Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts
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- Название:In Zeiten des abnehmenden Lichts
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- Издательство:Rowohlt
- Жанр:
- Год:2012
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Die Idee kam ihm in dem Augenblick, als der Offiziersschüler vergaß, seine Waffe auf Sicherheit zu überprüfen. Bei den beiden anderen, Kalle Schmidt und Behringer, die vor ihm auf die Ladefläche gestiegen waren, hatte er die Kontrolle ordnungsgemäß durchgeführt, aber dann war der Lkw ein Stück zurückgerollt und hatte den Offiziersschüler beinahe umgeworfen, und während dieser den Fahrer zusammenschiss, war Alexander auf die Ladefläche gekrochen und hatte sich stumm zwischen die anderen gesetzt: mit einer schussbereiten Waffe zwischen den Knien. Nach dem Vorfall, so sah er voraus, würde man mühelos rekonstruieren, dass die Kontrolle infolge des Fahrerfehlers vergessen worden war; dass die Waffe noch nicht gesichert war, sondern noch immer auf Einzelfeuer stand, konnte er, Alexander, ohne weiteres übersehen haben; und denkbar war auch, dass er mit irgendeinem Teil seiner Ausrüstung am Abzug hängen blieb, dass die Waffe losging und an einer Stelle, die er sich in Ruhe aussuchen konnte, seinen linken Arm, den er «ganz zufällig» auf der Mündung der Kalaschnikow abgelegt hatte, durchschlug. Es waren nur Millimeter, die ihn vom Zustand dauernder Wehruntauglichkeit trennten, sein Daumen lag jetzt auf dem Abzug, es genügte eine Bodenwelle, es hätte die Einfahrt zur Kaserne genügt, nur war Alexander auf einmal nicht mehr sicher, ob der Sicherungshebel tatsächlich auf Einzelfeuer stand oder auf Dauerfeuer , sodass sich bei Betätigung des Abzugs möglicherweise gleich zwei oder drei Schüsse lösten — und dann war die Frage, was von seinem Arm übrig blieb.
Erst bei der Abgabe der Waffen wurde bemerkt, dass noch das volle Magazin in der obendrein durchgeladenen Waffe steckte, und als Alexander zum Kompaniechef beordert wurde, rechnete er mit einem Anschiss, war auf alles gefasst, sogar darauf, den Rest der Nacht mit dem Gesicht auf den Stahlfedern zu schlafen. Aber zu seiner Überraschung bat ihn der Kompaniechef, sich zu setzen, und der joviale Ton, in dem er zu sprechen begann, hätte Alexander beinahe verleitet zu korrigieren: Stief großvater — er hatte Wilhelm nie Großvater genannt, jedoch auch nicht Stief großvater, vielleicht unterließ er es deswegen, den Kompaniechef zu korrigieren, zum Glück: Die Mitteilung des Kompaniechefs lautete, sein Großvater, der Genosse Wilhelm Powileit, liege mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus, und sein Zustand sei so ernst, dass Alexander sich auf «das Schlimmste» gefasst machen müsse.
Alexander nickte, setzte ein Betroffenheitsgesicht auf, während er, innerlich jubelnd, den Urlaubsschein entgegennahm:
— Ich hoffe, Sie kommen noch rechtzeitig.
Am Morgen saß Alexander in der Bahn. Eine fröstelnde Müdigkeit umgab ihn, aber er mochte nicht schlafen. Er sah aus dem Fenster, die Landschaft kam ihm, trotz der spätherbstlichen Kargheit, bunt und üppig vor, überall war etwas zu sehen, Dörfer, Kühe, Bäume, Menschen, die gelassen eine Straße entlanggingen. Er war gerührt von der Freundlichkeit des Schaffners, also von der Tatsache, dass er ihn nicht anbrüllte, sondern einfach nur um seine Fahrkarte bat, von der Freundlichkeit der Fahrgäste, die es, und sei es nur aus Zerstreutheit, fertigbrachten, ihm den Vortritt zu lassen, die mit ihm sprachen, als wäre er ein völlig normaler Mensch.
Die Fahrt dauerte — mit zweimal Umsteigen — lange. Vom Hauptbahnhof Potsdam aus fuhr man noch einmal zwanzig Minuten mit der Straßenbahn bis in die barocke Potsdamer Altstadt, deren Hauptachse (benannt nach Klement Gottwald, dem Mörder Slánskýs) jahrelang saniert worden war. Aber es genügte, wenige Schritte von der Hauptachse abzuweichen, und man befand sich in einer ganz normalen, das heißt verfallenden Straße mit ursprünglich hübschen, zweistöckigen Wohnhäusern, deren Fassaden nun grau und schwarz und vom aus löcherigen Dachrinnen tropfenden Regenwasser gescheckt waren. Hier und da konnte man im Putz, sofern vorhanden, sogar noch Einschüsse aus den letzten Kriegstagen erkennen.
Gutenbergstraße sechzehn. Klingel funktionierte nicht. Die Haustür war, wie so oft, abgeschlossen: Frau Pawlowski hatte Angst um ihre Katzen. Zum Glück tauchte sie, mit Katzen, gerade am Fenster auf, erkannte Alexander nach kurzer Prüfung, und obwohl sie ihn immer als Eindringling betrachtet hatte, gegen den Krieg zu führen war, erbarmte sie sich, nun da er in Uniform vor der Haustür stand, deutete in Richtung Dachgeschoss und formte hinter dem Fensterglas den leicht von den Lippen abzulesenden Satz:
— Ick saach Bescheid!
Einige Augenblicke später drehte sich der Schlüssel im Schloss, Christina erschien, ein bisschen zerzaust, mit hochgeschobenen Ärmeln und einer Schürze um den Hals.
