1 ...6 7 8 10 11 12 ...19 Im Gegensatz dazu gab es da aber auch noch die richtig Gestörten. Geisteskranke Serienkiller und Kinderschänder. Soziopathen, denen nicht mehr geholfen werden konnte. Anfangs ließ er sie laufen und sorgte dafür, dass die Polizei sie fand.
Doch das amerikanische Rechtssystem war ein Witz. Aus Mangel an Beweisen wurden sie wieder freigelassen, ehe man bis drei zählen konnte. Das durfte und konnte er doch nicht zulassen. Also gab er ihnen das Einzige, was sie verdienten.
Natürlich bemühte er sich, die Sache schnell hinter sich zu bringen. Auch wenn dieser Abschaum ein grausames Ableben verdient hatte, wollte er nicht genauso gnadenlos sein und erledigte sie schnell und schmerzlos. Zumindest soweit ihm dies gelang.
Er hatte immer noch Mühe, seine Kraft zu kontrollieren, wenn er zu impulsiv wurde. Selbst nach Jahren der Übung verlangte es ihm einiges ab. Das Ganze forderte jedoch seinen Tribut. Hatte er es bis zum Schluss durchgezogen und die Mistkerle unter die Erde befördert, kamen die Erinnerungen daran oft erst Tage oder Wochen später.
Sein Kopf war wie eine Schleuse, die wartete, bis das Wasser hoch genug stand, bevor die Dinge, die sein Unterbewusstsein vor ihm verbarg, passieren durften. Nie wusste er, wann genau sich sein Verstand wieder öffnen würde. Und wenn die Erkenntnis kam, schlug sie ein wie eine Bombe und bescherte ihm körperliche und seelische Qualen.
Mit den Schmerzen konnte er umgehen. Sie gehörten zu seinem Alltag wie das morgendliche Zähneputzen.
Nein, Ray zahlte einen weitaus höheren Preis für seine wiederkehrende Erinnerung, denn er musste mit dem leben, was er getan hatte.
ώώώ
Im Radio kamen die Nachrichten zur vollen Stunde. Es gab erneut Anschläge im nordafghanischen Kunduz und wieder hatten es Terroristen auf eine US-Basis abgesehen.
Nun berichtete der Nachrichtensprecher im lokalen Teil von dem Toten, der im Griffith Park aufgefunden wurde. Die erste Leichenschau ergab, der Mann kam durch eine durchtrennte Schlagader am Hals ums Leben und hatte weitere schwerwiegende Verletzungen im Gesicht.
Nun gab man auch der Öffentlichkeit seinen Namen bekannt.
„Levy Gumb“.
Ein lautes Ächzen rollte über Rays Lippen, als das kochende Blut in seinen Kopf schoss. Levy Gumb … er kannte diesen Mann, er kannte ihn gut.
Oh, verfluchte Scheiße.
Seine Beine brachen unter dem Gewicht seines zitternden Körpers zusammen und er fiel auf die Knie, als sein Alter Ego – vollgepackt mit Erinnerungen – über ihn hinweg fegte …
Levy arbeitete im Supermarkt um die Ecke. Dieser Kerl sah aus wie geleckt und versprühte ein Charisma, vor dem sich kein Mensch retten konnte. Ray mochte ihn auf Anhieb. Sie plauderten und scherzten gerne, wenn er ihm beim Einkaufen begegnete. Meistens traf man Levy am Zeitungsregal, wo er penibel für Ordnung sorgte. Er war ein richtiger Freak, was die Anordnung der Magazine betraf. Das Ganze hatte schon beinahe manische Züge.
Kürzlich, ein paar Minuten vor Ladenschluss, lud er Ray mal wieder spontan auf ein Bier ein und dieser nahm die Einladung nur zu gerne an. Es war selten, dass er sich in der Gesellschaft einer anderen Person – mal abgesehen von Patt – so wohlfühlte. Aus dem einen Bier wurde dann ein wahrer Marathon durch die Bars der Stadt.
Sie hatten viel Spaß an diesem Abend und waren total auf einer Wellenlänge. Ihnen gefiel dieselbe Musik, sie liebten Horrorfilme und drehten sich nach den gleichen Frauen um. Ray eher, um normal zu wirken. Der Anblick einer schönen Frau erregte ihn nicht. Es war für ihn, als würde er sich ein Designer-Möbelstück ansehen. Man begutachtete es von allen Seiten und stellte am Ende fest, dass man weder Verwendung dafür hatte noch das nötige Kleingeld.
Als Ray sich bei ihrem Absacker in einem irischen Pub an einer Glasscherbe geschnitten hatte und Levys bloßer Finger nur einen Millimeter seiner ungeschützten Haut berührte, um die Wunde zu versorgen, sah er es. Sein kleiner Traum von einer dicken Männerfreundschaft zersprang, wie die heruntergefallene Bierflasche zuvor.
