Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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«Sehr freundlich von Ihnen.«

«Mein Stellvertreter, meine beiden Söhne und der Leiter unseres Gasentladungslabors stehen allerdings vor Ihnen. — Wie kommen Sie eigentlich von der Zoologie ins Lektorat eines Belletristikverlags, wenn ich fragen darf? Das wollte ich doch noch klären.«

Ja, dachte Meno, das war in Leipzig, neunzehnachtundsechzig. Es sind zuerst die kleinen Dinge, an die man sich erinnert, bevor sie durchlässig werden: vielleicht ein Streichholz, eine mit Kugelschreiber beschriftete Badekappe, ein Muster auf einem Kleidungsstück. Vielleicht das Streichholz, mit dem sich der Parteisekretär die Zigarette anzündete — waren es F6 oder Juwel, oder rauchte er Karo, die als Arbeitermarke galt —, und dann seine Stimme, unpathetisch, ein wenig enttäuscht: Solange Sie bei diesem Verein sind, können Sie sich Ihre Promotion abschminken, Rohde. Die sozialistische Zoologie fordert Menschen, die sich zu ihr bekennen. Sie sind doch bei Professor Haube. Er sollte Ihnen auch in dieser Hinsicht Vorbild sein. Diese evangelische Studentenrotte ist eine Versammlung konterrevolutionärer Wühler, hüten Sie sich! Wir werden das bald ausgemerzt haben. Denken Sie daran, was in Prag los ist! — Nicht nur ich dachte daran, nicht nur die Studenten und Assistenten am Institut; die Talstraße, die Liebigstraße schwirrten von dem Geflüster, die Cafés, es war Gesprächsthema, wohin man kam. Sozialismus mit menschlichem Antlitz … Wir wünschten es alle.

«Es gab Schwierigkeiten. Ich war in der Evangelischen Studentengemeinde, in Leipzig, achtundsechzig.«

«Verstehe. Ja, diese Regelungen. Sie sind nicht unbedingt von Vorteil gewesen. Wenn man bedenkt, wie viele wertvolle Menschen, begabte Forscher … Ich weiß, da gibt es diese Klausel, daß die Note der Diplomarbeit nur um einen Grad besser sein darf als die in Marxismus-Leninismus. Das ist, meine ich, nicht sehr produktiv. Aber vielleicht war es dennoch notwendig … Wir haben das doch weitgehend überwunden. Versetzen Sie sich in die Situation der Entscheidungsträger damals, man war bedroht von allen Seiten, in der Tschechoslowakei geriet die Lage außer Kontrolle, man mußte da hart durchgreifen. Womit ich nicht sagen will, daß es nicht in Einzelfällen, so vermutlich auch in Ihrem …«

Meno schwieg.

«Nun, es gab Mißverständnisse und überhitzte Reaktionen, und dennoch …«Arbogast machte eine verbindliche Handbewegung.»Sie wissen schon. Ich verstehe Sie. Und Sie sollen ja auch ein vorzüglicher Lektor sein, habe ich mir sagen lassen. Man hat Sie also von der Universität relegiert?«

«Das nicht. Aber ein Wissenschaftler ohne Promotion, an einer Universität — «

«Ja. Das sind so Schicksale. Aber trösten Sie sich, lieber Rohde. Ich habe nur einige Vorlesungen an der Universität hören können, und Doktor bin ich auch nur ehrenhalber. Ich will hoffen, daß trotzdem etwas aus mir geworden ist, hehe. — Sie waren dann beim Insel Verlag?«

«Sie sind gut informiert, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.«

«Ein Versuch taugt nur soviel wie die Versuchsvorbereitung. «Arbogast krümmte die Lippen.»Womit ich nicht gesagt haben will, daß ich in Ihnen einen Versuch sehe. Übrigens, ich erinnere mich: Vor Insel waren Sie doch beim Wissenschaftsverlag Teubner, der auch meine Tabellenwerke zur Angewandten Elektrophysik betreut. Sie waren etwas aus der Schußlinie, sozusagen, und doch nicht weit von Ihrem angestammten Gebiet.«

