Ларс Кеплер - Der Hypnotiseur
Здесь есть возможность читать онлайн «Ларс Кеплер - Der Hypnotiseur» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Старинная литература, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Der Hypnotiseur
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 2
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 100
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Der Hypnotiseur: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Hypnotiseur»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Der Hypnotiseur — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Hypnotiseur», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Ich stellte die Stühle in einem Halbkreis auf und platzierte das Stativ für die Videokamera möglichst weit weg.
Die Forschungsarbeit motivierte mich, ich war sehr neugierig auf die Ergebnisse und gleichzeitig immer überzeugter, dass diese neue Therapieform besser war als jede andere, die ich bislang angewandt hatte. Die Bedeutung des Kollektivs bei der Traumabehandlung war enorm. Die einsame Isolation wurde in einen gemeinsamen Heilungsprozess verwandelt.
Ich schraubte die Kamera auf dem Stativ fest, legte eine neue Videokassette ein, zoomte auf einen Stuhlrücken, stellte scharf und zoomte anschließend wieder zurück. Währenddessen betrat eine meiner Patientinnen den Raum. Es war Sibel. Ich nahm an, dass sie seit einigen Stunden vor dem Krankenhaus darauf gewartet hatte, dass die Sitzung beginnen würde. Sie setzte sich und produzierte seltsame Laute in ihrer Kehle, schluckende, glucksende Geräusche. Mit einem unzufriedenen Lächeln zupfte sie ihre große blond gelockte Perücke zurecht, die sie bei unseren Treffen immer trug, und seufzte anschließend vor Anstrengung.
Charlotte Cederskiöld trat ein. Sie trug einen dunkelblauen Trenchcoat, der um die schmale Taille mit einer breiten Schärpe zugebunden war. Als sie ihre Mütze absetzte, fielen ihre dichten kastanienbraunen Haare herab. Sie war wie immer ungeheuer traurig und schön.
Ich ging zum Fenster, öffnete es und spürte, wie mir der frische, sanfte Frühlingswind ins Gesicht wehte.
Als ich mich wieder dem Raum zuwandte, war auch Jussi Persson gekommen.
»Herr Doktor«, sagte er in seinem bedächtigen nordschwedischen Tonfall.
Er gab mir die Hand, begrüßte Sibel, schlug sich auf seinen Bierbauch und machte eine Bemerkung, die sie erröten und kichern ließ. Die beiden plauderten leise miteinander, während die übrigen Gruppenmitglieder eintrafen, Lydia, Pierre und schließlich Marek, der wie üblich etwas zu spät kam.
Ich rührte mich nicht von der Stelle und wartete darauf, dass sie bereit sein würden. Sie hatten eins gemeinsam: traumatisierende Übergriffe. Die traumatischen Erlebnisse hatten in ihren Psychen eine derart zerstörerische Wirkung entfaltet, dass sie, um weiterleben zu können, den Übergriff vor sich selbst verborgen hatten. Keiner von ihnen wusste, was wirklich passiert war, ihnen war lediglich bewusst, dass etwas Schreckliches in ihrer Vergangenheit ihr Leben zerstörte.
Denn die Vergangenheit ist nicht tot, die Vergangenheit ist nicht einmal vergangen, pflegte ich den Schriftsteller William Faulkner zu zitieren. Ich meinte damit, dass alles, was ein Mensch erlebt hatte, ihn in der Gegenwart begleitete. Jedes Erlebnis beeinflusste jede Entscheidung – und wenn es um traumatische Erlebnisse ging, nahm die Vergangenheit in der Gegenwart fast allen Raum ein.
Meistens hypnotisierte ich die ganze Gruppe gleichzeitig und wählte anschließend einen oder zwei von ihnen aus, mit denen ich weiter ging als mit den anderen. So hatten wir laufend Zugang zu zwei Ebenen, auf denen wir diskutieren konnten, was geschehen war: die Ebene der Hypnosesuggestion und die Ebene des Bewusstseins.
Ich hatte in der Hypnose etwas entdeckt. Erst war es nur eine Ahnung gewesen, die sich jedoch nach und nach zu einem immer deutlicher erkennbaren Muster entwickelte. Es war eine Entdeckung, die natürlich erst noch bewiesen werden musste. Mir war bewusst, dass ich mir von meiner These möglicherweise zu viel erhoffte: Der Täter des entscheidenden Traumas trat in der Tiefenhypnose nie als er selbst auf. Es war möglich, die entscheidende Situation zu finden und den erschreckenden Ablauf zu betrachten, doch der Täter blieb im Verborgenen.
Mittlerweile saßen alle auf ihren Plätzen, meine neue Patientin, Eva Blau, war jedoch noch nicht gekommen. Eine vertraute Unruhe verbreitete sich in der Gruppe.
