Paul Leppin - Hüter der Freude

Здесь есть возможность читать онлайн «Paul Leppin - Hüter der Freude» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: foreign_prose, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Hüter der Freude: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Hüter der Freude»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Hüter der Freude — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Hüter der Freude», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Eine Gänsehaut lief kalt und zapplig über seinen Rücken. Fröstelnd zog er den Frisiermantel dichter an sich und gähnte ungeniert. Alles in allem saß er also glücklich in der famosesten Klemme. Eine aus Resignation und Mitleid gemischte Stimmung kam über ihn und wandelte sich langsam in eine weinerliche Verbitterung. Die andern, seine Kollegen und die Jünglinge, mit denen er in der Gesellschaft zusammentraf, konnten leicht großtun. Ihnen blieb im schlimmsten Falle, wenn alle Mittel versagten, die Beichte zu Hause und der Geldsack des Vaters. Ihm aber, was blieb ihm? Ein gehässiger Ärger verzog seine Lippen, wenn er an die dreizimmrige Wohnung daheim und an seine Eltern dachte. Das waren ja Proletarier. Ohne Schwung und ohne Verständnis für eine bessere Lebensführung. Die würde er um das Geld nicht angehen, selbst wenn sie es besäßen. Aber sie hatten es nicht einmal. –

Römerstern ließ das Kinn auf die Brust sinken. Ein leiser Kopfschmerz kitzelte ihn hinter den Schläfen und seine Gedankengänge verwirrten sich. Zusammenhanglos sprangen zerstückelte Begebenheiten aus vergangenen Jahren darin auf. Das wohlige Gefühl umfing sein Bewußtsein, für eine Viertelstunde in den bequemen Armstuhl gebannt zu sein, ohne sich rühren zu müssen. Er blies eine Fliege von der Nasenspitze fort, streckte die Beine aus und entschlummerte.

Aus der verkaterten Kläglichkeit seines Daseins hob ihn der Schlaf in eine kreisrunde Helle hinein. Aus einer glühenden Blume ergoß sich ein Lichtkegel in den Raum. Ein alter Steindruck hing an der Wand, der die Flucht der Muttergottes nach Ägypten darstellte. Den Kopf über ein zerlesenes Gebetbuch gebeugt saß eine Frau neben der leuchtenden Blume. Römerstern erkannte das Zimmer. Es war die Stube, in der er seine Knabenzeit verbracht hatte, bevor er aus dem Hause schied, um möbliert zu wohnen. Die rote Blume auf dem Tische war die Lampe, die seine Kinderjahre mit ihrem Lichte wärmte. Die alte Frau dort mit dem Gesangbuch zwischen den Fingern war seine Mutter. Eine schämige Freude erschütterte ihn plötzlich. Er dachte daran, wie die Tränen schmeckten, die er als Kind an ihrem Halse weinen durfte. Aber seine Lider blieben trocken und er konnte den Mund nicht öffnen, um sie zu rufen.

Da löschte der Schlaf das Lampenlicht aus und entführte ihn in ein sekundenlanges Dunkel. Als dann die Dämmerung wiederkehrte, durchflutete sie den Saal mit den Gasthaustischen und dem Kleiderständer neben dem Eingang. Eine Gesellschaft von Damen und Herren saß um die hufeisenförmige Tafel und an der Präsidentenecke stand Römerstern und hielt eine Ansprache an das Komitee. Sein Oberkörper wiegte sich in den Hüften und sein Bleistift klopfte das Protokollbuch. Es mußte der eleganteste Ball der Saison werden. Die Jünglinge mit den sorgfältig gezogenen Scheiteln klatschten Beifall, Mädchenaugen begrüßten ihn funkelnd. – –

Ein Geigenton zerriß die Szene. Das Licht verschwamm, flackerte weiter an Torbogen und gelben Laternen vorbei bis zu dem Hause mit den großen Fenstern. Das Kaffeehaus war erleuchtet, die Zigeunermusik vibrierte darin. Die Kellnerin mit der blonden Frisur und den granatroten Lippen flüsterte mit Römerstern. Er lauschte nervös und zerstreut. Dann neigte sich der kahle Kellner mit der zerknitterten Hemdbrust zu ihm und nickte lächelnd. Seine feuchte Hand fuhr in das Innenfutter des Fracks und holte eine abgegriffene Ledertasche hervor. Drin saßen die Hundertkronennoten wie die Mäuse im Speck. Eine von ihnen, mit dem umgebogenen Ohr und dem Fettfleck in der Mitte, machte sich los und rutschte zu Römerstern hinüber. Der sah dem Kellner in die faltige Visage.

Danke schön derweilen! – sagte er leise und nahm das Papier. Da entschwand ihm das Licht und das Kaffeehaus mit der Blondine versank im Finstern.

