Clemens Setz - Die Frequenzen

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Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

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— Du und deine Mutter, ihr unternehmt nicht viel, oder? frage ich.

Meine Liste ist schon fast fertig. Irgendwas fehlt noch, aber das ist egal. In der Anleitung steht nichts von Vollständigkeit.

— Früher, sagt Gerald, sind wir andauernd zu diesem Landfriedhof gefahren, ganz weit weg, irgendwo in der Pampa. War fast schon kein Friedhof mehr. Und die ganzen Grabsteine alle irgendwie umgefallen. Alles verdreckt und kaputt.

— Warum denn das?

— Ich weiß nicht. Wahrscheinlich, weil da sonst niemand ist.

— Nein, ich meine, warum seid ihr da früher immer hingefahren?

— Weil da die ganze Familie liegt. Alle Verwandten.

— Da hast du dich bestimmt gelangweilt.

— Hm.

— Kein wirklich lustiges Ausflugsziel, ein Friedhof.

Ich habe gar nicht bemerkt, wie kalt es inzwischen im Zimmer geworden ist. Ich stehe auf und bewege mich ein wenig. Vielleicht wird mir dann wärmer. Landfriedhof. Sonst niemand . Ich schaue Gerald an, der über seiner Liste hockt, dann verfängt sich mein Blick im abendschwarzen Fenster.

— Mein Gott, Gerald, du müsstest doch längst zu Hause sein. Wie spät ist es?

— Alex?

— Ja.

— Ich hab keine Uhr.

— Wieso nicht?

Gerald schaut mich nicht an.

— So eine dumme Frage, sagt er.

— Und meine Uhr ist kaputt, deute ich entschuldigend auf mein Handgelenk, obwohl das natürlich gelogen ist.

— Alex?

— Komm, zieh jetzt deinen Mantel an …

— Alex!

— Was denn?

— Soll ich dir meinen Tanzschritt zeigen?

— Morgen, okay? Du kannst morgen wieder vorbeikommen, aber jetzt gehst du nach Hause.

— Der geht so … Warte! Hab ich in einer Fernsehsendung gesehen, einer Casting-Show …

— Gerald, komm jetzt –

— Zuerst mit den Füßen ganz schnell trippeln, dann eins — zwei — drei –

Gerald macht drei große Schritte, wie ein Riese, der über ein Minenfeld geht.

— Und dann — bumm!

Er lässt sich auf die Knie fallen. Er bleibt einen Augenblick in gekrümmter Haltung auf dem Boden, als würde er darauf warten, dass der Schmerz vergeht.

— Gerald, steh auf, sage ich und helfe ihm.

Er hält sich an meinem Unterarm fest. Seine Hose ist an den Knien schon ziemlich abgewetzt.

— Ich möchte es irgendwann einmal so hinkriegen, dass es nicht mehr wehtut, als würden die Knochen da unten brechen. Weißt du, was ich meine?

— Ja, sicher, aber wir müssen jetzt –

— In der Nacht ist draußen immer Musik! unterbricht er mich aufgeregt. Hast du das gewusst?

— Musik, aha …

Ich weiß, dass im obersten Stockwerk ein Jazzfanatiker wohnt, ein älterer Mann mit dichtem Bart. Ich habe mich nur ein einziges Mal mit ihm unterhalten. Bei ihm läuft den ganzen Tag laute Musik, manchmal auch spätabends.

— Ganz wild und durcheinander, sagt Gerald.

Er schwankt beim Gehen.

— Immer schön Gleichgewicht halten, sage ich und sperre die Tür auf.

Gerald hält immer noch seinen Mantel in der Hand, und natürlich ist es egal, ob er ihn anzieht oder nicht, wenn er nur ein Stockwerk nach unten gehen muss.

Messerschmidt macht sich auf den Weg

Uljana stand vor dem schlotternden Baugerüst. Sie hatte den Weg gefunden. Stolz schnupperte sie an ihren eigenen Pfoten.

Aber die Luft war voller Angst: winzige Russpartikel und Glassplitter, die sie im Rachen und in den Augen reizten.

Mitsuko war außer sich. Sie trommelte mit ihren Fingern einen diabolisch vertrackten Rhythmus auf das Metallgestell des Bettes, während sie in den Telefonhörer sprach.

Aber heute lief alles schief.

Sie vertauschte wichtige Verben, weil sie ähnlich klangen, und setzte Silben an die falsche Stelle. Der Mann am anderen Ende war ein geduldiger Notrufroboter, der eine Frage, die Mitsuko nicht richtig beantwortet hatte, bis zu fünf Mal ruhig und deutlich wiederholen konnte. Er hatte eine tiefe Stimme, die so beruhigend klang, dass man davon ganz nervös wurde.

