Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

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In Zeiten des abnehmenden Lichts: краткое содержание, описание и аннотация

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Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

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Im selben Augenblick klirrte irgendetwas im Nebenzimmer, jemand schrie auf — und Markus hatte Mühe, sich gegen die plötzlich durch die Schiebetür strömenden Menschen vorzuarbeiten zu seiner Mutter.

— Was ist denn passiert, fragte er.

— Wir gehen, sagte Muddel.

— Warum denn jetzt schon?

— Das erklär ich dir draußen, sagte Melitta.

Sie gingen, ohne sich von den Urgroßeltern zu verabschieden.

Den Leguan nahm er mit.

In der Nacht träumte er wieder von abgeschnittenen Fischköpfen.

1979

Selbst der Schnee, mit dessen Räumung die Leute seit Tagen schon wieder nicht hinterherkamen, konnte die Gegend nicht ansehnlicher machen. Die hohen Mietshäuser links und rechts sahen erbärmlich aus. Die Stuckfassaden waren vom Rauch der Kohleöfen geschwärzt, wo nicht nacktes Mauerwerk bleckte. Die Balkone sahen aus, als könnten sie einem jeden Moment auf den Kopf fallen.

Ruinen schaffen ohne Waffen, der Witz fiel ihm ein: die Losung der Kommunalen Wohnungsverwaltung.

Drüben, im Wedding, waren schicke Neubauten zu sehen. Was dachten die Westberliner, wenn sie über die Mauer hinweg in dieses Elend schauten?

Haus Nummer 16 schien unbewohnt zu sein. Falsche Adresse? Die Tür stand offen. Kurt passierte einen ruinösen Hausflur. An der Decke die Reste von Blumenreliefs. Dornröschenschlaf.

Uralte Schilder: Hausieren verboten. Ball spielen verboten. Fahrräder abstellen verboten.

Seitenflügel rechts. Abgerissene, aufgebrochene Briefkästen. Die Tür stand sperrangelweit offen, ließ sich nicht schließen, weil eine dicke Eisschicht auf dem Fußboden die Schwelle blockierte: Rohrbruch, dachte Kurt, das Wort dieses Winters. Überall waren nach dem großen Temperatursturz zum Jahreswechsel die Rohre gebrochen.

Kurt balancierte über den vereisten Boden, stieg zwei Treppen hinauf, klopfte an der Tür rechts. Hoffte, dass niemand öffnete. Dann konnte er sagen, er habe es versucht. Nur, was hatte er davon? Irina würde die Polizei anrufen oder, noch schlimmer, selber hierherkommen — Gott bewahre. Wenn Irina das sah, war es aus.

Geräusche. Schritte. Die Tür öffnete sich, Sascha erschien. Er trug einen grässlichen, auffällig geflickten blauen Pullover. Seine Haare waren kurz geschoren wie bei einem Sträfling. Er war mager geworden, sein Gesicht hatte einen merkwürdig wächsernen Glanz, und sein Blick war — irgendwie irr.

— Komm rein, sagte Sascha und machte eine Geste, als würde er ihn in einen Palast bitten.

Kurt betrat eine leere Wohnung. Er nahm kaum Einzelheiten wahr — es gab kaum Einzelheiten. Ein brutal kahler Flur. Eine Küche ohne ein einziges Möbel, alle Küchenutensilien standen auf einer alten Kochmaschine herum. Das Zimmer: blanke Dielen von roter Fußbodenfarbe. Eine nackte Birne an der Decke. Ein Schrank. Eine Matratze. Eine blau angestrichene Schulbank, auf der eine Schreibmaschine stand.

Sascha wies auf den einzigen Stuhl im Zimmer.

— Setz dich, sagte er. Willst du ’n Tee?

Kurt blieb stehen, schaute sich um.

Ein voller Aschenbecher stand auf dem Fensterbrett. Auf dem Fußboden lagen Bücher.

— Ich bin noch nicht vollständig eingerichtet, sagte Sascha.

— Aha, sagte Kurt.

Er schaute an den Eisblumen vorbei auf die Pappel im Hinterhof, die ihre schwarzen Äste dem Himmel entgegenstreckte.

— Hast du hier eine Zuweisung oder so was?

Sascha lachte, schüttelte den Kopf.

— Und wie kommst du hier rein? Woher hast du den Schlüssel?

— Ich hab ein neues Schloss eingesetzt.

— Du willst sagen, du bist hier eingebrochen.

— Vater, die Bude steht leer. Da kümmert sich kein Mensch drum.

Kurt betrachtete den großen braunen Kachelofen. Hinter der spaltbreit geöffneten gusseisernen Tür loderte ein Flämmchen. Neben dem Ofen stand ein Pappkarton mit Kohlen. Vorschriftswidrig, dachte Kurt. Laut sagte er:

— Na schön, gehen wir essen.

