Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

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In Zeiten des abnehmenden Lichts: краткое содержание, описание и аннотация

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Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

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Links, hinter hohen Bretterzäunen, tauchte die Russenkaserne auf, vergleichsweise bunt, orientalisch (der Zaun grün, die Gebäude gelb, die Bordsteine gekalkt, der rote Stern am Tor frisch gestrichen), und auf der rechten Seite, weit einsehbar hinter Stacheldrahtzaun: das Grenzausbildungsregiment (flach, grau, quadratisch). Alexander zählte stumm die Fenster, um Christina «sein» Zimmer zu zeigen, unterließ es dann aber. Was sagte der Anblick eines Fensters? Was sagte der Anblick eines Neubaublocks über die allgegenwärtige Idiotie, über das Gefühl des Eingesperrtseins, über die konkreten Kleinigkeiten, die einen Tag füllten und ausmachten: die ständige körperliche Nähe der Zimmergenossen, ihre Zoten abends vor dem Einschlafen, ihre Socken, die sie zum Ausdünsten über die Stiefel legten, oder das Anstehen an den Pissbecken am Morgen, zusammen mit einhundert Mann, und die unfreiwillige Zeugenschaft beim Abschütteln und Abklopfen und Abmelken des letztes Tröpfchens.

Immerhin fand Christina den Anblick der Kaserne «nicht gerade erfreulich», vermutete allerdings, dass so ein «Neubauobjekt» doch auch Vorteile hätte, so zum Beispiel hinsichtlich von Sauberkeit und Hygiene.

Alexander schwieg. Er schwieg den ganzen Rückweg über, schwieg eisern, allerdings ohne dass Christina dies zu bemerken schien, nahm sich fest vor, kein einziges Wort mehr zu sagen — und fing dann in der Gaststätte, in der sie überflüssigerweise noch einen Kaffee tranken, doch wieder an zu reden. Redete und ärgerte sich, dass er nicht den Mund halten konnte, dass er jetzt doch von Socken und Pissbecken redete, verachtete sich dafür, war gleichzeitig sauer auf Christina, die, während er erzählte, schon auf die Uhr zu schauen begann und ihn schließlich — ein bisschen genervt, ein bisschen wohlmeinend — endgültig zum Schweigen brachte:

— Denk an deinen Vater, der hat wirklich Schlimmeres erlebt.

Er brachte Christina zum Bahnhof. Die Zeit war abgelaufen. Christina ging neben ihm mit ihrer Aura und ihrem Engelshaar, ihre Hand war kalt und ihr Schritt kurz, und Alexander hasste sie plötzlich. Und sehnte sich gleichzeitig nach ihr. Aber sie löste sich auf, sie verließ ihn, den Jammerlappen mit seinem Topfschnitt und seiner Uniform, er musste sie festhalten, drängte sie in einen Hauseingang, glaubte, sie müsse sich anstecken lassen von seiner Gier, glaubte, als sie sich sträubte, Gewalt anwenden zu müssen, versuchte sie umzudrehen, riss an ihren Strumpfhosen, aber Christina wehrte sich mit verblüffender Kraft, winselte seltsam, dann standen sie sich gegenüber, schnaufend beide, und Alexander wandte sich ab und ging.

Es war noch nicht neun Uhr. Alexander setzte sich wieder in die Kneipe, bestellte Bier, bestellte Korn, dann noch ein Bier, schaute der Kellnerin hinterher, betrachtete ihre von einem schwarzen Rock nur knapp bedeckten Oberschenkel, deren fleischige Innenseiten beim Gehen aneinanderrieben, wenn sie durch den Gastraum schritt (im Unterschied zu Christinas Oberschenkeln, zwischen denen ein fingerbreiter Hohlraum klaffte), und Alexander hätte, ohne nachzudenken, den kompletten monatlichen Sold eines Wehrpflichtigen in Höhe von 80 Mark plus 40 Mark Grenzzulage abzüglich der bereits fälligen Bier- und Kornrechnung hingelegt, um seine Hand zwischen die fleischigen Oberschenkel der Kellnerin des Restaurants Harzfeuer in Halberstadt legen zu dürfen. Er bestellte Bier, bevor er das vorherige ausgetrunken hatte, erkundigte sich nach dem Namen der Kellnerin, sie hieß Bärbel, erklärte ihr mit unklarer Hoffnung, dass er bis vierundzwanzig Uhr Ausgang habe. Sie lächelte, schüttelte ihr kastanienbraunes Haar aus dem Gesicht, räumte Aschenbecher ab, sammelte Gläser ein, brachte neue, volle Gläser, bewegte sich mit fischartiger Geschmeidigkeit zwischen den zumeist von Soldaten besetzten Tischen, verschwand, tauchte wieder auf, warf ihm, so schien es, kurze, vielsagende Blicke zu, entblößte beim Lächeln ihre Nagetierzähnchen und brachte ihm schließlich, anstatt eines weiteren Korns, die Rechnung, wies sein großzügiges Trinkgeld zurück und ermahnte ihn streng, dass er jetzt losmüsse, wenn er pünktlich in der Kaserne sein wolle.

