Carlos Zafón - Der dunkle Wächter

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Der dunkle Wächter: краткое содержание, описание и аннотация

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»Warte…« flüsterte Irene, während sich ihr Herz verkrampfte.

Es musste Alma sein. Ein Schauder durchlief ihren Körper, als sie die Tränen auf Lazarus’ Gesicht bemerkte. Der Spielzeugfabrikant umarmte Alma. Noch nie im Leben hatte Irene gesehen, wie jemand einen anderen mit solcher Zartheit umarmte. Jede Geste, jede Bewegung von Lazarus verrieten eine Liebe und eine Zärtlichkeit, die nur aus lebenslanger Bewunderung erwachsen sein konnten. Almas Arme umschlangen ihn ebenfalls, und für einen magischen Moment waren beide in der Finsternis vereint, fernab von dieser Welt. Irene war den Tränen nahe, doch dann zeigte sich ihnen eine neue, bedrohliche Schreckensvision.

Der Schatten kroch langsam aus dem Bild und zum Bett hinüber. Panik befiel das Mädchen.

»Vorsicht, Lazarus!«

Der Spielzeugfabrikant drehte sich um und sah, wie sich der Schatten rasend vor Wut vor ihm aufrichtete. Er hielt dem Blick dieses Höllenwesens stand, ohne Angst zu zeigen. Dann blickte er zu ihnen beiden herüber; seine Augen schienen Botschaften auszusenden, die sie nicht verstanden. Plötzlich begriff Irene, was Lazarus vorhatte.

»Nein!«, schrie sie, während sie merkte, dass Ismael sie zurückhielt.

Der Spielzeugfabrikant ging auf den Schatten zu.

»Du wirst sie mir nicht noch einmal nehmen…«

Der Schatten erhob eine seiner Klauen, um seinen Herrn zu attackieren. Lazarus griff in die Tasche seines Jacketts und zog einen glänzenden Gegenstand hervor. Einen Revolver.

Das Gelächter des Schattens hallte durch den Raum wie das Keckern einer Hyäne.

Lazarus drückte den Abzug. Ismael starrte ihn verständnislos an. Der Spielzeugfabrikant sah mit einem leisen Lächeln zu ihm, dann entglitt der Revolver seinen Händen. Ein dunkler Fleck breitete sich auf seiner Brust aus. Blut.

Der Schatten brach in ein Geheul aus, das das gesamte Haus erschütterte. Es war ein Schrei des Entsetzens.

»Mein Gott…«, wimmerte Irene.

Ismael eilte Lazarus zu Hilfe, doch der hielt ihn mit einer Handbewegung zurück.

»Nein. Lasst mich bei ihr. Und verschwindet von hier…«, flüsterte er, und ein Blutrinnsal floss aus seinem Mundwinkel.

Ismael stützte ihn und brachte ihn zum Bett. Der Anblick ihres bleichen, traurigen Gesichts traf ihn wie ein Schlag. Ismael stand Alma Maltisse von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Ihre tränenumflorten Augen blickten ihn starr an, in einem Schlaf verloren, aus dem sie nie erwachen würde.

Eine Maschine.

In all diesen Jahren hatte Lazarus mit einer Maschine gelebt, um die Erinnerung an seine Frau lebendig zu halten, die Erinnerung, die ihm der Schatten genommen hatte.

Wie benommen trat Ismael einen Schritt zurück. Lazarus sah ihn flehend an.

»Lass mich mit ihr allein… Bitte.«

»Aber es ist nur eine… eine…«, setzte Ismael an.

»Sie ist alles, was ich habe…«

Dem Jungen wurde klar, warum man die Leiche der Frau, die vor der Leuchtturminsel ertrunken war, nie gefunden hatte. Lazarus hatte sie aus dem Wasser gefischt und ihr wieder Leben eingehaucht, ein nichtvorhandenes, mechanisches Leben. Unfähig, sich mit der Einsamkeit und dem Verlust seiner Frau abzufinden, hatte er aus ihrem Körper ein Phantom geschaffen, ein trauriges Ebenbild, mit dem er in den vergangenen zwanzig Jahren zusammengelebt hatte. Und als er in Lazarus’ brechende Augen blickte, wusste Ismael auch, dass Alexandra Alma Maltisse im Herzen des Fabrikanten auf eine ihm unbegreifliche Weise weiterlebte.

Lazarus warf ihm einen letzten, schmerzerfüllten Blick zu. Der Junge nickte langsam und ging zu Irene zurück. Sie bemerkte sein bleiches Gesicht, als hätte er soeben dem Tod persönlich ins Auge geblickt.

»Was hast du?«

»Verschwinden wir von hier. Schnell«, drängte Ismael.

