Frank Strick - Null Jahreszeiten

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Weihnachten in Berlin. Schmuddeliges Wetter,
Menschen ohne Zuhause, Temperaturstürze und ein
Auftrag. Corinna Tillmann soll vier Matrosen töten.
Weil sie als Kind von den Männern missbraucht
worden ist. Angeblich. Der Auftrag kommt von
der Frau Mama. Auch die wurde von den Männern
missbraucht. Angeblich. Corinna sieht nicht, dass sie
manipuliert wird. Weil sie es nicht sehen will. Weil
die Frau Mama recht hat. Weil sie die Frau Mama ist.
Gene, Erziehung, was auch immer. Am Neujahrstag
führt der Auftrag Corinna nach Hamburg.
Und was ist mit deiner Mama?

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„Sag, dass du es noch weißt!“

„Wird wohl so sein, dass ich sterbe“, sagt er, „warum also sollte ich lügen?“ Er erinnert sich. Es ist lange her. Die Eltern durften nichts wissen. Der Vater hat es trotzdem gewusst. Es war sein Taubenschlag. Er muss es gewusst haben. Das kleine Mädchen ist groß geworden. Er sieht sie an. Die Frau ist zu jung, um damals das kleine Mädchen gewesen zu sein. Er versucht, nachzurechnen und gibt den Versuch wieder auf. Das Kreischen des Zuges lässt ihn wissen, dass er im Görlitzer Bahnhof einfährt. Er presst die Hand auf die Wunde. „Woher hast du die Waffe?“ Corinna sieht auf die Waffe in ihrer Hand. Es ist ein Revolver der Marke Smith & Wesson. Er hat einen kurzen Lauf und eine Trommel, die acht Patronen fasst. „Kaliber 22“, sagt Sailor, „eher was für Karnickel und Ratten.“ Corinna zielt, bis Kimme und Korn eine Linie bilden. Sie fixiert einen Punkt oberhalb seiner Nasenwurzel. Sie lässt den Fixpunkt über seinen Körper wandern. Die Augen, den Brustkorb, die Stelle, wo sie sein Herz vermutet. Sie führt den Lauf nach unten, bis er auf seine Weichteile zeigt. „Die Waffe macht das, was wir ihr zugedacht haben.“

„Wir?“ Sailors Kräfte schwinden. Er muss die Blutung stillen, wenn er eine Chance haben will. „Eine Kleinmädchengang?“

Sie lässt die Waffe sinken. Er stirbt. Es gibt keinen Grund, es ihm nicht zu sagen. „Familienbetrieb, die Frau Mama lässt grüßen.“

Sailor wischt sich den Schweiß von der Stirn. Sie hat sich nicht gewehrt, hat alles mitgemacht, Herrgott, warum wehrt sie sich jetzt? Er zerrt das Laken von der Matratze, reißt mit den Zähnen einen Streifen weg und verbindet das Bein. Er blickt sich um, greift nach seinem Tabakbeutel, legt ihn auf die Wunde und schnürt ihn mit einem zweiten Streifen fest. Ein Pressverband, der ihn womöglich über die kommenden Stunden rettet. Corinna lässt ihn machen. Die Blutung lässt nach. Er sieht zu ihr auf. „Marianne?“ Auch die Mutter kann er in ihr nicht erkennen. Er versucht, sich zu erinnern, doch alles, an was er sich erinnert, ist der Geruch ihrer Haare, die immer gerochen haben, als wäre sie gerade aus der Dusche gestiegen, selbst in dem verstunkenen Taubenschlag taten sie das. Er kämpft gegen die Bewusstlosigkeit an. Ein neuer Schmerz holt ihn zurück. Ein Zug fährt vorbei. Sie hat ihm eine Kugel in den Bauch gejagt, kontrolliert jetzt die Kammern, füllt Patronen nach, lässt mit einer schnellen Bewegung des Handgelenkes die Trommel zuschnappen, schreit gegen den Lärm an: „Kapierst du, was ich mit der Stille meine, die sich hinter dem Lärm verbirgt?!“ Sie zielt auf sein Geschlecht und schießt. „Scheiß auf Psychologie und Humanbiologie.“ Sie zielt erneut und schießt. Scheiß auf hieb- und stichfest, scheiß auf eure Verhaltensmuster, ich knall euch alle ab, und dafür brauche ich kein Alibi, Männer denken mit dem Schwanz. Sie zielt und schießt, findet in den Rhythmus, es kommt ein zweiter Zug, aus der anderen Richtung, und da kommt noch einer, Herrje die ganzen Züge, sie schießt, bis die Trommel nichts mehr hergibt. Die Kugeln verfehlen ihr Ziel. Seine Hand zittert, ihre Hand zittert, er greift nach dem Schnaps. „Humanbiologie?“

„Sag, dass du es noch weißt!“

Einen Scheißdreck werde ich tun, denkt Sailor und nimmt einen Schluck, ich sterbe, und dieser Dreckskerl von einer Frau hat mich reingelegt. Er liegt da und trinkt und sucht eine Lösung und weiß, dass er keine finden wird. „Du scheißt auf die Humanbiologie?“

