Honoré de Balzac - Physiologie der Ehe
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Furchtbare Schlußfolgerung!
Nun werden uns vielleicht Moralhelden, die Lobpreiser der guten alten Zeit, beschuldigen, wir brächten gar zu trostlose Berechnungen vor: sie werden sich zu Verteidigern entweder der anständigen Frauen oder der Junggesellen aufwerfen wollen; aber für diese Herren haben wir uns eine letzte Beobachtung aufgespart:
Vermehrt nach Belieben die Zahl der anständigen Frauen und vermindert die Zahl der Junggesellen – stets werdet ihr das Ergebnis erhalten, daß es mehr galante Abenteuer als anständige Frauen gibt; stets werdet ihr eine ungeheure Menge von Junggesellen finden, die durch unsere Sitten sich darauf angewiesen sehen, zwischen drei Arten von Verbrechen zu wählen:
Wenn sie keusch bleiben, wird infolge der schmerzhaftesten Aufregungen ihre Gesundheit Schaden nehmen; sie werden die erhabensten Absichten der Natur vereiteln und werden in die Schweizer Berge reisen, um dort Milch zu trinken und an der Schwindsucht zu sterben.
Wenn sie ihren berechtigten Versuchungen unterliegen, werden sie entweder anständige Frauen kompromittieren – und dann sind wir ja wieder bei dem Thema unseres Buches angelangt – oder sie werden sich durch den abscheulichen Umgang mit jenen fünfhunderttausend Frauen entwürdigen, von denen wir im letzten Absatz der ersten Betrachtung sprachen – und wie groß sind nicht auch in diesem letztern Fall die Aussichten, daß sie Milch trinken und in der Schweiz sterben müssen!
Ist es euch denn niemals wie uns aufgefallen, daß die Einrichtung unserer Gesellschaftsordnung an einem bösen Fehler leidet, dessen nähere Betrachtung als moralischer Beweis unserer letzten Berechnungen dienen wird?
Das Durchschnittsalter, in dem der Mann sich verheiratet, beträgt dreißig Jahre; das Durchschnittsalter, in dem seine Leidenschaften, seine heftigsten Begierden nach Schöpferfreuden sich entwickeln, ist das zwanzigste Lebensjahr. Während der zehn schönsten Jahre seines Lebens, während der Periode voller Saft und Kraft, in der seine Schönheit, seine Jugend und sein Geist ihn für die Ehemänner bedrohlicher machen, als zu jeder andern Zeit seines Daseins – während all dieser Jahre gibt es für ihn kein Mittel, das unwiderstehliche Liebesbedürfnis, das, sein ganzes Wesen erschüttert, auf gesetzmäßige Weise zu befriedigen. Da dieser Zeitraum ein Sechstel des menschlichen Lebens ausmacht, so müssen wir zugeben, daß mindestens ein Sechstel von der Gesamtzahl unserer Männer, und zwar gerade das kräftigste Sechstel, sich beständig in einer Lage befindet, die ebenso beschwerlich für sie, wie gefährlich für die Gesellschaft ist.
»Warum verheiratet man sie denn nicht?« ruft vielleicht eine Betschwester.
Aber welcher vernünftige Vater möchte seinen Sohn mit zwanzig Jahren verheiraten?
Kennt man denn nicht die Gefahr dieser allzu frühen Ehen? Allem Anschein nach muß die Ehe mit den natürlichen Gewohnheiten bedeutend im Widerspruch stehen, denn sie verlangt eine ganz besondere Reife der Vernunft. Allgemein bekannt ist ja Rousseaus Wort: »Eine gewisse Zeit der Ausschweifung ist stets notwendig – entweder vor der Ehe oder in der Ehe. Wir haben in uns einen schlechten Gärungsstoff, der früher oder später doch zu wirken beginnt.«
Welche Familienmutter würde das Glück ihrer Tochter den Zufällen dieser Gärung aussetzen, wenn sie nicht vor der Ehe stattgefunden hat?
Wozu brauchen wir übrigens eine Tatsache zu rechtfertigen, die in allen Gesellschaften besteht, ohne daß diese daran zugrunde gehen? Gibt es nicht in allen Ländern, wie wir nachgewiesen haben, eine ungeheure Anzahl von Männern, die auf die ehrenwerteste Art von der Welt ohne Zölibat und ohne Ehe fertig werden?
»Können denn nicht diese Männer« – wird wieder die Betschwester fragen – »Enthaltsamkeit üben wie die Priester?«
Zugegeben, meine Gnädige.
