In der Prophezeiung hieß es: »Wenn der fuer grissa ost drauka in dieser letzten Schlacht nicht die Führung übernimmt, dann wird die Welt, bereits jetzt am Abgrund ewiger Finsternis, unter ebendiesen fürchterlichen Schatten fallen.«
Nicci war zu der Erkenntnis gelangt, dass Richard, wenn er siegen sollte, derjenige war, der sie in diese letzte Schlacht führte. Der einzige Weg dazu war, die Kästchen im Spiel zu haben. Auf diese Weise würde er die Prophezeiung wahrlich erfüllen: fuer grissa ost drauka - der Bringer des Todes.
In der Prophezeiung hieß es, sie müssten Richard folgen, doch es war mehr als eine Prophezeiung. Die Prophezeiung drückte nur formal aus, was Nicci wusste, dass Richard nämlich die Werte des höheren Lebens verkörperte.
Sie folgten eigentlich nicht der Prophezeiung; die Prophezeiung folgte Richard.
Das war die höchste Gefolgschaft für Richard, ihm bei dem zu folgen, was er mit den Kästchen der Ordnung tat, was er mit Leben und Tod machte. Es war die höchste Prüfung dessen, was er war, wer er sein würde, zu was er werden würde.
Richard selbst hatte die Bedingungen für einen Kampf genannt, als er zu den D’Haranischen Soldaten sprach und ihnen erklärte, wie der Krieg von nun an geführt werden musste: um alles oder nichts. Dies durfte sich davon nicht unterscheiden.
Jetzt ging es wahrlich um alles oder nichts.
Ulicia und ihre Schwestern der Finsternis hatten diesen Zugang zur Macht der Ordnung gleichermaßen geöffnet. Wenn Nicci recht hatte, was Richard betraf - und in dem Punkt war sie sich ganz sicher -, dann waren nun zwei Mächte in den Kampf verwickelt, der alles entscheiden würde.
Wenn der fuer grissa ost drauka in dieser letzten Schlacht nicht die Führung übernimmt, dann wird die Welt, bereits jetzt am Abgrund ewiger Finsternis, unter ebendiesen fürchterlichen Schatten fallen .
Sie mussten Richard in diesem Kampf vertrauen. Aus diesem Grund hatte Nicci die Kästchen der Ordnung in Richards Namen ins Spiel gebracht. Die Schwestern der Finsternis geboten nicht mehr als Einzige über die Macht der Ordnung. Ohne das, was sie gerade getan hatte, konnte er nicht siegen, geschweige denn überleben. Nicci driftete in eine andere Welt hinüber. Als sie schließlich die Augen aufschlug, hatte der Sturm aufgehört.
Die ersten Sonnenstrahlen schienen in die Fenster.
Der erste Tag des Winters dämmerte.
Richard hatte ein Jahr Zeit, um das richtige Kästchen zu öffnen. Das Leben aller lag nun in seinen Händen.
Nicci vertraute Richard ihr Leben an. Sie hatte ihm gerade das Leben aller anvertraut.
Wenn sie Richard nicht vertrauen konnte, dann war das Leben nicht lebenswert.