Carlos Zafón - Der dunkle Wächter

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Der dunkle Wächter: краткое содержание, описание и аннотация

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Der Schatten stieß ein hasserfülltes Geheul aus, und die Kerzen verloschen eine nach der anderen. Lazarus ging auf den Schatten zu. Sein Gesicht wirkte viel älter, als Irene es in Erinnerung hatte. Seine geröteten Augen verrieten furchtbare Erschöpfung. Die Augen eines Mannes, der von einer grausamen Krankheit verzehrt wurde.

»Raus hier!«, brüllte er erneut.

Der Schatten zeigte kurz seine dämonische Fratze und verwandelte sich dann in eine Gaswolke, die in die Ritzen des Fußbodens kroch und schließlich durch einen Mauerspalt verschwand. Bei seiner Flucht machte er ein Geräusch, das dem Heulen des Windes hinter den Fenstern glich.

Lazarus beobachtete noch einige Sekunden die Mauerspalte, dann wandte er ihnen seinen durchdringenden Blick zu.

»Was habt ihr hier zu suchen?«, fragte er, ohne seine Wut zu verbergen.

»Ich bin hergekommen, um meine Mutter zu suchen, und ich werde nicht ohne sie hier weggehen«, erklärte Irene und hielt seinem eindringlichen, forschenden Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken.

»Du weißt nicht, mit wem du es zu tun hast…«, sagte Lazarus. »Schnell, dort entlang. Er wird bald zurückkommen.«

Lazarus führte sie durch die Tür hinaus.

»Was ist das? Was haben wir da gesehen?«, fragte Ismael.

Lazarus sah ihn lange an.

»Das bin ich. Das, was du gesehen hast, bin ich…«

Lazarus führte sie durch ein verworrenes Tunnellabyrinth, das sich parallel zu Fluren und Korridoren durch Cravenmoore zu ziehen schien. Zu beiden Seiten der schmalen Gänge lagen zahlreiche verschlossene Türen, Zweitzugänge zu den vielen Dutzend Zimmern und Salons des Hauses. Ihre Schritte hallten in dem engen Gang wider und erweckten den Eindruck, dass sie von einer unsichtbaren Armee verfolgt würden.

Lazarus’ Laterne warf einen warmen Lichtkreis auf die Wände. Ismael beobachtete, wie ihre Schatten, seiner und Irenes, neben ihnen an der Wand entlangwanderten. Lazarus warf keinen Schatten. Der Spielzeugfabrikant blieb vor einer hohen, schmalen Tür stehen, zog einen Schlüssel hervor und schloss auf. Er spähte ans Ende des Ganges, durch den sie gekommen waren, und bedeutete ihnen dann, einzutreten.

»Hier entlang«, sagte er nervös. »Hierher wird er nicht kommen. Zumindest nicht in den nächsten Minuten…«

Ismael und Irene wechselten einen misstrauischen Blick.

»Euch bleibt nichts anderes übrig, als mir zu vertrauen«, gab Lazarus zu bedenken.

Der Junge seufzte und betrat dann das Zimmer, gefolgt von Irene und Lazarus. Dieser schloss die Tür wieder. Im Schein der Laterne war eine Wand mit unzähligen Fotografien und Zeitungsartikeln zu sehen. In einer Ecke standen ein kleines Bett und ein kahler Schreibtisch. Lazarus stellte die Laterne auf dem Fußboden ab und sah zu, wie die beiden Jugendlichen all diese Papierschnipsel betrachteten, die an der Wand klebten.

»Ihr müsst Cravenmoore verlassen, solange noch Zeit ist.«

Irene drehte sich zu ihm um.

»Er will nicht euch«, setzte der Spielzeugfabrikant hinzu, »sondern Simone.«

»Weshalb? Was hat er mit ihr vor?«

Lazarus senkte den Blick.

»Er will sie vernichten. Um mich zu strafen. Und euch steht das gleiche Schicksal bevor, wenn ihr euch ihm in den Weg stellt.«

»Was hat das alles zu bedeuten? Was wollen Sie uns damit sagen?«, fragte Ismael.

»Ich habe euch alles gesagt, was ich zu sagen habe. Ihr solltet von hier verschwinden. Früher oder später wird er zurückkehren, und dann kann ich nichts mehr tun, um euch zu schützen.«

»Aber– wer wird zurückkommen?«

»Du hast ihn mit eigenen Augen gesehen.«

In diesem Moment war irgendwo im Haus ein fernes Grollen zu hören. Es kam näher. Irene schluckte und sah Ismael an. Schritte. Einer nach dem anderen, dröhnend wie Schüsse, immer näher. Lazarus lächelte schwach.

»Das ist er«, verkündete er. »Euch bleibt nicht viel Zeit.«

»Wo ist meine Mutter? Wohin hat er sie gebracht?«, wollte das Mädchen wissen.

