Christine Born - Nebel über Pisa

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Nina ist Lehrerin und Single. Privat sehnt sie sich nach einem neuen Partner. In der Schule stößt sie immer mehr auf Probleme. Unterricht und Lernen werden seit einiger Zeit nach Maßstäben der industriellen Produktion beurteilt. Nina zweifelt am Sinn der Evaluation, des Qualitätsmanagements und vieler anderer Reformen im Bildungsbereich. Auf einer Fortbildungsakademie sucht sie nach Inspiration und trifft David, der sich zum Evaluator fortbilden lässt. Ausgerechnet! Mit ihm kann sie aber über alles reden und flirten. Beim Abendkonzert begegnet ihr einen Tag später der Cellist Jorge. Ist einer der beiden neuen Männer ihr Mr. Right? Gibt es eine neue Liebe für Nina? Und wie geht es beruflich weiter?

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Energa erklärte unterdessen weiter ihren Standpunkt: „Und wie sieht denn die Ganztagsschul-Realität aus? Es gibt eine Mensa, in der niemand so richtig gerne isst, weil alles billig sein muss. Von wegen gesunde, schmackhafte Ernährung! Die Schüler gehen zu Burger-Queen nebenan! Und es gibt eineinhalb Sozialarbeiter, die vielleicht einen Zusatzraum ohne Fenster haben, wo die Schüler spielen können. Dazu kommen noch einige Jugend-Coaches, die für 7 Euro die Stunde den Frust, den sich die eingesperrten Schüler aus der Kehle kreischen, stoisch auf dem Schulhof ertragen, weil sie sich Stöpsel in die Ohren gesteckt haben. Was ist denn sonst geboten? Die ganz normale alte Schule, die keiner liebt, die man aber notwendigerweise durchlaufen muss. In „Die Zeit“ verglich ein Journalist die deutschen Ganztagsschulen sogar schon mit trostlosen Legebatterien.

Vielleicht gibt es noch einige Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag, die mühsam unter pädagogischer Gesamtkonzeption laufen. Die Vereine, die bisher so phantastische Arbeit geleistet haben und oft auch einen Ausgleich für viele frustrierte Schüler darstellten, bluten aus. Halbqualifizierte ehrenamtliche Kräfte werden zum Billigtarif in die Schule gelockt und sollen ein angeblich förderndes, wertvolles Programm schultern. Wieder einmal soll das Ehrenamt retten, was der Staat nicht finanzieren kann oder möchte, weil er die Steuergelder des kleinen Mannes und der kleinen Frau für die Bankenrettung, die Unterstützung von Wirtschaftsbetrieben und unsinnige Großbauprojekte, die keiner will, zweckentfremdet. Währenddessen reibt sich die reiche Kaste in diesem unserem Lande über Steuersenkungen die goldenen Händchen und lacht sich ins Fäustchen."

Aus einer Ecke des Seminarraums kam ein lautes Murren von einem glatzköpfigen Herrn mit blaugelber Krawatte: „Sind wir hier im Polit-Seminar, oder was?“ Aber Energa ließ sich nicht beirren. „Lernen kann man sowieso nicht den ganzen Tag. Der Begriff Ganztagschule ist deshalb absolut irreführend, abgesehen davon, dass sie auf niedrigstem Niveau realisiert wird und als Retterin und Hoffnungsträger für mannigfache soziale und schulische Nöte verkauft wird. Angeblich fördert sie individuell und bildungsgerecht. Wie soll denn das funktionieren? Immer wenn soziale Probleme durch Pädagogisierung gelöst werden sollen, sollte man sehr hellhörig werden.

Den Kindern und Jugendlichen wird doch im Grunde noch der letzte Rest an Individualität geraubt und ausgetrieben, wenn sie sich acht oder mehr Stunden im Moloch der Institution Schule befinden, in der ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten angeblich ständig optimiert werden. So flexibel, so kooperativ, so rhythmisiert, so voll neuer Lernkultur kann die Ganztagsschule gar nicht sein wie ein solide verbrachter selbstgestalteter Nachmittag mit Freunden im Wald oder Park oder von mir aus auch in der Shopping-Mall. Selbst eine Waldschule schafft das nicht, weil ihr ein wichtiger Aspekt fehlt: die Freiheit. Kein noch so pädagogisches Konzept oder ausgeklügelte Qualitätsstandards bringen das, was ein junger Mensch in echter Selbstgestaltung erleben kann.“ Energa nestelte aufgeregt an ihrem eleganten Seidenschal.

„Welcher Schüler und welcher Lehrer hat Interesse daran, den ganzen Tag in einem lieblos gestalteten Betongebäude mit beißend-giftigem Neonlicht und ansonsten wenig Anreizen zu verbringen? Nirgendwo hat man seine Ruhe und kann allein sein. Ständige Zwangskommunikation. Was bringt mir ein vorgeblicher, dürftig mit schmuddeligen und verkleckerten Matratzen ausgestatteter Ruheraum mit Meditationsbeschallung im Bienenkorb Schule, wenn ich doch auch in die Natur gehen kann, an den Bach, in den Wald, auf eine Wiese oder in einen Park? Mich mit Freunden im Sportverein treffen kann. Mich zuhause ausruhen, schlafen und auch ein bisschen am Computer spielen kann? Auf gut Deutsch, meinen restlichen Tag nach eigenen Vorstellungen und in eigener Rhythmisierung …“ Sie lachte ein bisschen. „ … gestalten kann?

