Clemens Setz - Die Frequenzen

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Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

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Ich band mir gerade meine Armbanduhr um, als die Tür aufging.

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— Du hast es getan? Ehrlich? Na, dann Glückwunsch.

Obwohl er verschwörerisch lächelte und der Mittelpunkt unserer kleinen Verabschiedungsfeier war, schien Walter angewidert.

— Vielen Dank, sagte ich.

— Sag mal, Walter, für wie lange gehst du nach Paris? fragte Markus, ein Schulkollege, der im Nebenhaus wohnte.

— Ein Jahr. Vielleicht auch weniger.

— Und, was willst du da?

— Weiß auch nicht, sagte Walter. Mein Vater findet, eine Sprache mehr kann mir nicht schaden.

— Scheiße.

— Ja, du sagst es.

— Auf Paris.

Ich erhob meine Flasche.

— Und, fragte Markus, verrätst du uns jetzt, was in der Tasche ist? Wenn es irgendwelche Drogen sind, die kannst du dir gleich –

— Nein, keine Drogen, sagte Walter. Aber gut, wenn dir die Neugier bereits den Arsch hinaufkriecht. Voilà!

— Toll, du sprichst ja jetzt schon Französisch.

— Faszinierend, nicht? sagte Walter missmutig.

Er machte den Reißverschluss seiner Sporttasche auf.

— Feuerwerksraketen?

— Raketen!

Markus war begeistert. Er griff sofort in die Tasche und nahm ein Büschel davon heraus.

— Wo hast du die denn her? fragte ich.

– Überbleibsel, sagte Walter. Ich hab mir gedacht, zur Feier des Tages. Wenn ich schon weg muss, kann ich wenigstens noch die Stadt anzünden.

— Macht Sinn, sagte ich und trank meine Flasche in einem Zug leer. Hier!

Ich stellte die leere Flasche auf den Boden des Balkons.

— Ich weiß, wohin wir die Raketen schießen können, sagte Markus. Zu den Türken da drüben. Der älteste von den Brüdern hat mich früher immer verdroschen.

— Spinnst du jetzt völlig?

— Warum denn nicht? Merkt doch keiner, woher die Rakete gekommen ist.

— So ein Schwachsinn. Außerdem war das keiner von den Türken.

— Das weiß ich doch wohl am besten, sagte Markus und steckte eine Rakete in die Flasche.

— Aber ich kenn die, das sind keine Schläger. Meine Mutter war bei denen schon einmal eingeladen.

— Ja, aus Angst tut man vieles.

— Was? Was soll das wieder heißen? Fick dich doch.

— Fick dich selber.

— Mach ich, versprochen, sagte ich. Aber nur, wenn du mir hilfst.

Walter sah uns beide erstaunt an.

— Ja, sagte ich, die steck ich mir dann einfach in mein Schwanzloch, und wenn ich losspritzen muss, dann brenn ich die Zündschnur ab, ganz einfach …

Walter schien sich zu amüsieren, aber er war rot geworden und atmete beim Lachen lauter als sonst.

— Hast du übrigens schon einmal … ich meine … während was in dem Loch drin ist?

— Ich steck mir doch nichts in den Arsch, sagte Markus.

— Nein, schaltete sich Walter ein, er meint etwas anderes, aber das ist dir wahrscheinlich zu hoch, er meint … eher was Wissenschaftliches . Etwas, von dem nur echte Männer was verstehen.

— Ach, lasst mich doch in Ruhe. Lasst es euch doch von den Türken besorgen!

— Faschist.

— Was?

— Fa-schissst! Das bedeutet: Scheißt sich in die Hose.

— Fick dich doch.

— Mach ich, mach ich, Marky Mark. Nazisau.

— Fuck you! Jetzt halt endlich die Schnauze! Ihr mit eurer Scheißarschlochwissenschaft.

— Siehst du, sagte Walter, wie ich dir gesagt habe: Es ist ihm zu hoch.

— Nein, wandte ich ein, ich glaub schon, dass er es verstehen würde, aber er schämt sich einfach noch ein bisschen.

— Ja, das ist es, sagte Walter, er ist un reif!

Markus nahm ein Streichholz aus der Schachtel.

— Ja, sagte ich, sieht ja sogar ein Blinder. Warte, ich erklär’s ihm … Das Schwanzloch, das ist die Öffnung, wo deine Pisse rauskommt, nichts anderes, das ist es.

— Erzähl mir doch, was nicht schon in deinem Tagebuch steht! sagte Markus und zündete das Streichholz an.

— Nein, da muss ich dich korrigieren: Du hast bei dem Wort Schwanzloch als Erstes an –

— Haltet die Schnauze, sagte Markus. Haltet beide die Schnauze.

Er steckte die Zündschnur der Rakete an.

— Spinnst du! Die zeigt doch nach innen. In den Hof! In den Hof!

Ich nahm ihm die Flasche aus der Hand und hielt sie über das Balkongeländer — die Rakete zischte davon. Ich atmete Rauch ein und musste husten. Meine Augen brannten.

— Wuuh! schrie Markus der abgefeuerten Rakete hinterher.

Das trockene Echo seiner Stimme bröckelte von den Nachbarhäusern, dann war es still. Markus schien fast ein wenig enttäuscht, dass sich die Umgebung durch seinen Schrei nicht in etwas anderes verwandelt hatte. Er räusperte sich und bereitete eine zweite Rakete vor.

— Auf Paris!

