Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

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In Zeiten des abnehmenden Lichts: краткое содержание, описание и аннотация

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Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

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— Vielleicht hat Melitta ja einen anderen Mann? Das ist ja auch eine Möglichkeit! — Hier gibt es Broiler.

Sie standen vor der Goldbroilergaststätte Ecke Milastraße. Kurt hatte weder Lust auf Broiler, noch hatte er Lust auf Neonlicht und Tische aus Sprelacart, aber vor allem hatte er keine Lust, in der Kälte anzustehen: Die Schlange ging bis vor die Tür.

— Was ist denn noch in der Nähe?

— Da drüben ist das Wiener Café, sagte Sascha.

— Gibt es da was zu essen?

— Torte.

— Hier muss es doch irgendwo was zu essen geben, sagte Kurt.

— Balkan-Grill, sagte Sascha und zeigte in Richtung Alex.

Sie gingen weiter.

Der Wind blies heftig. Eine U-Bahn rasselte vorbei — hier fuhr die U-Bahn oben, als Hochbahn, während die S-Bahn unter der Straße kreuzte: Verkehrte Welt, dachte Kurt.

Er versuchte, den Gedanken, dass Melitta Sascha betrog, in seinen eigenen Vorstellungen einzuordnen. Dass Sascha Melitta betrog, hätte ihn kaum überrascht. Aber umgekehrt? Das war erstaunlich, und wenn er ehrlich war, empfand Kurt ein kleines bisschen, ja, Genugtuung: moderne Ehe! Gleichberechtigung! Da war er, Kurt, mit seiner traditionellen Ehe doch weiter.

Laut sagte er:

— Ich verstehe natürlich, dass dich das schmerzt.

— Das ist schön, sagte Sascha.

— Das versteh ich, sagte Kurt, auch wenn du’s nicht glaubst, ich hab ja auch ein bisschen Lebenserfahrung. Was ich nicht verstehe: Warum wohnst du in dieser Bruchbude?

— Soll ich im Tierpark wohnen?

— Ich würde gern wissen, warum du nicht deine Wohnung bewohnst.

— Das habe ich doch gesagt. Weil Melitta dort wohnt, mit ihrem …

Sascha wedelte mit der Hand durch die Luft.

— Wie — der wohnt dort?

Sascha schwieg.

— Aber du kannst dem doch nicht einfach die Wohnung überlassen.

— Vater, die Wohnung bekommt sowieso Melitta zugesprochen.

— Aber du verlierst doch dein Anrecht.

— Worum geht es jetzt? Um die Wohnung?

— Entschuldige, sagte Kurt. Ein bisschen geht es auch um die Wohnung. Deine Mutter hat euch diese Wohnung besorgt, hat mit dir noch Tapeten geklebt, weil Melitta schwanger war. Und du schmeißt das alles hin, und deine Mutter kann dir die nächste Wohnung besorgen.

— Siehst du, genau das ist es! Sascha blieb stehen, schrie jetzt fast: Genau das ist es!

— Ja, sagte Kurt. Genau das ist es.

Sascha winkte ab und ging weiter.

— Du bist wirklich dermaßen unvernünftig, rief Kurt hinterher.

Sascha ging weiter.

— Und eins sage ich dir: Wenn das rauskommt, dass du dort eingebrochen bist … Das ist kriminell , ist dir das klar? Dann ist dein Studium beendet.

— Mein Studium ist sowieso beendet, sagte Sascha und betrat die Gaststätte Balkan-Grill.

Kurt folgte ihm — notgedrungen.

Im Restaurant, gleich hinter der Tür, warteten bereits mehrere Personen auf einen Platz. Kurt und Sascha reihten sich ein, warteten ebenfalls. Tatsächlich war die Gaststätte voll besetzt. Ein fetter, dunkelhaariger Kellner, den Kurt für einen Bulgaren zu halten bereit war, rannte hin und her, verbreitete Hektik. Er trug einen schwarzen Anzug und ein nicht mehr ganz frisches Hemd. Sein Bauch quoll über den Hosenbund. Sein Kopf schien vor Anstrengung geschwollen.

— Zwee ma Schoppskaa, zwee ma Keebap/​Reis, schrie er in breitem Berlinerisch in die Küche.

Er war der Einzige, der sich erlaubte, Lärm zu machen. Die Gäste sprachen gedämpft und meldeten sich scheu, wenn sie eine Bestellung nachzutragen hatten. Kurt musste plötzlich an das Parteilehrjahr heute nachmittag denken, eine dämliche Pflichtveranstaltung, die, obwohl sie Parteilehr jahr hieß, einmal im Monat durchgeführt wurde. Thema heute: Theorie und Praxis der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft.

