Jonathan Franzen - Freiheit

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Patty und Walter Berglund — Vorzeigeeltern und Umweltpioniere — geben ihren Nachbarn plotzlich Ratsel auf: Ihr halbwuchsiger Sobn zieht zur proletenbaften Familie nebenan, Walter lasst sich zum Schutz einer raren Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Haus-frau, entpuppt sich als wahrlich sonderbar. Hat Walters bester Freund, der Rockmusiker Richard, damit zu tun? Auf einmal fiihrt Patty ein Leben ohne Selbstbetrug — und ohne Rucksicht auf Verluste.
In diesem grossen Roman einer Familie erzahlt Jonathan Franzen von Freiheit — dem Lebensnerv der westlichen Kulturen — und auch von deren Gegenteil.

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Man konnte sich einen Jux aus dem Versuch machen, Patty dazu zu bewegen, dass sie einem beipflichtete, wenn man jemandes Benehmen als «schlecht» bezeichnete. Als sie hörte, dass Seth und Merrie Paulsen eine große Halloween-Party für ihre Zwillinge gaben und ganz bewusst alle Kinder aus der Nachbarschaft außer Connie Monaghan dazu eingeladen hatten, sagte sie nur, das sei ja «seltsam». Die Paulsens, die sie kurze Zeit später auf der Straße traf, erklärten ihr, sie hätten den ganzen Sommer lang vergeblich versucht, Connie Monaghans Mutter Carol davon abzubringen, Zigarettenkippen aus ihrem Schlafzimmerfenster in das kleine Planschbecken der Zwillinge zu schnippen. «Wirklich seltsam», sagte Patty kopfschüttelnd, «aber dafür kann Connie doch nichts.» Die Paulsens allerdings waren nicht bereit, sich mit «seltsam» zufriedenzugeben. Sie wollten soziopathisch, sie wollten passiv-aggressiv, sie wollten schlecht Es war unabdingbar für sie, dass Patty wenigstens eines dieser Attribute wählte und es in Übereinstimmung mit ihnen auf Carol Monaghan anwendete, aber Patty war außerstande, über «seltsam» hinauszugehen, und so blieben die Paulsens ihrerseits bei ihrer Weigerung, Connie auf die Einladungsliste zu setzen. Immerhin ärgerte sich Patty über diese Ungerechtigkeit so sehr, dass sie mit ihren Kindern plus Connie und einer Schulfreundin am Nachmittag der Party auf einer Kürbisfarm eine Heuwagenspukfahrt machte, aber im Beisein anderer sagte sie über die Paulsens schlimmstenfalls, eine solche Gemeinheit gegenüber einer Siebenjährigen sei doch seltsam.

Carol Monaghan war die einzige andere Mutter in der Barrier Street, die schon genauso lange dort wohnte wie Patty. Als ehemalige Sekretärin eines hohen Beamten im Hennepin County war sie, wenn man so will, mittels eines Protektions-Austauschprogramms in Ramsey Hill gelandet, nachdem besagter Beamte sie geschwängert hatte. Die Mutter seines unehelichen Kindes auf der Gehaltsliste des eigenen Büros stehen zu lassen: Spätestens gegen Ende der siebziger Jahre gab es in der Twin-Cities-Region nicht mehr allzu viele Gerichtsstände, in denen sich das mit kluger Politik vereinbaren ließ. Carol wurde zu einer der unkonzentrierten, Pausen machenden Angestellten der Stadtverwaltung, und im Gegenzug bekam jemand aus St. Paul, der ähnlich gute Beziehungen unterhielt, eine Stelle auf der anderen Seite des Flusses. Das Haus zur Miete in der Barrier Street, gleich neben den Berglunds, war vermutlich Teil der Abmachung gewesen; sonst war schwer zu verstehen, warum Carol eingewilligt haben sollte, in einer Gegend zu wohnen, die damals praktisch noch ein Elendsviertel war. Im Sommer fuhr einmal die Woche bei Abenddämmerung, in einem Allradfahrzeug ohne Kennzeichen, ein vor sich hin stierender Jugendlicher in der Montur des städtischen Grünanlagenamts bei ihr vor und schob einen Rasenmäher durch ihren Garten, und im Winter sah man denselben Jugendlichen mit einer Schneefräse vor ihrem Haus den Gehweg räumen.