Er wird seine Zuträger haben, dachte Meno. B. G. Teubner, wo ich unterkam, Haube verschaffte mir die Stelle. Lehrgang am Bibliographischen Institut, Abendstudium. Die Bären am Eingang des Zoologischen Instituts … Das Licht und die Räume wandern in die Erinnerung, und sieht man sie wieder, sind sie fremd geworden und haben nichts mehr mit einem zu tun — und doch gehörten sie mir, wie ich ihnen gehörte. Der untersetzte, kahlköpfige Parteisekretär des Instituts, im Konferenzzimmer in der Talstraße; mein Mentor, der bei der Ladung anwesend ist; der Assistentenkollege, der Protokoll führen muß und mit dem ich mir im Wohnheim ein Zimmer teile … Die leer wirkenden Möbel, die Haubes Geschmack von sozialistischer Sachlichkeit entsprechen — er haßte Schnörkel, haßte den Barock, die katholische Kirche, haßte Wien, wo er aufgewachsen war und das wir nicht kannten und von dem er, einen großen Bildband in der Hand, im Ton des Abscheus sprach, auf die Schwarzweißfotos mit dem Zeigefinger hackend, Theresianum, Ringstraße, Kapuzinergruft, Hofburg: Dort sei der Nährboden gewesen für Hitler und seine Bande, er sagte nur: die kackbraunen Verbrecher, meine Damen und Herren Kollegen, anders kann man die nicht nennen, an meine Drastik in dieser Hinsicht werden Sie sich zu gewöhnen haben!

«Ihre Augen-Sammlung ist beeindruckend, Herr von Arbogast.«

Schreib es auf, hatte Hanna gesagt, vielleicht kommst du dann davon los. Was man so loskommen nennt. Von jenen sechziger Jahren, in denen wir jung waren in Leipzig und zwei Karten in unseren Brieftaschen trugen: eine mit einer Zahl, das war die Butternummer , die man im Geschäft nennen mußte, um die rationierte Butter zu bekommen — oder nicht zu bekommen, wenn die Ration aufgebraucht war: Herr Rohde, da is nischt mehr übrisch, aber ä Häbbschen Marg-rine könnse noch kriegen!; und die Hausbrand Grundkarte I , die Kohlenkarte, auf die man seine Brennstoffzuteilung erhielt. — Vom Café Corso im Gewandgäßchen, verfallene Tuchherrenpracht, mit seiner bairisch sprechenden Wirtin, dem Kuchenbüfett im Erdgeschoß und den gegenüber verteilten dicken Damen, die Doderers Gefallen gefunden hätten, Tortentanten, wie sie genannt wurden; vom Stimmengesumm oben, im original erhaltenen Art-Déco-Raum: die meeresgrüne Stoffbespannung an den Wänden, hinter der die Geigerzähler tickten und Ohrenquallen lauschten, wie gesagt wurde, wo sommers bei offenen Fenstern die Blasebalgstimme des SED-Bezirkschefs aus den Säulen des Stadtfunks gequetscht wurde; Café Corso: Bloch kam und sprach über Marxismus; Mayer-Schorsch, der Rektor mit den Burschenschaftlerschmissen, die er sich auf dem gleichen Paukboden wie Haube zugezogen haben sollte, bestellte sich ein halbes Dutzend Gläser Hornano -Wermut, prostete dem spitzbärtigen Staatsratsvorsitzenden an der Wand zu, schmiß eine Runde für seine Studenten und stritt mit dem Direktor des Literaturinstituts über Brecht, während wir an den vorderen Tischen uns die Köpfe über Sartre und Anouilh, Beckett, die Gedichte von Jewtuschenko und Okudshawa heißflüsterten; loskommen –

