Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

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In Zeiten des abnehmenden Lichts: краткое содержание, описание и аннотация

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Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

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— Papperlapapp, sagte Wilhelm. Wer zieht denn den Ausziehtisch aus?

— Du ziehst den Ausziehtisch jedenfalls nicht aus, sagte Charlotte. Du hast schon genug kaputt gemacht in diesem Haus!

Eine unverschämte Behauptung, die Wilhelm hätte entkräften können, indem er aufzählte, welche Instandsetzungsarbeiten er im Laufe von fast vierzig Jahren durchgeführt, welche Elektrogeräte er repariert, welche Umbauten er bewerkstelligt, welche haushaltstechnischen Verbesserungen er vorgenommen hatte — viele schwierige Worte, zu schwierig, zu umständlich, zu lang, und so machte Wilhelm lediglich einen Schritt auf Charlotte zu, baute sich, seine Körpergröße ausspielend, vor ihr auf und sagte:

— Ich bin Metallarbeiter. Ich bin siebzig Jahre in der Partei. Wie lange bist du in der Partei?

Charlotte schwieg. Sie schwieg!

Wilhelm wandte sich um und verließ, um sich seinen kleinen Sieg nicht noch zu vermasseln, den Raum.

In der Diele standen zwei Männer.

— Delegation, sagte Lisbeth.

— Aha.

Wilhelm gab beiden die Hand.

— Ihre … Ihre …, sagte der eine Mann und zeigte auf Lisbeth.

— Haushaltshilfe, ergänzte Lisbeth.

— Ihre Haus Hals Hilfe hat uns hereingelassen, sagte der Mann.

— Schöner Fisch, sagte der andere, auf die Muschel deutend, in die Wilhelm die Glühlampe eingebaut hatte.

Sie standen dicht beieinander, beide gedrungen, fast krumm, beide trugen etwas zu helle, zu saubere Mäntel. Der Mann, der Haus Hals Hilfe gesagt hatte, hielt einen Teller in der Hand.

Er räusperte sich und begann zu reden. Er redete leise und umständlich, die Worte lösten sich langsam aus ihm heraus, so langsam, dass Wilhelm das letzte Wort schon vergessen hatte, bevor das nächste aus dem Mann herauskam.

— Zur Sache, Genossen, mahnte Wilhelm. Ich hab zu tun.

— Kurz und gut, sagte der Mann, du erinnerst dich, Genosse Powileit, an, Stichwort Kuba, unsere, damals, Spendenaktion, und wir dachten, es wäre in deinem Sinn, wenn wir das Thema hier, also dargestellt als ein Fahrzeug, so wie es in unserem Werk hergestellt wird, thematisch, äh, darstellen.

Er hielt Wilhelm den Teller vor die Nase. Aha, dachte Wilhelm. Er holte einen Hundertmarkschein aus seiner Brieftasche und knallte ihn auf den Teller.

Da guckten sie. Aber an seinem Geburtstag wollte er sich nun wirklich nicht lumpenlassen.

Dann kam Mählich: Punkt elf.

— Wilhelm, sagte Mählich und schüttelte ihm die Hand.

Das gefiel ihm an Mählich: dass er nicht viele Worte machte.

— Bring das Gemüse zum Friedhof, sagte Wilhelm. Wir ziehen den Ausziehtisch aus.

Sie gingen in den Salon und rückten den Tisch vors Fenster.

— Aber Alexander muss jeden Augenblick kommen, protestierte Charlotte.

— Papperlapapp, sagte Wilhelm. Papperlapapp!

Charlotte verließ den Raum.

Sie zogen die Seitenteile bis zum Anschlag heraus. Mählich fragte:

— Wilhelm, wie schätzt du die politische Lage ein?

Er schaute Wilhelm an. Schaute unter seinen gewaltigen Brauen hervor wie aus einer Höhle. Das gefiel ihm an Mählich. Er war ein ernsthafter Mann. Wilhelm fühlte sich zu einer Analyse ermutigt.

— Das Problem ist, sagte er, dass das Problem das Problem ist.

Er klappte ein Mittelteil um. Mählich tat auf seiner Seite dasselbe. Überraschenderweise hielten die Mittelteile nicht, sondern knickten ein und fielen glatt durch den Rahmen.

— Verstehe ich nicht, sagte Mählich.

— Hammer und Nägel, sagte Wilhelm. Du weißt doch wo’s steht.

Mählich ging in den Keller und kam wieder mit einem Hammer und Nägeln. Wilhelm hob das Mittelteil auf, maß mit Daumen und Zeigefinger den Abstand zum Rahmen. Dort setzte er den Nagel an. Setzte noch einmal ab, weil er spürte, dass seine Analyse Mählich noch nicht hundertprozentig überzeugt hatte, und sagte:

— Das Problem sind die Tschows, verstehst du: Tschow-Tschow.

