Hermine Wild - Eure Wege sind nicht meine Wege
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Sie sah mit den unergründlichen Augen zu ihm auf: Ich war spazieren, antwortete sie mit zitternder Stimme, die jedoch fester wurde in dem Maße, als sie ihre Fassung wieder gewann; ich war spazieren im Felde und verlor den rechten Weg.
In des Grafen Brust stieg in diesem Augenblicke eine Wallung gegen das Kind auf, als könne er es zerdrücken; er fühlte, daß seine Hand schwerer wurde auf ihrer Schulter, und er zog sie unwillkürlich zurück.
Solche Irrfahrten kannst du ein andermal unterlassen, sagte er kalt und wandte sich ab.
Wie ein Pfeil schoß sie von ihm fort und athmete erst in ihrem Zimmer wieder frei auf.
Was weiter geschah, haben wir schon erzählt. Des Dorfes Neugierde wurde rege, und Otto blieb natürlich nicht frei. Als alle seine Fragen von Thomas nichts herausbrachten, als einige Grobheiten, die dem Grafensohn schwer zu verdauen waren, wandte er sich endlich um Erklärung an seinen Vater selbst.
Wer ist die fremde Frau, die bei dem Thomas wohnt? frug er ihn eines Tages mit der ihm eigenen Offenheit, die einen der besten Züge in seinem guten, liebenswürdigen Charakter bildete.
Kümmre dich nicht um fremder Leute Angelegenheiten, war des Grafen barsche Antwort.
Allein Otto war des Vaters Liebling und hatte allen Muth eines solchen.
Die Leute sagen aber, daß du sie kennst, Papa, fuhr er unerschrocken fort.
Diesmal erblaßte der Graf und wandte sich so jählings gegen den Knaben, daß dieser zusammenfuhr.
Hörst du noch nicht mit dieser Dummheit auf? rief er zornig. – Und höre, fuhr er fort, indem er sich bezwang, der Thomas beklagt sich, daß du sein Haus umlagerst wie ein Dieb und ihm beständig auf dem Halse liegst; wenn mir noch etwas dergleichen zu Ohren kommt, so werde ich mich erinnern, wo unser Herrgott die Ruthe hat wachsen lassen, – das merke dir! —
Er verließ das Zimmer, und Ottoʼs Stirne zog sich trotzig zusammen; des Thomas Angeberei lenkte indessen seine Gedanken von des Vaters unerklärlicher Heftigkeit ab.
Der Thomas ist ein gemeiner Kerl, sagte er ärgerlich, in meinem Leben schaue ich ihn nicht mehr an.
Leonie hatte scheinbar unbekümmert dem Auftritt beigewohnt; auch jetzt sagte sie nichts, aber in ihrem Herzen wühlte es und ließ ihr keine Ruhe. Was war es denn, was der Vater, zu dem sie stets nur mit tiefer Scheu, wie zu einem höheren Wesen, unfehlbar in seiner unerbittlichen Strenge, aufgeblickt, was war es, das er so sorgfältig, – ja in dem Grunde ihrer Gedanken lag das Wort unausgesprochen: wie ein Verbrechen – verbarg?
Ich muß doch dahinter kommen, sagte sie sinnend. Aber es war schwerer, als sie geglaubt.
Eines Tages war sie mit Otto im Walde.
Wir müssen heim, sagte er, es wird spät —
O, wir können den kürzeren Weg nehmen, meinte Leonie.
Dann müssen wir beim Thomas vorbei, und das thue ich nicht.
Der Thomas ist aber nicht zu Hause; ich hörte gestern wie die Leute sagten, er gehe heute nach der Stadt.
Das ist mir einerlei, war Ottoʼs resolute Antwort.
So gehe ich allein, versetzte Leonie schnippisch.
Du weißt, der Vater hatʼs verboten, und ich sagʼs ihm, wenn du gehst.
Mir hat erʼs nicht verboten, erwiderte Leonie in gereiztem Tone. Aber du weißt, er mag mich nicht, und da freust du dich, wenn du mir einen Verdruß machen kannst.
Damit war nun freilich Otto geschlagen. Sein gutes Herz litt unter der größeren Liebe des Vaters, die er als eine Ungerechtigkeit gegen die Schwester empfand; aber sein Nachgeben zeigte sich nicht auf eine freundliche Art.
Du bist eine rechte Katze, sagte er ärgerlich und sah sie zornig an. Meinetwegen! thue was du willst. – aber mit dir gehe ich nicht, und wennʼs der Vater erfährt, so istʼs meine Schuld nicht, wenn er dir ein Wetter macht.
Ich will nur den kürzeren Weg gehen, um schneller daheim zu sein, und das ist nichts Böses, versetzte sie still.