Er hielt die Flasche in den gelblichen Abendhimmel, der sich über den Dächern, hinter denen die Sonne vor ein paar Minuten verschwunden war, ausgebreitet hatte. Einige Teile der Stadt lagen bereits im Dunkeln. Ich nahm eine zweite Flasche und richtete eine Rakete auf die Nachbarschaft, eine von den ganz kleinen, die nicht explodierten, sondern nur auf einer dünnen Rauchspur davonzischten. Markus wartete mit dem Anzünden seiner Rakete, bis ich so weit war. Als beide Zündschnüre brannten, stießen wir mit den zu Raketenwerfern umfunktionierten Bierflaschen an.

— Auf Paris!

— Auf dass es niederbrennen möge. Stadt der Lichter.

Die Raketen zischten davon. Markus salutierte vor dem Himmel. Im Hof hörte man den kleinen Stecken meiner Rakete aufschlagen. Die größere explodierte mit einem unschuldigen Pop! ein paar Meter oberhalb der Nussbäume.

— Auf Paris, sagte Walter mit jener seltsamen Rührung in der Stimme, wie sie Männer (und nur Männer) manchmal im derben Chaos der ausgelassensten Brüllgelage überkommt.

Unten ging ein Fenster auf und ein entsetztes, weißes Gesicht erschien. Man konnte ein paar Wortfragmente der Entrüstung hören.

— Scheiße, der Hausbesitzer, sagte ich und trat vom Balkongeländer zurück.

— Glaubst du, er hat uns gesehen? fragte Markus.

— Bestimmt. Der blöde Grottenolm merkt immer alles.

Ich bemerkte, dass meine Finger ganz schwarz geworden waren. Außerdem war meine Kehle gereizt und verlangte nach Wasser. Ich hörte, wie das empörte Fenster von Herrn Steiner unten wieder zugemacht wurde. Bestimmt würde er jeden Moment klingeln. In diesem Fall war es bestimmt nicht ratsam, die Tür mit rußgeschwärzten Fingern aufzumachen.

— Ich glaube, ich gehe mir mal Gesicht und Hände waschen.

— Ich geh auch rein, sagte Markus. Wird kalt hier draußen.

Walter blieb auf dem Steinboden des Balkons sitzen.

— Mir ist ein wenig schwindlig geworden, sagte er. Vom Rauch. Ich komm gleich nach.

Das war das letzte Mal, dass ich Walter gesehen habe. Er ging tatsächlich für ein Jahr nach Paris, und wenn es stimmte, was man hörte, war er drauf und dran, ein großer Regisseur, Journalist und Frauenheld zu werden. Merkwürdig, man verliert Menschen so leicht aus den Augen, und wenn man sie nach Jahren zufällig irgendwo wieder trifft, sind sie einem peinlich und fremd wie altes Spielzeug.

Früher hatten Walter und ich oft ganze Tage zusammen verbracht. In den Sommerferien streiften wir gemeinsam durch den Park und kehrten schmutzig und aufgerissen wieder zurück. An besonders stürmischen Tagen hielten wir uns in den Innenhöfen auf und schossen mit Plastikpistolen auf kleine Raumschiffe. Wir hingen auf Wäschestangen und übten Klimmzüge, weil die Fremdenlegion unter der brennenden afrikanischen Sonne bei Kräften bleiben musste. Wir zündeten einen kleinen Strauch an, der entsetzlich stank. Und einmal landete eine kleine Propellermaschine im Hof. Darin befand sich eine winzige Gestalt, ein aufgeregt sich windendes Etwas, das aus dem Cockpit gefallen war. Die kleine Figur begann auf der Wiese im Kreis zu laufen, wie ein Stummfilmkomiker auf der Flucht vor Knüppel schwingenden Polizisten. Wir verfolgten das kleine Wesen, das ein Husarenröckchen und darüber eine moderne Fliegerjacke trug und in einer piepsenden Stimme wilde Flüche ausstieß. Walter hatte die Idee, es mit einer leeren Sektflasche, die von Silvester übrig geblieben war, einzufangen. Wir jagten den Zwergpiloten über Stock und Stein, schließlich flüchtete er sich in ein Mauseloch, das, wie wir wussten, eine Sackgasse war. Wir stopften ihn in die Flasche und trugen ihn in die Wohnung. Der Pilot zappelte wie wild. Wir schüttelten die Flasche, und der winzige Pilot mit den vielen Miniatur-Orden auf der Brust und der altertümlichen Fliegerhaube über dem Gesicht purzelte umher, brüllte Verwünschungen, zeigte uns durch die trübe Scheibe der Flasche, die zur Hälfte von einem eleganten Etikett verdeckt wurde, sein vor Zorn rot glühendes Gesicht und wedelte mit der geballten Faust. Er verlangte heiser, augenblicklich wieder in seine Maschine gesetzt zu werden, um den nächsten Angriff fliegen zu können. Wir lachten ihn aus und ließen die Flasche über den Teppichboden rollen. Der kleine Pilot schlug verzweifelte Purzelbäume. Völlig erschöpft fiel er in Ohnmacht. Wir holten ihn mit einer Pinzette aus seinem Gefängnis und beschlossen, ihn gnadenhalber aufzuspießen, solange er noch schlief. Wir entkleideten ihn. Wir leerten auch seine Taschen. In der Innentasche seiner Jacke fanden wir einen langen Brief und lasen ihn unter einer Lupe. Liebe Käthe — so begann er, aber mehr konnten wir nicht entziffern. Walter bestand zwar darauf, dass ihm gerade einfiel, wie der Brief weitergehen könnte, doch mich langweilte das Spiel bereits, und so stopften wir den Brief zurück in die Tasche und zogen den Piloten wieder an. Walter schien enttäuscht. Wir hätten die Flasche zumindest noch ein wenig über eine Flamme halten können, sagte er.

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