Paul Leppin - Hüter der Freude

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Sie legte die nackten Arme um seinen Hals und während sie ihn wieder küßte, hing ihr großer Leib wie ein Gewicht an ihm und zog ihn im Fallen auf die schmutzigen Dielen nieder. In dem Kehricht, der um sie wie eine Wolke aufflog, liebten sie einander. Er nahm das Weib, das sich ihm willig entgegendrängte, mit dem ungestümen Haß des Geschlechts. Er pflückte die schweren, irdischen Küsse von ihrem Mund und sie deckten seine Augen mit einem Schleier zu, hinter dem er nichts mehr erkennen konnte. Nur eine kleine, goldene Sehnsucht flatterte noch vor ihm her und schlug mit den Flügeln.

Ein Heimweh, das ihn immer befiel, wenn er in einem unzulänglichen Glück sich der Erde verschwisterte. Gaudentius Sturmfenster sehnte sich nach der himmlischen Liebe . Das war eine, die nicht aus Qualen und Dünsten geboren wurde, das war eine süße, köstliche Liebe. Eine, die ewigen Glanz besaß und Herzen erlösen konnte.

Unwillkürlich suchte er mit den Augen das Licht, das zum Fenster hereinkam. Draußen hatte der Regen nachgelassen und eine blasse Sonne flammte in den Scheiben.

Ach sieh doch, sieh! – sagte Sturmfenster und löste sanft die Hände Kamillas von seinem Nacken. Sie betrachtete ihn verwundert, wie er verzückt durch das verstaubte Küchenfenster starrte. Ein paar Sonnenstrahlen flirrten über ihre nackte Brust und sie blinzelte suchend in der Richtung seines Blicks.

Wo schaust du hin? – meinte sie dann und schmiegte sich wieder an ihn.

Er schwieg. Nachdenklich strich er mit den Fingern seine struppigen Barthaare zurecht und erhob sich langsam. Er konnte doch dem Weib, das da vor ihm auf dem Fußboden kniete, nicht sagen, daß er eben zwischen dem Fensterrahmen in Frau Bombas Küche ein Stückchen Himmel gesehen hatte.

IV. KAPITEL

HERR RÖMERSTERN LÄSST
SICH DEN KOPF
WASCHEN

In der Rasierstube des Herrn Scheibenhonig war heute eine fidele Stimmung. Meermann mit dem martialisch emporgewichsten Schnurrbarte und dem gutmütig vorgeschobenen Kinn war wieder einmal der Gegenstand unbändiger Heiterkeit. Äußerlich war eigentlich nichts an ihm zu bemerken, was die Ausbrüche des Humors, die er immer wieder bei der anwesenden Kundschaft entfesselte, gerechtfertigt hätte. Mittelgroß und von angemessenem Leibesumfang bot er in dem sauberen Leinenkittel, von dem sich sein gebräunter Teint stattlich abhob, das Bild einer wohlgereiften Männlichkeit, wie es wohl den Dienstmädchen und Ladenmamsellen der Nachbarschaft als vollendetes Heiratsideal vorschwebte. Wenn er mit den Augen rollte, bekam sein Gesicht für Augenblicke eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Bullen.

Die kleine Rasierstube mit dem blanken Messingbecken vor der Türe und den bunten Diplomen an den winkligen Wänden war immer überfüllt. Sie war seit Jahren in der deutschen Gesellschaft Prags in Mode gekommen und ihr Eigentümer verstand es, die Gunst der Verhältnisse zu nützen. Sein volles Diplomatengesicht war stetig von einem verbindlichen Lächeln erlustigt, das den Eintretenden empfing und wieder hinausgeleitete und in der spielerisch betonten Höflichkeit seines Wesens stak ein gutes Stück Ironie und Welterkenntnis. In seinem Geschäftslokale wurde nicht bloß barbiert, Bart und Kopfhaare geschnitten, Kölnisch-Wasser und Puder zerstäubt, es herrschte hier eine traditionelle Geselligkeit, eine geistige Separatkultur, die durch die rein prägen sehe Form des Kalauers am wirkungsvollsten gekennzeichnet erschien. Herr Scheibenhonig leitete mit klugem Takt und bedachtsamem Verständnis den intellektuellen Mist seiner Kunden in die richtigen Bahnen. Er erwies sich immer in jeder Situation als der Mann von Welt, über dessen beiläufige Schlagfertigkeit ein artiger Schwank kursierte.

