A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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Der Rotwein schmeckte besser als der Cocktail. Müde Glieder – von was eigentlich? – hingen an den Seiten seiner Couch herab, während die Bilder vor ihm in gleichgeschalteter Synchronizität flossen, die verschwitzten Frauenkörper und das auf den Asphalt geschmierte Blut vor dem zerschossenen Fluchtwagen des Attentäterpärchens. Kurz glaubte er, sein eigenes Gesicht gesehen zu haben, hatte sich aber getäuscht.

Er überlegte sich eine Prostituierte kommen zu lassen, doch war er eingeschlafen, bevor er nach seinem Handy greifen konnte. Das leere Weinglas zerschellte ungehört auf dem frisch gereinigten Boden.

18I live among you, well disguised

Sarah hatte sich seit ein paar Wochen nicht mehr gemeldet und das Jahr näherte sich langsam seinem Ende. Es würde das zweite Jahre in Folge sein, in welchem er keinen Sex, kein Mädchen geküsst haben würde. Die Zeit zerrann zwischen seinen immer länger werdenden Nächten. Er überlegte sich, eine Prostituierte zu nehmen, keine Professionelle, aus Angst vor Geschlechtskrankheiten und weil er sich die gut aussehenden sowieso nicht leisten konnte. Aber es gab Alternativen, Portale wie kaufmich.de in denen Studentinnen – oder zumindest wurde das behauptet – sich mit dieser Art von Nebenerwerb einen besseren Lebensstil finanzierte. Manche von ihnen waren sogar erst 18, zumindest wurde das recht glaubwürdig, und vor allem nachdrücklich, beteuert. Wie leicht sie es im Leben haben mussten, wenn sie für Sex auch noch Geld verlangen konnten. Manchmal wünschte er sich, er wäre als Frau geboren, nur um jederzeit Sex haben zu können, wann immer er wollte. Zwar behagte ihm die Vorstellung nackter Männerkörper nicht besonders, aber als heterosexuelle Frau würde er sich daran sicherlich nicht stören. Als Jugendlicher hatte er sich zwecks Selbstbefriedigung ja auch diverse Gegenstände in den Arsch geschoben. Außerdem verkaufte er seinen Körper jeden Tag für mindestens acht Stunden an die Stadtverwaltung. Auf diese Weise würde er zumindest Zeit sparen können.

Aber selbst diese Amateur-Plattformen waren teilweise sehr teuer. Einmal hatte er es versucht und keinen hoch bekommen. Erektionslos und gedemütigt war er in seiner Wohnung zurückgelassen worden, nach fünfzehn Minuten und einhundertfünfzig Euro ärmer, die ihm damals als Student noch mehr schmerzten, als sie es heute würden.

Das Smartphone klingelt. So fremd kam ihm dieses Geräusch mittlerweile vor, dass er zunächst gar nicht verstand, was geschah. Früher war er öfter angerufen worden. Selbst damals waren es selten Mädchen gewesen und irgendwann hatte er angefangen sich bewusst zurückzuziehen. Denn wo war der Sinn menschlicher Interaktion, wenn sie nur zwischen anderen Männern und Frauen, die ihn als Kumpel betrachten, bestand? Immer seltener klingelte sein Handy, immer weniger Nachrichten erreichten ihn über Whatsapp. Irgendwann wurde es ihm geklaut. Mit dem neuen Handy erhielt er eine neue Nummer und die Anrufe verstummten ganz. Das Ende des Studiums und der mangelnde Reaktionen nach zu großem Alkoholkonsum im Rahmen einer Party hatten ihn endgültig über die Klippe hinab in die Einsamkeit gestoßen. Per Facebook unterhielt er sich gelegentlich mit alten Bekannten, aber mehr aus gefühlter Pflicht, in Andenken an alte Freundschaften, die schon lange vergangen waren.

Auf dem Display stand ihr Name. Sofort nahm er ab.

„Chris?“

„Ja. Ich bin's. Wie geht es dir?“

„Ganz gut. Dir?“

„Ja, alles gut soweit. Was gibt’s?“

„Hast du an Silvester schon etwas vor? Ich werde wahrscheinlich eine Party bei mir machen und wollte fragen, ob du nicht auch kommen willst. Würde mich freuen.“

Bei ihren Worten schlug sein Herz so laut, dass er Angst hatte, sie könnte es hören, während er zugleich noch größere Angst hatte, sie könnte ihn hereinlegen oder sich über ihn lustig machen. Vielleicht saß ihr Freund direkt daneben und sie mussten sich mit Mühe das Lachen verkneifen, wenn er zugab, so wenige Tage vor Silvester noch nichts vorzuhaben und auch noch zu glauben, seine Anwesenheit könnte ihr wichtig sein. Nur mit Mühe konnte er die rationale Seite seines Verstandes antworten lassen, die versuchte, seine Panik unter Kontrolle zu bringen.