Dann ging er die Betonstraße entlang, über sich einen mächtigen Sternenhimmel, der die Neigung hatte, immerzu einzustürzen, in sich ein Letschosteak, das die Neigung hatte, aus ihm herauszustürzen, sonst war ihm alles egal, er wunderte sich nur, dass er tatsächlich in Richtung Kaserne ging, dass er freiwillig dort wieder hineinging, falls er unterwegs nicht noch von einem Auto überfahren wurde, wozu es aber aus unbegreiflichen Gründen nicht kam. Als er im Bett lag, begann sich alles, obwohl in der Dunkelheit unsichtbar, um ihn zu drehen, das Letschosteak war nun nicht mehr aufzuhalten und landete, statt im Klo, in einem der zwanzig Waschbecken des Kompaniewaschraums. Jetzt tauchte der UvD auf und befahl Alexander, die Felddienstuniform anzulegen (äußerst schwierige Aufgabe), dann gingen sie zusammen über das Kasernengelände, Alexander erklärte dem UvD, dass er Christina liebte und dass sie einander «Bonny» nannten, nein, nicht Pony, sondern Bonny , wie es im Lied heißt, dann waren sie an der Wache, man nahm Alexander das Koppel ab, brachte ihn in einen kleinen Raum, in dem nichts weiter stand als eine Pritsche, auf deren Stahlfedergitter nicht einmal eine Matratze lag, und als Alexander am Sonntagmorgen um sechs aus dem Karzer geholt wurde, damit er das Waschbecken, in das er erbrochen hatte, reinigen konnte, bevor die Kompanie aufstand, trug er, wie er in einem der zwanzig Spiegel des Waschraums sah, den Abdruck der Stahlfedern in der rechten Gesichtshälfte.

Noch an diesem Sonntag schrieb er einen reuigen Brief an Christina. Christina jedoch, die ihm bisher täglich geschrieben hatte, schrieb ihm nicht, jedenfalls war am Dienstag und auch am Mittwoch kein Brief von ihr da. Am Donnerstag drohte Alexander ihr mit der Trennung und hätte die Drohung am Freitag zurückgenommen, wenn nicht der Gefechtsalarm dazwischengekommen wäre.

Zum ersten Mal händigte man ihnen nicht nur die Waffe aus, sondern auch zwei volle Magazine mit je dreißig Schuss Munition. Beim anschließenden Appell erklärte der Kompaniechef, ein kurzbeiniger Mann mit scharfer Stimme, dass sie im Grenzabschnitt Sowieso zur Hinterlandssicherung eingesetzt würden, da eine sogenannte Lage entstanden sei: Ein Soldat der Sowjetarmee sei mit einem Autobus Typ Ikarus , einer Kalaschnikow und sechzig Schuss Munition unterwegs, vermutlich in Richtung Staatsgrenze zwischen Stapelburg und dem Brocken.

Sie fuhren etwas mehr als eineinhalb Stunden, wurden dann, immer in Dreiergruppen, irgendwo im Wald ausgesetzt, Alexander zusammen mit Kalle Schmidt, dem die Hände zitterten, und Behringer, der schon mehrmals auf der Stube hatte verlauten lassen:

— Wenn die Arschlöcher mir wirklich an die Grenze lassen, hau ick ab!

Dann lagen sie an einer Weggabelung im Wald. Wo die Grenze war, wussten sie nicht genau. In der Ferne bellten Hunde. Bald war es so dunkel, dass sie einander nicht sahen. Im Wald krachte und quietschte es, allenthalben hörten sie Schritte, Kalle lud seine Waffe durch und forderte unsichtbare Gestalten auf, die aktuelle Parole zu nennen, und auch Alexander lud seine Waffe durch, sah Gespenster, wenn er lange genug auf den schwach sich abzeichnenden Weg starrte, und achtete auf jedes Wort, auf jedes Geräusch, das aus Behringers Richtung kam.

Nachmittags um vier waren sie abgesetzt worden. Gegen zwölf Uhr nachts hörten sie das typische Kreischen eines auf hohen Touren laufenden LO-Motors, der die Ablösung brachte: Acht Stunden, die normale Grenzschicht — das war, was ihnen bevorstand, wenn sie nach der Ausbildung in eine Grenzkompanie versetzt wurden, acht Stunden täglich, in wechselnder Schicht, ein Jahr lang. Alexander war es ein Rätsel, wie er das durchhalten sollte, er wusste nicht einmal, wie er bis Weihnachten durchhalten sollte, durchhalten, bis er Christina das nächste Mal wiedersah.

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