»Aber…«

»Ich habe gesagt, lass uns von hier verschwinden!«

Gemeinsam schleppten sie Simone in den Korridor. Mit einem Krachen fiel die Tür hinter ihnen zu; jetzt war Lazarus im Zimmer eingeschlossen. Irene und Ismael rannten, so schnell sie konnten, durch den Gang zur Haupttreppe, wobei sie versuchten, das unmenschliche Geheul zu ignorieren, das von der anderen Seite der Tür zu vernehmen war. Es war die Stimme des Schattens.

Lazarus Jann erhob sich vom Bett und stellte sich dem Schatten taumelnd entgegen. Dieser warf ihm einen verzweifelten Blick zu. Das winzige Loch, das die Kugel gerissen hatte, wurde immer größer und verzehrte auch ihn mit jeder Sekunde. Der Schatten setzte erneut zum Sprung an, um in dem Bild zu verschwinden, doch diesmal packte Lazarus ein brennendes Holzscheit und setzte das Ölgemälde in Brand.

Das Feuer breitete sich auf der Leinwand aus wie Wellen auf einem See. Der Schatten heulte auf. Zur gleichen Zeit begannen in der Dunkelheit der Bibliothek die Seiten des schwarzen Buches zu bluten, bis sie schließlich in Flammen aufgingen.

Lazarus schleppte sich wieder zum Bett, doch der Schatten stürzte hinter ihm her, aufgebläht vor Wut und von den Flammen verzehrt, eine Spur aus Feuer hinter sich herziehend. Die Vorhänge des Himmelbetts fingen Feuer, und die Flammen züngelten bis zur Decke und über den Fußboden, alles verschlingend, was sie fanden. In Sekundenschnelle war das Zimmer ein flammendes Inferno.

Die Flammen leckten an einem der Fenster empor, und die Hitze ließ die wenigen Glasscheiben bersten, die noch heil waren, um dann mit unersättlicher Kraft die Nachtluft anzusaugen. Die Zimmertür krachte lichterloh brennend in den Korridor, und langsam, aber unaufhaltsam griff das Feuer auf das ganze Haus über.

Durch die Flammen taumelnd, holte Lazarus den Kristallflakon hervor, der den Schatten jahrelang beherbergt hatte, und hielt ihn hoch. Mit einem verzweifelten Heulen verschwand der Schatten darin. Das Glas überzog sich mit einem Netz aus Eis. Lazarus verschloss den Flakon, und nachdem er ihn ein letztes Mal betrachtet hatte, warf er ihn ins Feuer. Der Flakon zerbarst in tausend Stücke; der Schatten verging für immer wie der letzte Atemzug eines Fluchs. Und mit ihm spürte auch der Spielzeugfabrikant, wie langsam das Leben durch die tödliche Wunde entwich.

Als Irene und Ismael aus dem Hauptportal stürzten, die bewusstlose Simone zwischen sich, schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern im dritten Stock. Binnen Sekunden zersprangen nacheinander alle Fensterscheiben und ließen einen Platzregen aus glühend heißem Glas auf den Park hinunterprasseln. Die beiden rannten zum Waldrand. Erst im Schutz der Bäume blieben sie stehen und blickten zurück.

Cravenmoore brannte.

13. Septemberlichter

In jener Nacht des Jahres 1937 wurden die absonderlichen Kreaturen, die das Universum des Lazarus Jann bevölkert hatten, eine nach der anderen ein Raub der Flammen. Die Zeiger sprechender Uhren zerschmolzen zu Fäden aus glühendem Blei. Tänzerinnen und mechanische Orchester, Zauberer, Hexen und Schachspielautomaten, Wunderwerke, für die es kein Morgen mehr geben würde… keines von ihnen wurde verschont. Stockwerk für Stockwerk, Zimmer für Zimmer löschte der Geist der Zerstörung für immer alles aus, was dieser magische Ort des Schreckens an Schätzen barg.

Jahrzehnte der Phantasie gingen in Rauch auf und ließen nur ein Häufchen Asche zurück. Nur die Flammen waren Zeuge, wie irgendwo in diesem Inferno die Fotografien und Zeitungsausschnitte verglühten, die Lazarus Jann gesammelt hatte, und als die Rettungskräfte vor diesem gespenstischen Scheiterhaufen vorfuhren, der den mitternächtlichen Himmel erleuchtete, schloss der verängstigte Knabe von damals in einem Zimmer, in dem es kein Spielzeug gab und niemals geben würde, für immer die Augen.

Niemals in seinem Leben würde Ismael diese letzten Augenblicke von Lazarus und seiner Gefährtin vergessen. Das Letzte, was er hatte sehen können, war, wie Lazarus sie auf die Stirn küsste. Damals schwor er sich, dass er ihr Geheimnis bis ans Ende seiner Tage für sich behalten würde.

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