Charlotte Cederskiöld saß immer am weitesten entfernt. Sie hatte ihren Mantel ausgezogen und war wie üblich ausgesprochen elegant gekleidet, trug eine dezente, graue Kombination aus Pullover und Strickjacke und eine breite, schimmernde Perlenkette um ihren schlanken Hals. Sie hatte einen dunkelblauen Faltenrock und eine enge dunkle Strumpfhose an. Ihre Schuhe glänzten und waren flach. Als unsere Blicke sich begegneten, lächelte sie mich schüchtern an. Als ich Charlotte in meine Gruppe aufnahm, hatte sie fünfzehn Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Bei ihrem letzten Versuch hatte sie sich mit dem Elchstutzen ihres Mannes mitten im Salon ihrer Villa auf Djursholm in den Kopf geschossen. Das Gewehr war abgerutscht, und sie hatte ein Ohr und ein Stück Wange verloren, wovon man aber nichts mehr sah: Sie hatte mehrere chirurgische Eingriffe hinter sich und trug ihre Haare in einer glatten, dichten Pagenfrisur, die ihre Ohrenprothese und das Hörgerät verbarg.
Wenn ich Charlotte den Kopf schief legen und höflich und respektvoll den Geschichten der anderen lauschen sah, wurde mir vor Sorge immer ganz kalt. Eine schön gealterte Frau. Attraktiv, obwohl sie etwas ungeheuer Verwüstetes an sich hatte. Mir war bewusst, dass ich dem Abgrund, den ich in ihrem Inneren ahnte, nicht neutral gegenüberstehen konnte.
»Sitzt du gut, Charlotte?«, fragte ich.
Sie nickte und antwortete mit ihrer sanften Stimme:
»Mir geht es gut, richtig gut.«
»Heute werden wir Charlottes inneren Raum untersuchen«, erläuterte ich.
»Mein verwunschenes Schloss«, lächelte sie.
»Genau.«
Marek grinste mich freudlos und ungeduldig an, als unsere Blicke sich begegneten. Er hatte den ganzen Morgen im Fitnessstudio trainiert, seine Muskeln strotzten vor Blut. Ich sah auf die Uhr. Es wurde Zeit, wir konnten nicht noch länger auf Eva Blau warten.
»Ich schlage vor, wir fangen an«, sagte ich.
Sibel stand hastig auf und legte einen Kaugummi in eine Papierserviette, die sie fortwarf. Sie warf mir einen scheuen Blick zu und sagte:
»Ich bin bereit, Herr Doktor.«
Der Entspannung folgte die schwere, warme Leiter der Induktion, die Auflösung des Willens und aller Grenzen. Langsam versetzte ich sie in eine tiefere Trance, beschwor das Bild einer feuchten Holztreppe herauf, auf der ich sie sachte hinabführte.
Diese spezielle Energie regte sich zwischen uns, eine ganz eigenartige Wärme zwischen mir und den anderen. Meine Stimme war anfangs klar und artikuliert, wurde jedoch allmählich immer dunkler. Jussi wirkte unruhig, brummte vor sich hin und verzog gelegentlich aggressiv den Mund. Meine Stimme steuerte die Patienten, und meine Augen sahen ihre Körper auf den Stühlen zusammensinken, ihre Gesichter flacher werden und den eigentümlichen, groben Ausdruck annehmen, den man bei allen hypnotisierten Menschen findet.
Ich bewegte mich hinter ihnen, berührte sie leicht an den Schultern, führte jeden Einzelnen von ihnen, zählte rückwärts, Schritt für Schritt.
Jussi zischelte etwas vor sich hin.
Marek Semiovic’ Mund stand offen, Speichel lief heraus.
Pierre wirkte dünner und weicher denn je. Lydias Arme hingen schlaff herab.
»Geht weiter die Treppe hinunter«, sagte ich leise.
Ich hatte dem Krankenhausvorstand nicht erzählt, dass auch der Hypnotiseur selbst in eine Art Trance versetzt wurde. In meinen Augen war dies unvermeidlich und gut.
Ich begriff nie, warum sich meine eigene Trance, die stets parallel zur Hypnose der Patienten verlief, unter Wasser abspielte. Aber mir gefiel das Wasserbild, es war deutlich und angenehm, und ich hatte mich daran gewöhnt, an ihm die Nuancen des Verlaufs abzulesen.
Während ich in einem Meer versank, sahen meine Patienten natürlich völlig andere Dinge, sie fielen in ihre Erinnerungen, in die Vergangenheit, sie landeten in den Zimmern ihrer Kindheit, an den Orten ihrer Jugend, im Sommerhaus der Eltern oder in der Garage des Nachbarmädchens. Sie wussten nicht, dass sie sich für mich gleichzeitig tief unter Wasser befanden und langsam parallel zu einer riesigen Korallenformation, einem Tiefseesockel oder der rauen Wand eines Kontinentalgrabens sanken.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Der Hypnotiseur»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Hypnotiseur» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Der Hypnotiseur» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.