Auch Kinder und Jugendliche möchten das. Ja, ich würde sagen, sie haben ein Anrecht darauf. So lernen sie echte Selbstverantwortung und erwerben Selbstgestaltungskompetenz." Einige Teilnehmer scharrten mit den Stühlen auf dem Steinboden, wandten sich ab und lasen demonstrativ in ihren Unterlagen. Konträre Meinungen hörte die harmoniesüchtige Lehrerschaft wohl nicht so gerne, schloss Nina daraus.

„Bitte lassen Sie mich ausreden", beschwichtigte Energa. „Verpflichtende Ganztagsschule bedeutet Zwangsinternierung, Ghettoisierung und Bevormundung. Das sehen auch die Eltern bei den verpflichtenden Ganztagsschulen so, besonders wenn es vor Ort keine Alternative gibt. So schön kann Schule niemals sein, dass man dort den ganzen Tag verbringen möchte. Schule als Lebensraum ist eine Utopie. Viele engagierte Pädagogen versuchten und versuchen, den Schulalltag im Rahmen ihrer Möglichkeiten menschlich zu gestalten. Aber, wenn man das schon so betonen muss, zeigt das doch, dass Schule in ihrer Grundstruktur eine autoritäre, disziplinierende Selektionsmaschinerie ist und damit tendenziell lebensfeindlich. In der Schule geht es per se um Leistung! Das wird ja wohl niemand abstreiten wollen. Oder wie ein Erziehungswissenschaftler es vornehm ausdrückte: Die Wahrnehmung und Würdigung individueller Leistungen stehen dennoch im Fokus.“

Manche Zuhörer im Pestalozzisaal mussten jetzt doch lächeln. „Und dagegen hat ja auch niemand was. Pädagogik ist nur der Zuckerguss. Freiheit für echte Individualität und keine aufgezwungene Individualisierung an Computern in Lernfabriken, das finde ich anstrebenswert.“

Alle Teilnehmer schauten betreten drein. Selten zerlegte jemand die Ganztagsschule so offen und treffend. Aber Schwarzwald-Rolfie wehrte sich: „Wir wollen doch die Kinder von der Straße holen. Wir wollen damit nachhaltig soziale Benachteiligung bekämpfen. Die Kinder, die eben nicht das Glück haben, in die Mittel- oder Oberschicht hineingeboren zu sein. Die wollen wir fördern, wo es geht. Die sollen die Möglichkeit haben, mal zu musizieren oder etwas mitzukriegen, was ihnen sonst verwehrt bleibt. Weg von ihren Fernsehern, ihren Computern, ihrer Mediensucht. Raus aus ihren Miniwohnungen in öden Mietblocks, Fressattacken mit Chips und Cola, kleinkriminellen Handlungen und raus aus dem häuslichen Gewaltpotenzial. Als Zivildienstleistender im Krankenwagen habe ich Kinder erlebt, für die wäre jede Schule besser als ihr Zuhause. Außerdem – wenn beide Eltern berufstätig sind, muss es eine verlässliche Schule geben, übrigens auch für alleinerziehende Väter und Mütter. Aber unser oberstes Ziel ist Bildungsgerechtigkeit und dafür ist die Ganztagsschule Voraussetzung. Hier haben wir Nachholbedarf in Deutschland. In anderen Ländern ist die Ganztagsschule schon lange Usus!“

Jetzt schaltete sich der aufbrausende Glatzkopf mit der auffallenden Krawatte ein, der es auf seinem Stuhl kaum noch aushielt. Er hatte sich mit dem Polit-Thema wohl mittlerweile abgefunden und wollte jetzt seinen Beitrag leisten: „Was heißt denn hier Bildungsgerechtigkeit? Seit die Welt sich dreht, gibt es keine Bildungsgerechtigkeit. Und jetzt soll sie in einer Legislaturperiode im Ländle aus dem Boden gestampft werden oder was?“ Er schnaubte wie ein von einer Bremse gestochenes Pferd: „Das nenne ich gnadenlose Selbstüberschätzung! Bildungsgerechtigkeit ist ohne Zweifel ein hehres Ziel und wurde auch immer wieder propagiert, ist also wirklich kein neuer Gedanke. Aber man muss sich doch fragen, warum dieses paradiesische Bildungsziel niemals erreicht worden ist.“

Er schaute in die fragenden Gesichter: „Ganz einfach – es ist gar nicht erwünscht, dass dieses Ziel erreicht wird! Die Machteliten wissen auch schon seit ewigen Zeiten, dass Bildung und selbstständiges Denken dem Machterhalt nicht nur dienlich sind und wägen genau ab, inwieweit dem Volk Bildung zugestanden wird. Je nach Bedarf gibt es deshalb Phasen der Bildungsöffnung oder der Bildungsbeschränkung. Natürlich wünscht sich das Volk möglichst gerechte Bildungschancen und soziale Aufstiegsmöglichkeiten, deshalb lässt sich mit diesem Bedürfnis, diesem Wunsch, dieser Sehnsucht trefflich immer und immer wieder auf Stimmenwahl gehen. Immer wieder wird darum an der ewigen „Bildungswunde“ herumoperiert. Ich würde sagen seit den alten Römern. Das Thema muss historisch gesehen werden, aktuelle Studien beziehen sich auf zu kurze Zeiträume.“ Man hatte den Eindruck, am liebsten würde sich der Redner mit seiner farbigen Krawatte die Schweißtropfen von der Stirn wischen.

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