Indessen müssen wir darauf aufmerksam machen, daß das Keuschheitsgelübde eine der stärksten der von der Gesellschaftsordnung notwendig gemachten Ausnahmen vom Naturzustande ist; daß die Enthaltsamkeit der schwierige Punkt im Beruf des Priesters ist; daß dieser keusch sein muß, wie der Arzt unempfindlich ist gegen die körperlichen Leiden; wie der Notar und der Advokat unempfindlich sind gegen Armut und Elend, die vor ihnen ihre Wunden enthüllen; wie der Soldat unempfindlich ist gegen den Tod, der ihn auf einem Schlachtfeld umgibt. Wenn die Bedürfnisse der Kultur gewisse Fibern des Herzens verknöchern und gewisse Membranen der Denkkraft verhärten – so dürfen wir daraus nicht schließen, daß alle Menschen verpflichtet sind, in solcher Weise ihre Seele zum Teil absterben zu lassen. Das hieße das Menschengeschlecht zu einem abscheulichen moralischen Selbstmord treiben!
Aber es erscheine nur im jansenistisch-sittenstrengsten Salon, den es überhaupt gibt, ein achtundzwanzigjähriger junger Mann, der aufs sorgsamste sein Unschuldskleid bewahrt hat und so jungfräulich ist wie jene Auerhähne, an denen die Feinschmecker ihr Entzücken haben – seht ihr nicht die Szene vor euch, wie die herbste tugendhafte Frau irgendein recht bitteres Kompliment über seinen Mut an ihn richtet, wie der strengste Beamte, der jemals auf dem Richterstuhl saß, lächelnd den Kopf schüttelt, wie alle Damen ihre Köpfe verstecken, damit er nicht ihr Lachen höre? Und kaum verläßt das unglaublich heldenmütige Opferlamm den Salon, welch eine Sintflut von Witzen regnet da auf sein unschuldiges Haupt hernieder! Wie viel Beleidigungen! Gibt es in Frankreich etwas Schimpflicheres als Impotenz, Kälte, völlige Leidenschaftslosigkeit, Trottelhaftigkeit?
Der einzige König von Frankreich, der nicht einen solchen Tropf laut ausgelacht hätte, wäre vielleicht Ludwig XIII.: sein forscher Vater dagegen hätte vielleicht ein solches Bürschchen verbannt, indem er entweder ihn beschuldigt, kein Franzose zu sein, oder geglaubt hätte, er könnte ein gefährliches Beispiel abgeben.
Seltsamer Widerspruch! Ein junger Mensch wird gleichermaßen getadelt, wenn er sein Leben ›im heiligen Lande‹ verbringt, um uns eines landläufigen Ausdrucks des Junggesellenlebens zu bedienen. Sollten vielleicht zum Besten der anständigen Frauen die Polizeipräfekten und Bürgermeister aller Zeiten angeordnet haben, daß die im Dienste der Öffentlichkeit stehenden Leidenschaften erst mit Dunkelwerden zu beginnen und um elf Uhr abends aufzuhören haben?
Wo sollen sich denn all unsere Junggesellen ihre Hörner ablaufen? Und – wie Figaro fragt – wen betrügt man denn hier? Die Regierenden oder die Regierten?
Ist es mit der Gesellschaftsordnung wie mit jenen Jüngelchen, die sich im Theater die Ohren zuhalten, um die Flintenschüsse nicht zu hören? Hat sie Angst davor, die Sonde in ihre Wunde führen zu lassen? Oder sollte man allgemein der Meinung sein, daß es gegen dieses Übel kein Heilmittel gibt und daß man die Dinge gehen lassen muß, wie sie gehen? Aber hier liegt eine Frage vor, die die Gesetzgebung angeht; denn es ist unmöglich, dem materiellen und sozialen Dilemma zu entgehen, in das wir geraten, indem wir die Bilanz der ehelichen Tugend unserer Gesellschaft ziehen. Es ist nicht unseres Amtes, diese schwierige Frage zu lösen; nehmen wir indessen einen Augenblick, an, daß zum Schutze so vieler Familien, so vieler Frauen, so vieler ehrbaren Mädchen, die Gesellschaft sich genötigt sähe, gewissen Herzen ein Patent und damit ein Recht zu geben, die Bedürfnisse der Junggesellen zu befriedigen; mußten alsdann nicht unsere Gesetze diesen weiblichen Deziussen, die sich für das Staatswohl aufopfern und aus ihren Leibern eine Schutzwehr für die anständige Familie machen, Zunftrechte verleihen? Die Gesetzgeber haben sehr unrecht, daß sie bis jetzt es verschmäht haben, dem Lose der Kurtisanen feste Regeln zu geben.
XXIII. Wenn die Kurtisane ein Bedürfnis ist, sollte sie eine Staatseinrichtung sein.
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