Paul Leppin - Hüter der Freude

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Als die sanfte Siddy mit den zärtlichen Augen eines schönen Tages mit einer Frühgeburt niederkam, hielt sie den Zeitpunkt für gekommen, das fernere Geschick ihrer Sprossen selbst zu bestimmen. Über den kleinen Unfall, von dem ihre Älteste betroffen worden war, ging sie ohne Scheltworte mit einer verbindlichen Diskretion hinweg. Aber sie wußte es in der Folge so einzurichten, daß die Herren, die vordem die Mädchen auf der Straße angesprochen hatten, um nachher auf verschwiegenen Ausflügen näher mit ihnen bekannt zu werden, nunmehr zu ihnen in das Haus kamen. Es machte sich ganz von selbst, daß sie für die gefällige Art, mit der sie die Unterhaltung der Gäste ausschließlich ihren Töchtern überließ, beim Abschied ein Entgelt bekam. Die Besucher, von denen besonders die älteren Herren mit dem gelichteten Scheitel und der korrekten Kleidung gerne gesehen wurden, fanden das selbstverständlich, und wenn einige von ihnen im Anfang gezögert hatten, half ihnen Frau Bomba durch kluge Reden über die teuren Zeiten und ihre karge Witwenpension über die Unschlüssigkeit hinweg. In den breiten Schichten der bürgerlichen Lebewelt, der bemittelten Studenten- und Beamtenschaft, in den Schreibstuben der großen Bankhäuser sprach sich die Adresse der freundlichen Witwe bald herum, und an manchen Tagen entwickelte sich in ihrer Wohnung eine Geselligkeit, die ihr eine gute Bürgschaft für die Zukunft der Töchter zu bedeuten schien.

Diesen selbst gefiel die neue Ordnung der Dinge ganz wohl. Sie blähten sich in kokett geputzten Kostümen auf den Promenaden der Stadt und die Reiherpinsel nickten von ihren Hüten. Neben ihnen, in einem schwarzen, mit Schmelzperlen geschmückten Seidenkleide ging gravitätisch die Mutter. Ihrem praktischen Sinn schwante mit Recht eine Gefahr für die rentable Ordnung ihres Familienlebens, wenn sie die beiden Mädchen ohne Aufsicht ließe. Diese Spaziergänge reizten sie zudem zu einer rührseligen Resignation, der sie sich mit selbstgefälliger Wehmut ergab. Sie verkörperten ihr den Drang und die gewaltsam verbogenen Triebe ihrer eigenen Jugend. Sie beobachtete die Gesichter der Männer, die vorübergingen, und sah mit Stolz und genießerischer Freude die Schönheit der Töchter reifer werden. Aus den Falten ihrer Kleider, dem trockenen Parfüm, das ihnen entströmte, und dem als pikanteste Zutat ein feiner Schweißgeruch beigemengt war, stieg eine Atmosphäre auf, in der sich eine schwüle Geschlechtlichkeit mit dem Nimbus angenehmer Laster vermählte, die aufstachelnd und betäubend wirkte. Frau Bomba sog sie mit Entzücken ein; ein Glücksgefühl bemächtigte sich ihrer und ihre Lippen zitterten.

Wenn sie von solchen Promenaden heimgekehrt waren, ging die Klingel der Wohnungstüre öfter als gewöhnlich. Mimi, deren ewig bewegliches Naturell neuen Abwechslungen nachsann, war es zuerst, die den Gedanken anregte, angesichts des wachsenden Betriebes befreundete Damen zu sich zu laden. Frau Bomba, die sich anfangs sträubte, ging bald auf den Vorschlag ein und bemühte sich auch mit bewundernswertem Eifer um dessen Ausführung. Die natürliche Gewandtheit, die sie in solchen Angelegenheiten besaß, wandelte sich bei ihr nachgerade zur Genialität. Sie hatte eine unwiderstehliche Art, den hübschen Nachbarsfrauen, deren Männer tagsüber in irgend einer Branche tätig waren, ins Gewissen zu reden. Sie fand bei einer jeden bald den Punkt heraus, wo der Angriff sich lohnte, war süß bei der einen, gutmütig bei der andern, impetuos bei der dritten, sie log, scherzte, fabulierte und vergaß als bestes und einleuchtendstes Argument auch niemals den geschäftlichen Vorteil der Sache in das rechte Licht zu rücken. Es gab unter den jungen Frauen, an die sie sich heranmachte, viele, die gerne ein Nadelgeld verdienen wollten und die nachher aus dem Staunen gar nicht herauskamen, daß es auf eine so einfache und amüsante Weise möglich war. Einige kamen allerdings nur des Interesses wegen, weit sie das Abenteuer liebten, und wenn auch die Witwe den übrigen nur den kleineren Teil der empfangenen Beträge überließ, so gab sie dennoch diesen den Vorzug.