Messerschmidt atmete so kraftlos und sanft, als wollte er damit eine Uhr anhalten. Eine Vision hatte ihn aufgeschreckt und aus der alten Wohnung gescheucht: Ein Landfriedhof mit betrunken über die Erde wankenden Grabsteinen. Feuer im Himmel. Eine rot glühende Sonnenexplosion. Menschen in schwarzen Rabenkleidern. Von ihren Schultern rann geschmolzenes Fett wie Regenwasser. Eine Familienzusammenkunft, dunkel und schwer von Trauer. Der Ort, wo sie alle hinkamen, oft besucht als Kind …

Der einzige Zeuge.

Messerschmidt riss sich los. Er fand sich in der neuen Wohnung wieder. Niemand war da.

Dann war er auf der Straße, auf dem Bild seiner Straße. Und er entdeckte die Hündin, die im Augenblick, da Messerschmidt sie ansah, den Kopf hob. Messerschmidt bemerkte, dass das Tier stumm darum bettelte, von ihm erkannt zu werden. Und für einen Augenblick erschien das auch ganz vernünftig. Warum nur? Messerschmidt sah die seltsame Form, die der Kopf des Hundes hatte, und alles drängte dazu hin, vertraut zu sein. Aber das erwartete Déjà-vu stellte sich nur zum Teil ein. Messerschmidt zögerte.

Bruchstücke des Trichters um den Hals der Hündin.

Gerade als er sich wieder in die Wohnung zurückziehen wollte, spürte er einen unwiderstehlichen Sog aus der Trichteröffnung.

Messerschmidt wehrte sich nicht.

Endlich hatte Mitsuko es geschafft, dem Mann am anderen Ende zu erklären, was passiert war. Der sagte ihr daraufhin, dass bereits ein Rettungswagen zu ihr unterwegs sei. Wenn sie ihm allerdings bitte noch einmal ihren Nachnamen buchstabieren könnte, nur zur Sicherheit, er sei sich nämlich nicht sicher, ob er alles richtig mitbekommen habe. Wie lange sei sie übrigens schon in Österreich?

Mitsuko schlug mit ihrer kräftigen Schlagzeugerfaust gegen die Wand. Das Adrenalin linderte den Schmerz. Sie schnaufte und wiederholte ihren komplizierten Nachnamen, dabei war er nichts gegen die Konsonantengewitter, die man in diesem Land oft kommentarlos vorgesetzt bekam.

Es war peinlich, sehr peinlich, aber es war passiert, noch bevor er sich dazu hatte entschließen können: Die Hündin riss ihn mit sich, denn er hatte sich in ihr verheddert, so wie Valerie in ihrer Armbanduhr, natürlich, das passierte so leicht und man konnte es in keinem Fall verhindern, es war immer dasselbe mit bedeutungsvollen Gegenständen, und diese Hündin, er erinnerte sich auch an ihren Namen, obwohl Namen längst nichts mehr bedeuteten, Uljana, sie hieß Uljana, und ihr Hinterteil wackelte vor ihm her, und er wurde mitgeschleift wie Blechbüchsen am Schweif einer Katze oder am Auto eines frisch vermählten Paares. Er musste ihr folgen, ihm blieb nichts anderes übrig. Uljana wusste offenbar, wohin es ging. Messerschmidt selbst hatte einen Verdacht, aber er konnte sich nicht überwinden, diesen Verdacht in Worte zu kleiden.

Die Leute auf der Straße wichen dem eilig voranschreitenden Tier aus, manche schimpften, andere beugten sich wie Sonnenblumen zu ihm herab und winselten etwas Vertrauliches. Messerschmidt überließ sich der angenehmen Illusion, dass die Menschen sich seinetwegen auf die Seite bewegten oder zu geheimnisvollen Äußerungen verleiten ließen.

Sie gingen durch eine Allee, und die Hündin blieb kurz an einer der Litfaßsäulen stehen, um das Bein zu heben, was Messerschmidt sonderbar berührte, und lief dann eilig weiter.

Messerschmidt spürte, wie er zu flackern begann, es war ein eigenartiges Gefühl, als wäre er ein Papierdrachen, als würde der unbändige Wind höherer Luftschichten mit ihm spielen. Er wusste, dass er diesmal untrennbar verfangen war. Sich zu lösen stand nicht mehr zur Debatte. Selbst wenn er es versucht hätte, wäre es ihm nicht gelungen.

Weit entfernt hörte er jemanden aufgeregt und mit starkem Akzent in einen Telefonhörer brüllen. Schnell, einen Krankenwagen .

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