Arbogast hatte mit einem der Bleistifte gespielt und nachdenklich aus dem Fenster gestarrt, streifte den zusammengesunken sitzenden Meno mit einem Blick.»Nun, lieber Rohde, ich will die Katze gar nicht länger im Sack halten. Ich schreibe an meiner Autobiographie, Ihr Verlag ist an mich herangetreten, man wünscht dieses Buch. Ich brauche ein kritisches Gegenüber, einen ernstzunehmenden Gegner … Ich lese diese Papiere an den Wochenenden im Familienkreis vor, alle nicken, aber ich habe das Gefühl, daß diese Zustimmung entweder aus Ahnungslosigkeit geschieht oder aus falsch verstandener Liebe, vielleicht will man mich auch schonen … Womöglich hat Trude in dieser Hinsicht gewisse Defizite … Kurz: Ich brauche einen Partner. Ich habe mich über Sie erkundigt, wie gesagt, Sie genießen einen ausgezeichneten Ruf — «

Es klopfte.

«Unterhalten wir uns ein andermal darüber. Überlegen Sie es sich gut. Sollten Sie nein sagen, entgeht Ihnen ein Honorar, das ich, nun, angemessen gestalten würde. Sagen Sie ja, erwartet Sie viel Arbeit, und das zu hin und wieder ungewöhnlicher Stunde. Ich werde Sie morgen abend anrufen, zwanzig Uhr sechzehn. Herein!«

«Die Gäste kommen, Herr Baron.«

«Danke, Frau Alke. «Arbogast nahm den Greifenstock und ließ Meno den Vortritt. Sie gingen in die Halle hinunter. Mehrere Personen warteten. Meno erkannte Vogelstrom, der sich mit dem Bildhauer Dietzsch, Nachbar der Hoffmanns im Haus Wolfsstein, unterhielt, den Musikkritiker des» Sächsischen Tageblatts«, Lothar Däne, den Schwachstromphysiker Teerwagen im Gespräch mit Dr. Kühnast vom VEB Arzneimittelwerk, Zahnärztin Knabe, die im Wolfsstein über den Krausewitz’ wohnte. Ihr Mann, Mitarbeiter im Mathematisch-Physikalischen Salon des Zwingers, stand mit dem Briefmarkenhändler Malthakus und einer Frau zusammen: Judith Schevola. Meno hatte Gerüchte über sie gehört, wie sie in der Literaturszene kursierten, und in» Sinn und Form «einige bemerkenswerte Erzählungen von ihr gelesen … Eine der begabtesten jungen Autorinnen, sie schrieb mit einer in der deutschen Literatur seltenen Leidenschaft. Er hatte sie einigemale auf den Sitzungen des Verbands der Geistestätigen gesehen, auch auf der Leipziger Messe, aber nicht mit ihr gesprochen. Sie hatte graues, kurzgeschnittenes Haar, schien aber höchstens Anfang, Mitte Dreißig zu sein. Alles in ihrem Gesicht wirkte verschoben und verzerrt, als wäre das Gesicht aus vielen anderen zusammengesetzt worden. Nur die Augen schienen ihr zu gehören. Sie musterte Arbogast, dann Meno, an einem Glas mit Granatapfelsaft nippend. Die Männer standen ihr zugewandt, auch auf der anderen Seite der Halle. Alke öffnete die Tür, ließ Rechtsanwalt Sperber, Verleger Schiffner und einen leicht gebeugt gehenden Herrn mit dickfleischiger hängender Unterlippe ein, den Meno nur allzugut kannte; er zuckte zurück und griff ans Geländer, was die grauhaarige Frau mit neugieriger Feindseligkeit zu registrieren schien, denn sie hob den Kopf und folgte Menos Reaktionen, er dachte: Wie eine Insektenforscherin, die einer Fliege ein Bein ausreißt, um zu sehen, wie sie mit dieser neuen Situation fertigwird. Der Mann — der ihn bemerkt hatte und verstohlen den Arm hob — war Jochen Londoner, sein Ex-Schwiegervater.

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