Clemens Setz - Die Frequenzen

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Die Frequenzen: краткое содержание, описание и аннотация

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Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

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Er traute sich nicht, den Blick abzuwenden, da er nicht wusste, wie sie es auffassen würde. Natürlich fand er sie immer noch schön.

Ihr glänzendes Knie verschwand im Wasser. Er kramte in dem winzigen Schrank über dem Waschbecken, fand etwas, ein halbwegs glaubhaftes Alibi, und wandte sich zum Gehen. Sie hatte sich vor ihm geschämt. Das bedeutete nichts Gutes.

— Willst du auch? fragte sie die sich langsam auflösende Schaumschicht in der Wanne. Ich kann den Stoppel drin lassen.

Wolfgang blieb stehen. Schaum, überall.

— Nein. Nein, danke. Ich weiß, ich war nicht wirklich viel da für dich in der aller … in der schwierigsten Zeit, sagte er. Ich werde mich bemühen.

Er bemerkte, dass er zu der Tür sprach, die einen Spaltbreit offen stand. Was würde sie machen, wenn … aber nein, er konnte nicht einfach plötzlich zu ihr in die Wanne steigen, angezogen wie er war.

— Ich war nicht viel draußen, antwortete sie, obwohl das nichts mit seinem Satz zu tun hatte.

Er hörte, wie sie hinter ihm in der Wanne aufstand. Er hob eine Hand an sein Ohr. Nicht weiter, sagte seine Hand, bitte. Er wusste nicht, warum ihm diese Situation unangenehm war. Seine Bitte wurde erhört, der Wasserstrahl der Brause zischte hinter ihm los, verschluckte alles, schlaf wieder ein, und spülte den restlichen Schaum mit dem darin eingeschlossenen Schmutz des Tages von Gabis nacktem Körper. Und er hatte sich immer noch nicht zu ihr umgedreht.

Die Wohnung empfing ihn mit Kälte, als träte er aus einem Traum heraus. Hinter ihm klopfte es.

— Wolfgang? Stehst du noch vor der Tür?

Ihre Stimme klang müde und emotionslos.

— Ja, ja.

— Hier sind keine Handtücher. Kannst du schnell ins Zimmer gehen und mir –

Ein Stromstoß von Glück — wie von Sinnen rannte er ins Schlafzimmer und wühlte mit zitternden Händen im Schrank, fand ein Handtuch, das zu klein war, eines mit einem hässlichen Loch, dann eines, dass viel zu rau war für ihre zarte, zerbrechliche Haut. Aber da war ein weiches — Er zerrte es unter all den anderen hervor und rannte zurück. Schnaufend reichte er es seiner Frau durch den Spalt.

Er blieb in der Dunkelheit stehen, wusste nicht wohin. Wenn er stillhielt und für einen Moment nicht atmete, hörte er, wie sie sich schweigend mit seinem Handtuch abtrocknete.

Als er an diesem Abend im Bett lag, schlüpfte Gabi zu ihm unter die Decke und sie schliefen miteinander. Er konnte es fast nicht glauben. Ihre Bewegungen glichen denen einer Schlange, die unter abenteuerlichsten Verrenkungen versucht, sich alle Wunden auf ihrem Körper gesund zu lecken. Sie verletzte ihn an der Unterlippe. Und er schlug sie aus Versehen mit dem Ellbogen, aber sie bettelte spielerisch um mehr. In einer Mischung aus Schmerz und Erregung erreichten sie beide den Höhepunkt und fielen dann wieder auseinander.

In den folgenden Tagen wiederholten sie das sonderbare Ritual, das sie beide gleichermaßen verwirrte und entwaffnete, mehrere Male. Selbst dann, wenn das Baby schrie, ließen sie nicht sofort voneinander ab, sondern stocherten und hämmerten noch mehrere Sekunden aufeinander ein, auf der Suche nach dem Punkt, da die Milch des Universums überkochte und ihnen die Haut verbrannte.

Wolfgang merkte, wie allmählich alle Hemmungen von ihm abfielen. Er ertappte sich dabei, wie er seine Frau ohne Kondom in den Arsch fickte — ohne dass er sie um Erlaubnis gefragt hätte. Sie war einfach plötzlich unter ihm gelegen und er hatte getan, was er wollte. Manchmal stellte er sie sich in einem Nonnenkostüm vor oder mit dem glatten Fischschwanz einer Meerjungfrau.