„Ja, ich würde gern kommen. Bisher hab ich noch nichts vor. Ist die Party bei dir?“

„Oh super! Das freut mich sehr!“ Da war es wieder. War es etwa nicht verräterisch? „Ja genau, bei mir daheim. Du warst früher schon einmal hier, oder?“

„Die Wohnung beim Tempelhofer Feld?“

„Ja, genau die. Super, dann sehen wir uns ja in ein paar Tagen. Bring am besten etwas zu Trinken mit. Wir werden für einen ordentlichen Grundstock sorgen, aber sicher ist sicher. Ich schick dir nachher nochmal die Adresse bei Facebook. Mach's gut, bis bald“ und sie lachte fast in das Telefon. Sie schien fröhlich, viel zu fröhlich und Christian freute sich mit, denn irgendwie wirkte es ehrlich und es klang, als könnte dieses Jahr anders ausgehen, als gedacht, als könnte es rückwirkend sogar noch einen Sinn ergeben, sich gelohnt haben, dass er es durchlebt hatte. Selbst wenn er sich weiterhin seltsam fühlte, selbst wenn er Angst hatte zu erfahren, wen sie mit wir gemeint hatte. So schnell war es gegangen, so unerwartet der Anruf, nachdem er so lange nichts von ihr gehört hatte und auch kein Wort der Entschuldigung. Wahrscheinlich war er ihr doch nicht so wichtig. Aber seine Fantasie war in Gang gekommen. Wenn sie gemeinsam auf der Party waren und wenn Alkohol floss, dann würde sich vielleicht dennoch eine Chance ergeben, zumindest eine größere, als er es sich noch vor wenigen Minuten hätte träumen lassen können.

Die Dunkelheit vor seinem Fenster schien auf einmal beinahe beruhigend. Die immer lauter werdenden Stimmen, scheinbar immer mehr Männer waren kaum mehr zu hören, oder zumindest störten sie ihn nicht mehr, oder weniger als zuvor. Alles schien egal, zur Abwechslung auf eine angenehme Art und Weise.

19Run Boy Run

In weißen Schwaden zog ihr Atem ihrem Gesicht voran, dieses immer wieder durch den selbst geformten Nebel stoßend. Schweiß gefror auf ihrer Stirn, hartes, raues Salz zurücklassend, welches unangenehm über ihre Haut rieb, sobald sie sich mit der Hand darüber fuhr. Die Handschuhe kratzten leicht, rissen kleine Öffnungen in die Haut, in die der Salz eindrang, konstantes Brennen durch ihren Kopf rauschend. Ein wenig Wärme in all der Dunkelheit. Mühevoll versuchte sie nicht über die unebenen Pflastersteine zu stolpern oder auf kleinen Eisflächen auszurutschen, die ihren Weg erschwerten. Diesen Weg kannte sie noch nicht. Vorbei an einem alten Fabrikgelände, umrahmt von Mauern voller Graffitis, nur schwach beleuchtet durch weit entfernte Straßenlaternen, gesäumt von wenigen abgestellten Autos, die teilweise wirkten, als würden sie schon seit Monaten oder länger dort stehen. Warten auf jemand, der nicht kam.

Ihre Beine liefen wie mechanisch. Das war das wunderbarste Gefühl beim Laufen, wenn es einfach weiterging, die Beine immer weiter arbeiteten, schmerzlos, gefühllos, keine Anstrengung waren mehr nötig, um voranzukommen. Ihre Muskeln lebten aus sicher heraus, rannten stumm vor ihr her, ein dumpfer, erschöpfender Automatismus, von dem sie sich treiben lassen konnte. Vielleicht war es das wundervollste Gefühl überhaupt. In Momenten wie diesen glaubte sie, ewig rennen zu können, nicht nur eineinhalb Stunden, worauf es zumeist hinauslief, sondern länger, zwei Stunden, drei Stunden. Selbstverständlich wusste sie, dass dem nicht so war, aber während sie die Straßenseite wechselte, auf dem Weg in eine kleine Seitengasse, war sie kurz davor es doch zu glauben. Wie schön wäre es, nicht aufhören zu müssen. Wie befreiend, nie wieder stehenzubleiben.

Unter ihren Fußsohlen spürte sie irritierend großen Löcher zwischen den Steinen, die sich anfühlten, als könne sie irgendwann dazwischen hindurch stürzen. Hinabgleiten, in was auch immer darunter auf sie warten mochte.

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