Ein älterer Hofrat der vornehmsten Behörde begegnete ihm einmal auf dem neutralen Boden einer Wohltätigkeitsgesellschaft. Obwohl er zu seiner tagtäglichen Kundschaft gehörte, vermochten seine durch den beständigen Staatsdienst zerrütteten Sinne den eleganten Herrn im Frack nicht gleich richtig zu registrieren. In der Meinung, einen seiner Beamten vor sich zu haben, erwiderte er mit kollegialer Herablassung seinen Gruß und fühlte sich bewogen, den ohne Zweifel sehr repräsentablen Untergebenen mit einer Ansprache zu beglücken.

In welchem Departement arbeiten Sie jetzt? – fragte er freundlich den sich respektvoll Verneigenden.

In meinem eigenen, Herr Hofrat, – ich bin der Friseur Scheibenhonig.

In dem drehbaren Armstuhl neben der offenen Türe, der wegen der frischen Luft, die von draußen hereinkam, allgemein den Beinamen »Riviera« führte, hatte eben ein junger Mann mit auffallend hohem Stehkragen Platz genommen. Die aufdringliche Beflissenheit, die sich um ihn entfaltete, gab zu erkennen, daß er gewohnt sein mochte, Ansprüche zu stellen und daß er nicht zu den Knickern gehörte.

Meermann legte dem Ankömmling den blütenweißen Umhang um die Schultern und zwang seine Miene zu einem grimmigen Grinsen.

Eine Waschung gefällig – Herr Römerstern?

Meinetwegen. – Schampoon oder Pix?

Pix und ein Tropfen Birkenwasser. Geschäftig trug der Lehrjunge einen Haufen Servietten herbei. Während Meermann sich anschickte, den Kopf des Sitzenden in eine riesige Seifenkugel zu verwandeln, näherte sich der Chef mit listigem Schmunzeln.

Wissen Sie schon, was für ein Handwerk Meermann eigentlich gelernt hat? Nein. –

Er ist ein Schneider. Ein Schneider – wieso?

Nun, das merkt man doch. Weil er die Leute schneidet. Ein Blick unsäglicher Verachtung aus den runden Augen des Verspotteten spießte sich in das Gesicht des Erzählers.

Blöder Kerl! – knurrte er und seifte gewaltig, daß die Flocken stoben. Das Auditorium wieherte vor Vergnügen. Dieses gemütliche Verhältnis zwischen Geschäftsherrn und Angestelltem war unbezahlbar.

Je, aber haben Sie es denn schon bemerkt, wie täuschend er dem Tell ähnlich sieht? – fragte jetzt Römerstern und duckte sich tiefer in den Sessel.

Dem Tell? – Der Meermann dem Tell? – Sie meinen den Wilhelm Tell? –

Nein. Ich meine den Trot-tel.

Eine Lachsalve erschütterte eine Zeitlang das Gewölbe. Ausgezeichnet! – Wirklich ausgezeichnet! – rief begeistert Herr Scheibenhonig. Selbst der Lehrjunge lachte in der Ecke.

An Meermann reichte heute der Spektakel nicht heran. Er hatte sich in einen hartnäckigen Gleichmut zurückgezogen, der ihn gegen allen Unflat schützte. Sein breiter Daumen fuhr über den eingeseiften Schädel des Witzlings und massierte die Kopfhaut. Was tat ihm das, was da die jungen Herren schwatzten? Es war nun einmal so auf dieser Welt. Ein jeder trug die Nase hoch und höhnte den andern. Nur er war der Niemand, der arme Hund, der den Leuten den Bart putzte. – – –

Auch Römerstern verstummte. Der würzige Geruch des Pixavons hüllte sein Gehirn in Schläfrigkeit. Die gleichförmigen Geräusche der Rasierstube, das Klappern der Scheren, das Knittern der Zeitungsblätter, das Gelächter, das zwischen den Gesprächen hin- und herkollerte, lullten ihn in Betäubung. Er war müde. Es war allerdings heute wieder fünf Uhr morgens gewesen, als ihn die Droschke nach Hause brachte. In der Bank mußte er dann um dreiviertel neun schon wieder zum Dienst antreten. Das hielt ja kein Pferd aus. Dazu kamen noch die immerwährenden, schauerlichen Sorgen!

Sein hübsches, arrogantes Gesicht gaffte übernächtig aus dem Spiegel. Die heutige Bummelei hatte er ja ohnehin nur aus dem Grunde veranstaltet, um für ein paar Stunden die quälenden Gedanken los zu werden. Dabei war ihm trotzdem die ganze Nacht der verfluchte Wechsel nicht aus dem Kopfe gegangen, den ihm dieser Herr Bambula morgen präsentieren würde. Achthundert Kronen waren immerhin ein hübsches Geld, besonders wenn man bedachte, daß sie in längstens drei Tagen beschafft sein sollten. Prolongieren würde Bambula diesmal bestimmt nicht mehr.

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