Clemens Setz - Die Frequenzen

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Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

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Weil es schon spät geworden war und Walter bald von seinem Vater abgeholt werden würde, beschlossen wir, dass Folgendes passierte: Ein paar Wochen päppelten wir den völlig entkräfteten und leicht verletzten Piloten mit Brotkrumen und klein gehackten Nüssen auf, die wir ihm mit einer Pinzette in seine Sektflasche reichten. Er streckte sich jedes Mal gierig nach dem nächsten Brocken. Als er wiederhergestellt war, ließen wir ihn frei. Eines friedlichen Morgens schließlich kletterte er in seine Propellermaschine und hob ab.

Die Gruppe

1. Szene. Ein halber Sesselkreis in einem kleinen Zimmer. Vor den Fenstern Abend. In einer Ecke des Zimmers ein kleiner Käfig, darin ein kleiner bunter Vogel, der sich kaum bewegt. Eine große, grüne Zimmerpflanze mit Blättern in Form eines gefrorenen Springbrunnens .

Personen: Die Gruppenleiterin, eine Frau um die Vierzig mit Schweißflecken unter den Achseln; die verschiedenen Teilnehmer der Gesprächsgruppe .

Gemurmel unter den Teilnehmern, bevor die Leiterin mit der Begrüßung beginnt .

LEITERIN: So … dann möchte ich gern alle begrüßen, die heute Abend gekommen sind … hier ins Institut für Lebensführung. Mein Name ist Valerie und ich werde diesen Gesprächsabend leiten. Das Gruppengespräch versteht sich … gewissermaßen als Ergänzung zur Einzeltherapie. Und … ja.

Sie klemmt sich die Stirnfransen hinters Ohr. Sie bleiben nicht hängen, fallen ihr wieder in die Stirn .

Auftritt Walter. Er trägt eine unauffällige Weste, so wie sie Menschen mit psychischen Problemen in schlechten Hollywoodfilmen tragen. Die Schirmkappe, die er auf dem Kopf getragen hat, hält er in der Hand und fächelt sich damit Luft zu. Es ist Sommer und sehr heiß. Walter schwitzt entsetzlich .

LEITERIN: Guten Abend. Bitte setzen Sie sich.

WALTER setzt sich auf den einzigen noch freien Sessel, dreht die Schirmkappe nervös zwischen seinen Fingern. Er sieht auf seine Schuhe. Sehr leise: Hallo.

Felix, ein in leichter Seitenlage gehender Musikstudent, hat sich unterdessen von seinem Platz erhoben und streunt im Zimmer herum .

FELIX vor dem Vogelkäfig : Kann er … kann er sprechen?

LEITERIN bemerkt ihn : Was?

FELIX: Der Vogel. Kann der sprechen?

Pause

LEITERIN: Ja.

FELIX aufgeregt : Und?

LEITERIN scheint zu überlegen : Wollen Sie sich nicht vielleicht lieber setzen?

Pause. Felix bleibt vor dem Käfig stehen. Er lacht auf . Was ist so komisch?

FELIX: Der Papagei … er hat geseufzt!

LEITERIN: Geseufzt?

FELIX: Ja! So richtig, mit Heben und Senken der Schultern, so –

Er macht es vor .

LEITERIN: Nehmen Sie doch erst einmal Platz. Wir fangen dann an.

FELIX bleibt stehen : Man könnte einem Papagei ja im Prinzip alles beibringen. Gebete …

LEITERIN steht auf .

FELIX: Flüche oder philosophische Sätze. Zum Papagei: Gott ist tot. Hey, Gott ist tot.

WALTER: Keine Angst, der wächst wieder nach.

Alle starren ihn an, die Leiterin vor allem. Ihr Gesicht drückt äußerstes Unbehagen aus. Längere Pause .

FELIX: Was hat er gesagt?

LEITERIN: Gar nichts, kommen Sie jetzt, setzen Sie sich. Sie deutet auf den freien Stuhl, der sofort um eine Grauschattierung dunkler wird. Felix zuckt mit den Achseln, geht an seinen Platz und setzt sich . Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wo wir letztes Mal aufgehört haben.

Der Vogel brabbelt plötzlich vor sich hin. Felix springt auf und rennt zurück zum Käfig .

FELIX: Haben das alle gehört? Er hat was gesagt! Hat jemand verstanden, was er gesagt hat?

LEITERIN: Alles ist in Ordnung. Kommen Sie. Setzen wir uns wieder hin. In einem so intimen Rahmen können wir wirklich gut auf jeden Einzelnen eingehen. Aber bevor wir das tun, wäre es vielleicht ganz gut, wenn wir unsere natürlichen Berührungsängste abbauen und uns ein bisschen mit gegenseitigem Vertrauen aufladen. Sie steht auf . Vielleicht steht jetzt jeder einmal auf.