Er entfernte sich langsam; bevor er verschwand, drehte er sich noch einmal um. Kommst du? rief er ihr zu.
Sie hatte sich niedergesetzt. Nein, sagte sie, und er ging fort.
Als er zwischen den Bäumen verschwunden war, stand sie auf, horchte ein wenig und schritt dann leichtfüßig und froh den Weg dahin, der zum Waldhof führte; dort angekommen, ging sie langsamer; sie sah um sich; es war um die Mittagszeit und kein Mensch war auf dem Felde zu sehen. Sie näherte sich der Hecke des Gartens und blickte hindurch. Auch hier war Alles verlassen, die Fenster geschlossen, die oberen mit weißen Vorhängen umhängt. Ihr Herz klopfte ein wenig; sie dachte, die fremde Frau könne plötzlich hervortreten und wirklich eine Wahnsinnige sein. Sie dachte an Thomas, an dessen Mutter, die sie sehen konnte, an ihren eigenen Vater, an seinen Zorn, den sie mehr als Alles fürchtete, und sie war nahe daran, die Rückkehr nach Hause in Wahrheit anzutreten, aber die Neugier überwand doch jede Furcht. Ich will nur ein wenig ausruhen, sagte sie und setzte sich. Sie war ermüdet, die Sonne brannte, sie neigte den Kopf zurück, und bevor sie sichʼs versah, war sie eingeschlafen. Ein leises Geräusch weckte sie. Sie schlug die schweren Augen auf; durch die mühsam zurückgebogenen Zweige der Hecke schimmerte ein bleiches, eingefallenes Gesicht, aus dem zwei dunkle, weitgeöffnete Augen mit einem fast irren Blick unverwandt auf das zarte, kleine Wesen sahen. Es war die Fremde. Leonie sprang auf. Ihre erste Empfindung war ein überwältigendes Entsetzen, ihre erste Bewegung war eine Bewegung zur Flucht. Aber rasch wie ein Gedanke fuhr eine weiße, durchsichtige Hand, sich blutig ritzend, durch die Dornen der Hecke und hielt das erschreckte Kind am Kleide fest.
Bleibe! sagte eine süße, leise Stimme in der sanften Sprache, die sie so lange nicht mehr gehört, und die wie ein halbvergessener Traum nur noch in seltenen Nachklängen durch ihre Seele zitterte. – Wieder siegte die Neugierde, sie blieb stehen und wandte sich der Fremden zu.
Wer bist du? Wie heißest du? frug diese jetzt, und ihre zweite Hand, ebenfalls durch die Dornen gestreckt, erfaßte mit zitternder Hast des Mädchens kleine, halb widerstrebende Hand.
Ich heiße Leonie und bin des Grafen Tochter, dem das Gut gehört.
O komm näher! Laß dich anschauen! bat die Frau und zog sie mit beiden Händen dichter an die Hecke heran. Mit durstigen Augen hing sie an dem seinen, in wechselnder Bewegung erröthenden und erbleichenden Gesichtchen fest. Kein Zug, murmelte sie halblaut, kein einziger Zug! Ein düsterer Ausdruck wie Schmerz und Trauer, aber ohne Weichheit, zog über ihr Gesicht und überdeckte es mit einer noch tieferen Blässe. Wo ist dein Bruder? frug sie plötzlich, wie sich besinnend.
Er wollte nicht kommen, der Vater hatʼs verboten, sagte Leonie.
Und da kommt er auch nicht?
Nein, er fürchtet sich.
O er ist seines Vaters rechtes Kind! sagte die Frau mit einer Bitterkeit, die nicht ohne Verachtung war. Sie, schwieg eine Weile. Hat er dirʼs auch verboten? frug sie dann.
Die Röthe der Scham schlug unwillkürlich auf in Leonieʼs Gesicht. Ich habe nicht gefragt, sagte sie zögernd und erwartete fast einen Verweis.
Die Frau betrachtete sie aufmerksam einen Augenblick. Liebst du deinen Vater? frug sie dann.
Leonie stockte – darüber hatte sie noch nicht nachgedacht. Sie schlug die Augen zu Boden und blieb die Antwort schuldig.
Die Fremde zog sie immer näher an sich heran; mit ihren mageren, heißen Händen streichelte sie die glühende Wange des Mädchens und strich ihr das glänzende, goldrothe Haar aus der weißen, feuchten Stirne. Wie schön du bist! flüsterte sie wie in einem irren Traume, wie deine Augen glänzen! Auch ich war einst schön— man sieht jetzt nichts mehr davon. – Was ist Schönheit ohne Klugheit? O werde klug, und dann gehört dir die Welt!
Wer sind Sie? frug Leonie, sie erstaunt anblickend.
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