Mählich nickte sehr langsam. Wilhelm schlug zu.

— Emporkömmlinge, sagte er.

Er schlug zu.

— Defätisten.

Er hielt einen Augenblick inne und sagte:

— Früher wussten wir, was man mit denen tut.

Nächster Nagel. Charlotte kam rein:

— Was macht ihr denn, um Himmels willen.

— Wir ziehen den Ausziehtisch aus.

— Aber ihr könnt doch da keine Nägel einschlagen.

— Wieso können wir nicht, fragte Wilhelm.

Er versenkte den Nagel mit einem Schlag in der Tischplatte.

— Dunnerlüttchen, sagte Mählich.

Und Wilhelm sagte:

— Gelernt ist gelernt.

Halb vier wurde die große Schiebetür zwischen den Räumen geöffnet, die Feier begann. Wilhelm hatte inzwischen zu Mittag gegessen und ein wenig geruht; Lisbeth hatte ihm noch einen Kaffee gekocht; sie hatte ihm Nasen- und Ohrenhaare beschnitten und dabei mehrmals mit ihren Schwimmbecken-Brüsten seine Schulter angestupst.

Das kalte Buffet war gekommen und stand auf dem Ausziehtisch. Alexander dagegen war noch immer nicht da — eine Tatsache, die Wilhelm erfreute. Mehrfach fragte er Charlotte nach ihrem Enkel, den er vor allem als ihren Enkel betrachtete, so wie er die ganze Familie vor allem als ihre betrachtete: Defätistenfamilie. Irina mal ausgenommen. Immerhin war sie im Krieg gewesen. Im Gegensatz zu Kurt, der im Arbeitslager gewesen war — und sich jetzt als Opfer aufspielte. Der sollte froh sein, dass er im Lager gewesen war! An der Front hätte der nicht überlebt, als Halbblinder.

Jetzt klingelte es in einem fort, Charlotte rannte hin und her wie ein Huhn, während Wilhelm in seinem Ohrensessel saß, hin und wieder von dem Kognak in seinem grünschimmernden Aluminiumbecher nippte und ein grimmiges Vergnügen dabei empfand, die Gratulanten, die nacheinander vor seinen Sessel traten, mit immer demselben Satz in Verlegenheit zu bringen:

— Bring das Gemüse zum Friedhof.

Die Weihes kamen, tappelten beide im Gleichschritt herein und redeten mit gesalbten Stimmen.

Mählich kam jetzt mit Frau, einer blondierten Zicke, die stets über Rheuma klagte, obwohl sie noch keine sechzig war.

Steffi, stets aufgedonnert, seit ihr Mann unter der Erde lag.

— Bring das Gemüse zum Friedhof.

Bunke kam jetzt herein, so gerupft wie sein Blumenstrauß, die Krawatte auf halbmast, eine Seite des Hemdkragens überlappte das Revers. Schon beim Betreten des Raumes tupfte er sich den Schweiß von der Stirn. So einer war nun Oberst bei der Staatssicherheit — während man ihn, Wilhelm, damals nicht übernommen hatte: Westemigrant! Bis heute kränkte es ihn. Auch er wäre lieber in Moskau geblieben. Aber die Partei hatte ihn nach Deutschland geschickt, und er hatte getan, was die Partei von ihm verlangte. Sein Leben lang hatte er getan, was die Partei von ihm verlangte, und dann: Westemigrant !

— Bring das Gemüse zum Friedhof.

Bunke tupfte den Schweiß ab und sagte:

— Do gann isch kleisch pleiben.

Gesichter tauchten auf, die Wilhelm nicht kannte.

— Wer bist du?

Frau Bäcker, die Gemüseverkäuferin.

Harry Zenk, Rektor der Akademie: war noch nie zu seinem Geburtstag gekommen.

Till Ewerts — nach Schlaganfall.

— Bring das Gemüse zum Friedhof.

Aha, der Genosse Krüger. Abschnittsbevollmächtigter.

— In Uniform hätte ich dich erkannt, Genosse. Bring das Gemüse zum Friedhof.

Die Sondermanns. Deren Sohn im Gefängnis saß: wegen versuchter Republikflucht.

— Euch kenn ich nicht, sagte Wilhelm.

— Aber das sind doch Sondermanns, erklärte Charlotte.

— Euch kenn ich nicht!

Das Grummeln im Raum wurde für einen Augenblick leiser.

— Gut, sagte Sondermann. Drückte Charlotte den Blumenstrauß in die Hand und verschwand, zusammen mit seiner Gattin.

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