Inzwischen war es dunkel geworden. Nur die Hälfte der alten, von vor dem Krieg stammenden Laternen funktionierte noch. Ein Müllcontainer qualmte.

— Schön hier, sagte Kurt.

— Ja, sagte Sascha, die beste Gegend Berlins.

Sie gingen hintereinander, weil nur ein schmaler, ausgetretener Pfad im Schnee begehbar war. Sascha voran. Er trug eine abgewetzte, viel zu dünne Militärjacke: Parka, sagte man wohl.

— Wo ist eigentlich dein Lammfellmantel, fragte Kurt.

— Ist noch bei Melitta.

— Noch bei Melitta, murmelte Kurt.

— Wie bitte, fragte Sascha.

— Nichts, sagte Kurt.

Endlich traten sie auf die Schönhauser hinaus. Jetzt gingen sie nebeneinander.

— Deine Mutter macht sich Sorgen, begann Kurt.

Sascha zuckte mit den Schultern:

— Mir geht es gut.

— Das freut mich, sagte Kurt. Dann kannst du mich ja mal darüber aufklären, was eigentlich los ist.

— Was soll los sein. Ich bin da, ich existiere. Das Leben ist wunderbar.

— Melitta sagt, du willst dich scheiden lassen.

— Ihr wart bei Melitta?

— Melitta war bei uns.

— Wie schön, sagte Sascha.

— Darf Melitta uns nicht mehr besuchen?

— Aber bitte! Ich freue mich, wenn ihr euch plötzlich so gut versteht.

— Melitta ist die Mutter unseres Enkels, sagte Kurt. Und das haben nicht wir uns ausgesucht. Das war deine Entscheidung. Du wolltest heiraten. Du wolltest ein Kind. Wir haben dir damals abgeraten …

— Richtig, sagte Sascha, ihr habt uns geraten, das Kind zu töten.

— Wir haben dir abgeraten, Hals über Kopf zu heiraten, eine Frau, die du kaum kennst. Wir haben dir abgeraten, ein Kind in die Welt zu setzen mit zweiundzwanzig …

— Okay, sagte Sascha, du hattest recht, wenn du das hören willst. Gratuliere, du hattest recht. Bist du jetzt zufrieden?

An der Ecke Gleimstraße war die Gaststätte Vineta. An der Tür hing ein handgemaltes Schild: «Wegen technischer Probleme geschlossen».

Auch das Restaurant auf der anderen Straßenseite war geschlossen: «Montag Ruhetag».

Sie gingen weiter Richtung Stadtzentrum. Der Verkehr kam in Wellen. Kurt wartete eine Pause ab, um nicht schreien zu müssen. Dann versuchte er es noch einmal:

— Es geht nicht darum, wer recht hat oder hatte. Ich mache dir keine Vorhaltungen. Aber du hast nun einmal geheiratet, du hast einen Sohn in die Welt gesetzt, und nun hast du eine gewisse Verantwortung. Du kannst nicht gleich alles hinschmeißen und wegrennen, weil es mal ein Problem gibt. Das ist nun mal so in einer Ehe, dass es auch mal Probleme gibt.

— Es geht nicht um Eheprobleme, sagte Sascha.

— Aha, sagte Kurt. Worum geht es dann?

Sascha schwieg.

— Entschuldige, aber ich finde, wir, als deine Eltern, haben eine gewisses Recht, zu erfahren, was los ist. Du verschwindest einfach für Wochen, du meldest dich nicht … Kannst du dir wirklich nicht vorstellen, was bei uns zu Hause los ist? Baba Nadja weint den ganzen Tag. Deine Mutter ist vollkommen erledigt. Ich weiß nicht, um wie viele Jahre sie in diesen letzten Wochen gealtert ist

— Bitte mach mich jetzt nicht noch verantwortlich für das Alter meiner Mutter, sagte Sascha.

Kurt wollte etwas einwenden, aber Sascha ließ ihn nicht zu Wort kommen, wurde plötzlich laut:

— Ich kann mein Leben nicht nach dem Seelenfrieden meiner Mutter ausrichten, so leid es mir tut. Ich habe ein Recht auf mein eigenes Leben, ich habe ein Recht auf Eheprobleme, ich habe ein Recht auf Schmerzen …

— Ich denke, du hast keine Eheprobleme?

Sascha schwieg.

— Gibt es eine andere Frau?

— Ich denke, Melitta hat euch alles erzählt.

— Melitta hat uns gar nichts erzählt.

— Nein, es gibt keine andere Frau, sagte Sascha.

— Was dann?

Sascha lachte.

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