Die Gruppe kommt ihrer Aufforderung zögerlich nach. Jutta, eine magere Frau mit Kopftuch, ist schüchtern und versteckt ihr Kinn hinter einem Seidenschal, der von ihrem Neffen mit Wasserfarben bekleckst worden ist. Sie wird von einem kraftlosen trockenen Dauerhusten gequält, wie Leute, die in Symphoniekonzerten sitzen .

LEITERIN: Und jetzt nimmt jeder … einfach so, ohne tiefere Bedeutung … die Hand seines Nachbarn. Jeder zumindest eine. Gut. So … und jetzt machen wir langsame Wellen, so — Sie bewegt ihre Hände vor und zurück, wie langsame Ruderbewegungen . Und wenn ich vorne bin, dann gehen die Nachbarn nach hinten und die nächsten wieder nach vorne, so — Die Gruppe macht zuerst mit, kommt dann aber sofort mit dem Rhythmus durcheinander. Gabi hat als einzige schon die Augen geschlossen und bemerkt es nicht. Ein paar Teilnehmer lassen kurz los . Und jetzt schließt jeder die Augen. Gut. Und jeder versucht, sich in den Wellen-Rhythmus der Gruppe einzufühlen. So — Wieder kommen einige Teilnehmer aus dem Rhythmus. Jetzt macht auch Gabi die Augen auf und sieht verwirrt hin und her . Ja. Wie man sieht, ist das am Anfang gar nicht so leicht. Wem ist es leicht gefallen, sich einzufühlen?

Pause

JUTTA mit gepresster Stimme, kurzatmig : Mir ist es am Anfang sehr schwer gefallen, obwohl ich die Übung ja schon vom letzten Mal kenne und sonst eigentlich auch keine großen Schwierigkeiten hab, mich in die Gruppe einzufühlen, also könnten wir vielleicht noch einmal, ich meine, einfach von vorn damit … damit …

Sie wird leiser, schweigt schließlich. Dann ein krampfhaftes Husten, wie das Zischen einer Zigarette im Schnee. Den verlorenen Satz bringt sie nicht mehr zu Ende .

WALTER: Der Fluss war noch nicht richtig da …

FELIX: Was?

JUTTA bevor Walter antworten kann : Der Fluss. Die Welle, die dann irgendwann über alle …

WALTER: Der energetische Fluss.

LEITERIN sieht Walter kurz von der Seite an : Nun ja, für den ersten Versuch war es nicht so schlecht. Natürlich muss man sich einlassen auf die anderen, auf die Bewegungen, gewissermaßen auch auf den Bewegungs drang der anderen. Denn jeder hat seine eigenen Richtungen, seine eigene Geschwindigkeit, seine Eigenschwingung gewissermaßen.

Nina, eine junge Frau mit einer grauen Haarsträhne, blickt auf, als hätte in der Ferne jemand geschrieen .

FELIX der wieder zu dem Vogel blickt und sich wünscht, das kleine, putzige Federvieh in Händen zu halten, es zu streicheln und ihm einen Namen zu geben : Ich seh aber nicht ganz ein, was das jetzt mit uns –

WALTER unterbricht ihn : Den meisten Menschen ist ihre Bewegung mehr dik tiert als eigen . Bei den meisten ist eher alles fremdbestimmt, weil sie noch nicht so weit sind, auch nicht so weit sein können, weil sie noch voll sind von ihren Blockaden –

LEITERIN streng : Einen Augenblick, ich glaube, Felix wollte was sagen …

FELIX lässt die rechte Hand von Jutta los, die sie sofort erleichtert ausschüttelt und unter ihre linke Achsel klemmt : Ich sehe nicht, wie diese Übung Vertrauen … wie wir damit …

LEITERIN professionell fröhlich : Wir machen sie ja noch einmal, keine Angst. So viel Zeit muss sein.

WALTER im Tonfall eines Hare-Krishna-Jüngers : Manche Menschen haben halt Schwierigkeiten, sich darauf einzulassen.

Jutta hält Felix wieder ihre Hand hin. Er bemerkt sie zuerst nicht, weil er Walter anstarrt .

LEITERIN: Also, noch mal. Alle schließen die Augen. Jutta nimmt die Hand von Felix, der in seinem Zorn die Augen geschlossen hat. Er erschrickt ein wenig . Und noch einmal wiegen wir uns vor und zurück, jeder in seinem Tempo, an das sich der Partner anpassen muss, und wieder der nächste und so wie die Glieder in einer Kette –

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