Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen

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Roman eines Schicksallosen: краткое содержание, описание и аннотация

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Schreiben, um zu überleben, um weiterleben zu können - nach Buchenwald, nach Auschwitz. Imre Kertész zählt zu den wenigen Autoren, denen Literatur nach Auschwitz noch möglich ist. Sein "Roman eines Schicksallosen" gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse des Holocaust. Gemeinsam mit dem Jugendlichen György wird der Hörer in die Welt der Vernichtungslager gestoßen, lebt und erlebt die Naivität des Beteiligten, der seinem kindlichen Leben entrissen wird und in die Maschinerie der Vernichtungslager gerät. Kindlich naiv erlebt er als immerfort Glücksuchender Deportation, Zwangsarbeit und Vernichtung, erlebt den Verlust an Naivität und die allmähliche Erkenntnis der Realität.

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Buchenwald liegt in einer hügeligen Gegend, auf dem Rücken einer Anhöhe. Die Luft ist rein, das Auge wird von einer abwechslungsreichen Landschaft erfreut, dem Wald ringsum und den roten Ziegeldächern der Bauernhäuser im Tal. Das Bad befindet sich hier auf der linken Seite. Die Häftlinge sind größtenteils freundlich, dies aber irgendwie anders als in Auschwitz. Nach der Ankunft erwarten einen auch hier Bad, Friseur, Desinfektionsmittel und Kleiderwechsel. Die Garderobevorschriften sind im Übrigen genau die gleichen wie in Auschwitz. Nur dass hier das Wasser wärmer ist, die Friseure ihre Arbeit umsichtiger verrichten und sich der Kleiderverwalter die Mühe nimmt, und sei es auch nur mit einem flüchtigen Blick, von dir Maß zu nehmen. Danach kommst du in einen Flur, vor ein Schiebefenster, und sie möchten von dir wissen, ob du nicht zufällig Goldzähne hast. Dann schreibt ein schon länger hier wohnender Landsmann von dir, der sogar über Haare verfügt, deinen Namen in ein großes Buch, händigt dir ein gelbes Dreieck aus sowie einen breiten Lappen, einen Stoffstreifen, beides aus Leinen. In der Mitte des Dreiecks kannst du, zum Zeichen, dass du ja schließlich Ungar bist, ein großes U, auf dem Stoffstreifen eine gedruckte Nummer lesen, auf meinem zum Beispiel die 64 921. Es sei ratsam, erfuhr ich, die klare, deutliche und verständliche Aussprache der Zahl so schnell wie möglich auch auf Deutsch zu erlernen, so: «vier-und-sechzig, neun , ein-und-zwanzig» , weil von nun an immer das meine Antwort zu sein habe, falls jemand wissen wolle, wer ich sei. Doch diese Nummer wird dir hier nicht in die Haut geschrieben, und stellst du noch zuvor, zur Zeit des Duschens etwa, diesbezüglich besorgte Fragen, so protestiert der alte Häftling mit hocherhobenen Händen und zur Decke verdrehten Augen: «Aber Mensch, um Gottes willen, wir sind doch hier nicht in Auschwitz!» Dessenungeachtet müssen sowohl Nummer wie Dreieck bis zum Abend auf der Brust des Anzugs aufgenäht sein, und zwar mit Hilfe der alleinigen Besitzer von Nadel und Faden: der Lagerschneider; solltest du des Schlangestehens bis zum Abend überdrüssig sein, kannst du ihnen mit einem bestimmten Teil deiner Ration Brot beziehungsweise Margarine etwas mehr Lust machen, wenngleich sie es auch so gern tun, denn schließlich ist es ihre Pflicht, wie es heißt. In Buchenwald ist es kühler als in Auschwitz, die Tage sind grau, und es nieselt häufig. Doch in Buchenwald kann es passieren, dass man schon zum Frühstück mit einer Art heißen Einbrennsuppe überrascht wird; wie ich im weiteren erfuhr, beträgt die Brotration normalerweise ein drittel, manchmal sogar ein halbes Brot – und nicht, wie in Auschwitz, normalerweise ein drittel, an bestimmten Tagen ein fünftel – und kann die Mittagssuppe eine Einlage und darin auch rote Fleischfasern, ja, im glücklichen Fall sogar den einen oder anderen Fleischbrocken enthalten; auch bin ich hier mit dem Begriff der «Zulage» vertraut geworden, die man in Form von Wurst oder einem Löffel Marmelade zusätzlich zur ständigen Margarine «fassen» kann – wie es der ebenfalls hier anwesende und bei solcher Gelegenheit höchst zufrieden wirkende Berufsoffizier ausdrückte. In Buchenwald wohnten wir in Zelten, dem sogenannten Zeltlager oder Kleinlager , und schliefen auf Stroh, zwar nicht voneinander abgesondert, sondern recht eng, aber immerhin waagerecht; der Drahtzaun war im hinteren Teil noch nicht geladen, allerdings würden auf den, der etwa nachts aus dem Zelt heraustritt, Schäferhunde gehetzt werden – so wurde gewarnt, und am Ernst der Warnung solltest du, auch wenn sie dich beim ersten Anhören überraschen mochte, nicht zweifeln. Am anderen Drahtzaun hingegen, wo das große, nach allen Seiten hin – links, rechts, den Hügel hinauf – wuchernde eigentliche Lager mit seinen gepflasterten Straßen, den schmucken grünen Baracken und flachen Steinhäuschen begann, eröffnete sich jeden Abend die Aussicht auf einen guten Gelegenheitskauf: Löffel, Messer, Näpfe, Kleidungsstücke, feilgeboten von ortsansässigen Häftlingen, die um diese Zeit hier Handel trieben; einer von ihnen bot mir einen Pullover an, für den Preis von nur einem halben Brot, wie er andeutete, vormachte, erklärte – aber ich habe ihn ihm nicht abgekauft, da ich ja im Sommer keinen Pullover brauchte und der Winter schließlich, so befand ich, noch weit entfernt war. Da habe ich auch gesehen, wie viele verschiedenfarbige Dreiecke und wie viel verschiedenerlei Buchstaben darin es gab, sodass ich mich zu guter Letzt kaum mehr auskannte, wer eigentlich woher kam. Aber auch in meiner Umgebung ließ sich manches ländlich gefärbte Wort aus der ungarischen Rede heraushören, ja, des öfteren vernahm ich auch die seltsame Sprache, die ich zuerst in Auschwitz, noch in der Eisenbahn, von den merkwürdigen Häftlingen gehört hatte, die uns in Empfang genommen hatten. In Buchenwald gibt es für die Bewohner des Zeltlagers keinen Appell, und die Waschanlage steht unter freiem Himmel, genauer, unter schattigen Bäumen: im Wesentlichen die gleiche Konstruktion wie in Auschwitz, aber mit Becken aus Stein, und – vor allem – den ganzen Tag fließt, spritzt oder rieselt zumindest Wasser aus den Rohren, und zum ersten Mal, seit ich in die Ziegelei gekommen war, wurde ich hier des Wunders teilhaftig, dass ich trinken konnte, wenn ich Durst hatte, ja sogar dann, wenn ich einfach nur Lust dazu bekam. Auch in Buchenwald gibt es ein Krematorium, versteht sich, aber insgesamt nur eines, denn das ist hier nicht der Zweck, nicht das Wesen der Sache, nicht Seele und Sinn des Ganzen – wenn ich so sagen darf –, sondern es werden nur solche verbrannt, die im Lager verscheiden, unter den gewöhnlichen Umständen des Lagerlebens sozusagen. In Buchenwald – die Nachricht ging wahrscheinlich von den alten Häftlingen aus und drang auch bis zu mir – sei es vor allem ratsam, sich vor dem Steinbruch in Acht zu nehmen, obwohl dieser – so wurde hinzugefügt – kaum noch in Betrieb sei, nicht so wie früher, zu ihrer Zeit, wie sie sagten. Das Lager besteht, wie ich erfahre, schon seit sieben Jahren, es gibt hier aber auch Leute, die aus noch älteren Lagern kommen, so zum Beispiel habe ich hier die Namen von einem gewissen «Dachau» sowie «Oranienburg» und «Sachsenhausen» erfahren können: Da verstand ich auch das nachsichtige Lächeln, das bei unserem Anblick auf dem Gesicht manch eines von jenseits des Drahtzauns stammenden Würdenträgers erschien, der eine Zehn- oder Zwanzigtausender-Nummer trug, wenngleich es da und dort auch vier- oder dreistellige Zahlen gab. In der Nähe unseres Lagers liegt – wie ich erfahre – eine bildungsmäßig gesehen namhafte Stadt, Weimar, deren Ruhm zu Hause auch schon Lernstoff gewesen war, versteht sich: Hier hatte unter anderen jener Mann gelebt und gewirkt, dessen Gedicht «Wer reitet so spät durch Nacht und Wind» auch ich ohne Buch auswendig kann und von dem sich hier irgendwo – wie es heißt – ein eigenhändig gepflanzter und seither tiefverwurzelter und weitverzweigter Baum, mit einer Gedenktafel versehen und vor uns Häftlingen durch einen Zaun geschützt, auf dem Lagergelände befindet – so heißt es. Alles in allem fiel es mir überhaupt nicht schwer, jene Gesichter in Auschwitz zu verstehen: Ich kann sagen, auch ich habe Buchenwald bald liebgewonnen.