»Ich bin hier, um zu jagen«, erzählte Levy mal einem älteren Ehepaar, das sich den Stellplatz mit ihm teilte. Und diese Aussage traf es auf den Punkt. Er jagte. Nur war er nie auf der Suche nach Elchen oder Bären. Er war auf der Pirsch nach Frauen. Nach jungen, schönen Frauen. Doch er wollte sie nicht mit dem von Ray so geliebten Charme erobern. Er wollte sie besitzen – er wollte alles, was sie ausmachte, zerstören.
In der Nähe der Hotsprings bei Banff, Kanada, gab es einen kleinen Campingplatz, auf dem viele Touristen nachts ihre Lager aufschlugen. Dort suchte er sich jedes Jahr seine Beute. Er hatte eine nette Familie kennengelernt, die genau seinen Erwartungen entsprach.
Es war dunkel und die Mädchen schliefen tief und fest im Zelt neben dem Wohnwagen ihrer Eltern, als Levy vorsichtig den Reißverschluss öffnete. Behutsam drückte er der schlafenden Terry einen in Äther getränkten Lappen auf Mund und Nase. Sie hustete kurz auf und sank dann in einen tieferen Schlaf. Sicherheitshalber betäubte er auch ihre kleine Schwester.
Er verfrachtete Terry in seinen Wohnwagen und fuhr eilig, aber so leise es ging, davon. In einem Waldgebiet bei Mount Norquay machte er schließlich halt und trug das gefesselte Mädchen ins Dickicht. Terry war mittlerweile aufgewacht und wollte schreien, doch mit dem Klebeband auf ihren Lippen brachte sie keinen Ton hervor. Zweige und Sträucher schlugen dem Kind ins Gesicht und zerkratzten ihr die Haut.
Levy trug sie zu einem umgestürzten Baum und band ihre Hände über dem Kopf an einer Astgabel fest. Die rostigen Ketten waren fest im Holz verankert, er war nicht zum ersten Mal in Begleitung dort. Das morsche Holz zerschrammte Terry den Rücken, als sie vergebens versuchte, sich zu befreien.
Mit seinem Jagdmesser schnitt Levy ihr Knopf für Knopf vom Schlafanzug. Er ließ sich Zeit. Sein sonst so freundliches Gesicht verzog sich zu einer psychopathischen Maske und seine Augen leuchteten vor Lust, als er sie betrachtete. Er schnüffelte an Terry herum wie ein wilder Hund und leckte ihr feucht über das angsterfüllte Gesicht. Ruckartig zog er das Klebeband von ihrem Mund und legte ihr sanft seinen Finger auf die Lippen.
»Schreien nützt nichts, mein kleiner Schmetterling. Hier draußen hört uns nur der Wald.« Ihr Herz klopfte wie verrückt.
»Wirst du mich umbringen?« Terrys Frage war eher eine Feststellung, und als ihr das bewusst wurde, schrie sie so laut sie konnte, bis Levys Hand auf ihrem Mund sie daran hinderte. »Gewiss werde ich dich töten, mein Schmetterling, aber lass uns erst noch ein wenig Spaß miteinander haben.« Dann begann er mit seinem grausamen Vorhaben.
Mit der Messerspitze glitt er über ihren unschuldigen Körper. Die scharfe Klinge liebkoste ihre Haut und er stoppte zwischen ihren winzigen Brüsten und umkreiste die rosafarbenen Spitzen. Er leckte sich die Lippen, als er die Schneide fester gegen ihren Körper drückte und ihr langsam das Fleisch zerschnitt.
Terry wollte sich wehren, wollte nach ihm treten, doch die Schmerzen waren zu erdrückend und lähmten sie. Tränen rannen über ihr Gesicht und Levy küsste sie zärtlich von ihrer blutigen Wange.
Immer mehr quälend langsame Schnitte fügte er ihr zu. Je mehr Blut aus den Wunden quoll, desto heftiger schlug sein Herz. Levys Mund füllte sich mit Speichel, seine faunischen Augenlider flackerten verzückt. Sie erregte ihn so sehr. Mit jeder neuen Verletzung überwältigten mehr Endorphine seinen Geist. Er schluckte und hatte Mühe, sein Verlangen zu zügeln. Er wollte es doch langsam angehen lassen.
Das Mädchen war nun vollkommen nackt und glasiert vom eigenen Blut. Doch Levy achtete darauf, nicht zu tief zu schneiden. Er beherrschte sein Handwerk perfekt. Genüsslich spreizte er ihre Beine und öffnete anschließend seine Hose. Die Spitze seines Geschlechts glänzte feucht, voller Vorfreude auf das, was noch kommen würde. Er stöhnte, als er sich ein Kondom überstreifte und seine Hand an sich niedergleiten ließ.
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