„Mein Studium“, sagt sie, „ich studiere dein soziales Verhalten.“

Einen Zug noch, vielleicht auch zwei, dann wird es vorbei sein, denkt er, aber ich werde nicht tun, was sie von mir verlangt, und wenn es das Letzte ist, was ich tue. „Komm her.“ Seine Stimme ist kaum mehr zu hören. „Komm her und lass mich deine Haare riechen.“ Sie wendet sich ab. Er sieht die Gelegenheit und versucht, sich aufzurichten, doch er ist zu schwach. Er sinkt zurück auf die Matratze. Das Loch in der Bauchdecke ist winzig, ein Kleinkaliberloch, kreisrund, blutrot, er presst die Hand darauf und spürt das Pulsieren des Blutes. Nie warst du hilflos, in deinem ganzen Leben nicht, und jetzt bist du es, und das bedeutet, dass du stirbst. Na, überlegt er weiter, du wirst in einer elenden Absteige verrecken, ein schweres Los für einen Matrosen, aber letztendlich ist es egal, denn als toter Matrose bist du nichts weiter als ein toter Matrose. Er schüttet den Schnaps über die Wunde. „Nimm einen Schluck“, sagt er, „wir werden verrecken, du und ich, oder ich an dir, und das sollten wir begießen, weil es nicht oft vorkommt und somit eine Gelegenheit ist, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen.“

Dann kommt der Schmerz. Er hat sich nie vor Schmerzen gefürchtet und immer über die Menschen gelacht, die das tun, doch jetzt weiß er, dass es einen Schmerz gibt, über den man nur lachen kann, wenn man ihn nicht kennt. Ihm bricht mehr Schweiß aus. Ein Schleier legt sich vor seine Augen. „Du hast dich nicht gewehrt.“

„Kleine Mädchen wehren sich nicht.“

Sailor starrt durch den Schleier hindurch die Frau an. „Hast mich reingelegt, aber mit den anderen wirst du es schwerer haben.“ Ein Blitz durchbricht den Schleier. „Wie geht es deiner Verdauung?“

„Verdauung?“

„Wollten damals den Dickdarm rausnehmen.“

„Ja wo ist er denn hin?“

Er versucht, sich aufzurichten und fällt abermals zurück. Er winkt die Frau zu sich. Sie beugt sich über ihn. „Haben ihn dann doch drin gelassen.“ Seine Stimme ist ein Flüstern. Er lässt ein Geräusch von sich, das sie als Lachen interpretiert. Er deutet auf seine Wunde. „War mit der Bauchdecke verwachsen. Hast damals nicht viel besser ausgesehen als ich heute.“

„Wann war das?“ Sie drückt ihm den Lauf der Waffe in die Seite.

„Lange her“, flüstert er, „noch bevor ich das erste Mal zur See bin.“

„Wie lange?“ Er antwortet nicht. „Wann bist du das erste Mal zur See, Sailor?“ Er drückt seine Hand auf den Pressverband. „Was tut das jetzt zur Sache.“ Er hustet, lacht, hustet Blut, sieht die Waffe. „Du hältst ihn verkehrt, mein Engel, zu verkrampft, dein Finger wird sich einen Bluterguss holen.“ Seine Hand fällt zur Seite. Der Pressverband verrutscht. Corinna springt zurück. Ein einzelner Blutstrahl spritzt bis an die Decke. Seine Hand zieht den Verband zurück über die Wunde, ein Reflex, der nach dem Leben greift. Er schließt die Augen. Corinna sieht auf den leblosen Körper. Blut findet seinen Weg an dem Verband vorbei und läuft in das Laken. Sie nimmt die Patronen von der Matratze, sieht sich um, sucht die abgefeuerten Projektile, findet nur zwei von zwölf, vier stecken im Holzboden fest. Sie beugt sich über ihn. Es wird sich nicht vermeiden lassen, wenn sie Gewissheit haben will. Sie will Gewissheit. Sie greift nach seinem Handgelenk und wendet sich ab. Das Fensterglas zittert. Eine U-Bahn hüpft vorbei. Sie tastet nach seinem Puls. Findet ihn nicht. Sie sucht, bis sie sicher ist, dass es keinen Puls mehr gibt. Sie wirft die Hand von sich und betrachtet sein Gesicht. Es ist das Gesicht eines Mannes, der seine Jugend hinter sich hat. Er muss über fünfzig sein. Sie hat ihn sich jünger vorgestellt. Es ist ein markantes Gesicht. Kinn, Wangenknochen und Nase stechen hervor. Der wild gewachsene Vollbart kann die Markantheit nicht verstecken. Unter anderen Umständen hätte sie ihn wohl für attraktiv gehalten. Die Wunde hat aufgehört zu bluten. Sie richtet sich auf und ruft ihre Mutter an.

„Wo bist du?“

„In seinem Zimmer, ich werde jetzt das Adressbuch suchen.“

„Hast du die Speisekarte?“ Corinna nimmt das Faltblatt aus der Handtasche und liest: „Chicorée in Schinkenmantel, Hackbraten, gefüllte Kalbsbrust, Linsen mit Backpflaumen ...“

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