Zeitz, genauer: Das nach dieser Ortschaft benannte Konzentrationslager liegt eine Nachtfahrt mit dem Güterzug von Buchenwald entfernt, dann noch weitere zwanzig, fünfundzwanzig Minuten zu Fuß, im Geleit von Soldaten, auf einer von wohlbestellten Äckern und ländlicher Umgebung gesäumten Landstraße – wie ich selbst bald erfahren konnte. Wenigstens würde das nun unser endgültiger Wohnsitz sein – so wurde versichert –, zumindest für die, deren Namen im Alphabet vor dem M kommen; das Ziel der anderen hingegen sei das – aufgrund des geschichtlichen Rufs der Stadt auch für mich schon vertrauter klingende – Arbeitslager Magdeburg, so wurde uns von den verschiedenen Würdenträgern, die alle lange Listen in der Hand hielten, mitgeteilt, und zwar noch in Buchenwald, auch hier am Abend des vierten Tages, auf einem riesengroßen, mit Bogenlampen beleuchteten Platz, und mich schmerzte nur, dass ich mich auf diese Art von vielen Jungen, vor allem von «Rosi», endgültig trennen musste, und zu guter Letzt trennte mich die Laune der Namen, denen entsprechend wir in den Zug gesetzt wurden, leider auch noch von all den anderen.

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