— Wie lange warten Sie schon, fragte Sascha das Paar, das vorn in der Reihe stand.

Es waren zwei Personen mittleren Alters. Sie warfen einander einen Blick zu, bevor sie sich — anscheinend telepathisch — auf eine Antwort verständigten, die der Mann aussprach, die die Frau jedoch lippensynchron mitbuchstabierte:

— Treißisch Minuden.

Beide nickten bekräftigend.

— Is ja allet zu, ergänzte ein anderer Mann. Wejen de Energiekrise! Man wundert sich, det überhaupt noch wat uff hat.

Das Paar nickte.

— Kenn’ Se den, flüsterte der andere Mann — offenbar von so viel Zustimmung ermuntert: Wat sin’ die vier Hauptfeinde des Sozialismus?

Das Paar wechselte Blicke.

— Frühjah, Somma, Herbst und Winta, sagte der Mann und kicherte in sich hinein.

Das Paar wechselte Blicke.

Sascha lachte.

Kurt kannte den Witz schon: Günther hatte ihn vor der Parteiversammlung erzählt.

Sie verließen das Lokal nach fünfzehn Minuten. Wenigstens hatten sie sich ein bisschen aufgewärmt.

— Da drüben ist Stockinger, sagte Sascha. Ist aber teuer.

— Herrgott, sagte Kurt.

Sie wechselten auf die andere Seite der Schönhauser. Tatsächlich hatte Stockinger geöffnet. Obendrein gab es noch freie Tische. Allerdings stand ein Schild an der Tür:

SIE WERDEN PLATZIERT.

Nach einer gewissen Zeit erschien ein Kellner mit Fliege.

— Zwei Personen, sagte Sascha.

Der Kellner musterte ihn von oben bis unten: seine geflickte Jacke, seine ausgewaschenen Jeans, seine verschrammten, dreckigen Wanderschuhe.

— Leider ist zurzeit alles reserviert, sagte der Kellner.

— Aber da steht doch gar kein Schild auf dem Tisch, sagte Sascha.

— Ich sagte, es ist leider alles reserviert, versuchen Sie es doch drüben im Balkan-Grill.

Sascha marschierte an dem Kellner vorbei ins Restaurant.

— Sascha, lass doch, sagte Kurt.

Der Kellner ging Sascha hinterher, versuchte ihn, am Arm festzuhalten.

— Bitte fassen Sie mich nicht an, sagte Sascha.

— Bitte verlassen Sie das Restaurant, sagte der Kellner.

Sascha setzte sich an einen freien Tisch, winkte Kurt zu:

— Komm!

Ein zweiter Kellner kam, kurz darauf ein dritter. Kurt verließ das Restaurant und wartete draußen. Nach einer Weile kam auch Sascha heraus.

— Was soll denn das, warum bist du nicht reingekommen?

— Du, ich hab keine Lust auf Skandal, sagte Kurt. Wir suchen was anderes.

— Hier kommt nichts mehr. Das Peking ist schwul. Und die U-Bahn-Quelle hat höchstens Bockwurst.

Sie gingen weiter Richtung Alex, jetzt auf der linken Seite der Schönhauser Allee. Kurt wartete eine Weile ab, bevor er die Frage stellte, die ihn seit fünfundzwanzig Minuten beschäftigte:

— Was heißt denn eigentlich, dein Studium ist bereits beendet?

— Das heißt, ich studiere nicht mehr.

— Hast du deine Diplomarbeit fertig?

— Ich schreibe meine Diplomarbeit nicht fertig.

— Sag mal, drehst du jetzt vollkommen durch?

Sascha schwieg.

— Du kannst doch nicht hinschmeißen, so kurz vorm Schluss. Was willst du denn machen ohne Diplom? Auf ’n Bau gehen oder was?

— Weiß ich nicht, sagte Sascha. Aber ich weiß, was ich nicht will: Ich will nicht mein Leben lang lügen müssen.

— So ein Quatsch, sagte Kurt. Willst du sagen, ich lüge mein Leben lang?

Sascha schwieg.

— Du hast dir das Studium selbst ausgesucht, sagte Kurt. Niemand hat dich gezwungen, Geschichte zu studieren, im Gegenteil …

— Du hast mir abgeraten, ich weiß. Du hast mir immer abgeraten! Von allem! Ich kann froh sein, dass du mir nicht abgeraten hast, zu existieren.

— Jetzt red keinen Blödsinn, sagte Kurt.

Aber der Gedanke schien Sascha zu amüsieren.

— Ich existiere aber, rief er. Ich existiere!

Kurt blieb stehen. Er versuchte, seine Stimme so unaufgeregt wie möglich klingen zu lassen.

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