Wolfgang Herrndorf - Sand

Здесь есть возможность читать онлайн «Wolfgang Herrndorf - Sand» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2011, Издательство: Rowohlt, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Sand: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Sand»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."
Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Ein verwirrter Atomspion, eine platinblonde Amerikanerin, ein Mann ohne Gedächtnis — Nordafrika 1972.
Ein mitreißender Agententhriller — und noch viel mehr: ein literarisches Abenteuer, ein außerordentlicher Roman. (rowohlt)

Sand — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Sand», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die Tische machten einen schweren und massiven Eindruck. Er hätte sie vorsichtig durch die Luke stoßen können in der Hoffnung, dass sie sich unten zu einem Podest stapelten. Als er sich an einem der Tische zu schaffen machte, fiel dahinter etwas um, und unter Sand, Staub und Gerümpel begraben wurden Sprossen einer Leiter sichtbar. Also doch.

Er legte die Leiter frei, maß ihre Länge (fünfeinhalb große Schritte) und kam zu dem Ergebnis, dass sie, wenn überhaupt, nur mit äußerster Not vom Dachboden bis zur Erde reichte. Keuchend hob er sie in der Mitte an und drehte sich dann langsam wie ein Sekundenzeiger zur Bodenluke herum. Mit dem hinteren Ende blieb sie an dem Stützbalken hängen, an dem die Kette des Flaschenzugs festgehakt war. Die Kette löste sich vom Nagel, und der Flaschenzug setzte sich langsam in Bewegung. Den Kopf zwischen die Schultern gezogen, sah er versteinert zu, wie die Apparatur gravitätisch in die Tiefe fuhr und mit einem dumpfen Laut unten aufschlug. Höhnisch rasselnd folgte die Kette, die sich über die obere Rolle abspulte und klirrend aus dem Bild verschwand. Mit etwas mehr Geistesgegenwart hätte er sie aufhalten können. Und wenn er sofort die Leiter fallen gelassen hätte. Aber jetzt, wo er die Leiter hatte, schien ihm der Abgang des Flaschenzugs verschmerzbar. Was ihm viel größere Sorgen bereitete, war der Lärm. Er rührte sich nicht und hielt den Atem an. Aber es blieb still.

Vorsichtig versuchte er die Leiter über den Rand der Luke zu schieben. Als sie zu etwas über der Hälfte über dem Abgrund hing, machten sich die Hebelgesetze bemerkbar. Er konnte das kürzere Ende nicht mehr am Boden halten und musste die Leiter zurückziehen.

Senkrecht hinablassen ging auch nicht. Dazu war die Decke zu niedrig. Nach zwei weiteren hilflosen Versuchen schien ihm die einzige Möglichkeit zu sein, die Leiter mit Schwung in den Abgrund zu schicken und zu hoffen, dass sie einigermaßen gerade unten aufkam. Sofern seine Schätzungen stimmten, durfte sie nur um ein paar Grad vom Lot abweichen, wenn sie bis zum Rand der Luke reichen sollte. Wenn sie ihn überhaupt erreichte.

Wie ein Tier im Laborversuch, das den Werkzeuggebrauch einübt, balancierte er die Leiter am Kipppunkt hin und her. Versuch und Irrtum, Geist gegen Materie — und plötzlich entwickelte die Materie ein Eigenleben. Er hatte den Schwerpunkt etwas zu weit vorgeschoben, da beschleunigte sich die Leiter und riss ihn vornüber. Verzweifelt klammerte er sich an die letzte Sprosse.

Er schlug mit ungeheurer Wucht auf den Bauch, rutschte gefährlich weit über die Kante und blieb nur hängen, weil sein rechter Fuß sich irgendwo hinten an einem Gegenstand verhakt hatte, wahrscheinlich ein Tischbein. Er bekam keine Luft mehr.

Sein rechter Arm und ein bedenklicher Teil des Oberkörpers hingen über dem Abgrund. Die rechte Hand: ein einziger Schmerz. Das Schultergelenk: ein noch größerer Schmerz. Aber mit letzter Kraft hielt er einhändig die Leiter fest, die unter ihm in der Finsternis, wie er fühlte, als riesiges Pendel langsam hin- und herschwang. Blut lief über die Finger seiner rechten Hand. Die Haut war gerissen. Er stöhnte, rutschte kopfüber noch ein paar Zentimeter weiter in den Abgrund, und das Pendel schrammte über den Erdboden und blieb stehen. Er wackelte die Leiter genau senkrecht hin.

Da stand sie jetzt. Von der obersten Spitze des Holms bis zur Unterkante des Dachbodens fehlten etwa vierzig Zentimeter. Er griff mit der linken Hand auf den Holm um, wedelte die schmerzende rechte durch die Luft und atmete tief durch.

Andererseits, wenn diese Leiter zu kurz war, was sollte er dann überhaupt mit ihr? Er konnte sie genauso gut loslassen. Es war offensichtlich nicht die Leiter, mit der er heraufgestiegen war. Es musste noch eine zweite Leiter geben, die ein anderer nach unten weggezogen hatte … Er erstarrte vor Angst. Was, wenn der andere nicht wieder nach unten geklettert war? Was, wenn er sich hier irgendwo verbarg? Er hatte nicht jeden Winkel des Dachbodens untersucht. Er sah sich verzweifelt um, rollte den Kopf hin und her und blieb mit dem Blick an dem Fenster auf der Stirnseite hängen. Und plötzlich fiel es ihm ein: dort.

