behauptete der deutsche Dichter Novalis: „Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem.“24
24Novalis ebda
Ich werde nicht noch intensiver auf diese musikalischen Analogien und Gesetze der Harmonie und ihrer Entsprechungen eingehen, da sie meine Fachkenntnisse weit überschreiten. Doch eins ist klar: Das Photon ist Farbe und Klang und hat Energie, und es war in der ursprünglichen Schöpfungsstrahlung auf ein Zwölfersystem ausgerichtet. In unserem Sonnensystem wurden diese 12 Kräfte einst auf 12 Planeten verteilt, deren Strahlkraft unsere gesamte Existenz formte und beeinflusste. Klänge, Töne, Tierkreiszeichen, Farben, Düfte, Organe, Sinnesorgane, Meridiane, Chakren, feinstoffliche Körper, genauso viele dazu passende Untergruppen in den Pflanzenfamilien, Mineralienarten, Kristallen. Es soll sogar unter den Elementarwesen eine Zwölfer-Ordnung existiert haben. All das sollte zusammenpassen, parallel laufen. Das haben uns die alten Lehren, z. B auch das TAO-Yoga, erzählt. Nach diesen Gesetzen zu arbeiten sollte ursprünglich harmonisch und leicht gewesen sein, heute bedarf es aber einer besonderen Disziplin und ist fast unmöglich. Mir zumindest. Ich habe nicht nur versucht, an bestimmten Wochentagen bestimmte Farben zu tragen, sondern auch die parallel laufenden Analogie-Listen zusammenzutragen. Und bin irgendwann an der Datenmenge gescheitert, weil das Chaos in meinem Leben die größere Kraft hatte.
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