Auch Gabi versuchte alles, um die eben erst zurückgewonnene Intensität nicht gleich wieder an Routine und Alltag zu verlieren. Wenn sie mit Wolfgang schlief, stellte sie sich vor, dass er dabei an andere Frauen dachte, aber zu feige war, um es zuzugeben und den Namen einer anderen Frau zu stöhnen (sie hasste ihren Namen, Gabriele , er war stumpf und grün wie eine unreife Banane). Der Gedanke erregte sie so sehr, dass sie selbst, wie um das gedankliche Gleichgewicht zwischen ihm (der in ihrer Fantasie Fantasien mit anderen Frauen durchlebte, während ihm sein kleines, grünes Schiedsrichterpfeifchen rhythmisch gegen die nackte Brust baumelte) und sich wiederherzustellen, anfing, sich andere Männer vorzustellen, die in wechselnden Stellungen ihre Vagina oder ihren schmerzhaft gedehnten Anus bearbeiteten (denn diese Strafe hatte sie verdient!), so lange, bis sie ihren Höhepunkt erreicht hatte und kleinere Mengen Flüssigkeit verspritzte.

Wolfgang machte das Angst. Er hielt den Vorgang für unnatürlich, vielleicht war er sogar gefährlich (eine Folge der Medikamente oder gar der Schwangerschaft?), und suchte im Internet nach Beschreibungen dieses seltenen Phänomens. Gabi war ebenfalls mit ihren Orgasmen nicht zufrieden. Sie waren zwar lauter und greller als zuvor, dafür aber gleich wieder vorbei, wie Böllerschüsse im Dunkeln. Sie versuchte sich zu beherrschen und den warmen, geruchlosen Strahl zu unterdrücken, aber davon wurde alles nur noch schlimmer und sie verspritzte mehr Flüssigkeit als zuvor.

Frisch aneinandergeschmiedet, triefend und zufrieden, lagen sie nebeneinander im Bett. Im Flüsterton unterhielten sie sich. Das Baby schlief im Nebenzimmer. Um Gabis Vertrauen zu gewinnen, erzählte Wolfgang ihr eine peinliche Geschichte, die ihm vor kurzem passiert war. In der Schule, wo er Sport unterrichtete, hatte ein Mädchen in der Umkleidekabine ihre Regel bekommen und war von den anderen Mädchen verspottet worden.

— Das arme Ding, sagte Gabi.

Und sie sagte das so klar und aufrichtig, dass Wolfgang glaubte, jetzt sei das Schlimmste überstanden. Er schlug ihr vor, vielleicht zu einer Gesprächstherapie zu gehen, einfach so, zum Abschluss.

Verstärkung

Weihnachten, das Sterbegeleit für einen im Wohnzimmer verfallenden Baum, der mit Girlanden, Sternen, Engelpuppen und anderem Kinderspielzeug von seiner bevorstehenden Auflösung abgelenkt wird. Unsicher und ängstlich steht er da und streckt seine Zweige erfolglos nach anderen Bäumen aus. Schon regnen seine Nadeln zu Boden, auf den kleinen quadratischen Teppich, die Krippe und die Geschenke. Gott sei Dank sind da Menschen, die ihm in seinen letzten Stunden Gesellschaft leisten, sie singen ihm vor, knien sich vor ihn hin, zupfen an seinen Ästen herum, hängen ihm glitzernde Infusionen an und lassen ihn in seinem künstlichen Fundament stehen, solange er noch alles mitbekommt, was rund um ihn geschieht — das lange Zusammensitzen der Familie an den Abenden, wenn sich in den Fenstern ein gespenstisches Panorama entfaltet: eine Vielzahl heller Fensterquadrate mit einer Vielzahl kleiner Baumskelette darin, ein Todesbild aus der Zukunft; der weihnachtliche Streit zwischen den Generationen, geworfenes Geschirr, vor dem Kamin weinende Silhouetten und Telefonanrufe von fremden Verwandten mit kleinen, aufgeregten Stimmen.

Das alles ist für ihn bestimmt, als Ablenkung, eine Theateraufführung über ein in der Luft liegendes Thema. Und erst als sein großer, verwitterter Kopf sich vollständig zurückgezogen hat ins Dickicht braun werdender Äste, beginnt die Mutter (im sanften Delirium verwechselt er sie mit dem Föhnwind, der seine Glieder berührt hat, auf der Wiese neben der Autobahn, wo er aufgewachsen ist), ihm den Schmuck abzunehmen. Sie entfernt jedes Stück einzeln, so wie man einen toten Präsidenten entkleiden würde, sie säubert ihn von den traurigen Storchennestern aus Lametta, kehrt die Nadeln zusammen, die er im Todeskampf auf den Teppich geschwitzt hat. Auf seiner letzten Fahrt ist er längst nicht mehr ansprechbar. Niemand singt, niemand sagt kleine Sprüche oder Gedichte auf. Man legt ihn auf die Ladefläche oder bindet ihn auf das Dach des Autos, um mit ihm in den Wald zu fahren, wo man ihn endlich seiner Vergangenheit zurückgeben wird. Wenn er Glück hat, bekommt er es noch mit, bevor er blind und erschöpft auf den schwarzen, vor Regen nassen Haufen seiner Kameraden fällt.

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