»Ich weiß es nicht, aber selbst wenn ich es wüsste, würde es nichts nützen.«

»Sie haben diese Maschine mit ihrem Gesicht gebaut…«, warf Ismael ihm vor.

»Ich glaubte, er würde sich damit begnügen, aber er wollte mehr. Er wollte sie.«

Die entsetzlichen Schritte waren nun hinter der Tür zu hören. Sie kamen den Gang entlang.

»Auf der anderen Seite dieser Tür«, erklärte Lazarus, »liegt ein Gang, der zur Haupttreppe führt. Wenn ihr noch einen Funken Verstand besitzt, dann lauft und betretet dieses Haus nie wieder.«

»Wir gehen nirgendwo hin«, erklärte Ismael. »Nicht ohne Simone.«

Die Tür, durch die sie gekommen waren, wurde heftig erschüttert. Sekunden später sickerte eine schwarze Masse unter der Türschwelle hindurch.

»Lass uns verschwinden«, drängte Ismael.

Der Schatten legte sich um die Laterne und zerbrach das Glas. Ein eisiger Lufthauch ließ die Flamme verlöschen. Aus der Dunkelheit sah Lazarus, wie Irene und Ismael durch den zweiten Ausgang entkamen. Neben ihm formte sich eine schwarze, geheimnisvolle Gestalt.

»Lass sie in Ruhe«, flüsterte er. »Es sind nur zwei Kinder. Lass sie gehen. Nimm endlich mich. Ist es nicht das, was du willst?«

Der Schatten lachte.

Der Flur, in dem sie sich befanden, kreuzte die zentrale Achse von Cravenmoore. Irene erkannte das Gewirr von Gängen wieder und führte Ismael unter der Kuppel hindurch. Hinter den Scheiben waren die vorüberziehenden Wolken zu sehen, gewaltige Riesen aus schwarzer Watte, die ihre Bahn am Himmel zogen. Die Laterne, die den Scheitel der Kuppel bekrönte, verbreitete einen Kranz kaleidoskopartiger Reflexe.

»Da entlang«, bestimmte das Mädchen.

»Da entlang wohin?«, fragte Ismael nervös.

»Ich glaube, ich weiß, wo er sie festhält.«

Der Junge blickte über die Schulter zurück. Der Korridor lag im Dunkeln, ohne ein sichtliches Zeichen von Bewegung, obwohl Ismael klar war, dass der Schatten sich aus dieser Richtung nähern konnte, ohne dass sie ihn bemerkten.

»Ich hoffe, du weißt, was du tust«, sagte er. Er wollte so schnell wie möglich von dort weg.

»Komm.«

Irene betrat einen der Seitenflügel, der sich in der Dunkelheit verlor, und Ismael folgte ihr. Allmählich wurde das Licht der Laterne schwächer, und die Umrisse der mechanischen Geschöpfe, die den Korridor säumten, verwandelten sich in dunkel glänzende Schemen. Ihre Schritte gingen in dem Plappern, Lachen und Hämmern Hunderter mechanischer Räderwerke unter. Der Junge wandte sich erneut um und spähte zum Anfang dieses Tunnels, den sie entlanggingen. Ein kalter Lufthauch zog durch den Gang. Als er sich umsah, erkannte Ismael die Gazevorhänge wieder, die vor ihnen wehten, bestickt mit einem Buchstaben, der sich sanft wiegte.

A

»Ich bin sicher, dass er sie hier festhält«, sagte Irene. Hinter den Vorhängen war am Ende des Korridors die geschnitzte Holztür zu sehen. Sie war geschlossen. Erneut umfing sie ein kalter Lufthauch, der die Vorhänge in Bewegung brachte. Ismael blieb stehen und starrte in die schwarze Finsternis. Angespannt versuchte er, etwas zu erkennen.

»Was ist los?«, fragte Irene, als sie die Unruhe bemerkte, die sich seiner bemächtigt hatte.

Der Junge öffnete den Mund, um zu antworten, doch er blieb stumm. Sie spähte in den Korridor hinter ihnen. Ein kleiner Lichtpunkt am Ende des Tunnels. Der Rest war Dunkelheit.

»Er ist da«, sagte Ismael. »Er beobachtet uns.«

Irene klammerte sich an ihn.

»Spürst du es nicht?«

»Lass uns nicht länger hierbleiben, Ismael.«

Er nickte, doch in Gedanken war er woanders. Irene nahm ihn bei der Hand und zog ihn zu der Tür. Der Junge behielt die ganze Zeit den Gang hinter ihnen im Auge. Als das Mädchen schließlich vor der Tür stehen blieb, wechselten die beiden einen Blick. Wortlos legte Ismael die Hand auf den Türknauf und drehte ihn vorsichtig. Das Schloss gab mit einem leisen metallischen Klicken nach, und durch das Gewicht des schweren Türblatts schwang die Tür an den Angeln nach innen.

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