Wenn er die Leiter durch das Fenster geschoben hätte, wäre sie an der Außenwand stehen geblieben. Vielleicht war er sogar dort hineingekommen. Entschlossen versuchte er, sie an der obersten Sprosse wieder zu sich hochzuziehen. Er konnte sie gerade eben anheben, und die Anstrengung presste ihm die Luft aus den Lungen. Aber beim Versuch, auf die zweite Sprosse umzugreifen, kam sein Körper ins Rutschen. Schnell stieß er die Leiter wieder auf den Boden und lag da und keuchte.

Zwei weitere Versuche blieben genauso erfolglos. Er hätte die Leiter nun fallen lassen können. Aber einen Fehler hatte er schon gemacht, er wollte keinen zweiten begehen. Er beschloss, wenigstens so lange zu warten und den Holm festzuhalten, bis ihm etwas Besseres eingefallen war.

Das Erste, was ihm in den Sinn kam, war, die Leiter irgendwie festzubinden. Er konnte vielleicht seine Dschellabah ausziehen und versuchen, sie um die oberste Sprosse zu schlingen.

Er griff sich in den Kragen und stellte fest, dass er unter der Dschellabah einen karierten Anzug trug. Das erklärte immerhin, warum er so stark schwitzte. Aber wieso trug er einen Anzug unter der Dschellabah? Während er noch überlegte, wie er das Kleidungsstück am besten im Liegen auszog, hörte er ein leises Plätschern. Das Plätschern von Wasser. Das Quietschen eines Wasserhahns. Und eine menschliche Stimme. Wie jemand, der leise mit sich selber sprach. Es kam von außerhalb der Scheune.

Gedämpfte Schritte unter dem Fenster an der Stirnseite. Plötzlich ein Klacken, und ein hauchdünner Faden Licht fiel ins Erdgeschoss. Als habe jemand eine Tür einen Zentimeter weit geöffnet. Ein kurzes Röcheln, dann Stille, dann ein Erdbeben von einem Hustenanfall. Der Hustenanfall entfernte sich wieder, und erneut plätscherte irgendwo Wasser. Er hörte Schlürfen und Röcheln. Der Wasserhahn, der beim Zudrehen quietschte.

Er konnte die Leiter jetzt nicht loslassen, ohne auf sich aufmerksam zu machen. Liegen bleiben konnte er aber auch nicht. Die Verzweiflung ließ ihn handeln. Mit der linken Hand immer noch die Leiter haltend, rutschte er auf dem Bauch herum, schwang das linke Bein in den Abgrund und tastete nach der obersten Leitersprosse. Sie war überraschend nah, und er stellte den Fuß nicht dort auf, sondern gleich auf die zweite Sprosse. Dann ließ er vorsichtig den Holm los. Mit dem Fuß konnte er die Leiter durch Druck von oben gerade in der Senkrechten halten. Er schwenkte das rechte Bein ebenfalls in den Abgrund und auf die zweite Sprosse. Er hatte keinen Plan dafür, was er da tat, nur ein panisch in den Blick genommenes Ziel. Zentimeterweise schob er den Körper rückwärts, klemmte einen Fuß wie einen Haken unter die zweite Sprosse und tastete mit dem anderen nach der dritten. Als beide Füße auf der dritten Sprosse balancierten, war sein Becken schon unter der Ebene des Dachbodens.

Eine Hand am Rand der Luke, eine an der Leiter, stieg er kippelnd noch drei Sprossen hinab. Dann war Schluss. Beim nächsten Schritt abwärts musste er den Lukenrand loslassen. Nach unten waren es noch immer mehrere Meter. Er sah hinunter. Zwölf, fünfzehn Sprossen. Draußen näherte sich das Röcheln.

Er balancierte die Leiter noch einmal aus, holte tief Atem, dann löste er die Hand von der Dachbodenkante und kletterte mit affenartiger Geschwindigkeit in die Tiefe. Er schaffte vier oder fünf weitere Sprossen, indem er tölpelhaft das Gesäß herausstreckte und es ruckartig zurück an die Leiter presste, begleitet von unwirklichem Stöhnen aus eigenem Mund. Zirkusnummer: der Clown, nicht der Hochseilartist. Dann neigte die Leiter sich bedenklich, und er schaffte nur noch eine Sprosse, bevor sein Fuß ins Leere trat. Noch im Fallen schleuderte er den Holm von sich fort und krachte dann mit dem Rücken zu Boden. Nur wenige Zentimeter neben ihm schlug die Leiter auf. Staub wirbelte hoch. Flechtwände, Metallkanister, Sand, eine Kette, ein Quietschen. Licht durch ein offenes Tor. Im Tor Poseidon, der Gott des Meeres, mit rauschendem Bart und Dreizack.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Sand»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Sand» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Sand»

Обсуждение, отзывы о книге «Sand» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.