Gegen Ende der achtziger Jahre war Carol die Einzige im ganzen Viertel, die zu dessen Verbürgerlichung nichts beitrug. Sie rauchte Parliaments, bleichte sich die Haare, machte aus ihren Nägeln grelle Krallen, gab ihrer Tochter heftigst verarbeitete Lebensmittel zu essen und war jeden Donnerstagabend sehr lange aus («Moms freier Abend», erklärte sie, als hätten alle Mütter einen), verschaffte sich dann mit einem ihr von den Berglunds ausgehändigten Schlüssel Zutritt zu deren Haus und holte die schlafende Connie ab, die Patty unter mehreren Decken auf ein Sofa gebettet hatte. Mit unnachgiebiger Großmut hatte Patty immer wieder angeboten, sich um Connie zu kümmern, wenn Carol arbeitete oder einkaufen war oder sich ihren Donnerstagabenddingen widmete, und Carol verließ sich mittlerweile sehr auf diese unzähligen kostenlosen Babysitterdienste. Es konnte Pattys Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, dass Carol ihr diese Großmut vergalt, indem sie ihre eigene Tochter Jessica ignorierte und übertrieben für ihren Sohn Joey schwärmte («Kriege ich noch ein Küsschen von meinem Herzensbrecher?») und bei Nachbarschaftstreffen, in ihren hauchdünnen Blusen und auf Cocktailkellnerinnenabsätzen, sehr dicht neben Walter stand, dessen Geschicklichkeit beim Eigenheimausbau lobte und über alles, was er sagte, vor Lachen schrie; jahrelang jedoch sagte Patty über Carol schlimmstenfalls, alleinerziehende Mütter hätten es eben schwer, und wenn Carol sich ihr gegenüber manchmal seltsam benehme, dann geschehe das vermutlich nur aus verletztem Stolz.

Für Seth Paulsen, der öfter von Patty redete, als es seiner Frau lieb war, gehörten die Berglunds zu jener Sorte hyperschuldbewusster Liberaler, die allen anderen verzeihen mussten, damit ihnen ihr eigenes Glück verziehen werden konnte; denen der Mut fehlte, zu ihrem privilegierten Leben auch zu stehen. Seths Theorie hatte allerdings einen Haken, denn die Berglunds waren gar nicht so privilegiert; soweit man wusste, war ihr einziger Vermögenswert das Haus, das sie eigenhändig restauriert hatten. Ein weiterer Haken, wie Merrie Paulsen betonte, war der, dass Patty nicht sonderlich progressiv, jedenfalls beileibe keine Feministin war (sie, die mit ihrem Geburtstagskalender zu Hause hockte und diese vermaledeiten Geburtstagskekse buk) und gegen Politik überhaupt allergisch schien. Wer sie auf eine Wahl oder einen Kandidaten ansprach, konnte erleben, wie sie sich vergebens bemühte, so froh und unbekümmert wie sonst zu sein — konnte erleben, wie sie hektisch wurde und in zu häufiges Nicken und Jajasagen verfiel. Merrie, zehn Jahre älter als Patty, und jedes einzelne davon sah man ihr an, hatte sich früher für die linke Studentenorganisation SDS in Madison engagiert und engagierte sich jetzt sehr in Sachen Beaujolais nouveau. Als Seth bei einem Abendessen Patty zum dritten oder vierten Mal erwähnte, wurde Merrie nouveau rouge im Gesicht und erklärte, Patty Berglunds vermeintlicher Nachbarschaftlichkeit liege null weitergehendes Bewusstsein, null Solidarität, null politische Substanz, null belastbare Struktur, null wahrer Gemeinschaftssinn zugrunde, das sei vielmehr alles bloß rückwärtsgewandter Hausfrauenquatsch, und sie, Merrie, glaube, wer je an der ach so netten Oberfläche kratzen würde, wäre womöglich überrascht, wie viel Härte, Egoismus, Konkurrenzdenken und Reaganismus darunter zum Vorschein kämen; es sei doch glasklar, dass für Patty einzig und allein ihre Kinder und ihr Eigenheim zählten — nicht ihre Nachbarn, nicht die Armen, nicht ihr Land, nicht ihre Eltern, ja noch nicht einmal ihr Mann.

Außerdem war Patty unbestreitbar in ihren Sohn vernarrt. Obwohl Jessica ihren Eltern viel offensichtlicher Freude machte — sie verschlang Bücher, liebte Tiere und Pflanzen, spielte sehr gut Flöte, ließ sich auf dem Fußballplatz nicht unterkriegen, war eine begehrte Babysitterin und nicht hübsch genug, um moralisch dadurch deformiert zu sein, sogar von Merrie Paulsen wurde sie bewundert — , war Joey das Kind, über das sich Patty immerzu verbreiten musste. In ihrer kicherigen, vertrauensseligen, sich selbst herabsetzenden Art spuckte sie tonnenweise ungefilterte Details über ihre und Walters Schwierigkeiten mit ihm aus. Die meisten ihrer Geschichten kamen als Klagen daher, und dennoch bezweifelte niemand, dass sie den Jungen vergötterte. Sie war wie eine Frau, die sich über ihren ganz wunderbaren Dreckskerl von Freund beklagt. Als wäre sie stolz darauf, dass er auf ihrem Herzen herumtrampelte: als wäre ihre Bereitschaft, sich von ihm auf dem Herzen herumtrampeln zu lassen, das Wichtigste, ja vielleicht das Einzige, was die Welt von ihr wissen sollte.

«Er ist ein richtiges kleines Aas», sagte sie zu den anderen Müttern während des langen Winters der Zubettgehkriege, als Joey das Recht für sich in Anspruch nahm, so lange wach zu bleiben wie Patty und Walter.

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