Das Licht flog weiter. Aber es war ängstlich geworden und zappelte. Mit einem Male rannte ein Schrecken auf Römerstern zu, kam näher und näher. Er sah die halbdunkle Straße hinunter, die sich ihm öffnete, und eine nichtswürdige Furcht lähmte seine Glieder. In der Tiefe, wohin eine Faust ihn abwärts schob, waren die Schatten. Läppische Gestalten mit mißlungenen Gebärden, die frech und knechtisch nach ihm äugten. Schmutzfinken aus dem Inseratenteil der Tagespresse, die Meute, die nach Prozenten hungerte. Da standen die Geldgeber aus der inneren Altstadt, Kaufleute mit Speiseflecken auf der gewölbten Weste und Raubtierfratzen unter dem Hute. Agenten, die eine abgerissene Eleganz zur Schau trugen, Kneipenwirte mit dem Rotwälsch des Kriminals. Fromme Witwen, die mit ihrem Pfunde wucherten und der verschwitzte Oberkellner aus dem Kaffeehaus »Zur Gemse«.

Römerstern ging mit zusammengebundenen Füßen. In seinem Gehirn regte sich das versteckte Wissen, daß es ein böser Traum war, der ihn narrte. Die Gefühle eines Gefesselten marterten ihn, den man mit Unrat besudelt. Mit Grauen und Widerstreben rückte er vor die Phalanx. In der vordersten Reihe, dicht vor ihm, stand Bambula. Das faule Gebiß wuchs schräg aus seinen Kiefern und er klapperte mit den Augendeckeln. Schmatzend, mit Üblem Atem, spie er dem Ohnmächtigen eine Ziffer entgegen. – – –

Römerstern fuhr auf. Ein taumelndes Entsetzen wirbelte ihn blitzschnell in die Wirklichkeit. Er öffnete die Augen und sah in das behäbige Gesicht Meermanns hinein, der treuherzig mit der Serviette knallte. –

V. KAPITEL

DIE WELTFREUNDE
BIETEN EINANDER
OHRFEIGEN AN

Das Café Portugal hatte seine Spezialitäten. Mit dem Komfort seiner Einrichtung, den Klubsesseln, der Holztäfelung, den Beleuchtungskörpern aus dem letzten Jahrzehnt des Kunstgewerbes schien es ein Kaffeehaus für bemittelte Bürgersleute zu sein, die hier am Sonntag nachmittag oder wochentags nach dem Abendessen mit ihren Frauen und Töchtern die »Neue Freie Presse« oder die »Národni Listy« lasen. Der Spaziergänger, der draußen vorüberschlenderte und einen Blick durch die hohen Spiegelscheiben tat, nahm die gewohnten Eindrücke mit auf den Weg; erhitzte Damen, die ihre Korpulenz hinter schlecht sitzenden Miedern verbargen, Kinder, denen die braune Fülle der Schokoladekuchen aus den Mundwinkeln tropfte, ältere Heeren mit rosafarbigen Glatzen und großen Ametystanhängseln an der goldenen Uhrkette. Der Wirt, der manchmal im schwarzen Gehrock zwischen den Tischen erschien und seinen Gästen händereibend freundliche Verbeugungen machte, war ein dicker Mann mit Pockennarben, der das Haar wie eine Bürste aufgekämmt trug und den wohlanständigen Typ des Lokals in keiner Weise beeinträchtigte. Das Geschäft war gut und die Einnahme reichlich. Er kniff die Augen zufrieden zusammen und zog einen Strich unter unfruchtbare Träume.

Im Grunde seines Herzens war Herr Bumberlik ein Phantast. Sein wohlgenährtes Exterieur umschloß eine unbotmäßige Seele, die heimlich auf unwegsamen Gebieten wildern ging. In der Spießerhaftigkeit seines Daseins hatte er sich eine Vorliebe für alles Zügellose und Ungeordnete bewahrt, für alles, was über die Stränge schlug und Revolutiönchen machte. Vor Jahren trat er einmal mit der Absicht hervor, ein vages, aus der Art geschlagenes Unternehmen zu begründen. Im Keller des Hauses, durch eine steile Wendeltreppe auf romantische Weise zugänglich, hatte er einige wundervolle Räume entdeckt, runde und eckige Katakomben, Stiegengänge, die Unaussprechliches umwitterte. Der Gedanke, hier einen Sammelpunkt für ungebundene Elemente zu schaffen, ein nächtliches Kabarett mit orgiastischem Programme, ließ ihn nicht mehr los, Arbeiter kamen und setzten den Keller in Stand, leiteten Licht und Luft in die Tiefe. Junge Maler bekritzelten die Wände mit Karikaturen, verklexten Farbentöpfe, schmierten Totentänze und Gerippe an die Decke. Stellenlose Artisten fanden sich ein, der Malerklüngel der Stadt, Dichter und Halbweltdamen. Aber vor dem Eröffnungsabend verbot die Polizei die ganze Geschichte und Herr Bumberlik mußte den Keller schließen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Hüter der Freude»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Hüter der Freude» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Hüter der Freude»

Обсуждение, отзывы о книге «Hüter der Freude» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x