— Ach, sagte sie, einfach nur: Ach. Und forderte ihn mit einer Kopfbewegung auf hereinzukommen.
Er trottete hinterher, schnupperte den wohlbekannten Hausflurgeruch (halb Schimmel, halb Katzenpisse), betrachtete andächtig das halbrunde Emaillebecken im oberen Flur, an dem sie ihr Wasser entnahmen, folgte Christina auf der krummen, knarrenden Treppe zum Dachboden, aus dem, vermittels zweier Lehmfachwerkwände, ein paar Kubikmeter herausgetrennt worden waren: das Mansardenzimmer, Christinas Mansardenzimmer, aber auch sein Mansardenzimmer, seine «Heimatadresse», seit er vor fast einem Jahr hier eingezogen war (noch als Schüler und unter dem Protest seiner Eltern), und jetzt doch wieder Christinas Zimmer: Vom ersten Augenblick an fühlte er sich wie zu Besuch. Anstatt sich, wie er es sich vorgenommen hatte, als Erstes die Uniform vom Leib zu reißen und sie in die Ecke zu feuern, setzte er sich in einen der beiden Drehsessel, die einzigen Sitzgelegenheiten im Zimmer, und sah Christina zu, die mit hochgekrempelten Ärmeln und fest um die Taille geschnürter Schürze am Kühlschrank stand und Geschirr spülte, versuchte, ihre Stimmung zu erraten, beobachtete fasziniert, wie sie Teller abtropfen ließ und Tassen aufeinanderstapelte, wie sie, um frisches Spülwasser zu erwärmen, den hohen Aluminiumtopf füllte und den Tauchsieder einsteckte, und jede ihrer Bewegungen erschien ihm auf kaum zu ertragende Weise sinnlich.
— Willst du ’n Kaffee, fragte Christina.
Alexander wollte keinen Kaffee.
Nachdem er sich umgezogen hatte (er nahm es als gutes Zeichen, dass seine Klamotten noch immer hier, in der Gutenbergstraße, waren), fuhren sie mit der Bahn nach Neuendorf und statteten seinen Eltern einen Besuch ab. Irina, ein bisschen enttäuscht darüber, dass sie den Abend nicht bleiben, sondern noch auf den sogenannten Berg wollten (das heißt, Christina wollte auf den Berg , Alexander hätte sich lieber einen gemütlichen Abend mit Christina gemacht, nahm es aber wiederum als gutes Zeichen, dass sie unbedingt tanzen gehen wollte: Sie sitze, so sagte sie, schon seit zwei Monaten allein in der Bude) — Irina also improvisierte ein «kleines» Abendbrot. Man aß zusammen, das heißt, eigentlich aß nur Alexander: Irina, obgleich sie sich immer beschwerte, dass sie nie etwas mitbekam, verschwand gleich wieder in der Küche, um nur hin und wieder, Zigaretten rauchend, hereinzurauschen und kryptische Kommentare abzugeben; Kurt war es zum Abendessen noch zu früh (du weißt doch, mein Magen!), und Christina stocherte ein bisschen in der Zwiebelsuppe, die Irina rasch gezaubert hatte — und nur Alexander, der außer einem Mortadellabrötchen nichts im Magen hatte, aß, stopfte geräucherte Schweinefilets und bulgarischen Käse in sich hinein, aß schließlich noch Christinas Zwiebelsuppe auf, während er dem Tischgespräch lauschte, das zwischen verschiedenen Themen mäanderte und, ausgehend vom allgegenwärtigen Mangel in der DDR, in diesem Falle dem Mangel an Zwiebeln, auf die Erdölkrise im Westen kam (wo, Gott sei Dank, auch nicht alles klappte) und von dort über den Jom-Kippur-Krieg und die ehemaligen Nazis in Nassers Armee zum «Krieg der Geschlechter» sprang (einem Film, der kürzlich im Westfernsehen gelaufen war), um dann doch wieder in die real existierende Welt zurückzuspringen, nämlich zu Christinas Bibliothek (wo man einen chilenischen Exilanten eingestellt hatte, der bei der Ermordung Victor Jaras dabei gewesen war) und schließlich, nach den unvermeidlichen Klagen über die Dummheit der Leser, zu irgendeinem politischen Handbuch, über das Christina und Kurt sich einvernehmlich amüsierten, weil der Name von Honeckers Vorgänger in der Neuauflage vollständig eliminiert worden war, nachdem er ursprünglich auf beinahe jeder Seite gestanden hatte. Wie bei George Orwell, bemerkte Christina, die gerade George Orwell las, und als sie das sagte, verzog sich ihr Mund oder, genauer gesagt, eine Seite ihres Mundes, und zwar so, dass der Mundwinkel (und nur der Mundwinkel) zu einer fast beide Zahnreihen entblößenden Öffnung aufklaffte, was ihr einen ironischen, kalten Ausdruck verlieh — wie immer, wenn sie über Bücher sprach, die Alexander nicht kannte. Dann stellte man fest, dass man sich bereits verquatscht hatte, Irina spendierte — Ausnahme Weise — ein Taxi, und erst als das Taxi schon da war, als Christina und Alexander die Steintreppe hinabstiegen und Irina und Kurt, einander umarmend, auf der Empore vor der Haustür standen und ihnen mit dem jeweils äußeren, freien Arm hinterherwinkten — da erst fiel ihnen Wilhelm ein, und man verabredete, dass die Eltern sie, zusammen mit Oma Charlotte, morgen gegen elf Uhr zum Besuch im Krankenhaus abholen würden.
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