Die nächste Folge der gesteigerten Frequenz, die sich nun einstellte, war die, daß Frau Bomba ihre kleine Wohnung aufgab, die sie bisher draußen in Žižkov inne hatte, und in der Quergasse Nr. 17 vier geräumige Zimmer bezog. Sie kaufte schöne, freundliche Möbel, die sie vorläufig auf Raten schuldig blieb, Teppiche und geblümte Vorhänge für die Fenster und gab der Behausung ein wohnliches Gepräge, das etwa die Mitte zwischen kleinbürgerlicher Tradition und jener Talminoblesse innehielt, die ihr von der Lektüre der Leihbibliotheksromane als geistiger Bodensatz im Gedächtnis geblieben war. Auf der Schwelle nagelte sie dem Brauche gemäß einen blanken Kupferkreuzer fest und über der Türe prangte mit Goldbuchstaben auf schwarzem Glasgrunde ein biederes: »Grüß Gott!«

Die neue Wohnung brachte einen ungeahnten Aufschwung. Frau Bomba hatte es nicht mehr nötig, die Frauen der kleinen Handwerker und Gewerbetreibenden der Nachbarschaft für ihr Geschäft zu gewinnen, sie kamen von selbst, Schöne und Häßliche, Elegante und Schüchterne, und boten ihre Dienste an. Da waren Damen in distinguierter Toilette, die ängstlich verschleiert eintraten und beim Fortgehen der Witwe ein Goldstück in die Hände drückten, Kontoristinnen, die von der Arbeit den Weg hierher fanden, Ehefrauen, die darauf brannten, sich abseits ihres täglichen Lebens für eine kurze Stunde unbekannten Männern hinzugeben. Telephonfräuleins und Modelle, die hier das Geld für einen neuen Hut oder eine Bluse erwerben wollten, Prostituierte, die auf diese Weise einen vorteilhaften Anschluß erhofften. Frau Bomba hatte Verwendung für alle. Mit einer Witterung, die mehr dem Animalischen in ihr als dem Intellekte entsprang, war sie den Gästen eine Beraterin ihrer Wünsche. Die Lebemänner, die in dem Medianismus der sexuellen Betriebsamkeit nach Sensatiönchen verlangten, brachte sie mit den Ärmlichen, von der Tagesarbeit Erschlafften zusammen. Den jugendlich Blasierten führte sie die Frauen zu, die ihre mangelnden Reize durch die Ungeduld ersetzten, mit der sie das Erlebnis erwarteten. Den Unerfahrenen verschönte sie den Genuß in den Armen der Professionellen durch eine hastig erfundene Illusion, eine unwahrscheinliche Geschichte, die sie ihnen beim Eintritt vielsagend in die Ohren zischelte und die gerade lebenskräftig genug war, um für die Dauer des Besuches vorzuhalten. Ihre Phantasie arbeitete unaufhörlich. Sie erfand Schicksale, die die Stirnen der Weiber, die bei ihr verkehrten, ahnungsvoll verdunkelten, die ihren Küssen Würze und Glut verliehen. Aus den Gattinnen braver Postbeamten machte sie Offiziersfrauen im Generalsrang, aus Bäckermeisterstöchtern, die tagsüber mit der Schürze hinter dem Ladentische standen, Ballerinen der russischen Oper, die auf der Durchreise eine Bekanntschaft suchten. Sie hatte Nihilistinnen und Kindesmörderinnen in Bereitschaft. Sie kannte die intimsten Qualitäten einer jeden und pries sie den Männern überzeugend an. Siddy und Mimi machten mit ihr die Honneurs, empfingen mit gespieltem Erschrecken die Gäste in Seidenhöschen und Mieder, liefen beständig im Negligé durch die Zimmer, fütterten den Kanarienvogel und verbreiteten jenen undefinierbaren, aus Schweiß und Parfüm gemischten Duft, der aufreizend und einschläfernd zugleich war. Das Geld, das früher, als Frau Bomba noch die Wohnung in der Vorstadt inne halte, dünn und spärlich geflossen war, ergoß sich jetzt in einem breiten Bach in die Quergasse Nr. 17. Es war gutes, schönes Geld. Es war heiß von den Leibern der Frauen, die es ins Haus brachten, und klingelte und schrie in der Tasche, als ob es lebendig wäre.

III. KAPITEL

KAMILLA, DIE
NUBIERIN

In dem einfenstrigen Raum, der durch das trübe Licht des Nachmittags spärlich erhellt wurde, standen die zwei einander gegenüber. Er warf den nassen Hut auf den mit Wachstuch bespannten Tisch und sah sich zögernd um. Auf dem niedrigen Sparherd in der Ecke hielt ein Speisenträger aus weißem Zinn zwischen Tellern Siesta, auf denen die Überreste einer Mahlzeit in geronnener Tunke schwammen. Frau Bomba, die das Essen aus dem Restaurant bezog, gab manchmal auch die Küche an minderbemittelte Gäste zur jeweiligen Benützung ab.

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